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Basels 5:1 gegen Servette

Basel berauscht sich an sich selbst – und kann die Titelfeier planen

FC Basel-Spieler Jonas Adjetey, Xherdan Shaqiri, Albian Ajeti und Dominik Schmid jubeln ĂŒber Ajetis Tor zum 2:0 gegen Servette FC in Basel.
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In KĂŒrze:

  • Xherdan Shaqiri begeistert die Fans mit vier Skorerpunkten beim 5:1-Sieg gegen Servette.
  • Die Basler Mannschaft dominiert das Spitzenspiel mit beeindruckender Spielfreude und Toren.
  • Der FCB steht kurz vor dem ersten Meistertitel seit acht Jahren. Die Freude in der Stadt ist so gross wie seit 15 Jahren nicht.

In Basel singen sie Lieder, die man im St.-Jakob-Park schon lÀnger nicht mehr gehört hat. Eines handelt von der aktuellen Tabelle und ein paar freien Platzierungen hinter dem FC Basel, auf den PlÀtzen 2 und 3 zum Beispiel. In einem anderen beliebten Klassiker geht es um Geister, an die man besser nicht glauben sollte.

Acht Jahre lang hat man sich in Basel nicht mit diesen Liedern befasst, seit dem Sommer 2017 und dem letzten Meistertitel des Clubs. Und ganz ehrlich: Damals gab es in Basel Menschen, die all die Lieder von Geistern und von freien TabellenplÀtzen nicht mehr hören konnten, weil der FCB so regelmÀssig Titel gewann, dass es fast ein bisschen langweilig war.

Im Mai 2025 ist das anders, das spĂŒrt man schon weit vor dem Anpfiff des Spiels gegen Servette. SpĂ€testens seit dem Halbfinalsieg gegen Lausanne-Sport stellt sich die Stadt auf grössere Feierlichkeiten in den nĂ€chsten Tagen ein. Und das liegt nicht nur an den Resultaten, sondern vor allem an der Art und Weise, wie sich das Team gerade prĂ€sentiert.

Xherdan Shaqiri reisst im Stadion alle mit

Seit 2010 haben sich die Menschen in Basel nicht mehr so ĂŒber ihr Team gefreut. Damals bewegte sich der FC Basel zum ersten Mal nach der Ära Christian Gross auf einen Titel zu. Der Trainer hiess Thorsten Fink, der Captain Franco Costanzo und der letzte Basler TorschĂŒtze der Saison Scott Chipperfield.

Allein das zeigt, wie endlos lange das her ist – und was da gerade in Basel passiert. Acht Jahre Chaos und Niedergang hat es gebraucht, dass sich alle wieder offen und ehrlich freuen können.

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Als die Mannschaften den Rasen betreten, stehen auf der dreistöckigen Gegengerade – natĂŒrlich in Rot und Blau – drei Buchstaben: F, C und B. Mehr muss man im Moment auch gar nicht sagen. Es braucht kein «KĂ€mpft fĂŒr uns», kein «Holt den Titel fĂŒr Basel», kein «Schreibt Geschichte!». Es geht einzig und allein um diesen F, C und B, der alle verbindet.

Die Partie gegen Servette ist ein Spitzenspiel, zumindest auf dem Papier. Aber es dauert dann nur ein bisschen mehr als eine halbe Stunde, um zu erkennen, dass die Basler sich an der Tabellenspitze inzwischen ihren eigenen Wettbewerb erschaffen haben: «Spiel und Spass mit Shaqiri».

NatĂŒrlich ist es falsch und unfair, die Basler Einheit auf einen Namen herunterzudampfen. Aber auch dieses Mal ist es wieder Shaqiri, der das Stadion jedes Mal belebt, wenn er eine Ecke tritt. Inzwischen ist es lĂ€ngst zum Ritual geworden, dass die Fans in einer der Stadionecken aufspringen, sobald Shaqiri sich ihnen nĂ€hert. Allein darum ist der RĂŒckkehrer ein stĂ€ndiger Antreiber fĂŒr Mannschaft und Club.

Feiern mit Shaqiri, Ajeti, Barry und Xhaka

Zur Halbzeit fĂŒhren die Basler nach den Toren von Shaqiri und Albian Ajeti 3:0. Die Tore sind jeweils eine Mischung aus Genfer Unvermögen und Basler Spielfreude. Und sie sind der letzte Beweis, dass den Baslern gerade alles gelingen will: Seit Anfang November hat Albian Ajeti nicht mehr getroffen – jetzt gelingt ihm innerhalb von vier Minuten ein Doppelpack vor der Muttenzerkurve.

