In einem hitzigen Spiel mit zahlreichen Karten gewinnt der FCB gegen Luzern mit 3:0. Neben einem Luzerner sieht auch FCB-Trainer Rahmen die gelb-rote Karte.

Nach den namhaften Abgängen der letzten Wochen wird die Startaufstellung des FCB mit Spannung erwartet. Darian Males versucht Arthur Cabral so gut es geht zu ersetzen.

Cheftrainer Patrick Rahmen überrascht mit der Personalie Michael Lang. Sergio Lopez und Tomas Tavares müssen vorerst auf der Ersatzbank platznehmen. Auf der rechten Abwehrseite kommt Neuzugang Noah Katterbach zu seinem ersten Pflichtspiel für den FCB.

Anfangsschwierigkeiten

Der Start sieht vielversprechend aus. Zwar kommt der FC Luzern ein erstes Mal gefährlich vor das Basler Tor, doch die erste grosse Chance des Spiels gehört in der dritten Minute Fabian Frei. Sein Schuss wird aber auf Kosten eines Eckballs pariert.

Wer denkt, dass diese Chance der Startschuss für ein Basler Offensivspektakel wird, sieht sich aber geirrt. In der Folge hat der FCB zwar mehr Ballbesitz, das Schlusslicht kann aber immer wieder Nadelstiche setzen. Die beste Chance verpasst in der 20. Minute Filip Ugrinic, der das Leder über das Basler Tor schiesst. Sowie rund zehn Minuten später auch sein Mitspieler Nikola Cumic.

Diese Szenen offenbaren die Unerfahrenheit des neuen Basler Innenverteidiger-Duos Andy Pelmard und Wouter Burger, die noch ein wenig Zeit brauchen, um sich aufeinander abzustimmen. Je mehr sich das Spiel der Pause nähert steigert sich der Frust der Basler. So erhält Matias Palacios die gelbe Karte, weil er nach einem Pfiff den Ball wegschlägt.

Führung nach der Pause

Der FC Luzern kommt gegen Ende der ersten Hälfte besser ins Spiel und müsste fünf Minuten vor der Pause eigentlich in Führung gehen. Nikola Cumic bleibt aber aus bester Position an Heinz Lindner hängen, der scheinbar dort weitermacht, wo er in der Hinrunde aufgehört hat.

Der FCB kommt in der Offensive immer wieder über die Seiten, doch die hohen Hereingaben finden keinen Abnehmer. Da mit Darian Males, Dan Ndoye und Valentin Socker nicht gerade die robustesten Spieler in der Offensive agieren, kommt diese Strategie ein wenig überraschend. Keine Überraschung birgt der Blick zur Anzeigetafel in der Pause. Dort steht es folglich 0:0. Für einen Titelaspiranten ist das zu wenig.

Gegen das Schlusslicht muss mehr kommen. Mit dieser Einstellung kommen die Basler auch aus der Kabine. Dan Ndoye wird nur zwei Minuten nach der Pause im Strafraum zu Fall gebracht. Weshalb Schiedsrichter Lukas Fähndrich zuerst den VAR braucht, bevor er auf Elfmeter entscheidet, ist verwunderlich. Fabian Frei ist es egal und trifft souverän zur Basler Führung.

Nicht unbedingt souverän ist die darauffolgende Leistung des FCB. Er lässt dem FC Luzern zu viel Platz, so dass die Innerschweizer immer wieder gefährlich vor dem Basler Tor auftauchen. Patrick Rahmen reagiert und bringt in der 64. Minute Pajtim Kasami für Taulant Xhaka in das Spiel.

Schockmoment

In der 70. Minute kommt es zum Schockmoment: Michael Lang wird von Pascal Schürpf mit der Schulter am Kopf getroffen und muss durch Sergio Lopez ersetzt werden. Schiedsrichter Fähndrich gibt dabei keine gute Figur. Er konzentriert sich nur auf den Ball und übersieht so das klare Foulspiel.

Die Luzerner schwächen sich in der Folge gleich selbst. In der 78. Minute sieht Marvin Schulz innerhalb von vier Minuten zwei Mal die gelbe Karte und muss das Spielfeld verlassen. Besonders unklug: Die gelb-rote Karte holt er sich wegen Reklamierens ab.

Trotz des Platzverweis bleibt es ein hitziges Spiel. Wieder wird ein Basler am Kopf getroffen und Fähndrich übersieht es erneut. Statt einem Luzerner sieht Patrick Rahmen die gelbe Karte. Er soll sich beschwert haben. Diese Entscheidung kann der Basler ganz und gar nicht verstehen und reklamiert erneut. Dafür sieht er in der gleich die zweite gelbe Karte und wird auf die Tribüne geschickt.

Die unmittelbar darauffolgende Antwort der Basler liefern sie auf dem Platz. Darian Males setzt sich in der 85. Minute gut durch und erhöht auf 2:0. Das Spiel ist entschieden. Zum Schluss bestätigt der Schiedsrichter noch einmal seine bescheidene Leistung und zeigt Fabian Frei die gelbe Karte. Ihm springt ein Schuss aus kürzester Distanz an den Arm.

Bitter für den FCB: Frei ist damit im nächsten Spiel gesperrt. Dieser ballert sich den Frust aber sogleich aus der Seele und schliesst einen schönen Konter über Lopez und Palacios zum 3:0 ab.

Die Basler setzen sich trotz vielen Umstellungen und den gewichtigen Abgängen im ersten Pflichtspiel durch. Damit überholen sie in der Tabelle wieder den amtierenden Meister und können auf dieser kämpferischen Leistung aufbauen. Nun haben sie eine Woche Zeit, bevor der FC Sion im St. Jakob-Park wartet.

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