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AboBaZ kürt FCB-Bestleistungen 2024

Und der Shaqiri des Jahres geht an …

epa11781217 Swiss player Xherdan Shaqiri shows a ticket group at the UEFA Women's EURO 2025 final draw, in Lausanne, Switzerland, 16 December 2024. The UEFA Women's Euro 2025 tournament will be played in Switzerland from 02 to 27 July 2025. EPA/VALENTIN FLAURAUD
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Der Spieler des Jahres

Marwin Hitz

Steht seit einem Auftritt David Degens nicht mehr sonderlich auf Podcasts und ist auf der Tanzfläche auch noch kein John Travolta. Versteht sich dafür aber ziemlich gut auf den Immobilienhandel – und noch etwas besser auf Hand- und Fussarbeit. Ist Goalie des FC Basel und hat sich dabei im vergangenen Jahr so gut zwischen den Pfosten bewegt, dass die (Podcast-)Stimmen verstummt sind, die ihn demnächst im Ruhestand sehen. Stattdessen wird die Vertragsverlängerung erwartet.

Thierno Barry

Als der junge Franzose in das Kalenderjahr startet, steht er für drei Dinge: Pleiten. Pech. Und Pannen. Als er danach durchstartet, trifft er plötzlich regelmässiger ins Tor als jeder andere in der Liga. Als er schliesslich am 21. August für rund 14 Millionen Euro Ablöse zu Villarreal wechselt, führt er mit fünf Treffern aus vier Partien die Torschützenliste der Super League an – und bleibt dort noch bis Oktober an der Spitze stehen.

Xherdan Shaqiri

Die Jury verzichtet an dieser Stelle auf eine lobende Beschreibung dieses Spielers, um die Chancen der beiden anderen Kandidaten in dieser Abstimmung nicht zu minimieren.

Das Tor des Jahres

Solo des Barry

Eineinhalb Wochen zuvor schoss Thierno Barry in Winterthur seine ersten beiden Super-League-Tore überhaupt. Dann erhält er am 11. Februar von Finn van Breemen diesen hohen Befreiungsschlag zugespielt. Nach perfekter Ballannahme an der Mittellinie umkurvt er Albert Vallci, um dann an der Strafraumgrenze den Ball an Lawrence Ati Zigi vorbei zu schlenzen. Ein brillantes Tor in Unterzahl, das zugleich exemplarisch für die Art und Weise steht, wie sich der FCB im Frühjahr über Einsatz und Leidenschaft zum Klassenerhalt kämpft.

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Eckball des Shaqiri

Ja, ja, wenn man es als Goalie vorher weiss, wäre es ein Leichtes, diesen Ball abzuwehren. Aber bei einem Corner auf einen Direktschuss zu spekulieren, ist halt eben auch nicht, was das Torhüter-Lehrbuch vorschreibt. Nur: Shaqiri ist nicht Lehrbuch. Sondern Instinkt, Improvisation und Imposanz. Also findet sein direkt geschossener Eckball beim 6:1 auswärts gegen den FC Winterthur den Weg über die Linie und rein in die Auswahl zum Tor des Jahres. Einfach spektakulär – auch, weil man es zunächst offiziell (und völlig zu Unrecht) als Eigentor wertet, um es einen Tag später vonseiten der Liga zu korrigieren.

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Eigentor des Dräger

Einen einzigen Einsatz bestreitet Mohamed Dräger in dieser Saison. Auswärts gegen YB. Nur wäre es wohl sogar dem Aussenverteidiger selbst lieber, hätte ihn Fabio Celestini dort auch nicht eingesetzt. Denn mit seinem bestens platzierten Volley-Eigentor zum 1:2 läutet er die Basler Niederlage ein. Eine Story, wie man sie sich fast nicht ausdenken kann.

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Das Spiel des Jahres

Bayern kommen!

Neuer, Kane, Müller. Die Stars des FC Bayern geben sich am 6. Januar im Joggeli vor 36’000 Zuschauenden die Ehre. Dank dem Tor durch Juan Gauto haben die Heimfans beim 1:1 dann auch etwas zu feiern. Und entgegen den Erwartungen vieler, dauert es gar nicht mehr so lang, bis das Joggeli erneut ausverkauft ist. Schon beim Heimspiel gegen den FC Zürich im September sind wieder 36’000 im Stadion.

Berner verlieren!

