Dieser Artikel wurde von BAZ publiziert.

AboStreller, Frei und Huggel

Erst hat der Fussball ihnen alles gegeben, dann hat er sie abgestossen

Marco Streller, Alex Frei und Benjamin Huggel im Gespräch bei einem Talk der BaZ, moderiert von Oli Gut im Kulturhuus Häbse in Basel. © Nicole Pont
Jetzt abonnieren und von der Vorlesefunktion profitieren.

BotTalk

In Kürze:

  • Benjamin Huggel, Marco Streller und Alex Frei blicken zurück auf ihre Karrieren und die Probleme, die ihnen beim Übergang ins Berufsleben begegnet sind.
  • Knapp zehn Jahre nach dem Karriereende von Streller ist heute keiner der drei ehemaligen FCB- und Nationalspieler in offizieller Funktion bei einem Club tätig.
  • Heute können sie sagen: «Unsere Zeiten als Spieler waren erfolgreicher als die, die wir danach hatten.» Sie alle haben schmerzhafte Erfahrungen gemacht.

Benjamin Huggel ist schon da, zehn Minuten vor dem vereinbarten Termin. Er sitzt im Hinterzimmer des «Kulturhuus Häbse» in Basel – helles Hemd, beige Hose, weisse Turnschuhe – und beantwortet auf seinem Laptop noch ein paar E-Mails. Wenn es nach ihm ginge, könnte es losgehen. «Typisch, dass ich auf die anderen zwei warten muss», sagt er, grinsend.

Kurz darauf kommen «die anderen zwei»: Marco Streller betritt den Raum, den Arm ausgestreckt, bereit für eine grosse Umarmung mit Huggel. Alex Frei humpelt ihm hinterher, er hat sich beim Schneefussball in Arosa das Kreuzband gerissen. Die Schiene an seinem rechten Bein ist natürlich eine Steilvorlage für Huggel und Streller.

Es dauert keine fünf Minuten, bis die drei den eben noch leeren Raum mit Leben füllen. Hier ein Spruch, da ein Witz, dort ein «Hast du gehört, dass …?» Eigentlich müsste man ihnen jetzt schon ein Mikro in die Hand drücken und das Publikum einladen. Dabei beginnt der Auftritt erst in über einer Stunde.

In dieser Woche haben Benjamin Huggel, Marco Streller und Alex Frei zusammen auf einer Bühne gesessen. Es ist ihr erster öffentlicher Auftritt als Trio, seit sie nicht mehr spielen – und das ist ja auch schon wieder zehn Jahre her. 2015 beendete Streller als letzter von ihnen seine Laufbahn.

Jetzt sitzen sie dort oben und reden über ihre Karrieren. Im Hintergrund prangt ein Bild von ihnen als Spieler im rotblauen Trikot. Drei erfolgreiche Fussballer mit insgesamt 20 Schweizer-Meister-Titeln, elf Cupsiegen, zwei Torjäger-Kanonen und einer deutschen Meisterschaft. Genau dieses Bild hat sie immer verfolgt.

Es war nicht einfach für sie, den Fussballprofi hinter sich zu lassen und den nächsten Schritt zu machen. Manchmal hat es wehgetan, jedem von ihnen. Inzwischen scheinen sie einen Weg gefunden zu haben, zumindest vorerst. Doch das Erstaunliche ist: Keiner ist in einer offiziellen Funktion für einen Club tätig.

Es wirkt fast so, als habe der Fussball ihnen erst alles gegeben, nur um sie danach abzuweisen und wegzustossen.

Käsesommelier, Padelhallen und Musikfestival

Frei hat nach seinem Aus als Trainer beim FC Aarau im letzten März eine Ausbildung zum Käsesommelier abgeschlossen, das war schon immer sein Traum. Streller hat mit einem Partner mehrere Padelhallen eröffnet und ist seit letztem Jahr für die Partner-Akquise des Basler Musikfestivals Baloise Session zuständig. Huggel hilft Sportlern mit seinem «Athletes Network» dabei, den Übergang von der Karriere in den Alltag zu meistern.

Heute sind sie 47 (Huggel), 45 (Frei) und 43 (Streller) Jahre alt, allesamt zweifache Familienväter. Huggel war Trauzeuge bei Strellers Hochzeit und beide sind gegenseitig Götti ihrer Töchter. Ihre Geschichte geht weit über den Fussball hinaus und wird doch von ihm zusammengehalten. Der gemeinsame Nenner von drei sonst so unterschiedlichen Charakteren.

Drei Schweizer Fussballspieler, darunter Benjamin Huggel, Marco Streller und Alexander Frei, trainieren beim Lauftraining in Zürich 2005.

Streller und Huggel lernen sich schon früh kennen auf den Fussballplätzen rund um Basel. Irgendwann stösst auch Frei dazu, schon damals mit einem beneidenswerten Ehrgeiz ausgestattet. «Wenn du nicht 100 Tore in einer Saison schiesst, musst du gar nicht mit mir reden», hat der Stürmer Frei dem Stürmer Streller bei einer ihrer ersten Begegnungen gesagt.

