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«Ich könnte über dieses Jahr ein Buch schreiben»

Bei David Degen stehen viele Sitzungen über Weihnachten an: «Wir müssen Spieler dazu holen.»

Nach dem zweiten Super-League-Auswärtssieg in dieser Saison tritt David Degen am Sonntagabend in der Luzerner Swisspor-Arena vor die Medien. Auch, weil sich das Jahr dem Ende zuneigt und es für den FC Basel Zeit ist, zurückzuschauen wie auch in die Zukunft zu blicken.

Der Clubpräsident und Chief Football Officer des FCB zeigt sich nach dem 1:0 in der Zentralschweiz erleichtert und spricht über …

… den 1:0-Sieg beim FC Luzern:

«Wir hatten das Glück für einmal auf unserer Seite. Das nehmen wir nach dieser halben Saison natürlich gern an. Das Wichtigste sind mit Blick auf die Tabelle einzig die drei Punkte. Nun müssen wir die richtigen Schlüsse ziehen in der Winterpause, dann können wir hoffentlich gestärkt in die nächste Saisonphase gehen.»

… die Möglichkeit, noch unter die ersten sechs Teams der Super League zu kommen:

«Dazu äussere ich mich nicht. Zurzeit müssen wir Spiel für Spiel nehmen. Ein Punkt nach dem andern, alles andere sehen wir dann.»

… die Baustellen, die es in der Winterpause beim FCB zu beheben gilt:

«Ich werde keine konkreten Namen nennen. Aber es ist klar: Wir müssen den einen oder anderen Fehler, den wir im Sommer begangen haben, im Winter beheben und Spieler dazu holen. Wenn etwas konkret ist, werden wir es kommunizieren.»

… die Arbeit der Sportkommission:

«Wir haben vor Wochen intensiv damit begonnen, verschiedene Themen anzusprechen und zu planen. Als Beispiel: Gegen Luzern fehlten elf Spieler verletzt. Da muss man sich die Frage stellen: Machen wir etwas falsch, dass diese Verletztenliste so lang ist? Vielleicht liegt es auch an den Trainerwechseln, dass die Spieler unter dem neuen Trainer im Training alles geben wollten und dabei die Belastung ihres Körpers nicht richtig dosierten. Dieser Ursache müssen wir etwa auf den Grund gehen. Ich glaube nicht, dass dies Zufall ist. Und ganz allgemein: Wir haben Fehler gemacht und diese müssen wir korrigieren.»

… das FCB-Jahr 2023:

«Positiv war sicher der Einzug in den Halbfinal der Conference League. Aber geschmerzt hat mich so vieles: Etwa die Alex-Frei-Entlassung oder auch die Trennung von Timo Schultz. Es gibt so viele Dinge. Wissen Sie, ich könnte ein Buch schreiben über dieses Jahr. Wenn ich über das 2023 ausführlich sprechen würde, wären wir morgen noch in diesem Gespräch.»

… den Vertrag mit Fabio Celestini:

«Ich hatte das Glück, dass ich in meiner Laufbahn sehr viele Trainer kennen lernen durfte, auch im Ausland. Nun habe ich gesehen, wie Fabio arbeitet. Ich bin sehr angetan, wie akribisch er die Dinge angeht. Er widmet sich jedem Detail, 24 Stunden, sieben Tage. Das ist in der Schweiz einzigartig. Für uns ist klar: Wir haben ihm einen Vertrag über eineinhalb Jahre hingelegt. Sein Wunsch war jedoch, dass er sofort mit der Arbeit mit der Mannschaft beginnen kann. Über die Dauer des Kontrakts wollte er gar nicht reden. Wir werden dies im Winter oder im Frühling nachholen. Er hat den Job des FCB-Trainers nicht angetreten, um wieder schnell zu gehen. Und wir sind das Engagement nicht eingegangen, um schnell wieder eine andere Lösung zu finden. Die Zusammenarbeit mit ihm muss wachsen. Ich möchte Kontinuität. Ich bin der Letzte, der einen Trainer entlassen möchte.»

… Thierno Barry, der in Basel noch nicht angekommen ist:

«Man hat gesehen: Er hat in Belgien nicht einfach so 25 Skorerpunkte gemacht, weil er nicht Fussball spielen kann. Wenn man die ganze Saison von ihm in Basel analysiert, sieht man, dass er es nicht einfach gehabt hat. Die zwei Roten Karten zu Beginn, die daraus folgenden Sperren, das Ausscheiden aus der Conference League und auch die Fan-Anfeindungen auf Social Media – vielleicht war das zu viel für einen Jungen, der im Oktober erst 21 Jahre alt geworden ist. Natürlich hat er nicht seine beste halbe Saison gespielt. Dennoch: Was er bei seinem letzten Club in Belgien gezeigt hat, hat uns überzeugt.»