Benjamin Kololli, der erst am letzten Freitag den FCB verlassen hat, sorgt im Januar für eines der grossen Highlights dieses Jahres. Mit seinem Lupfer-Tor zum 1:0-Endstand beschert er dem FCB kurz nach seiner Verpflichtung den ersten Sieg über YB seit dem 11. Juli 2020. Celestini ist bei diesem Spiel übrigens gesperrt. An der Seitenlinie steht Martin Rueda.

Basler wirbeln!

Der Start in die Saison 2023/24 ist dem FCB mit zwei Niederlagen gründlich misslungen, dem darauf folgenden Sieg beim Grasshopper Club wird bestenfalls die Bedeutung eines ersten Schritts in die richtige Richtung beigemessen. Dann reist der FCB zum bis dahin überzeugenden Servette FC nach Genf, der inklusive Vorhol-Partie gegen YB bereits neun Zähler aus vier Partien gewonnen hat – und spielt sich Rotblau nach zähem Beginn in einen Rausch, fegt den Gegner mit 6:0 aus dessen Stadion. Plötzlich ist der FC Basel wieder wer, macht sich in der Anhängerschaft ein Gefühl der Hoffnung auf eine erfreuliche Saison breit.

Der Ort des Jahres

Centralbahnstrasse 7, 4051 Basel

An dieser Adresse findet man auch das Büro für Bauökonomie und ein Physiozentrum. In Bezug auf den FC Basel von Belang ist allerdings, dass die Horizon2026 domiziliert ist – eine Aktiengesellschaft, die von der FCB-Besitzerschaft gegründet wurde, um via Holding im Verborgenen Geld fliessen zu lassen. Unter Druck geraten, gestehen die Besitzer die Existenz dieser Gesellschaft im April ebenso wie jene der Intein AG. Holding- und AG-Verwaltungsrat Dan Holzmann sagt, man habe auf diesem Weg bereits elf Millionen Franken aus dem eigenen Sack in den FCB gepumpt. Als Grund, warum all das heimlich geschehen war, gibt Verwaltungsrätin Ursula Rey-Krayer an: «Wir wollten nicht, dass man weiss, dass wir im Notfall Geld geben, weil das die Chancen auf dringend benötigte Unterstützung auf verschiedenen Ebenen mindert.»

Balz-Club

Sind es am Ende gar die glorreichen Sieben, die da in der Nacht vom 18. auf den 19. Juli im Basler Balz-Club einreiten? Nun, sollte im Mai ein Titel stehen, wird man womöglich auf diese Idee kommen. Daniel Stucki wird es freilich kaum je so sehen. Sondern bestenfalls als Ausgangs-Episode mit Konsequenzen, die dazu führt, dass zumindest für den Rest des Jahres jeder Spieler begriffen zu haben scheint, was der neue Sportdirektor des FC Basel unter «Professionalismus» versteht.

Love Shaq

«Love Shack» nennt sich ein angestaubter Song der B 52’s, wobei der Titel übersetzt «Liebesnest» bedeutet. Nun, ein Liebesnest ist mutmasslich nicht, was in Kaiseraugst seit Ende August zu einem Publikumsmagneten geworden ist. Sondern nur eine von zwei Wohnungen in Xherdan Shaqiris Elternhaus. Doch seit der Starspieler zurück in Basel ist und vis-à-vis seiner Eltern wohnt, klingelt es dort in hoher Kadenz an der Türe …

Die Kopie des Jahres

Shaqiri-Chip zum Traoré-Volley

Bénie Traoré und Xherdan Shaqiri. Das ist mit jeweils mehr als zehn Skorerpunkten das neue Dynamic Duo beim FCB. Besonders dynamisch: Die Kombination Chip-Pass Shaqiri – Volley-Tor Traoré. Diese konnten die FCB-Fans in dieser Saison bereits zweimal bestaunen. Erst auswärts in Winterthur, dann in Yverdon. Und beide Male zum 2:0.

Kade aus der Ferne

Dass der FC Basel noch im Cup ist, hat er zu einem sehr grossen Teil Anton Kade zu verdanken. Mit einem Traum-Weitschuss aus über 20 Metern, der in der 86. Minute via Latte ins Tor fliegt, rettet der Deutsche seine Mannschaft im Achtelfinal gegen den FC Sion in die Verlängerung. Und weil es so schön war, hängt er vier Tage später in St. Gallen aus der beinahe gleichen Position nochmals einen ins Tor. Dann ist es allerdings die 85. Minute.

