Dieser Artikel wurde von BAZ publiziert.

Bénie Traoré ist der Stürmer, der für die FCB-Skorerpunkte sorgen soll

Sheffield-Stürmer Bénie Traoré (rechts) bei einem seiner acht Einsätze in der Premier League – hier im Duell gegen Nottingham Forest.
Jetzt abonnieren und von der Vorlesefunktion profitieren.

BotTalk

Das war es dann. Schluss, Aus, Karriereende mit gerade mal 19. Natürlich sind Bénie Traoré diese und andere Gedanken durch den Kopf gegangen, als ihm im Cup-Spiel gegen Hammarby ein Gegner den Unterschenkelknochen brach. Und nur wenige Tage später sagte ihm dann auch ein Arzt, dass es möglich sei, dass er nie mehr Fussball spielen könne. Vor zwei Jahren war das, im März 2022. 

Es war nicht das Karriereende für Bénie Traoré, das weiss man inzwischen. Traoré ist nicht nur zurückgekommen von seiner schweren Verletzung – er war zu Beginn des Jahres 2023 sogar besser als zuvor: 12 Tore in 14 Spielen in der höchsten schwedischen Liga für den BK Häcken. So viele, dass er zu Sheffield United wechselte und in der Premier League spielte, wenn auch nur acht Mal und das auch noch ohne Torerfolg.

Wer hätte das im März 2022 schon für möglich gehalten?  

Kein Glück in Sheffield und Nantes

Der gebrochene Unterschenkel gehört für Bénie Traoré inzwischen längst zur Vergangenheit. Ebenso wie das letzte halbe Jahr in Frankreich beim FC Nantes, wo er ebenfalls kein Tor schoss. Darum will er jetzt beim FC Basel einen neuen Anlauf nehmen, um wieder dort anzuknüpfen, wo er damals in Schweden kurz nach seiner schweren Verletzung aufgehört hat. 

Am Montagabend haben die Basler die Verpflichtung des 21-Jährigen bestätigt. Für rund 4,5 Millionen Euro Ablöse soll der FCB Traoré von Sheffield United verpflichtet haben. Der Ivorer unterschreibt einen Vertrag über vier Jahre und wird die Offensive der Basler verstärken. Er ist jener Spieler, den Sportdirektor Daniel Stucki gemeint haben muss, als er kürzlich sagte, man sei noch auf der Suche nach dringend benötigten Skorerpunkten für die Offensive.

Das mag auf den ersten Blick seltsam klingen, immerhin hat Traoré sein vorerst letztes Tor im Juni 2023 geschossen, also vor über einem Jahr. Und trotzdem dürften einige Hoffnungen des FCB in diesem Stürmer ruhen – das zeigt schon die beeindruckende Höhe der Ablösesumme. Einzig für Renato Veiga haben die Basler im letzten Sommer vergleichbar viel Geld ausgegeben.

Traoré ist ein Spielertyp, wie die Basler ihn noch nicht haben in ihrem ohnehin breiten Kader. Nicht so ein langgewachsener Lulatsch-Stürmer wie Thierno Barry, sondern mit 1,72 Metern kleiner und wendiger. Dazu auch mit mehr Geschwindigkeit als sie zum Beispiel Albian Ajeti mitbringt. Und trotz seines jungen Alters dann doch mit Erfahrungen aus der höchsten schwedischen Liga, der Ligue 1 sowie der Premier League.

Wechselte Celestini jetzt das System?

Bei den Berner Young Boys hat sich das Stürmersystem in den letzten Jahren bewährt, in dem Meschack Elia neben einem grossgewachsenen Stossstürmer agiert. Gut möglich, dass die Basler nach der Verpflichtung auch ihr System etwas anpassen, zum Beispiel hin zu einem 3-5-2. Aber auch sonst liefert Traoré dem Basler Angriff weitere Möglichkeiten und Optionen.

Newsletter

Rotblau aktuell

Erhalten Sie die wichtigsten und interessantesten Geschichten und News rund um den FCB.