Nach der Halbzeit, als die Partie lĂ€ngst entschieden ist, lĂ€sst der FC Basel sich im eigenen Flow treiben. BĂ©nie TraorĂ© erzielt das vier Basler Tor, Nicolas Vouilloz das fĂŒnfte, Shaqiri hat am Ende des Tages mal wieder vier Skorerpunkte gesammelt. Aber er macht das in dieser Saison so regelmĂ€ssig, dass es schon gar keine Meldung mehr wert ist. 

Fans des FC Basel prÀsentieren eine Choreografie in Rot und Blau im Stadion bei einem Super League Spiel gegen Servette FC am 4. Mai 2025.

Kurz vor dem Schlusspfiff liegen sich die Menschen auf den RĂ€ngen bereits in den Armen. Und auch unten, vor dem Spielertunnel, feiert der Staff des FCB, als hĂ€tte der Club den Meistertitel schon gewonnen. So weit ist es zwar noch nicht, frĂŒhestens am Sonntag könnten die Basler auf dem Sofa ihren 21. Meistertitel feiern. Aber es besteht kein Zweifel mehr, dass es passiert.

Und wenn man ganz ehrlich ist, dann haben die Feierlichkeiten schon lĂ€ngst begonnen. Nach dem Spiel gegen Servette lĂ€uft plötzlich Thierno Barry ĂŒber den Rasen im St.-Jakob-Park und wird von den Fans gefeiert. Kurz danach spielt Taulant Xhaka mit seinem Sohn ein paar BĂ€lle und ruft allen im Stadion ganz subtil in Erinnerung: «Mich gibt es ĂŒbrigens auch noch.»

Im Grund fehlt nur noch, dass sich Karli Odermatt, Helmut Benthaus und Marco Streller in einer anderen Stadionecke ein paar BĂ€lle zuspielen. Aber irgendwie muss man die Szenen ja noch steigern können, wenn der FCB dann in der letzten Runde gegen den FC Luzern den Pokal ĂŒberreicht bekommen wird.

Drei Titelfeiern fĂŒr zwei Basler Titel

Nach dem 5:1 gegen Servette können die Basler sich jetzt mit den wirklich wichtigen Fragen befassen. Vor einem Jahr – das nur noch mal kurz zur Erinnerung – waren die Fragen rund um den Club schwer und existenziell. «Wie soll es bloss weitergehen?» Zwölf Monate spĂ€ter geht es darum, wie oft das Team in diesem Sommer auf dem BarfĂŒsserplatz auftauchen wird.

Im Moment deutet ziemlich viel darauf hin, dass die Basler dreimal ins Zentrum der Stadt pilgern, um dort vor ihren Fans auf den Balkon zu klettern. Zur «spontanen» Meisterfeier, die vielleicht am nÀchsten Sonntag stattfinden könnte. Nach dem letzten Spiel der Saison, dann mit dem Pokal in den HÀnden. Und idealerweise auch am Tag des Cupfinals gegen den FC Biel.

Bei all diesen Aussichten will sich in Basel niemand mehr zurĂŒckhalten. Albian Ajeti sagt in einem Interview nach dem Spiel zwar, dass man die nĂ€chsten Aufgaben gewissenhaft vorbereiten und von Spiel zu Spiel schauen werde. Aber man muss nur kurz in sein glĂŒhendes Gesicht schauen, um zu wissen: Er weiss ganz genau, dass sich dieser FC Basel nicht mehr aufhalten lassen wird.

