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AboFCB verpasst Champions League

Eine ausgebliebene Rote macht die Basler Niederlage besonders bitter

Andreas Cornelius vom FC Kopenhagen hält Keigo Tsunemoto vom FC Basel in einem Champions-League-Playoff-Spiel in Kopenhagen am Hals fest.
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Der Aufreger

Im FCB-Lager sind die Meinungen klar verteilt. Logisch. Gerade durch die Rotblaue Brille ist es schwer verständlich, warum Andreas Cornelius nach einer guten Viertelstunde nicht des Feldes verwiesen wird. 

Bei einem Eckball des Heimteams packt der Kopenhagener Stürmer FCB-Rechtsverteidiger Keigo Tsunemoto erst an den Kragen, dann an den Hals – und drückt ihn zu Boden. Gabriel Pereira köpfelt am Tor vorbei, beim FCB ist man erleichtert, Reklamationen bleiben aus und das Spiel geht weiter. 

Doch nach der Partie wird die Szene zum grossen Thema. FCB-Sportdirektor Daniel Stucki sagt vor den Medien: «Für mich muss der VAR eingreifen, damit die Rote Karte gecheckt werden kann.» Dominik Schmid sieht die Situation ähnlich und auch Trainer Ludovic Magnin sagt, dass zumindest durch die Rotblaue Brille unverständlich sei, dass der VAR nicht einschritt.

Umso bitterer ist es aus FCB-Sicht, dass es ebendieser Andreas Cornelius war, der den FCK nur 44 Sekunden nach Anpfiff der zweiten Halbzeit in Führung köpfelt. Wer weiss, wie dieses Spiel ausgegangen wäre, wenn der Däne da nicht mehr auf dem Feld gestanden hätte und der FCK in Unterzahl hätte spielen müssen.

Ob der VAR die Szene schlicht übersehen oder ob er sie als nicht rotwürdig eingestuft hat, bleibt offen. Jedoch muss auch ohne Rotblaue Brille festgehalten werden, dass eine Rote Karte für dieses Einschreiten nicht fehl am Platz gewesen wäre.

Die 90 Minuten

Die beiden Teams begegnen sich von Anfang der Partie an auf Augenhöhe, wobei in der Startphase die etwas konkreteren Torchancen an den FC Kopenhagen gehen. Nach rund zehn Minuten ist es dann aber der FCB, der das Spiel vermehrt in die Hand nehmen kann und auch zu Möglichkeiten auf den ersten Treffer kommt. Wirklich Hochkarätiges ist aber nicht dabei. So gehen die Mannschaften mit einem 0:0 in die Halbzeit. 

Nach der Pause dauert es nicht einmal eine Minute bis Andreas Cornelius das Heimteam mit einem Kopfballtor in Führung bringt. In der Folge steckt der FCB nicht auf, erarbeitet sich in der 56. Minute durch Xherdan Shaqiri und in der 57. Minute durch Moritz Broschinski seine beiden besten Chancen der Partie. Wirklich Gefährliches kommt danach allerdings nicht mehr auf das Tor von Dominik Kotarski, sodass der Penalty-Treffer von Youssoufa Moukoko in der 84. Minute das Spiel entscheidet.

Die Stimme zum Spiel

Im Fussball gewinne nicht immer die bessere Mannschaft, hält Ludovic Magnin nach den 90 Minuten fest. Manchmal sei es auch die Cleverere. «Wenn ich Gründe dafür suchen müsste, warum wir uns nicht für die Champions League qualifiziert haben, dann würde ich folgende nennen: Erstens haben wir in zwei Spielen nur ein Tor erzielt – und das durch einen Penalty. Wir haben Chancen liegen lassen, die du auf diesem Niveau nicht liegen lassen darfst.» Und zweitens nennt Magnin die kleinen Details, wie zum Beispiel die Szene von Tsunemoto und Cornelius.

Laut dem Basler Trainer habe die Mannschaft aber gezeigt, dass Sie eine Seele hat. «Ich glaube, das Stadion war in der ersten Halbzeit überrascht davon, wie wir aufgetreten sind», so der FCB-Trainer. «Der Misserfolg macht uns reifer, wir lernen daraus.»

Das Fazit

Der FC Basel hat in zwei Spielen gegen Kopenhagen gezeigt, dass eine Qualifikation für die Champions League im Bereich des Möglichen war. Allerdings darf man mit Blick auf die nun anstehende Europa League auch festhalten, dass Rotblau im zweithöchsten europäischen Clubwettbewerb wohl gar nicht so schlecht aufgehoben ist. Denn dort darf man dem Team von Ludovic Magnin durchaus den einen oder anderen Exploit zutrauen.

So geht es weiter

Bereits am Samstag geht es für den FCB in der Super League weiter. Um 20.30 Uhr trifft er auswärts auf den drittplatzierten FC Sion (BaZ-Liveticker), bevor die Nationalmannschaftspause ansteht.

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Er schloss 2024 die Matura am Gymnasium am Münsterplatz ab und ist seit Februar 2025 als Praktikant bei der BaZ tätig.Mehr InfosOliver Gut schreibt seit März 2001 für das Sport-Ressort der Basler Zeitung, das er seit 2019 leitet. Vorher für diverse Sportarten zuständig, konzentriert sich der Fricktaler seit 2011 auf den Fussball – und damit hauptsächlich auf den FC Basel. Zudem ist er regelmässiger Diskussionsgast im Fussball-Podcast «Dritte Halbzeit».Mehr InfosFehler gefunden?Jetzt melden.0 Kommentare

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Deshalb sagt er vor dem ersten Wiedersehen mit Rotblau im Interview mit dieser Zeitung: «Hier gehe ich ins Migros-Resti – und finds Hammer.»Während seine einstigen Teamkollegen im Mai den Meistertitel feierten, kämpfte er mit Winterthur auf den letzten Metern seiner Laufbahn erfolgreich um den Verbleib in der Super League. Ganz entspannt dürfte Fabian Frei die nächste Saison angehen: Als SRF-Experte wird er mit seiner erfrischenden Art das TV-Fussball-Publikum unterhalten.«Dreimal in Folge darfst du in der Liga nicht verlieren, denn sonst werden die zwei Wochen Pause bis zum nächsten Spiel sehr, sehr lang»Angespannte Stimmung bei Fabio Celestini und Patrick Rahmen vor dem Spiel am 6. Oktober zwischen dem FCB und YB. Nach der Partie ist der Basler in Berner Diensten nicht mehr Trainer des Schweizer Meisters 2024.Foto: Toto Marti (Freshfocus)Anfang Oktober steckt der FC Basel in einer delikaten Lage: Nach zwei Niederlagen kommt der BSC Young Boys ins Joggeli. 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Ebenso ist der in der Stadt Basel aufgewachsene Journalist seit seiner Jugend mit den Geschehnissen rund um den FC Basel vertraut, über den er heute regelmässig berichtet. Und: Er hat seit 2007 kein Eidgenössisches Schwingfest verpasst.Mehr InfosFehler gefunden?Jetzt melden.0 Kommentare

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