Weitere Newsletter

Similar Posts

  • Neuzugang aus Genf: Der FC Basel holt Keigo Tsunemoto

    Neuzugang aus Genf – Der FC Basel holt Keigo TsunemotoDer 26-jährige Rechtsverteidiger von Servette unterschreibt bis 2028 beim FCB.Publiziert heute um 20:47 UhrKeigo Tsunemoto lief insgesamt 83-mal für Servette auf.Foto: Claudio De Capitani (Freshfocus)Jetzt abonnieren und von der Vorlesefunktion profitieren.BotTalkNach der Rückkehr von Leihspieler Joe Mendes zum SC Braga verstärkt sich der FC Basel auf der Rechtsverteidigerposition mit Keigo Tsunemoto. Der 26-jährige Japaner kommt vom Ligakonkurrenten Servette, unterschreibt einen Dreijahresvertrag bis 2028 und soll die Lücke auf der rechten Abwehrseite stopfen. Über die Modalitäten der Ablösesumme teilen die beiden Vereine nichts mit. Bekannt ist jedoch, dass Tsunemoto in Genf noch ein Jahr Restvertrag gehabt hätte.Damit sichert sich der FCB nach der Verpflichtung von Koba Koindredi die Dienste eines weiteren Spielers, der in der Super League bereits seine Qualitäten unter Beweis gestellt hat. Sportchef Daniel Stucki wird vom Club zitiert: «Mit Keigo Tsnuemoto konnten wir einen dynamischen, schellen und defensiv starken Aussenverteidiger verpflichten, der die Super League bereits gut kennt. In den letzten zwei Saison bei Servette konnte er überzeugen und war stets ein unangenehmer Gegenspieler für uns. Er ist eine klare Verstärkung im Hinblick auf unsere internationale Kampagne und wir freuen uns sehr, dass wir ihn verpflichten konnten.».Tsunemoto bringt Europacup-Erfahrung mitTsunemoto spielte zwei Jahre lang für die Genfer, mit denen er 2024 Cupsieger wurde. Während seiner Zeit in Genf kam er in 83 Pflichtspielen zum Einsatz, in denen er ein Tor erzielte und acht weitere Treffer vorbereitete. Europacup-Erfahrung konnte er mit Servette ebenfalls sammeln: In der Saison 2023/24 kam er in der Europa League und in der Conference League jeweils zu vier Einsätzen. Vor seinem Wechsel in die Schweiz im Sommer 2023 trug Tsunemoto das Trikot der Kashima Antlers in der J1 League, der höchsten japanischen Spielklasse.Tsunemoto ist zudem erst der dritte Japaner, der das Trikot von Rotblau trägt. Vor ihm taten dies nur Koji Nakata (2006–2008) und Yoichiro Kakitani (2014–2016).An dieser Stelle finden Sie einen ergänzenden externen Inhalt. Falls Sie damit einverstanden sind, dass Cookies von externen Anbietern gesetzt und dadurch personenbezogene Daten an externe Anbieter übermittelt werden, können Sie alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen.Cookies zulassenMehr InfosMit dem Transfer von Tsunemoto hat Trainer Ludovic Magnin nun verschiedene Optionen auf der Rechtsverteidigerposition. Neben dem Japaner stehen ihm weiterhin Kevin Rüegg sowie Anton Kade zur Verfügung. Letzterer wurde zwar bisher vorwiegend offensiver eingesetzt, ist aber laut Daniel Stucki ebenfalls als Rechtsverteidiger eingeplant.Gerade für Rüegg werden deswegen die Chancen auf mehr Spielzeit in der kommenden Saison wohl sinken. Dieser fiel einen Grossteil der abgelaufenen Spielzeit verletzt aus und kam lediglich zu acht Pflichtspielensätzen.Aktuelles zum FC BaselDiesen Podcast können Sie auch auf allen gängigen Podcast-Plattformen kostenlos hören und abonnieren.NewsletterRotblau aktuellErhalten Sie die wichtigsten und interessantesten Geschichten und News rund um den FCB.Weitere NewsletterEinloggenSimon Tribelhorn ist freier Mitarbeiter im Ressort Sport bei der Basler Zeitung. Er berichtet regelmässig über den FC Basel, den EHC Basel und den RTV.Mehr InfosFehler gefunden?Jetzt melden.0 Kommentare

  • Grosse Shaqiri-Show: Der FC Basel spürt den «Shaq-Effekt»