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Dies lĂ€sst sich beispielsweise beim 5:0 in der 56. Minute erkennen, als Shaqiri den Ball bei einem Doppelpass auf Otele per Hacke weiterleitet und so seinen dritten Assist des Spiels verbuchen kann. Yverdon wird erst ab der 70. Minute noch gefĂ€hrlich. Zweimal verhindert die Querlatte einen GĂ€stetreffer.St.-Jakob-Park. – 24‘254 Zuschauende. – SR Dudic.Tore: 16. Otele (Metinho) 1:0. 27. Shaqiri (TraorĂ©) 2:0. 30. TraorĂ© (Shaqiri) 3:0. 37. TraorĂ© (Shaqiri) 4:0. 56. Otele (Shaqiri) 5:0.FCB: Hitz; Mendes, Adjetey, Vouilloz, Schmid; Avdullahu (58. Leroy), Metinho; TraorĂ© (68. Soticek), Shaqiri (76. Sigua), Otele (58. Kade); Ajeti (58. Carlos).Yverdon: Bernardoni; Marques, Picccini (60. Tijani), Legowski, Kongsro; Esteves (46. Tasar), Cespedes (60. NĂșñez), Baradji, AkĂ©; Marchesano (75. Komano), Grodem (46. Teixeira).Bemerkungen: FCB ohne van Breemen (verletzt), Barisic (im Aufbau), CissĂ© und RĂŒegg (beide angeschlagen). Ersatzbank FCB: Salvi, BarĂł, Fink, Akahomen. Verwarnungen: 6. CĂ©spedes, 25. Piccini, 44. Legowski, 66. Tijani, 68. NĂșñez, 82. Sigua, 86. Kongsro (alle wegen Foulspiel) – 15. Pfostenschuss Metinho. 73. Lattenschuss Legowski. 85. Vouilloz lenkt Schuss von Komano an die Latte.Die TaktikDer Basler Cheftrainer wechselt in der Startformation nur selten, solange es sportlich gut lĂ€uft und keine Verletzungen oder Sperren vorliegen. Deshalb ist es wenig ĂŒberraschend, dass Fabio Celestini mit denselben elf Spielern wie schon in den vergangenen drei Partien beginnt. Auch der Formation des 4-2-3-1 bleibt Celestini im Spiel gegen Yverdon treu. Ein Mal mehr weiss diese Startelf zu ĂŒberzeugen, auch weil sich Shaqiri und TraorĂ© auf der Position des Zehners und des rechten FlĂŒgels immer wieder abwechseln, was dem FCB-Spiel Variation verleiht. Paolo Tramezzani lĂ€sst seine Equipe in einem 3-5-2 auflaufen. Die Offensive kann erst in der zweiten HĂ€lfte im Ansatz gefĂ€hrlich werden und die Westschweizer Verteidigung findet mit ihrer Manndeckung mehrfach kein Mittel gegen die LĂ€ufe in die Tiefe der schnellen FCB-Angreifer. Auch der Doppelwechsel nach der ersten Halbzeit lĂ€sst die GĂ€ste nicht wesentlich besser ins Spiel finden.Der AufregerWer an diesem Montagnachmittag den St.-Jakob-Park betritt, reibt sich beim Blick ins Stadion verwundert die Augen: Das D-Parkett bleibt zwar aufgrund der von den Behörden verhĂ€ngten Kurvensperre leer, am Zaun hĂ€ngt ein Banner mit der Aufschrift «Was uns sött spalte, vereint uns nur no mee!». Doch die Muttenzerkurve hatte sich einfach in den Sektor B umplatziert, um ihre Mannschaft von dort aus zu unterstĂŒtzen.Was folgte, war ein zwar nicht ganz im Einklang tönender, aber lauter Wechselgesang ĂŒber das gesamte Spielfeld zwischen dem D-Balkon und dem B-Parkett wĂ€hrend der Partie. Zu dieser speziellen AtmosphĂ€re sagt Dominik Schmid nach dem Spiel: «Es war ungewohnt, aber die Kurve hat das ein Mal mehr ĂŒberragend gemacht. Ich hoffe aber natĂŒrlich, dass sie im nĂ€chsten Match wieder auf der richtigen Seite sind».Ungewohntes Bild: die Muttenzerkurve im Sektor B.Foto: Marc Schumacher (Freshfocus)Das muss besser werdenWenn man die erste Halbzeit betrachtet: nichts. Im zweiten Durchgang schalten die Basler dann einen Gang zurĂŒck und bieten nicht mehr dasselbe Spektakel wie zuvor, Yverdon bekommt ab der 70. Minute einige gute Tormöglichkeiten. Aber der FCB spielt insgesamt so souverĂ€n und nutzt seine Chancen so effizient, dass man zum Schluss kommen muss: Das war ein nahezu meisterlicher Auftritt.Das sagt der Trainer«Ich bin im Moment ein sehr glĂŒcklicher Trainer», sagt Fabio Celestini nach der Partie. Besonders gefĂ€llt dem FCB-Trainer, dass seine Mannschaft jedes Spiel wie ein Final angehe, egal ob gegen Lugano, den Klassiker gegen den FC ZĂŒrich oder heute gegen Yverdon: «Die Spieler haben verstanden, was es heisst zu kĂ€mpfen», so Celestini.Mit Aussagen ĂŒber einen möglichen Meistertitel hĂ€lt er sich aber weiterhin zurĂŒck: «Unser Fokus gilt voll und ganz dem Cupspiel gegen Lausanne».So geht es weiterWeil Servette gegen Luzern 2:1 gewinnt, bleibt der Vorsprung des FCB auf die zweitplatzierten Genfer bei sechs Punkten. WĂ€hrend der Ligabetrieb am nĂ€chsten Wochenende pausiert, steht fĂŒr den FCB am Sonntag der Cup-Halbfinal gegen Lausanne-Sport auf dem Programm. Am Wochenende des 3. und 4. Mai steht das erste Spiel der Meisterrunde an. Auf wenn der FCB dann trifft, ist noch offen, wird aber zeitnah von der Liga mitgeteilt.Der FC Basel gegen YverdonDiesen Podcast können Sie auch auf allen gĂ€ngigen Podcast-Plattformen kostenlos hören und abonnieren.NewsletterRotblau aktuellErhalten Sie die wichtigsten und interessantesten Geschichten und News rund um den FCB.Weitere NewsletterEinloggenSimon Tribelhorn ist freier Mitarbeiter im Ressort Sport bei der Basler Zeitung. Er berichtet regelmĂ€ssig ĂŒber den FC Basel, den EHC Basel und den RTV.Mehr InfosYomo Isler ist Praktikant bei der Basler Zeitung. Er schloss 2024 die Matura am Gymnasium am MĂŒnsterplatz ab und ist seit Februar 2025 als Praktikant bei der BaZ tĂ€tig.Mehr InfosFehler gefunden?Jetzt melden.0 Kommentare

