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AboWer verlässt den FC Basel?

Fabio Celestini und Leon Avdullahu sind dem Abschied sehr nahe

Metinho vom FC Basel im Gespräch mit Trainer Fabio Celestini am Spielfeldrand während des Super League Spiels gegen FC Lugano im Sankt Jakob Park, Basel.
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In Kürze:

  • Mehrere FCB-Akteure werden den Club im Sommer verlassen.
  • Bei Romario Baro und Joe Mendes wird die Kaufoption nicht gezogen.
  • Auch Leon Avdullahu und Trainer Fabio Celestini könnten gehen.

Romario Baro

Romario Manuel Silva Baro von FC Basel im Super League Spiel gegen FC Winterthur in Basel, 2. November 2024.

Richtig angekommen ist der in Portugal einst als Riesentalent gehandelte Mittelfeldspieler beim FCB nie. Zu Beginn der Saison noch Stammspieler, verlor Romario Baro diesen Status schnell. Seit der Winterpause stand der 25-Jährige einmal in der Startelf, in den letzten 10 Saisonspielen reichte es nur noch für fünf Teileinsätze. 

Die BaZ weiss, dass der FCB die kostspielige Kaufoption auf den 25-jährigen Aufbauer nicht einlösen wird. Deshalb ist klar, dass Baro den Club mit dem Ende seines Leihvertrags verlassen und im Sommer vorerst zum FC Porto zurückkehren wird.

Fabio Celestini

Trainer Fabio Celestini vom FC Basel jubelt während des Super League Spiels gegen den FC Luzern.

Geht es nach den Clubverantwortlichen, dann ist bereits am Montag klar, ob Fabio Celestini in der nächsten Saison den FC Basel trainiert oder weiterzieht. Am Nachmittag ist ein Treffen zwischen dem Trainer und Sportdirektor Daniel Stucki terminiert, bei dem genau diese Frage geklärt werden soll.

Damit dies aber tatsächlich der Fall ist, müsste Celestinis Antwort wohl so ausfallen, dass er den FCB verlässt. Dies wiederum wird er nur sagen, wenn er sich bereits mit einem anderen Club geeinigt und ein unterschriftsreifes, nicht zuletzt finanziell attraktiveres Angebot vorliegen hat. Kein Trainer oder Spieler würde nämlich einen weiterlaufenden Vertrag auflösen, ohne sich in dieser Ausgangslage zu befinden.

Ist das nicht der Fall, fragt sich, ob es zu einem klaren Bekenntnis Celestinis zum FCB kommt – aber auch, was dieses am Ende wert ist. Wird es ihn tatsächlich davon abhalten, eine Opportunität in den Wind zu schlagen, die sich ein paar Tage oder gar Wochen später ergibt? Die Regeln des Fussballgeschäfts sagen, dass es nicht so ist – und dass für Celestini ein Markt existiert, der ein Angebot bringt, das auch jeder andere FCB-Trainer annehmen würde.

Der FCB kann zwar jederzeit auf den gültigen Vertrag pochen. Doch der Grundsatz von Reisenden, die man nicht aufhalten soll, gilt auch bei Cheftrainern. Daraus entsteht eine dritte Möglichkeit: Der FCB beschliesst trotz aller Bekenntnisse die Trennung, um mit einem neuen Trainer verlässlich planen zu können – und bezahlt Celestini so lange weiter, bis dieser um die Auflösung bittet, da er seinen nächsten Arbeitgeber gefunden hat.

Joe Mendes

Joe Mendes vom FC Basel im Super League-Spiel gegen Yverdon-Sport FC am 21. April 2025 in Basel. (Marc Schumacher/freshfocus)

Eine Weile sah es so aus, als sei der schwedische Rechtsverteidiger gut unterwegs, wenn es darum geht, sich beim FC Basel für eine definitive Übernahme aufzudrängen. Doch in diesem Halbjahr war er – anders als zuvor – nicht mehr durchwegs in der Startelf und wirkte sein Spiel auch nicht so, als hätte er Fortschritte erzielt.

Deswegen verzichtet der FCB auf eine definitive Übernahme und Mendes wird nach Portugal zum SC Braga zurückkehren.

Leon Avdullahu

FC Basel-Spieler Leon Avdullahu im Zweikampf mit Jamie Roche vom FC Lausanne-Sport im Schweizer Cup Halbfinale in Basel.

Dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis Leon Avdullahu den FC Basel verlassen wird, ist spätestens seit dem letzten Winter klar. Bereits damals kamen erste Gerüchte auf, dass der 21-Jährige beim Bundesligisten VfL Wolfsburg auf dem Wunschzettel stehe. Im Verlauf der Rückrunde stiessen mit Borussia Mönchengladbach ein weiterer Interessent aus Deutschland und mit der AC Fiorentina einer aus Italien dazu.

Mit seinen fast durchgängig guten Leistungen in dieser Saison hat sich Avdullahu ins Visier diverser Clubs aus Europas Top-5-Ligen gespielt. Deshalb ist davon auszugehen, dass es in diesem Sommer nicht bei Gerüchten bleibt, sondern dass der FCB dann auch ein konkretes Angebot für Avdullahu auf dem Tisch liegen haben wird. Da die grossen Ligen aber erst später in die Saison starten und auch Clubs wie Gladbach erst verkaufen, bevor sie kaufen, ist denkbar, dass es August wird, bis dieser Moment kommt.

Zu Vernehmen ist zwar, dass der Spieler nicht um jeden Preis wegwill, sich auch gut seine erste Europacup-Kampagne mit dem FCB vorstellen kann. Aber im Normalfall ist das so lange der Fall, bis der nächste Schritt hin zu einem höheren Level und viel mehr Geld nur noch einer Unterschrift bedarf. Schliesslich kann eine schwere Verletzung das Ende der Ausland-Träume bedeuten.

Adrian Barisic

Adrian Barisic vom FC Basel beim Super League Spiel gegen FC Luzern am 09. März 2025 im Stadion in Luzern.

Bereits im Sommer 2024 gab es aus dem Lager des bosnischen Nationalspielers Signale, dass dieser den FC Basel verlassen wolle. Letztlich blieb Barisic und wurde in dieser Saison zum unangefochtenen Boss der Basler Abwehr – jedenfalls so lange, bis er Mitte März einen Muskelfaserriss erlitt, durch den er im spektakulären Saisonendspurt erst fehlte und sich dann aufgrund der Leistungen der Konkurrenz hinten anstellen musste.

Daniel Stucki selbst sprach vor einigen Tagen davon, dass man mit Sicherheit einen Innenverteidiger verpflichten werde. Das hat weniger mit der schweren Verletzung Finn van Breemens, sondern damit zu tun, dass der FCB-Sportdirektor damit rechnet, dass zumindest einer aus dem Duo Barisic/Adjetey den Club wird verlassen wollen.

Jonas Adjetey

Jonas Adjetey von FC Basel beim Super League Spiel gegen FC Lausanne am 30.11.2024 in Basel. Spieler in Aktion mit Ball.

Folglich ist es logisch, dass auch der Ghanaer in der Liste zu erwartender Basler Abgänge weit oben steht. In der vergangenen Saison war Adjetey der Überraschungsspieler in der FCB-Abwehr und soll bereits einige Interessenten auf den Plan gerufen haben.

Nun gibt es nach einem abermals starken Frühling die nächsten Gerüchte über einen Abgang: So soll Real Betis Balompié an einer Verpflichtung Adjeteys interessiert sein, von den Premier-League-Clubs Manchester United und Brentford werde er ebenfalls beobachtet.

Philip Otele

Philip Otele vom FC Basel dribbelt mit dem Ball über das Spielfeld während eines Super League-Spiels gegen den FC Zürich am 12. April 2025 in Zürich.

Dass der FC Basel Philip Otele fest verpflichten wird, verriet David Degen nach dem Spiel gegen den FC Luzern. Dazu wird der FCB die Kaufoption des aus den Vereinigten Arabischen Emiraten ausgeliehenen Nigerianers ziehen. Diese soll sich auf 3,5 Millionen Euro belaufen.

Doch beim 26-Jährigen könnte es zu einer ähnlichen Situation kommen, wie dies in der Vergangenheit bei den Transfers von Zeki Amdouni zu Burnley oder Andy Diouf zu Lens der Fall war: Der FCB zieht die Kaufoption bei einem Leihspieler, verkauft diesen aber direkt gewinnbringend weiter.

Denkbar wäre dies auf jeden Fall, hat Otele seit seiner Ankunft im Januar in 18 Super-League-Spielen doch neun Tore und vier Assists erzielt. Es sind dies die exakt selben Werte, wie sie ein gewisser Thierno Barry in der Saison davor im zweiten Halbjahr für den FCB aufwies, was im August 2024 schliesslich in einen Transfer zu Villarreal mündete.