    Dieser Artikel wurde von BAZ publiziert. – Der FC Basel spürt den «Shaq-Effekt» Kaum ist Xherdan Shaqiri zurück, steht der FCB auf dem dritten Tabellenplatz. Das 2:0 gegen Yverdon-Sport steht ganz im Zeichen des 32-Jährigen. Publiziert heute um 21:25 Uhr Xherdan Shaqiri gab beim 2:0 gegen Yverdon-Sport sein Comeback für den FC Basel nach über…

  • FC Basel meldet 16’500 Abos: Die Muttenzerkurve des FCB ist für den Rest der Saison ausverkauft

    FC Basel meldet 16’500 Abos – Die Muttenzerkurve des FCB ist für den Rest der Saison ausverkauftSämtliche Saisonkarten im Stehplatz-Sektor D des St.-Jakob-Parks sind vergeben.Publiziert heute um 11:38 UhrStehplatz Sektor D im St.-Jakob-Park – oder zum besseren Verständnis: die Muttenzerkurve.Foto: Marc Schumacher (Freshfocus).Jetzt abonnieren und von der Vorlesefunktion profitieren.BotTalkEs geht wieder aufwärts mit dem FC Basel. Das liess sich zuletzt auch mit einem Blick auf die Tabelle der Super League feststellen, wo Rotblau auf dem zweiten Platz überwintert hat, bevor man nun am Sonntag in Lugano (16.30 Uhr) wieder den Meisterschaftsbetrieb aufnimmt. Aber es lässt sich auch aufgrund der jüngsten Meldung behaupten, welche der Club der Öffentlichkeit hat zukommen lassen: Demnach sind inzwischen inklusive Halbjahres-Aktion nun 16’500 Saison-Abos abgesetzt.Dabei ist bemerkenswert, dass der Stehplatz-Sektor D des St.-Jakob-Parks inzwischen komplett mit Saisonkarten-Inhabern gefüllt werden konnte. In der Muttenzerkurve sind für die restlichen Liga-Heimspiele folglich keine einzelnen Matchtickets mehr erhältlich. Der Sektor der Hardcore-Fans ist offiziell für den Rest der Saison ausverkauft.Weitere Kurzmeldungen zum FC BaselDen Podcast können Sie auf Spotify oder Apple Podcasts abonnieren. Falls Sie eine andere Podcast-App nutzen, suchen Sie einfach nach «Dritte Halbzeit».Oliver Gut schreibt seit März 2001 für das Sport-Ressort der Basler Zeitung, das er seit 2019 leitet. Vorher für diverse Sportarten zuständig, konzentriert sich der Fricktaler seit 2011 auf den Fussball – und damit hauptsächlich auf den FC Basel. Mehr InfosFehler gefunden?Jetzt melden.0 Kommentare

  • Alles zum FCB-Spiel gegen St. Gallen: Celestini sieht Gelb für einen Witz – und der FCB ist nicht mehr Leader