Der späte Barry bringt den Wurm

Gegen Lugano spielen? Das scheint Thierno Barry nicht zu mögen. Denn zweimal leistet sich der Franzose in diesem Jahr vor einem Spiel gegen die Tessiner eine Undiszipliniertheit – und wird bestraft. Erst im Februar im Cup, als er und Renato Veiga am Spieltag zu spät ins Training kommen und erst zur Pause eingewechselt werden. Dann im Juli in der Meisterschaft, als Barry – im Nachgang an einen Ausgang mit mehreren Teamkollegen – erneut zu spät kommt. Beide Male ist der Wurm drin – und verliert der FCB.

Der Shaqiri des Jahres

Fünf in Winterthur

Eckball-Vorlage auf Carlos, Chip-Vorlage auf Traoré, Schlenzer-Tor zum 3:0, Pass-Vorlage auf Baro und zum Schluss noch ein direktes Eckball-Tor zum 5:0. Gegen Winterthur am 26. Oktober zeigte Shaqiri eine Leistung sondergleichen. Der letzte Spieler, der beim FC Basel zuvor letztmals fünf Skorerpunkte in einer Partie zeigte, war der vielleicht einzige Rückkehrer von vergleichbarem Format: Alex Frei, im September 2011.

Drei gegen Servette

Zugegeben, der schönste aller Hattricks war es nicht. Beim Freistoss half die Mauer mit, beim Penalty braucht es den Nachschuss und beim 3:0 sieht Servette-Goalie Jeremy Frick nicht wirklich gut aus. Doch drei Tore bei einem 3:1-Sieg – verbunden mit dem Sprung an die Tabellenspitze – sprechen für sich. Da fragt im Nachhinein keiner mehr, wie die Treffer gefallen sind.

Einer auf dem Balkon

Weit oben über der Plattform steht er. Unter ihm sind sie zu Tausenden, jubeln ihm zu, zünden Pyros. Und es dauert nicht lange, bis der frisch in Basel angekommene Shaqiri vom Meistertitel spricht, den er dem Club und dessen Anhängerschaft bringen will. Ein memorabler erster Auftritt nach der Rückkehr, wie ihn vor ihm noch kein Vertreter des FC Basel zelebriert hat.

Das Zitat des Jahres

Celestini denkt an Rahmen

Fabio Celestini lieferte im Laufe dieses Jahres ein paar unterhaltsame Zitate. Über Rote Karten, missverstandene Journalisten-Fragen oder Innenverteidiger, die sich besonders aufopferungsbereit geben. Eines hebt sich aber aufgrund seiner Ernsthaftigkeit und Klarheit von den anderen ab. Es bezieht sich auf 1:0 der Basler gegen YB im Oktober, auf den Druck, der damals nach zwei Niederlagen auf Celestini wirkte und auf die Entlassung Patrick Rahmens: «Hätte Sandro Lauper den Penalty bekommen und keine Rote Karte, wäre ich vielleicht weg und Patrick Rahmen wäre top.» Celestini bringt damit zum Ausdruck, wie eng es im Fussball zuweilen ist – und dass man sich beim FCB als Trainer nicht allzu fest im Sattel wähnen darf.

Degen erinnert sich ans Honorar

Im April stellt sich der Verwaltungsrat der EHC Basel Holding AG diversen Medien zum Gespräch. Themen sind dabei die finanziellen Verhältnisse, aber auch die Geschäftspraktiken hinter den Kulissen. Dabei gesteht die Führungsriege Diverses. Auch, dass David Degen für seine Arbeit in Form eines Mandatsvertrags ordentlich entlöhnt wird. Zuvor war irreführend stets nur von Spesenentschädigung die Rede gewesen. Nun sagt Degen selbst: «Ja, vielleicht war es ein Fehler, dass ich es nicht von Anfang an als Honorar bezeichnet hatte.» Vielleicht?

Adjetey spricht von Vaterfigur

Mag vorangegangene Episode keine Sympathie-Punkte gebracht haben, so zeichnet ein Spieler des FC Basel schliesslich Mitte September ein weit positiveres Bild von David Degen und wählt dabei Worte, die man so im Zusammenhang mit dem FCB-Präsidenten nun wirklich noch nie gehört hat: «David Degen ist wie ein Vater für mich», sagt Jonas Adjetey im ersten grossen Interview, das er schliesslich dieser Zeitung gibt. Wir sind gespannt, wie der nächste Spieler heisst, für den Degen eine vergleichbare Bedeutung hat.