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    MeinungSportduell nach Finaleinzug – FC Basel: Wäre nun alles andere als das Double eine Enttäuschung?Der FC Basel ist Favorit auf die Meisterschaft und auf den Cupsieg. Über die Relevanz des Doubles sind sich zwei Autoren uneinig. Publiziert heute um 15:53 UhrNach dem Sieg im Cup-Halbfinal gegen Lausanne ist das Double zum Greifen nah.Foto: Marc Schumacher (Freshfocus)Jetzt abonnieren und von der Vorlesefunktion profitieren.BotTalkWer so nahe an zwei Titeln dran ist, der will sich diese nicht mehr vor den Augen nehmen lassen.Simon TribelhornNoch vor wenigen Monaten hätten wohl die wenigsten damit gerechnet, dass der FC Basel am Ende der Saison um das Double kämpft. Der FCB hatte eine Spielzeit hinter sich, in der er lange ernsthaft um den Klassenerhalt zittern musste. Entsprechend vorsichtig formulierte die Clubführung vor Saisonstart die Ziele: Das Erreichen der Top 6 lautete die Vorgabe für Trainer Fabio Celestini und seine Mannschaft. Doch nun hat sich der FCB durch seine guten Leistungen in den letzten Wochen eine völlig neue Ausgangslage geschaffen.In der Super League marschiert der FC Basel vorneweg. Fünf Spiele vor Schluss beträgt der Vorsprung auf die Konkurrenz sechs und mehr Punkte – der FCB kann mit viel Selbstvertrauen in die Meisterrunde starten, zumal die Mannschaft in der Liga zuletzt nicht nur fünf Spiele in Folge gewann, sondern auch spielerisch überzeugen konnte. Ein plötzlicher Leistungsabfall müsste nun eintreten, damit sich die Basler noch von der Tabellenspitze verdrängen liessen.Mit dem Sieg im Cup-Halbfinal gegen Lausanne hat sich der FCB nun auch noch im Pokalwettbewerb eine komfortable Ausgangslage geschaffen. Gegner im Endspiel ist der FC Biel aus der drittklassigen Promotion League – ein Kontrahent, den man unter normalen Umständen klar schlagen muss. Natürlich schreibt der Cup immer seine eigenen Gesetze, wie Biel mit den Siegen gegen Lugano und YB bewies. Doch allein am Klassenunterschied gemessen gibt es schlichtweg keine Ausreden: Die Cup-Trophäe muss nach Basel.Angesichts dieser Rahmenbedingungen wäre es falsch, weiterhin in Zurückhaltung zu verharren. Wer so nahe an zwei Titeln dran ist, der will sich diese nicht mehr vor den Augen nehmen lassen. Dazu bringt der FCB auch die richtige Mentalität auf den Platz. Er ist nicht mehr der verunsicherte Club von vor einem Jahr – er ist wieder der FC Basel, vor dem sich einst die gesamte Fussballschweiz fürchtete: Er zeigt sich kämpferisch, selbstbewusst und wirkt bereit, Grosses zu erreichen.Das Double ist deshalb längst mehr als nur eine theoretische Möglichkeit. Es wäre die logische Konsequenz einer Saison, in der der FCB von allen Teams am besten und konstantesten performt – und sich beide Titel redlich verdient hätte. Alles andere wäre eine Enttäuschung.Egal, wie die letzten Saisonspiele ausgehen, hat diese Mannschaft Unglaubliches geschafft.Yomo IslerXherdan Shaqiri wird vor jedem Eckball angefeuert, und jede erfolgreiche Grätsche wird mit lautstarkem Beifall belohnt. Nach dem Sieg nach Verlängerung im Cup-Halbfinal gegen Lausanne läuft Fabio Celestini jubelnd und hüpfend auf die Muttenzerkurve zu. Kurz: Solch eine Euphorie war im Joggeli lange nicht mehr zu spüren.Die Basler sind im Cupfinal gegen den Drittligisten FC Biel haushoher Favorit. Die Liga führt der FCB fünf Runden vor Schluss mit sechs und mehr Punkten an. Der Traum vom Double ist nun zum Greifen nah. Ein Zustand, den man in den vergangenen Spielzeiten so nicht erleben durfte.Ja, der FCB ist auf dem Weg zum ersten Titel seit dem Cupsieg 2019 und vielleicht sogar zum Double. Dabei muss man sich in Erinnerung rufen: Vor Jahresfrist spielte der FC Basel gegen den Abstieg aus der höchsten Liga und zitterte sich von Spiel zu Spiel. 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