    AboAlles zum FCB-Spiel gegen St. Gallen – Celestini sieht Gelb für einen Witz – und der FCB ist nicht mehr LeaderBeim 1:1 gegen St. Gallen rettet Anton Kade seinem Team kurz vor Schluss in Unterzahl einen Punkt. Fabio Celestini ist stolz.Publiziert heute um 20:30 UhrFabio Celestini beim FCB-Spiel in St. Gallen.Foto: Walter Bieri (Keystone)Jetzt abonnieren und von der Vorlesefunktion profitieren.BotTalkDie AusgangslageDas im Penaltyschiessen gewonnene Cupspiel gegen Sion vom vergangenen Mittwoch hallt auch am Sonntag noch nach. Auf mehreren Ebenen. Zum einen dürften gerade Spieler wie Anton Kade, der den FCB per Traumtor in die Verlängerung gerettet hat, und Marwin Hitz, der die erste beiden Penaltys parieren konnte, mit besonders viel Selbstvertrauen nach St. Gallen fahren. Andererseits trug der ein oder andere FCB-Spieler ein Leiden vom Cupspiel davon. Romario Baro muss aufgrund einer Oberschenkelprellung aussetzen. Zudem wurden sowohl Dominik Schmid als auch Adrian Barisic als fraglich gemeldet. Beide stehen schliesslich aber doch in der Basler Startelf. Nicht so Nicolas Vouilloz. Dieser muss seine Gelbsperre absitzen.Weil der FC Lugano am Samstagabend gegen den FC Luzern mit 4:1 gewinnen konnte, braucht der FCB in St. Gallen drei Punkte, will er an der Tabellenspitze bleiben. St. Gallen hingegen möchte sich nach dem Cup-Aus gegen Bellinzona rehabilitieren.Das HighlightLéo Leroy ist eigentlich nicht als Goalgetter bekannt. Sein letztes und bisher einziges Tor im Trikot des FC Basel datiert vom 27. Juli. Doch sein Versuch in der 65. Minute hätte mit ziemlicher Sicherheit den Preis zum FCB-Tor des Monats Dezember gewonnen. Rund 25 Meter vor dem Tor nimmt Leroy den Ball mit dem rechten Fuss an, sodass er mit dem zweiten Kontakt Volley abschliessen kann. Mit viel Topspin fliegt der Schuss in Richtung Lawrence Ati Zigi. Doch der Ball prallt schliesslich von oben gegen die Latte und ins Toraus.Der StärksteAnton Kade? Schlussphase? Distanzschuss? Da war doch was. Wie schon in der 86. Minute gegen Sion erzielt der Deutsche auch in St. Gallen kurz vor Schluss den Basler Ausgleich mit einem strammen Schuss ausserhalb des Sechzehners. Dieses Mal war es aber die 86. Minute und der Ball ging nicht via Unterkante der Latte ins gegnerische Tor, sondern zielgenau unten rechts.Die SchwächstenNicht, dass es auf rechts um Welten besser war. Doch die beiden schwächsten Basler Spieler agierten gemeinsam eine Halbzeit lang auf der linken Seite. Ob Dominik Schmid aufgrund seiner Wadenprellung, die er sich gegen Sion zuzog, am Sonntag überhaupt mittun könne, war vor der Partie fraglich. Er konnte es, doch nur 45 Minuten lang. Dann wurde er für Moussa Cissé ausgewechselt. In dieser Halbzeit fand Schmid nicht wirklich in die Partie. Ebenfalls zur Pause ausgewechselt wurde Marin Soticek. Der Flügelspieler stand in den letzten drei Pflichtspielen der Basler in