  • SchlĂŒsselfiguren beim FCB: Puzzleteile, Irrfahrer, SchlĂŒsselmacher: Die Grundpfeiler des Basler Titels

    AboSchlĂŒsselfiguren beim FCB – Puzzleteile, Irrfahrer, SchlĂŒsselmacher: Die Grundpfeiler des Basler TitelsShaqiri und Celestini sind nur zwei von vielen. Diese 13 Akteure haben den grössten Anteil am 21. Meistertitel des FC Basel.Publiziert heute um 07:24 UhrXherdan Shaqiri stemmt die 21. MeistertrophĂ€e der FCB-Geschichte in die Höhe.Foto: Martin Meienberger (Freshfocus)Jetzt abonnieren und von der Vorlesefunktion profitieren.BotTalkDer FC Basel ist zum 21. Mal Schweizer Meister, und ein Mann steht dabei besonders im Fokus: Xherdan Shaqiri. Doch er ist nicht der Einzige, dem fĂŒr diese FCB-Saison Lob gebĂŒhrt. Die BaZ listet die 13 wichtigsten Akteure auf, die in der Spielzeit 2024/25 ihre Dienste fĂŒr den FCB geleistet haben. Sortiert nach Position – nicht nach Wichtigkeit.Marwin Hitz, der rotblaue ThurgauerMarwin Hitz nach dem Sieg gegen Luzern.Foto: Arne Amberg (Imago, Steinsiek.ch)Als Marwin Hitz an der spontanen Meisterfeier des FC Basel das Mikrofon in die Hand gedrĂŒckt bekommt, muss er sich zuerst noch etwas von der Seele reden, bevor er feiern kann. Etwas, das er schon seit drei Jahren mit sich trĂ€gt und wohl nie im angemessenen Rahmen ansprechen konnte. «Erst mal: Vielen, vielen Dank fĂŒr den tollen Empfang in meinem ersten Jahr», sagt der Basler Goalie – natĂŒrlich mit einem Augenzwinkern.  Zur Erinnerung: Als Marwin Hitz im Sommer 2022 von Dortmund nach Basel kommt, wird er in eine Goalie-Debatte hineingezogen, fĂŒr die er nichts kann. Es geht um den Abgang Heinz Lindners, mit dem viele Basler Fans nicht einverstanden sind. Hitz bekommt den Unmut ab. Drei Jahre spĂ€ter kann der Goalie darĂŒber lachen. Denn in dieser Zeit wurde der Thurgauer zur durch und durch rotblauen Identifikationsfigur und nun zum Schweizer Meister. Nicht nur das. Hitz ist der aktuell beste Goalie der Super League. Das sagen nicht nur sein Trainer und sein Sportchef, sondern auch die Zahlen. Er ist der sichere RĂŒckhalt der besten Defensive der Liga, die in 38 Spielen nur 43 Gegentreffer erhalten hat. Zudem weist er laut den Statistikern eine Abwehrquote von 78,3 Prozent auf. Das ist der beste Wert aller Super-League-Goalies in dieser Saison, die mehr als drei Spiele bestritten haben.Adrian Barisic, der schwarzbĂ€rtige AbrĂ€umerKompromisslos gegen den Ball: FCB-Verteidiger Adrian Barisic gegen Lausannes Kaly SĂšne.Foto: Pascal Muller (Freshfocus)Kaum zu glauben, dass Adrian Barisic erst 23 Jahre alt ist. Nicht wegen des Äusseren. Zwar wirkt der Bosnier auch durch sein strenges Gesicht, die mĂ€chtige Statur und den dunklen Bart wie ein gestandener Routinier unter seinen Mannschaftskollegen. Aber es ist vor allem die Spielweise, die den Innenverteidiger so reif rĂŒberkommen lĂ€sst.Barisic ist in dieser Saison trotz des fĂŒr seine Position verhĂ€ltnismĂ€ssig jungen Alters ein verlĂ€sslicher RĂŒckhalt in der Basler Defensive. Bis zu seiner Muskelverletzung, die er sich in der Nationalmannschaftspause im MĂ€rz zuzog, steht er bei jedem Spiel, zu dem er