Der Abschied des Jahres

Frei vor dem Match

Er hat sich eine würdige Affiche ausgesucht, um eine Ehrenrunde im Joggeli zu drehen. Den Klassiker gegen den FC Zürich. Vor diesem Spiel betritt Fabian Frei noch einmal den Rasen und richtet emotionale Worte an die Anwesenden. Der Abschied als Ganzes war der Basler Legende aber nicht würdig. Zu schnell ging alles. Zu viele Diskussionen gab es im Vorfeld.

Lang zwischen dem Match

Es war der erste der emotionalen Basler Abschiede in diesem Sommer. Michael Lang wird beim 1:2 gegen den FC Lugano tschüss gesagt. Aber nicht vor dem Spiel – sondern in der Pause. Das wirkt ein bisschen knapp. Doch umso sympathischer ist es, dass der baldige Sportchef des FC Wil nach seiner Ehrenrunde über den Zaun in die Muttenzerkurve klettert.

Barry nach dem Match

Eine richtige Ehrenrunde mit Blumen und so erhält Thierno Barry bei seinem Wechsel zu Villarreal nicht. Doch seine Abschiedsnachricht an den FCB geht manchen Fans unter die Haut. Sie handelt von der schwierigen Anfangszeit, Rassismus, der Liebe zum FCB, von den Barry-Sprechchören beim Testspiel gegen die Bayern. Als Barry dann beim 5:0 gegen Winterthur im Stadion ist, ist die Freude gross.

Das Trikot des Jahres

Fasnachtstrikot schwarz-weiss

Ist sie zu viel? Ist sie lächerlich? Ist sie genial? Bei der Trikot-Flut des FC Basel gehen die Meinungen der Fans auseinander. Ein Hingucker ist das Fasnachtstrikot 2024 aber so oder so. Man darf gespannt sein, was sich die FCB-Designer für den kommenden März ausdenken.

Flammentrikot rot-blau

Nach wie vor haben die polarisierenden Flammentrikots die Chance, Kult zu werden. Dann nämlich, wenn der FCB in ihnen den ersten Titel seit der Saison 2018/19 holt. Sollte das nicht passieren, bleiben die Leibchen halt irgendwo im Spannungsfeld zwischen brandheisse Innovation auf der einen Seite und hässlicher Fehltritt auf der anderen.

Geburtstagstrikot gold

Im November fliegt der Basilisk über Basel und versteckt seine goldenen Eier. Wer sie findet, erhält eines der neuen Basler Gold-Trikots. Trikot-Flut hin oder her: Diese Aktion hat sich der FCB schön ausgedacht. Und gerechnet hat es sich auch: Beim Verkaufsstart standen die Menschen teilweise stundenlang an. Online ist das limitierte Trikot in den Erwachsenen-Grössen ausverkauft.

Die Verletzung des Jahres

Der künstliche Zahn

Als die TV-Kamera beim Spiel im Februar gegen GC auf das Gesicht von Thierno Barry zoomt, muss man zweimal hinschauen. Da ist doch was anders, oder? Genau! Beim Aufwärmen kam es zwischen dem Franzosen und einem Mitspieler zu einem Zusammenprall, dass Barry gleich zwei Schneidezähne verlor. Dennoch spielte Barry – weil er keine Schmerzen hatte und es nicht blutete. Die Vermutung liegt nahe, dass es sich dabei um ein Implantat handelte, das Barry in dieser Szene weggebrochen ist …

Der Kopf, das Auge, der echte Zahn

Dominik Schmid ist hart im Nehmen. Im Tessin prallt er gegen Lugano in eine Werbebande und holt sich eine Hirnerschütterung, die gut zwei Wochen später gegen Luzern durch die Faust von Marwin Hitz auf Schmids Auge aufgefrischt wird. Gegen Zürich schliesslich sorgt Ballets Ellbogen für einen abgebrochenen Schneidezahn. In dieser Partie spielt er trotzdem durch – und führt schliesslich bis tief im Dezember unbeirrt seine Zweikämpfe mit der notwendigen Intensität.