der Startformation und erzielte gegen Lausanne-Sport das einzige Basler Tor. Doch in St. Gallen wirkte er blass.Das muss besser werdenZum Ende der ersten Halbzeit weist der FC Basel 65 Prozent Ballbesitz auf. Doch der FC St. Gallen hat neun Mal aufs gegnerische Tor geschossen. Der FCB lediglich fünf Mal – und unter diesen Abschlüssen gab es nur einen aus hochkarätiger Position. Daraus lässt sich zweierlei ableiten. Zum einen hat das Team von Fabio Celestini Probleme damit, im letzten Drittel die zündende Idee zu finden. St. Gallen macht die Räume mit allen elf Spielern eng und die Basler Kreativen haben Mühe. Zum anderen gelingt es dem Heimteam oft problemlos, das Basler Mittelfeld zu überbrücken – sei das in Umschaltsituationen oder auch im Spielaufbau. In der zweiten Halbzeit wird das besser – doch reicht es nicht, um das Spiel zu drehen.Das sagt der Trainer«Gegen Sion war ich kritisch», sagt FCB-Trainer Fabio Celestini nach dem 1:1 in St. Gallen, «aber heute bin ich absolut stolz auf meine Mannschaft». Sein Team habe trotz Pausenrückstands auf den ersten 70 Metern eine gute erste Halbzeit gezeigt, was gegen das grundsätzlich starke St. Galler Pressing im 4-3-3 nichts Einfaches sei. Doch auf den letzten 25 Metern sei man zu wenig gefährlich gewesen und auch die zweiten Bälle habe man nicht gut festmachen können. «In der zweiten Halbzeit haben wir gut gepusht und versucht, den Plan umzusetzen.» Zudem habe man nach der Roten Karte Spirit gezeigt und sich diesen Punkt verdient.Über seine eigene Verwarnung sagt Celestini: «Es war nicht wegen Reklamierens nach der Roten Karte gegen Traoré.» Vielmehr sei ein kleiner Witz am Ursprung der Verwarnung gestanden: «Ich habe nach dem Tor von Anton Kade gesagt, ich hoffe, dass es jetzt nicht eine Rote Karte und einen Penalty gibt. Aber das kam nicht so gut an». Doch Celestini und der Schiedsrichter hätten sich nach der Partie ausgesprochen.So geht es weiterEin Punkt in St. Gallen reicht nicht, um die Tabellenführung zurückzuerobern. Der FC Basel steht eine Partie vor der Winterpause auf Rang zwei der Super League – nur einen Punkt hinter Lugano. Mit welchem Gefühl Fabio Celestini und sein Team in die Winterpause gehen und ins neue Jahr starten wird, hängt aber zu einem grossen Teil vom nächsten Samstag ab. Dann nämlich trifft der FC Basel um 20.30 Uhr zu Hause im Joggeli auf den Grasshopper Club Zürich.Der FC Basel in St. GallenDen Podcast können Sie auf Spotify oder Apple Podcasts abonnieren. Falls Sie eine andere Podcast-App nutzen, suchen Sie einfach nach «Dritte Halbzeit».NewsletterRotblau aktuellErhalten Sie die wichtigsten und interessantesten Geschichten und News rund um den FCB.Weitere NewsletterEinloggenLinus Schauffert ist Redaktor im Ressort Sport bei der Basler Zeitung und berichtet schwerpunktmässig über den FC Basel. Mehr Infos@linusschauffertFehler gefunden?Jetzt melden.0 Kommentare