spielberechtigt ist, in der Startformation. Dabei wirkt er mit sehr wenigen Ausnahmen stets Ă€usserst abgeklĂ€rt, ist konstant wie kaum ein anderer in diesem Team, ruhig am Ball und dennoch ausgesprochen aggressiv in den defensiven ZweikĂ€mpfen.Das macht Barisic – auch wenn er die entscheidende Saisonphase verpasst – zu einem absoluten SchlĂŒsselspieler in dieser Basler Meistersaison.Nicolas Vouilloz, der Phönix aus der AscheAls es ihn brauchte, war er voll da: Nicolas Vouilloz bei der spontanen FCB-Meisterfeier.Foto: Urs Lindt (Freshfocus)Zwischenzeitlich sieht es in dieser Saison zappenduster aus fĂŒr Nicolas Vouilloz. Nach mehreren miserablen Leistungen sitzt er zwischen Dezember und MĂ€rz wĂ€hrend zwölf Ligaspielen nur auf der Bank oder auf der TribĂŒne. Man fragt sich: Kommt Nicolas Vouilloz nochmals zurĂŒck?Ja, und wie. Der Genfer nimmt die Situation wie ein Profi an, trainiert weiterhin fokussiert und ist schliesslich da, als es ihn braucht. Die Verletzung Finn Van Breemens Minuten vor dem Winterthur-Spiel Ende MĂ€rz schleudert Vouilloz zurĂŒck in die Startformation, wo er bis zum Feststehen des Meistertitels bleiben soll.Bekanntlich hat der FCB in dieser Zeit nichts als Siege eingefahren. So gehört Vouilloz auch zu den Spielern, die den höchsten persönlichen Punkteschnitt ausweisen können. Beim Innenverteidiger liegt er – wie bei Romario Baro – bei 2,3 Punkten pro bestrittener Partie. Von den Spielern, die mindestens drei LigaeinsĂ€tze hatten sind in dieser Kategorie nur Metinho (2,33 Punkte pro Spiel) und Taulant Xhaka (2,4) besser.Dominik Schmid, der RĂŒckkehrer, der falschlagDie Captainbinde trĂ€gt er kaum noch, dafĂŒr ist er jetzt Meister: Dominik Schmid.Foto: Philipp Kresnik (Imago, Sports Press Photo)Es gab diesen Punkt in Dominik Schmids Karriere, an dem er sich fragte: «Lohnt es sich ĂŒberhaupt noch?» Das Fussballspielen meinte er damit. Schmid war gerade fĂŒr die Saison 2019/20 vom FC Basel an den FC Wil ausgeliehen worden, nachdem er eine Saison lang in Lausanne spielte. Verbunden war diese Frage mit der Einsicht, dass er wohl nicht mehr zu seinem Jugendclub nach Basel zurĂŒckkehren wĂŒrde. Das sei hart zu akzeptieren gewesen. Nun weiss man: Schmid lag falsch. Denn er sollte zu seinem Jugendclub zurĂŒckkehren. Und es sollte sich lohnen.Mit 27 Jahren ist Schmid zum zweiten Mal Schweizer Meister. Und im Gegensatz zur Saison 2016/17, als er nur 64 Minuten gespielt hat, war er in dieser Spielzeit absoluter Leistungs- und zwischenzeitlicher BindentrĂ€ger. Nur ein einziges Spiel hat Schmid verpasst, bevor der Meistertitel feststand – wegen einer Gelbsperre. In allen anderen 34 Partien stand er in der Startformation. Und: Sein persönliches Ziel von zehn Skorerpunkten hat Schmid auch erreicht.Leon Avdullahu, der UndercoveragentLeon Avdullahu beim Testspiel gegen den FC Schaffhausen im Januar.Foto: Marc Schumacher (Freshfocus)Wird er bleiben? Wird er gehen? Die Zukunft von Leon Avdullahu ist ungewiss. Interesse aus den grossen Ligen besteht. Es sind Namen wie Wolfsburg, Mönchengladbach und Fiorentina zu vernehmen. Sein Abgang, ob er nun frĂŒher oder