Der Zé, ähm … Zeh

Arlet Junior Zé ist in diesem Jahr vor allem eines: verletzt. Seine Leidensgeschichte beginnt im November 2023, als er sich gegen St. Gallen den grossen linken Zeh bricht. Es folgt eine Operation und Komplikationen, die im August dieses Jahres einen nächsten Eingriff erfordern. Der grosse Zeh bereitet dem 18-jährigen Zé so grosse Sorgen, dass er im Jahr 2024 nur zu ganz wenigen Teileinsätzen kommt. Was schon sicher ist: Dank Nachnamen und verletztem Körperteil ist Junior Zés Zeh der Titel für das Wortspiel des Jahres sicher …

Der Captain des Jahres

Fabian Frei, von Bord

Er geht als Captain ins Kalenderjahr. Er geht als Captain in die neue Saison und führt die Mannschaft in das Auftaktspiel gegen Lausanne-Sport. Und er geht als Captain am Transfer-Deadline-Day von Bord, nachdem er die Mannschaft nach dem Lausanne-Spiel nicht mehr als Captain in eine Liga-Partie hat führen dürfen. In Winterthur ist er seither vieles. Aber weder Rekord-Spieler noch Captain.

Dominik Schmid, in Vertretung

Offiziell ist er noch gar nie Captain des FC Basel gewesen. Aber man müsste nun ganz genau schauen, ob er die Captain-Binde in diesem Kalenderjahr nicht mehr getragen hat als jeder andere offizielle Captain des FC Basel. Sicher ist: In der bisherigen Saison ist er der Bindenträger Nummer 1.

Taulant Xhaka, von der Bank

Man kann sich an keinen Captain des FC Basel erinnern, der so wenig mit der Captainbinde auflief, wie das Taulant Xhaka bisher getan hat. Und wenn das bis zu seinem Vertragsende 2027 so weitergeht, dann wird er zum aussergewöhnlichsten Captain der Fussball-Geschichte.

Das Papier des Jahres

Staunen mit Renato Veiga

Gut möglich, dass sich Renato Veiga im Nachhinein als Schnäppchen erweist. Denn er hat in seinem ersten Halbjahr für Chelsea bereits 17 Pflichtspiele absolviert und in der portugiesischen A-Nationalmannschaft debütiert. Allein: Dass der FC Basel für ihn im Sommer rund 15 Millionen Euro Ablöse aushandelte, erstaunt ausser seinem grossen Fürsprecher David Degen noch immer so ziemlich jeden Beobachter. Denn in der einen Saison für Rotblau wäre der Club beinahe abgestiegen und hat Veiga weniger oft überzeugt, als dass er durch sein fragwürdiges Verhalten aufgefallen ist. So gesehen ist das Ablöse-Papier auch dann Gold wert, wenn der Marktwert des Portugiesen demnächst durch die Decke schiessen sollte.

Zuschauen bei Ricardo Calafiori

15 Millionen Euro per «Direktverkauf»? Ist doch ein Klacks, wenn man locker 20 Millionen Euro machen kann, ohne dass man dabei auch nur den Hintern an einen Verhandlungstisch bewegen muss: Im Sommer davor haben die Basler zwar «nur» rund neun Millionen für den Transfer von Riccardo Calafiori nach Bologna erhalten, sich aber im Gegenzug eine Weitertransfer-Beteiligung in der Höhe von rund 50 Prozent ausgehandelt. Und der Spieler? Der startet in seiner italienischen Heimat durch, reist auf den letzten Drücker mit der «Squadra Azzurra» an die EM und ist dort so etwas wie die Entdeckung des Turniers. So eben, dass Arsenal sich seine Dienste für rund 50 Millionen Euro Ablöse sichert – und der FCB an einem Weitertransfer partizipiert wie noch nie zuvor.

Abwarten mit der Uefa

Jüngste Recherchen haben ergeben: Fast ist sie nun drauf, die Unterschrift auf diesem Papier, das die Konditionen zwischen dem FCB als Vermieter und der Uefa als Mieter regelt, wenn es um den St.-Jakob-Park und die Europameisterschaft der Frauen geht. Allein: Irgendwie unterscheidet sich diese Wasserstandsmeldung unwesentlich von den vorangegangenen Zwischenberichten. Aber hey! Basel ist als Austragungsort des Eröffnungs- und Finalspiels ja nur der wichtigste Austragungsort der EM – und bis Anfang Juli ist noch viel Zeit!