  • FCB-Goalie im Interview: Marwin Hitz: «Die Unruhen im März kamen zu Recht»

    AboFCB-Goalie im Interview – Marwin Hitz: «Die Unruhen im März kamen zu Recht»Der 37-Jährige spricht über die Diskussionen im Frühling, seine Zukunftspläne und verrät, warum er nicht in Basel wohnt.Publiziert heute um 10:56 UhrMarwin Hitz startet am 26. Juli in seine vierte Saison mit dem FC Basel.Foto: Arne Amberg (Imago, Steinsiek.ch)Jetzt abonnieren und von der Vorlesefunktion profitieren.BotTalkMarwin Hitz, wird die nächste Saison Ihre letzte beim FC Basel sein?Darauf will ich mich nicht festlegen. Aber ich werde sie so angehen, als wäre es meine letzte. Ich will die Zeit nochmals in vollen Zügen geniessen und Vollgas geben, ohne zu viel an die Zukunft zu denken.Sie waren bereits als Fussball-Experte im Fernsehen, Sie haben eine GmbH, die Immobilien vermarktet. Werden das die Richtungen sein, die Sie nach der Karriere einschlagen?Den Job als Experte finde ich sehr interessant, sofern man mit den richtigen Leuten im Studio sitzt. Und auch sonst habe ich schon etwas auf die Beine gestellt. Festlegen kann ich mich da noch nicht. Allerdings fände ich es schade, wenn ich mich ganz vom Fussball entfernen würde. Wenn man in einem Bereich gut ist, wäre es schade, wenn man dieses Wissen nicht weitergeben würde.Erst haben Sie aber noch die Möglichkeit, mit dem FCB in der Champions League zu spielen.Ja, das ist sicher ein riesiger Traum und eine grosse Motivation. Mir ist aber auch wichtig, zu betonen, dass diese Qualifikation nicht alles ist. Natürlich steht finanziell und emotional viel auf dem Spiel. Aber eine Kampagne in der Europa League wäre auch sehr attraktiv, und zudem zählt die Meisterschaft für mich mehr als der Europacup.Sie haben bereits Erfahrung im internationalen Clubfussball – viele junge Spieler beim FC Basel noch nicht. Was wird für Sie die grösste Herausforderung sein?Körperlich dürfte die Dreifachbelastung für die Jungen kein Problem darstellen, sofern sie sich gut vorbereiten. Aber mental ist es sehr anspruchsvoll, alle drei bis vier Tage zu liefern und über die eigenen Grenzen zu gehen, selbst wenn man sich vom letzten Spiel noch müde fühlt. Wenn man zu bequem ist, wird man nicht erfolgreich sein. Das müssen gerade wir erfahrenen Spieler den jungen vorleben.Hat sich Ihre Rolle diesbezüglich verändert, seit Taulant Xhaka nicht mehr in der Mannschaft ist?Nicht wirklich. Ich helfe noch immer im gleichen Rahmen, wenn ich spüre, dass ein Spieler etwas braucht. Dass Tauli nicht mehr im Team ist, ist extrem schade. Aber er hat sich bereits im Laufe der letzten Saison etwas zurückgenommen und akzeptieren können, dass er etwas weniger im Mittelpunkt steht. Dadurch konnten, oder mussten, andere Spieler mehr Verantwortung übernehmen und sich entwickeln.Standen 67-mal gemeinsam auf dem Feld: Marwin Hitz und Taulant Xhaka.Foto: Claudio De Capitani (Freshfocus)Sind Sie nach dem Double erfolgshungrig wie eh und je?Ich dachte immer, der Ehrgeiz würde abnehmen, wenn man älter wird. Ganz einfach, weil man schon mehr erlebt hat, weniger Druck verspürt, schon etwas Geld auf der Seite hat. Aber das Gegenteil ist bei mir der Fall. Ich will immer mehr. Das ist einer der Gründe, warum ich nicht weiss, ob das jetzt mein letztes Jahr sein wird.Woher kommt dieser Hunger?Mich motivieren die besonderen Momente, die Erfolgserlebnisse. So lange wie möglich auf höchstem Niveau zu spielen, ist eine sehr spannende Challenge. Erst recht, wenn man dabei merkt, dass man noch topfit ist und bessere Werte hat als Spieler, die 20 Jahre jünger sind. Das pusht mich.War die letzte Saison Ihre beste beim FCB?Nein, ich würde sagen, ich habe mich in meinen drei Saisons in Basel auf einem konstanten Niveau bewegt. Es kann sein, dass ich etwas besser dagestanden habe, weil der Club als Ganzes mehr Erfolg hatte. Aber wenn ich zurückdenke an die Conference-League-Kampagne in meinem ersten Jahr, muss ich sagen, dass ich da auch schon sehr gute Leistungen abgerufen habe. Und auch in der schwierigen zweiten Saison mit dem Druck des Abstiegskampfes. Da ist es schwierig, jedes Spiel konstant gute Leistungen zu bringen. Aber ich finde, dass mir das schon sehr gut gelungen ist.Welche sind die wichtigsten Bausteine dafür, dass Sie Ihr Niveau auch mit 37 konstant halten können?Schon meine ganze Karriere über habe ich sehr viel für meinen Körper getan – und mit den Jahren schaut man da natürlich immer noch akribischer darauf. Mit Mirko Salvi habe ich einen super Trainingspartner und Gabi (Gabriel Wüthrich, d. Red.) ist der beste Goalietrainer, den ich in meiner Karriere hatte. Oft kann es bei älteren Goalies, die