Ihre Wege verlaufen unterschiedlich: Huggel setzt sich direkt beim FCB durch, mit 21 und nach einer Ausbildung als Landschaftsgärtner. Bei Streller braucht es den Umweg über Thun. Frei lanciert seine Karriere erst in Thun, in Luzern, in Genf so richtig. Trotzdem bleiben sie einander verbunden.

«Alex und ich haben als Kinder im gleichen Dorfverein gespielt. Ein paar Jahre später waren wir bei der WM 2006 im ersten Spiel das Sturmduo der Schweiz», erzählt Streller, «eine unglaubliche Geschichte.» Selbst für ihn klingt sie manchmal noch surreal. «Wo gibt es das denn sonst?»

Vom Dorfverein zum Schweizer Sturmduo bei der WM 2006

Ihre grösste Zeit haben die drei, als der FCB sie wieder vereint. Streller und Huggel kommen 2007 aus der Bundesliga zurück, Frei zwei Jahre danach. Zusammen prägen sie die erfolgreichste Ära des Clubs. Ein Titel nach dem anderen, Siege in der Champions League und eine Stimmung in der Kabine, die keiner vergessen hat, der damals dabei war.

Jeder hat seine Rolle: Frei, der Ehrgeizling mit den vielen Toren. Huggel, der auf dem Rasen und in der Kabine den Bösen mimt. Streller, der alle in den Arm nimmt. Streller sagt: «Wir sind verschieden, aber vertreten die gleichen Werte. Wir konnten uns aufeinander verlassen, darum waren wir auch so erfolgreich.» Frei ergänzt: «Wenn es gezählt hat, waren wir füreinander da.»

In den restlichen Stadien der Schweiz werden sie verlässlich ausgepfiffen – in Basel hingegen sind sie Könige. Vielleicht hatte man auch darum das Gefühl, dass es immer so weitergehen würde. Ging es aber nicht.

Ihr Beruf schadete Frei und Streller auch gesundheitlich

Rückblickend muss man sagen: Keiner von ihnen ist vorbereitet auf die Zeit danach. «Wir haben uns alle zu wenig Zeit gelassen, um herauszufinden, was wir gerne machen und was wir überhaupt können», sagt Huggel, «wir hätten uns drei Jahre Zeit nehmen sollen.» Stattdessen werfen sie sich mit voller Wucht in ihr zweites Leben.

Huggel arbeitet nach seinem Karriereende als Trainer im Nachwuchs. Er muss schnell erkennen, dass dort keiner auf ihn gewartet hat. «Ich dachte, die Leute finden es toll, wenn ich da bin und mit ihnen arbeite. Das war eine kolossale Fehleinschätzung, denn am Ende war ich ein Konkurrent.» Huggel merkt schnell: Trainer sein, das ist gar nicht das, was ihm wirklich gefällt.

Frei springt nach seinem letzten Spiel im April 2013 noch schnell unter die Dusche, ehe er Sportdirektor des FC Luzern wird. Anderthalb Jahre zerreibt er sich, bis zur körperlichen Erschöpfung. «Heute kann ich sagen: Die Zeit hat mir gutgetan. Es war schlecht für meine Gesundheit, aber es hat mir gezeigt, was ich will und was nicht.»

Streller tritt nach seinem letzten Spiel im Sommer 2015 immerhin für zwei Jahre in den Hintergrund – aber nur, um danach alle Stufen einer normalen Karriere zu überspringen: Sportchef des «neuen» FC Basel unter Präsident Bernhard Burgener und Verwaltungsrat, wie auch Frei. «Ich habe das total unterschätzt und musste es schmerzhaft erfahren», sagt Streller.

Diskussion beim Basler Fussball-Talk mit Marco Streller, Alex Frei und Benjamin Huggel, moderiert von Oli Gut im Kulturhuus Häbse in Basel. Hintergrund mit Bildern der FCB-Legenden.

Sie alle mussten erkennen, dass der Übergang nicht einfach ist. «Das, was du gut konntest, ist plötzlich nichts mehr wert», sagt Huggel. Sie wurden vom Gefragten zum Fragenden: Als Fussballer kam der Materialwart oder der Physiotherapeut oder der Teammanager: «Brauchst du noch was? Kann ich was für dich tun?» Aber irgendwann fragt keiner mehr.

Alle drei haben einen hohen Preis gezahlt und sind unter den Augen der Öffentlichkeit ins Straucheln geraten. «Unsere beruflichen Entscheidungen werden immer genau beobachtet. Wir konnten in unserer Lernphase nicht unter dem Radar fliegen», sagt Huggel. Beim kleinsten Fehler zeigten immer alle gleich mit dem Finger auf sie.