Der Messias des Jahres

Thierno Barry, Tor-Garant

Der FC Basel stabilisiert unter Fabio Celestini rasch die Abwehr. Tore schiessen kann die Mannschaft aber nicht. Oder fast nicht. Denn es gibt im Frühjahr 2024 die eine grosse, entscheidende Ausnahme, die zuvor so ziemlich alles versemmelt hatte, was ihr vor die Füsse gekommen war: Thierno Barry trifft insgesamt neunmal und wird schon früh zum Heilsbringer, der schliesslich mit seinen Treffern massgeblich zum Basler Klassenerhalt beiträgt.

Xherdan Shaqiri, Traum-Fabrikant

Mit seiner Ankunft feiert der FC Basel bei seinem Anhang eine Art Auferstehung. Cupsieg? Im Vorbeigehen! Meistertitel? Müsste drinliegen. Champions League? Achtung, die Basler kommen!

Fabian Frei, Migros-Messias

Er muss 35 Jahre alt werden und nach Winterthur wechseln, um eine komplett neue Erfahrung zu machen. Die Rede ist nicht vom Migros-Restaurant, in dem er seither zu Mittag isst. Sondern davon, wie er beim Abstiegskandidaten Nummer 1 als Heilsbringer empfangen wird. Der Methusalem ist plötzlich Messias. Nun fehlt nur noch das Wunder …

Der Bankdrücker des Jahres

Taulant Xhaka

Von Fussballern und anderen Menschen heisst es zuweilen, dass sie ihre restliche Zeit bei einem Arbeitgeber absitzen. Bei Taulant Xhaka ist das Gegenteil der Fall: Von der Ersatzbank aus spornt er seine Teamkameraden an, ärgert sich über Schiedsrichter-Entscheide und jubelt überschwänglich, wenn der FC Basel gerade ohne ihn ein Tor erzielt hat. Damit ist er um einiges aktiver als jeder Torhüter in diesem Sport – und auch als der eine oder andere Feldspieler – und verleiht dem Wort Edelreservist eine neue Dimension.

Albian Ajeti

Nachdem am 23. August Kevin Carlos’ Transfer nach Basel öffentlich wurde, stand Albian Ajeti in der Liga noch genau vier Mal in der Basler Startformation. Dann musste er seinen Posten für den Neuankömmling räumen. Ob das reicht, damit sich Ajetis Verlängerungsklausel aktiviert?

Jose Blesa

So oft wie er drückt beim FCB keiner die Bank. Das sieht man schon von weitem an der breiten Brust. Jose Blesa (962148815641), ehemaliger Ernährungsberater von Cristiano Ronaldo, ist seit der Sommer-Vorbereitung beim FCB für Speis und Trank der Profis zuständig. Und stand auch schon bei Body Building Wettbewerben auf der Bühne.

Der Flug des Jahres

Anflug des Japankäfers

Hauptflugsaison. Das ist so ein Wort, das in diesem Sommer in der Stadt Basel immer wieder auftaucht. Fadenwürmer ist auch eines. Oder Bewässerungsverbot. Und Schuld an all dem ist der Japankäfer. Derzeit hört man nichts mehr vom Schädling aus Asien. Aber abwarten. Noch sind nicht alle Fragen um das abgetragene Trainingsfeld 20 geklärt. Und irgendwo in der Erde schlummern ja noch die Larven.

Ausflug der Nachtschwärmer

Kein Schwarm Japankäfer, aber ein Schwarm FCB-Spieler flog in der Nacht vom 18. auf den 19. Juli in das Basler Nachtleben aus. Besonders ungünstig ist das, weil es kurz vor dem Saisonauftakt gegen Lausanne-Sport ist und weil der FC Basel dieses Spiel verliert. Gepaart mit den Unruhen um Captain Fabian Frei und weiterführenden disziplinarischen Massnahmen gegen Thierno Barry und Benjamin Kololli, sorgte das für einen unruhigen Basler Saisonstart.