vielleicht noch eine grössere Karriere hatten als ihre Trainer, dazu kommen, dass sie die Trainingsinhalte selbst bestimmen und das Gleichgewicht nicht mehr stimmt. Doch Gabi ist in allen Bereichen derart gut ausgebildet und hat ein so riesiges Wissen, dass ich ihm blind vertrauen kann.Wie schwierig wird es für den FCB, das Double zu verteidigen?Das wird schwer. Man muss sich nur die letzte Saison ansehen: Im Cup standen wir wiederholt vor Problemen, und in der Liga war es lange völlig offen. Ich denke, es wird wieder ähnlich sein. Aufgrund der bisherigen Transferphase habe ich nicht das Gefühl, dass es in der kommenden Saison eine Übermannschaft geben wird.Wobei der FCB zum Ende der Double-Saison schon beinahe wie eine Übermannschaft wirkte.Ja, in der Schlussphase hat man gesehen, wie gross unser Potenzial eigentlich war.Warum konnte man dieses nicht schon früher abrufen?Ich finde, dass der Club im Transfersommer 2024 so gut wie alles richtig gemacht hat. Dennoch hat die Mannschaft nicht das geleistet, was sie hätte leisten können. Wenn man das nicht akzeptiert und ständig Ausreden dafür sucht, warum man nicht die volle Leistung auf den Platz bringt, gehört das irgendwann angesprochen. So kamen die Unruhen damals auch zu Recht.Marwin Hitz: «Ich finde, dass der Club im Transfersommer 2024 so gut wie alles richtig gemacht hat.»Foto: Martin Meienberger (Freshfocus)Also waren die Unruhen im März, die bekanntlich eng mit Trainer Fabio Celestini in Zusammenhang standen, der Grund für die Leistungssteigerung?Sie haben sicher dazu beigetragen, ja. Wir wurden in der Folge durch den Druck von allen Seiten ehrlicher zueinander. Und man wurde gezwungenermassen empfänglicher für Inputs von aussen, von der Vereinsführung, den Mitarbeitern, den Spielern.Konkret wurde Fabio Celestini empfänglicher, oder?Namen möchte ich keine nennen.Letztlich wurde der FCB Meister. Wie haben Sie die Feierlichkeiten auf dem Barfi erlebt?Es wurde mir im Vorfeld viel davon erzählt, wie schön es sein kann. Aber es war noch viel besser. Zuerst waren da die glücklichen Leute im Stadion, die einen spüren liessen, was dieser Club den Menschen bedeutet, und dann der Barfi ganz in Rotblau. Das war überwältigend.Ihnen bedeutet der FCB mittlerweile auch einiges.Die Beziehung zum Club ist besonders. Wir haben in dieser Zeit so viele positive wie auch negative Dinge zusammen erlebt, wie man das bei anderen Clubs wohl in zehn Jahren nicht tut. Wir haben in Basel unzählige Menschen kennen gelernt, denen der FCB sehr viel bedeutet, und auch meine Kinder sind grosse Fans geworden.Das war aber nicht immer so. Weil Sie auf den beliebten Heinz Lindner folgten, gab es anfänglich vonseiten der Fans viel Unmut Ihnen gegenüber.Ich wurde noch nie irgendwo frenetisch empfangen, aber das war wirklich schwierig damals. Auch weil ich wusste, dass ich mir aus sportlicher Sicht nicht viel erlauben konnte. Tatsächlich war dieser Empfang auch der Grund, warum wir als Familie nicht nach Basel gezogen sind. Wir wollten in die Schweiz zurückkommen, um eine Basis für die Kinder zu finden. Aber diese Basis wirkte dann doch etwas gar toxisch zu jenem Zeitpunkt.Haben Sie es als einen Angriff auf Sie als Person empfunden?Ja. Ich habe zwar schon oft gehört, dass das alles nicht gegen mich gemeint war, sondern eher für Heinz Lindner, sozusagen. Aber wenn wir ehrlich sind, dann waren da durchaus Dinge dabei, die schlicht gegen meine Person gingen. Für mich war das weder sportlich noch menschlich nachvollziehbar. Denn mit einem Wechsel von Dortmund nach Basel verzichtete ich auf viele Dinge und nicht zuletzt auch auf finanzielle Erträge. So wirkte das alles irgendwie undankbar auf mich und hat mich enttäuscht. Wobei gesagt werden muss, dass es sich dabei natürlich immer um eine Minderheit der Fans handelte.Konnten Sie mittlerweile vollständig damit abschliessen?Ich denke, so etwas kann man nicht komplett vergessen. Aber mit der Zeit rückte es in den Hintergrund, und nun ist es okay. Es gab ja schon immer Leute, die froh darüber waren und sind, dass ich beim FC Basel spiele. Und ich bin auch nach wie vor sehr froh, dass ich mich für diesen einzigartigen Club entschieden habe.Der FC Basel vor dem SaisonstartDiesen Podcast können Sie auch auf allen gängigen Podcast-Plattformen kostenlos hören und abonnieren.NewsletterRotblau aktuellErhalten Sie die wichtigsten und interessantesten Geschichten und News rund um den FCB.Weitere NewsletterEinloggenLinus Schauffert ist Redaktor im Ressort Sport bei der Basler Zeitung und berichtet schwerpunktmässig über den FC Basel. Mehr Infos@linusschauffertFehler gefunden?Jetzt melden.0 Kommentare