FCB-Cheftrainer Patrick Rahmen kann seinen Platzverweis gegen Luzern nicht nachvollziehen. Es war nicht die einzige fragwürdige Entscheidung des Unparteiischen.

Die Ereignisse überschlagen sich in der 84. Minute. FCB-Stürmer Darian Males geht nach einem klaren Foulspiel unmittelbar vor den Augen seines Trainers zu Boden. Das Knie des Gegners bekommt er an den Kopf geknallt. Schiedsrichter Lukas Fähndrich lässt das Spiel aber weiterlaufen und der FC Luzern kommt zu seiner besten Ausgleichschance.

Diese Situation verärgert Cheftrainer Patrick Rahmen. «Auf und neben dem Feld waren Emotionen. An der Seitenlinie passiert ein Foul, das nicht geahndet wird. Dann könnte der FCL den Ausgleich machen», erklärt der Basler an der Medienkonferenz nach dem Spiel sein Verhalten.

Rahmen versteht die Welt nicht mehr

Es kommen Erinnerungen an das Auswärtsspiel gegen den FC Zürich hoch, als der FCB wegen eines Fehlentscheids in der Nachspielzeit den Ausgleich kassierte. «Das ist der gleiche Seich, der in Zürich passiert ist», so Patrick Rahmen weiter.

«Weil ich mich vielleicht ein wenig zu theatralisch an der Seitenlinie verhalten habe, kann er mir die gelbe Karte zeigen. Damit habe ich kein Problem, das kann ich verstehen. Wenn ich aber frage, weshalb ich die gelbe Karte erhalte und dafür die gelb-rote Karte gezeigt bekomme, dann stehe ich nächstes Mal wieder draussen wie ein Pfarrer. Ich weiss doch auch nicht!»

Vize-Captain Fabian Frei bekommt die Szene hautnah mit und sucht gleich das Gespräch mit dem Unparteiischen: «Ich habe gerade danach dem Schiedsrichter gesagt, dass ich es übertrieben finde. Er sagte mir, dass er keine Wahl hat und dann war es für mich gegessen. Der Schiedsrichter hat diese Entscheidung gefällt und so ist es halt.»

Einige strittige Szenen

Die gelb-rote Karte an den Basler Cheftrainer ist nicht die einzige fragwürdige Entscheidung des Unparteiischen. Obwohl es zahlreiche Karten (10! gelbe und 2 gelb-rote Karten) gibt, werden die härtesten Begehen nicht bestraft.

So übersieht das Schiedsrichterteam um Lukas Fähndrich nicht nur das Foul an Darian Males, sondern auch zuvor das noch deutlichere Foulspiel an Michael Lang. Pascal Schürpf prallt mit seiner Schulter so hart in das Gesicht des Aussenverteidigers, dass dieser nicht mehr weiterspielen kann. Auch wenn es sicherlich keine Absicht war, müsste es dafür eine Verwarnung geben. Es gibt nicht einmal einen Freistoss.

FCB-Stürmer Darian Males gibt sich nach dem Spiel gelassen und nimmt den Unparteiischen auch ein wenig in Schutz: «Ich bin nicht der Richtige, um die Rolle des Schiedsrichters zu beurteilen. Aber ich finde auch, dass es sehr viele gelbe Karten gegeben hat. Und rote Karten gab es ja auch noch. Ich sage aber immer, dass auch der Schiedsrichter immer versucht, sein Bestes zu geben.»

Die Einstellung stimmt

Zu den strittigen Szenen zählt auch die Situation kurz vor Spielende. Nach einem Schuss fliegt der Ball aus kurzer Distanz an die Hand von Fabian Frei. Auch dafür gibt es die gelbe Karte, die weitreichende Folgen mit sich bringt: Der Basler ist damit im nächsten Spiel gesperrt.

Aber auch der Vize-Captain will nach dem Spiel nicht weiter auf die Leistung des Schiedsrichters eingehen: «Die gelbe Karte gegen mich, hätte ich definitiv nicht gegeben, das habe ich ihm auch gesagt. Ist nun halt so. Es liegt nicht an mir, ihn zu bewerten. Er macht es ja auch nicht über mich.»

Diese Einstellung ist einer der Gründe, weshalb der FCB das Spiel gegen Luzern gewinnen kann und damit erfolgreich in die Rückrunde startet. Unmittelbar nach dem nicht gegebenen Foulspiel an Darian Males und dem darauffolgenden Platzverweis des Trainers, gibt der Basler Stürmer die Antwort auf dem Platz und trifft zum 2:0.

Gegen Sion ohne Rahmen und Frei

Auch unmittelbar nach der fragwürdigen gelben Karte gegen Fabian Frei, ist es der Vize-Captain, der nach einem Sprint über den ganzen Platz – notabene in der Nachspielzeit – einen schön vorgetragenen Konter erfolgreich abschliesst und sein zweites Tor erzielt.

Diese beeindruckenden Reaktionen sprechen für die Basler Moral. Fabian Frei geht als erfahrener Spieler mit einem guten Beispiel voran: «Es bringt uns ja auch nichts, wenn wir uns darüber gross aufregen. Ich bin auch einer, der diesbezüglich manchmal emotional reagiert und habe auch schon gelbe Karten fürs Reklamieren erhalten. Aber es hat noch nie geholfen. Wenn wir es so zeigen können wie heute, ist es umso besser.»

Nun gilt es, diese Einstellung auch im nächsten Spiel aufrecht zu erhalten. Auch wenn Patrick Rahmen und Fabian Frei am Sonntag zuhause gegen den FC Sion gesperrt sind.

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