Zwar war der Franzose dabei erst 21 und damit ein Perspektivspieler. Doch warum soll nicht ein kleinerer Club aus einer Top-Liga an den Diensten des 26-jährigen Otele interessiert sein und ein Angebot unterbreiten, das dem Spieler mehr Geld und dem FCB eine Ablösesumme mit guter Gewinnmarge bringt?

Bradley Fink

Bradley Fink vom FC Basel im Spiel gegen Yverdon-Sport FC in der Fussball Super League am 25.08.2024 in Basel. Ein Schiedsrichter und gegnerische Spieler im Hintergrund.

Mehr als ein Ergänzungsspieler war der 22-jährige Mittelstürmer seit seinem Wechsel zum FCB im Sommer 2022 nur kurz, im ersten Halbjahr unter Trainer Alex Frei. Die Saison 2023/24 bestritt er als Leihspieler für GC. In diesem Kalenderjahr konnte er für den FCB in der Liga gerade mal 21 Spielminuten sammeln, zuletzt stand er meist gar nicht mehr im Aufgebot. 

Mit Albian Ajeti und Kevin Carlos hat Fink derzeit zwei Konkurrenten auf seiner Position, die in dieser Saison beide eine zweistellige Anzahl an Toren erzielten. Die Spielzeit, die er für seine Entwicklung benötigt, wird Fink in Basel demnach kaum erhalten. Entsprechend drängt sich sowohl für den Spieler als auch den FCB ein Wechsel auf – ob leihweise oder definitiv. Dies, während sein Vertrag in Basel im Juni 2026 ausläuft und eine Option auf Verlängerung beinhaltet, die der Spieler ohnehin kaum erfüllen wird.

Metinho

Metinho von Basel und Sinan Karweina von Luzern im Fussballspiel der Super League zwischen FC Luzern und FC Basel.

Im Gegensatz zu Otele besitzt der FC Basel beim brasilianischen Leihspieler keine Kaufoption. Der 22-Jährige steht beim französischen Zweitligisten Estac Troyes unter Vertrag, der Teil der City Football Group ist, dem Clubnetzwerk von Manchester City. Gemäss Sportchef Daniel Stucki befindet sich der FCB in den Verhandlungen um einen Transfer von Metinho gegenüber anderen Interessenten aber in der «Pole Position».

Das dürfte vor allem am Spieler liegen, der nun in Basel gesehen hat, dass er Spielzeit erhält und sich weiterentwickeln kann. Am Ende wird entscheidend sein, ob sich die Clubs finden – und welche anderen Interessenten mitbieten. Es ist also durchaus möglich, dass der FCB keine Lösung für eine Zukunft mit Metinho findet.

Bénie Traoré

Benie Traore vom FC Basel im Super League-Spiel gegen Grasshopper Club Zürich am 3. April 2025 in Basel.

Wechselgerüchte gibt es um den ivorischen Flügelflitzer (noch) nicht. Doch seine 14 Tore und 10 Assists in 40 Pflichtspielen dürften auch Clubs aus dem Ausland nicht entgangen sein. In den grossen Ligen Europas konnte Traoré bereits erste Erfahrungen sammeln. In seinen acht Einsätzen in der Premier League (Sheffield United) und 14 Einsätzen in der Ligue 1 (Nantes) erzielte er dabei allerdings kein Tor.

4,5 Millionen Euro soll der FC Basel im letzten Sommer für die Verpflichtung des 22-Jährigen an Sheffield überwiesen haben. Nach seiner guten Saison und dem Titelgewinn mit dem FCB dürfte Traorés Marktwert über dieser Summe liegen. Ein lukrativer Transfer wäre für den FCB deshalb durchaus denkbar.

Anton Kade

Anton Kade von FC Basel im Spiel gegen Servette FC während der Fussball Super League in Genf am 9. Februar 2025.

Der Deutsche war ein wertvoller Bestandteil dieses Meisterteams. Mal in der Startelf, mal von der Bank, leistete er seinen Beitrag. Und zuletzt, da wusste er nicht nur als Flügel-Angreifer, sondern auch als Rechtsverteidiger zu gefallen.

Nach inzwischen drei Saisons beim FCB dürfte es für den 21-jährigen Deutschen inzwischen einen interessanten Markt in der 2. Bundesliga (oder gar höher) geben. Und von dort gibt es durchaus Angebote, die finanziell besser dotiert sind, als der Vertrag ist, den Kade bis 2026 an den FCB bindet.