Abflug des Flügels

Bénie Traoré ist der Lukas Görtler des FC Basel. Nicht von der Spielweise her. Auch nicht von den Verdiensten für den Club. Aber beide Spieler sehen in diesem Jahr eine Rote Karte, die für viel Kritik an der Regelauslegung sorgt. Beide spielen in der Aktion zuerst einen Pass und treffen danach ihren Gegenspieler mit der Sohle oberhalb des Knöchels. Etwas Linderung aus Basler Sicht: Die beiden Spielsperren, die Traoré für seinen Abflug durch Rot erhielt, wurden durch die SFL nachträglich auf eine Sperre reduziert.

Der Horizont des Jahres

Der nächste Mai

Es ist gar nicht mehr so lange hin, bis am 24. Mai 2025 die letzte Runde der Championship Group, also der Meisterrunde der Super League, stattfindet. Ein Zeithorizont, der bei einigen FCB-Fans hoffnungsvolle Glücksgefühle auslösen dürfte. Denn derzeit scheint es nicht unmöglich, dass der Barfüsserplatz an diesem Abend rappelvoll und rotblau werden könnte.

Xhakas Vertragsende

Taulant Xhaka hat einen Vertrag beim FC Basel bis zum Sommer 2027. Das ist allen klar – ausser vielleicht der «Person X», die laut Bruder Granit im März versucht hat, Taulant vom FCB wegzubringen. Item. Es stellt sich im Hinblick auf die nur 196 bisherigen Einsatzminuten aber die Frage, ob der Basler Captain überhaupt Lust darauf hat, bis 2027 Teil dieser Mannschaft zu sein, sollte es denn im gleichen Stil weitergehen.

Horizon2026 AG

Bisher wurde viel zu wenig darüber spekuliert, warum die Horizon2026 AG überhaupt auf das Jahr 2026 datiert ist. Wird der FCB in diesem Jahr erstmals wieder Meister? Doublesieger? Verkauft man dann alle Spieler aufs Mal und holt sich 35 neue? Oder ist es das Jahr, in dem Yann Sommer, Granit Xhaka und Mohamed Salah gemeinsam zum FC Basel zurückkehren? Fragen über Fragen.