spĂ€ter kommt, wird fĂŒr den FCB einen grossen Verlust darstellen. Denn Avdullahu ist einer dieser Fussballer, die ein Spiel prĂ€gen können. Er ist nicht der auffĂ€llige Offensivspieler, der mit Tricks und Toren die Fans verzaubert. Vielmehr ist er so etwas wie ein Undercoveragent. Aus dem verborgenen, zentral defensiven Mittelfeld heraus leitet er die Geschicke, lenkt das Spiel in die von ihm gewĂŒnschten Bahnen und dirigiert seine Mitspieler. Bedeckt hĂ€lt sich Avdullahu ĂŒberdies auch in seinen öffentlichen Auftritten. Er ist kein Mann der grossen Worte. Doch das muss er auch gar nicht sein. Denn er ist einer, der es geschafft hat. Ein eigener Junger, der in Basel ausgebildet wurde, zum LeistungstrĂ€ger in der ersten Mannschaft avancierte und trotz vermeintlich unscheinbaren Auftretens viel IdentitĂ€t stiftet. In jedem einzelnen Ligaspiel, zu dem er spielberechtigt war, stand Avdullahu in der Startelf und spielte dabei in den allermeisten FĂ€llen sein Spiel derart souverĂ€n runter, dass man nur schwerlich glauben kann, dass er erst im Februar 21 wurde.Taulant Xhaka, die Legende mit den NebengerĂ€uschenTaulant Xhaka (rechts) und Albian Ajeti bei der Meisterfeier des FC Basel.Foto: Marc Schumacher (Freshfocus)Lange sah es danach aus, als wĂŒrde Taulant Xhakas Abschied beim FC Basel reibungslos ĂŒber die BĂŒhne gehen – trotz der Sprengkraft, die aufgrund der mangelnden Einsatzzeit und nach den ĂŒberhasteten Abschieden von Fabian Frei und Michael Lang zu Beginn der Saison gross schien. Da war eine saubere Pressekonferenz, ein Ausbleiben von NebengerĂ€uschen und ein nach aussen zufrieden wirkender Xhaka. Er sagte Mitte Februar, er fĂŒhle sich erleichtert, dass der Entscheid nun gefallen sei und dass da kein Druck vonseiten des FCB war. Doch ganz ohne NebengerĂ€usche geht es dann scheinbar gleichwohl nicht. Denn an der spontanen Meisterfeier leistet sich Xhaka gleich mehrere Aussetzer. Im Rausch des Erreichens seines grossen Ziels, eines Meistertitels in der letzten Saison, zĂŒndet er eine Pyrofackel und verschmĂ€ht den FCZ, GC und die Polizei. Am Ansehen Xhakas wird das wenig Ă€ndern. Jene, die ihn ohnehin schon auf dem Kieker hatten, fĂŒhlen sich in ihrer Meinung bestĂ€tigt. Seine AnhĂ€ngerschaft wird den gleichen Effekt verspĂŒren – das konnte man bei seiner grossen Verabschiedung im Joggeli erkennen. Denn es war schon immer Xhakas IdentitĂ€t, anzuecken. Das ist ein grosser Teil dessen, was ihn bei vielen FCB-Fans so beliebt macht. Und was ihn auch nach seinen Verfehlungen eine FCB-Legende bleiben lĂ€sst, die mit ihrem Charakter und der IdentitĂ€t, die sie stiftet, auch mit wenig EinsĂ€tzen einen wesentlichen Anteil an diesem Meistertitel hat.Xherdan Shaqiri, der SchlĂŒsselmacherDas ging schnell: Nicht mal ein Jahr nach seiner RĂŒckkehr hat Xherdan Shaqiri seine Meistermedaille.Foto: Marc Schumacher (Freshfocus)Die Nachricht zog wie ein Sturm ĂŒber Basel und die Region. Am 16. August 2024 verkĂŒndete der FCB die RĂŒckkehr Xherdan Shaqiris zu seinem Jugendclub. Das Donnern war gewaltig, einige erschraken, die meisten aber freuten sich ĂŒber das, was da heraufbeschworen wurde. Zu Recht, wie sich in den Folgemonaten herausstellen sollte. Von allen SchlĂŒsselspielern des FC Basel ist Shaqiri derjenige mit dem Master-Key. Viel mehr noch: Er ist der SchlĂŒsselmacher, der seinen Teamkameraden erst die SchlĂŒssel schmiedet und dann in die HĂ€nde drĂŒckt. 