Dominik Schmid

Dominik Schmid vom FC Basel im Spiel gegen den FC Zürich in der Super League am 12. April 2025, Zürich.

Gut genug sind sie in den vergangenen eineinhalb Jahren gewesen, die Leistungen des Linksverteidigers. Gut genug, um beim FCB auf dem Weg zum Meistertitel ein Leistungsträger zu sein – und damit auch gut genug, um einen mittelmässigen Club aus einer der grossen Ligen auf die Idee zu bringen, dass man sich mit dem Linksverteidiger eher verstärkt als schwächt. 

Was ist, wenn irgendein Bundesligist anklopft? Die Antwort liegt auf der Hand: Dann wird der 27-Jährige – anders als im Vorjahr, als das Interesse von AEK Athen zu einer Gehaltsaufbesserung in Basel führte – die Chance auf einen ohnehin besseren Zahltag und die Ausland-Erfahrung wahrnehmen.

Xherdan Shaqiri

Xherdan Shaqiri vom FC Basel schiesst den Ball während eines Super League-Spiels gegen FC Luzern in Basel.

Klar. Er ist nach Hause gekommen, um zu bleiben. Und er wird im September bereits 34. Aber ist es wirklich undenkbar, dass nach einer magischen Saison mit 18 Toren und 21 Assists ein Club aus dem Ausland anklopft und mit den Geldscheinen wedelt? Und wenn das passieren sollte: Ist dann sicher, dass Shaqiri beim FCB bleibt?

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Weil er noch bei seinen Eltern in Nidau wohnt, bekommt er die Euphorie rund um den FC Biel hautnah mit. «Selbst Leute, die ich nur flüchtig kenne, sprechen mich an. Und alle sagen mir, dass sie am Sonntag ins Wankdorf kommen werden», sagt Kelvin. «Nun weiss ich, wo all die Tickets hingekommen sind.»Der Torjäger und das Hochzeit-ProblemDer Routinier mit dem Torriecher: Omer Dzonlagic spielte bereits für den FC Thun in der Super League.Foto: Adrian MoserKaum einer fasste das Unfassbare so schön in Worte wie Omer Dzonlagic. Gleich nach dem Schlusspfiff gegen YB war das, als der Stürmer SRF ein Interview gab. Er sagte: «Ich hoffe, ich wache jetzt nicht aus dem Traum auf und merke, dass das Spiel noch gespielt werden muss.» Er schien es ernst zu meinen.Unter der Woche steht Dzonlagic auf dem Rasen der Tissot-Arena, unweit von der Stelle, wo er sein kultiges Interview gegeben hat. Oft genug ist er in den letzten Wochen darauf angesprochen worden. «Das war die pure Euphorie, herrlich!», sagt er.30 ist Dzonlagic gerade eben geworden, seine ungewöhnliche Karriere neigt sich dem Ende zu. In Schönbühl aufgewachsen, spielte der Sohn bosnischer Eltern mit 18 für den FC Bern in der 1. Liga. Innert einem Jahr schaffte er dann über die U21 des FC Thun den Sprung in die Super League. Er, der in einer Autogarage die Lehre zum Carrosserielackierer absolviert hatte, war plötzlich doch noch Profifussballer.«Ein Ausgleich zum Fussall zu haben, ist enorm wichtig.»Omer Dzonlagic, Stürmer und StudentNun ist er der Routinier, der seinen jungen Teamkollegen mit Rat zur Seite steht. Letzten Sommer begann er ein Fernstudium in Wirtschaftsinformatik, hätte er das bloss früher getan, denkt er sich nun. 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Fast wie bei einer Hochzeit.Das Cup-Abenteuer des FC BielNewsletterRotblau aktuellErhalten Sie die wichtigsten und interessantesten Geschichten und News rund um den FCB.Weitere NewsletterEinloggenDritte Halbzeit – der Fussball-Podcast von TamediaDiesen Podcast können Sie auch auf allen gängigen Podcast-Plattformen kostenlos hören und abonnieren.Marco Oppliger ist seit 2013 als Sportredaktor für Tamedia tätig. Seine Kernthemen sind Eishockey und Ski Alpin, ebenso berichtet er über Schwingen und Leichtathletik.Mehr InfosDominic Wuillemin arbeitet als Sportredaktor bei Tamedia und schreibt seit 2010 über Sportthemen – mit Fokus auf Fussball.Mehr InfosFehler gefunden?Jetzt melden.0 Kommentare