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Skorerpunkt in dieser Saison holt, darf festgehalten werden: Shaqiri wird diese Marke erreichen, ja, er wird sie übertreffen. Vorausgesetzt, er bleibt gesund. Was nichts anderes unterstreichen würde, als dass der FCB-Rückkehrer in der Saison 2024/25 so gut drauf ist wie nie zuvor.Gewiss, es gibt die Kritiker, die sagen: Super League ist nicht Bundesliga. Stimmt. Aber: Xherdan Shaqiri ist im letzten August unter grossem Tamtam nach Basel zurückgekehrt. Nach einer Zeit in Chicago, die für den Augster in einer sportlich überschaubaren Liga nicht nur gut gewesen ist. Folglich wusste keiner: Wo ist dieser Xherdan Shaqiri sportlich tatsächlich einzuordnen?Inzwischen ist offensichtlich: Der Ex-Nationalspieler ist jener Leader, der für den aktuellen Aufschwung des FC Basel steht. Das beweisen die Zahlen: Einerseits die Skorerpunkte, andererseits der Fakt, dass er von Trainer Fabio Celestini in der Regel nur dann ausgewechselt wird und eine Pause bekommt, wenn die Partie deutlich zugunsten des FCB entschieden ist.Es gibt aber auch einen anderen Punkt, der ihn zum bislang besten Shaqiri macht. Als der FCB am Sonntag in Zürich siegte, sah man den Linksfuss in der einen oder anderen Szene die Hände verwerfen, den Mitspieler kritisieren, wild um sich herum gestikulieren. Weil ein offensiver Pass nicht so gespielt wurde, wie es sich der Star dieser Mannschaft wünscht. Eine Szene, die sich auch in anderen Partien beobachten liess.Was sagt uns das? Dass Shaqiri im Herbst seiner Karriere kompletter denn je ist und jene Qualitäten mitbringt, die ihn zum Unverzichtbaren machen. Und die braucht es, damit der FCB wieder Erfolg hat.Xherdan Shaqiri ist also zweifelsohne einen Schritt weiter als im Sommer 2012, als er den FCB als aufstrebender Jungprofi verliess. Nun ist er mit einem Rucksack an Erfahrung und immer noch mit einer gehörigen Portion frechem Spielwitz an einem Punkt seiner Karriere angelangt, wo er all seine gewinnbringenden Eigenschaften vereint auf den Platz bringen kann. Und erst noch bei jenem Verein, für den sein Herz besonders stark schlägt.In jedem Stadion ist das Scheinwerferlicht auf ihn gerichtet: Xherdan Shaqiri.Foto: Philipp Kresnik (Imago/Sports Press Photo)Nein! Wer zweimal die Königsklasse gewonnen hat, kann seine beste Form unmöglich in der Super League erreichen.Linus SchauffertXherdan Shaqiri hat in der Saison 2012/13 mit Bayern München das Triple geholt. Xherdan Shaqiri hat in der Saison 2018/19 mit Liverpool die Champions League gewonnen. Xherdan Shaqiri steht in der Saison 2024/25 mit dem FC Basel auf Platz 2 der Schweizer Super League. Es braucht viel Fantasie, um zum Schluss zu kommen, dass Letzteres den absoluten Höhepunkt aller Karriereleistungen des Offensivspielers darstellt. Nein, dieser ist nicht in Basel zu verorten. Damit will auf keinen Fall gesagt sein, dass Shaqiris Rückkehr zu seinem Jugendclub nicht eindrücklich verlaufen ist. Wie er nach ein paar Spielen Anlaufzeit zum absoluten Leader und Leistungsträger geworden ist, in den letzten elf Ligaspielen 17 Skorerpunkte gesammelt hat und dem FCB dazu verhilft, um die Meisterschaft zu spielen. Doch ein Beispiel reicht aus, um die vorliegende Frage mit einem deutlichen Nein zu beantworten. Zuerst darf man den in den letzten Jahren nur grösser gewordenen Niveauunterschied zwischen der Super League und den Top-5-Ligen nicht unterschätzen. Und was es bedeutet, bei entsprechenden Clubs unter Vertrag zu sein, zu spielen, zu treffen, Titel zu gewinnen. Die Bundesliga gehört zu diesen besten aller Ligen, und in der Saison 2012/13 gehörte Xherdan Shaqiri zu einem FC Bayern München, der diese Liga mit einer Tordifferenz von 98:18 Treffern und 25 Punkten Vorsprung gewonnen hat. Hinzu kamen die Champions League und der deutsche Pokal. Ob es jemals bessere Bayern gab, ist Gegenstand von Diskussionen. Auch wenn Shaqiri damals kein absoluter Leistungsträger war, kann sich sein Beitrag zum Erfolg sehen lassen. Er wurde in 39 der wettbewerbsübergreifend 54 Partien eingesetzt. Und war mit 8 Toren und 13 Assists an 21 Treffern direkt beteiligt. Damit reihte er sich in der damaligen Münchner Skorerliste auf Rang sieben ein, was auf den ersten Blick nicht überwältigend daherkommt. Doch wenn man beachtet, dass die sechs vor ihm Thomas Müller (40 Skorerpunkte), Franck Ribery (34), Arjen Robben (26), Mario Mandzukic (26), Mario Gomez (23) und Claudio Pizarro (22) hiessen, so ist das doch sehr beachtlich. Man darf davon ausgehen, dass ein gesunder Shaqiri diesen Wert, der den bisher höchsten in seiner Karriere darstellt, in der laufenden Saison übertrifft. Doch selbst wenn er ihn verdoppeln würde, könnte er damit nicht seine Leistung von damals übertreffen. Es ist wie ein Naturgesetz: Ein Spieler, der seinen Teil zu einem Champions-League-Titel beigetragen hat, kann seine beste Form unmöglich in der Super League erreichen.Xherdan Shaqiri beim FC BaselDen Podcast können Sie auf Spotify oder Apple Podcasts abonnieren. Falls Sie eine andere Podcast-App nutzen, suchen Sie einfach nach «Dritte Halbzeit».NewsletterRotblau aktuellErhalten Sie die wichtigsten und interessantesten Geschichten und News rund um den FCB.Weitere NewsletterEinloggenDominic Willimann ist seit 2007 Sport-Redaktor der BaZ und kennt den regionalen Sport aus dem Effeff. Ebenso ist er mit den Geschehnissen rund um den FC Basel vertraut und hat seit 2007 kein Eidgenössisches Schwingfest verpasst. Mehr InfosLinus Schauffert ist Redaktor im Ressort Sport bei der Basler Zeitung und berichtet schwerpunktmässig über den FC Basel. Mehr Infos@linusschauffertFehler gefunden?Jetzt melden.0 Kommentare