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Die Fragen, wie viel man fĂŒr ihn bereit ist zu zahlen, und ob man in der Lage ist, ihn in der Folge zu halten, gilt es in den kommenden Wochen zu klĂ€ren.Albian Ajeti, der angekommene IrrfahrerEineinhalb Jahre nach seiner RĂŒckkehr zum FCB ist Albian Ajeti zum vierten Mal Schweizer Meister.Foto: Urs Lindt (Freshfocus)Es scheint, als habe sie ein Ende gefunden, die Irrfahrt des schweizerisch-albanischen Odysseus Albian Ajeti. Sie fĂŒhrte ĂŒber Basel, Augsburg, St. Gallen, erneut Basel, London, Glasgow, Graz und Gaziantep. Wirklich angekommen ist Ajeti an keinem dieser Orte. Im Februar 2024 folgt dann die zweite RĂŒckkehr zum FCB.Doch kommt das Irren nicht sofort zu einem Ende. Denn auch im zumindest teilweise bekannten Umfeld braucht Ajeti Anlaufzeit. Im FrĂŒhjahr 2024 zieht er sich einen Muskelfaserriss zu, zu Beginn der darauffolgenden Saison spielt er kurz, wird dann aber nach einer weiteren Verletzung von Kevin Carlos auf die Bank verdrĂ€ngt, ehe ihm eine Rote Karte einen weiteren RĂŒckschlag versetzt. Doch gegen Ende der Saison, als der FCB zum Meistersprint ansetzt, ist Ajeti da. Erst mit guten, mannschaftsdienlichen Leistungen, dann mit der Beendigung seiner langen Torflaute. Und so scheint es nun, als sei er endlich angekommen. Die VertragsverlĂ€ngerung bis 2028 wurde beim letzten Saisonspiel im Joggeli bekanntgegeben.Fabio Celestini, der ErlösteFabio Celestini bei den Meisterfeierlichkeiten im Joggeli nach dem 4:0 gegen Luzern.Foto: Martin Meienberger (Freshfocus)Man sieht es ihm an, als er auf den Balkon tritt. Die HĂ€nde emporgestreckt, schreit Fabio Celestini ĂŒber den BarfĂŒsserplatz. Da ist so viel Anspannung und auch einstiger Frust, die sich in pure Genugtuung und Freude gewandelt haben. Fabio Celestini ist möglicherweise jene SchlĂŒsselfigur beim FC Basel, die das schwerste PĂ€ckchen zu tragen hatte. Man muss es sich in aller Eindeutigkeit noch einmal vor Augen fĂŒhren, was der FCB-Trainer in den letzten gut eineinhalb Jahren erlebt hat, um das wirklich zu verstehen. Fabio Celestini ĂŒbernahm den Cheftrainerposten beim FCB Ende Oktober 2023. Der FC Basel befand sich mit fĂŒnf Punkten RĂŒckstand am Tabellenende. Achtzehneinhalb Monate spĂ€ter, nach multiplen Neuerfindungen des Spielsystems und dem Überwinden sĂ€mtlicher HĂŒrden, steht Celestini mit seinem Team drei Runden vor Schluss als Meister fest. Doch selbst dieser unglaubliche Aufstieg konnte nicht verhindern, dass Celestini sich mehr als einmal mit ganz existenziellen Fragen zu seiner TĂ€tigkeit als FCB-Trainer auseinandersetzen muss – zuletzt im MĂ€rz dieses Jahres. Momentan dĂŒrfte ihm das egal sein. Er, der einst in einem Moment der Frust sagte, er wĂŒrde nie einen Club wie den FCB trainieren können, ist Schweizer Meister mit Rotblau.Daniel Stucki, das fehlende PuzzleteilFCB-Sportchef Daniel Stucki bei der spontanen Meisterfeier des FCB.Foto: Urs Lindt (Freshfocus)Nein, es war nicht nur ruhig im und um den FC Basel, seit Daniel Stucki als Sportdirektor ĂŒbernahm. Da waren einige NebengerĂ€usche. Die GesprĂ€che mit Fabian Frei vor seinem Abgang, die Ausgangsepisode einiger Spieler, die Diskussionen um den Trainer sind jene, die in Erinnerung bleiben werden.Und dennoch kann man feststellen: Daniel Stucki hat diesem FCB sehr gutgetan. Als er Mitte Mai 2024 die Gesamtverantwortung fĂŒr das Sportliche ĂŒbernahm, erhielt der FCB ein Teil, das im grossen Puzzle noch gefehlt zu haben schien. Stucki macht den FCB ruhiger. Er hat eine klare Linie, gibt insbesondere den Spielern vor, was geht und was nicht geht, und steht – den Zusammenhang mit seiner ehemaligen BeschĂ€ftigung als Polizist kann man hier wohl nur schwer von der Hand weisen – fĂŒr strikte ProfessionalitĂ€t.David Degen, der MeisterprĂ€sidentDavid Degen vor dem letzten Saisonspiel gegen den FC Luzern.Foto: Martin Meienberger (Freshfocus)Was musste sich David Degen nicht alles anhören, seit er im Mai 2021 den FC Basel als PrĂ€sident ĂŒbernahm. FĂŒr die grosse Mehrheit anfĂ€nglich der Retter, verspielte er sich diesen Bonus bei einigen bald wieder. Transferstrategie, Kommunikation und verheimlichte GeschĂ€fte sorgten fĂŒr kritische Stimmen, die an der Mitgliederversammlung 2024 in einem Zustimmungswert fĂŒr Degen als PrĂ€sident von nur 76,1 Prozent gipfelten. All diese Stimmen verstummen im GebrĂŒll der Menge auf dem BarfĂŒsserplatz. David Degen hat gerade nur eine Rolle: MeisterprĂ€sident. Dass Degen auf dem Balkon nicht derjenige ist, der sich gross inszeniert, und sich eher drinnen aufhĂ€lt, ist in gewissem Masse sinnbildlich fĂŒr die gesamte Saison. Denn der PrĂ€sident konnte – vor allem dank Daniel Stucki – heuer deutlich bedeckter bleiben als in den Spielzeiten zuvor. Das tut dem Club und damit auch Degen sichtlich gut. Denn an der diesjĂ€hrigen Mitgliederversammlung stimmen abgesehen von der einen Gegenstimme und der einen Enthaltung alle Anwesenden fĂŒr David Degen als PrĂ€sident des FC Basel.FC Basel Schweizer MeisterDiesen Podcast können Sie auch auf allen gĂ€ngigen Podcast-Plattformen kostenlos hören und abonnieren.NewsletterRotblau aktuellErhalten Sie die wichtigsten und interessantesten Geschichten und News rund um den FCB.Weitere NewsletterEinloggenLinus Schauffert ist Redaktor im Ressort Sport bei der Basler Zeitung und berichtet schwerpunktmĂ€ssig ĂŒber den FC Basel. Mehr Infos@linusschauffertFehler gefunden?Jetzt melden.0 Kommentare

  • Nach dem 4:1 in Yverdon: Der FC Basel wirkt langsam wie ein Meisterkandidat

    AboNach dem 4:1 in Yverdon – Der FC Basel wirkt langsam wie ein MeisterkandidatBeste Offensive, beste Tordifferenz, zweiter Platz. Doch nach der anstehenden Pause folgen wegweisende Spiele.Publiziert heute um 19:35 UhrBĂ©nie TraorĂ© ist mit sechs Toren und drei Assists einer der Topskorer der Liga.Foto: Jean-Christophe Bott (Keystone)Jetzt abonnieren und von der Vorlesefunktion profitieren.BotTalkIn KĂŒrze