Streller wird heute noch von gewissen Aussagen verfolgt, die er im Übereifer als Sportdirektor getätigt hat. «Wir haben 17 Punkte Vorsprung vor YB. Da ist Raum, um etwas zu probieren», das ist so ein Satz. Und bei Frei war die Aufregung immer ein bisschen grösser als bei anderen Trainern des FC Wil, des FC Winterthur, des FC Aarau und selbst des FC Basel.

Heute sagt er: «Ich war irgendwann an einem Punkt, an dem ich mir selbst beweisen wollte: Ich kann noch etwas anderes als immer nur Fussball!»

Ganz ohne Fussball geht es nicht: Alle drei arbeiten inzwischen als TV-Experten

Sie haben sich vorerst für ein Leben ausserhalb des Fussballs entschieden. Der Spielplan bestimmt jetzt nicht mehr über Alltag und Gesundheit. Aber ganz ohne geht es auch nicht: Als Experten sieht man die drei regelmässig, entweder bei SRF oder bei Blue. Jetzt sind sie es, die die Arbeit anderer bewerten. So wie sie damals bewertet worden sind.

«Ich bin dankbar, dass ich mich lösen konnte», sagt Streller. Er kann jetzt wieder ins Stadion gehen, «seinen» FCB unterstützen und dann nach Hause fahren. «Ich nehme es nicht mehr mit. Es belastet mich nicht mehr.» Fast zehn Jahre hat es gedauert, bis er an diesem Punkt angekommen ist.

Ausschliessen will keiner der drei, dass sie mal zurückkehren zum FC Basel oder in den Fussball generell. Aber aktuell scheint das weit weg. Benjamin Huggel, Marco Streller und Alex Frei haben ihren Weg gemacht und irgendwie auch ihren Frieden geschlossen.

Während ihres einstündigen Auftritts sagt Streller einen zentralen Satz, der fast ein bisschen untergeht: «Unsere Zeiten als Spieler waren erfolgreicher als die, die wir danach hatten.» Inzwischen kann er das so sagen, und auch «die andern zwei» können es. Vor ein paar Jahren wäre das noch nicht möglich gewesen.

Similar Posts

  • FCB in Europa League: FC Basel: Freiburg, Stuttgart und ein Wiedersehen mit Thorsten Fink

    FCB in Europa League – FC Basel: Freiburg, Stuttgart und ein Wiedersehen mit Thorsten FinkDie Gegner des Schweizer Meisters in der Europa League sind bekannt: Es kommt zum Duell mit zwei Bundesligisten.Publiziert heute um 15:23 UhrThorsten Fink hat sich in den Playoffs zur Europa League mit Genk gegen Lech Posen durchgesetzt.Foto: ImagoJetzt abonnieren und von der Vorlesefunktion profitieren.BotTalkAston Villa FC aus England, FC Viktoria Pilsen aus Tschechien, FCSB Bukarest aus Rumänien, Lyon aus Frankreich, Genk aus Belgien, Salzburg aus Österreich und der VfB Stuttgart sowie der SC Freiburg aus Deutschland. Das sind die acht Gegner des FC Basel in der Ligaphase der Europa League.Damit kommt es für den FCB zum Wiedersehen mit Trainer Thorsten Fink, der bei Rotblau von 2009 bis 2011 an der Seitenlinie wirkte. Fink ist inzwischen bei Genk angestellt und schaffte mit den Belgiern die Europa-League-Qualifikation dank eines Playoff-Erfolgs über Lech Posen.Allerdings wird der 57-Jährige nicht in den St.-Jakob-Park zurückkehren. Rotblau tritt bei Genk an. Die anderen Auswärtsdestinationen sind Salzburg, Lyon und Freiburg.Das Duell mit den Breisgauern ist quasi ein Nachbarschaftsduell, ein internationales Duell, bei dem der FCB innerhalb von einer guten Stunde mit dem Bus anreisen kann. Eine Partie, die mit Sicherheit auch viele rotblaue Supporter nach Freiburg locken wird.Der zweite Bundesligist, gegen den das Team von Trainer Ludovic Magnin in dieser Kampagne antreten muss, ist der VfB Stuttgart. Der Deutsche Pokalsieger tritt im Joggeli an – wie Aston Villa, Viktoria Pilsen und FCSB Bukarest. Für Magnin ist das Wiedersehen mit Stuttgart etwas Besonderes. Der Romand sagt: «Dieses Los habe ich mir insgeheim gewünscht.» Magnin wurde 2007 als Spieler mit den Stuttgartern Meister.Auch Xherdan Shaqiri freut sich, mit Lyon auf einen früheren Arbeitgeber zu treffen. Und natürlich auch auf das Wiedersehen mit Thorsten Fink. Shaqiri sagt: «Ich finde, wir dürfen uns mit sehr attraktiven Gegnern messen.»Überhaupt zeigen sich die Exponenten des FC Basel erfreut über die acht Gegner, die ihnen international bis Ende Januar 2026 gegenüberstehen werden. Sportdirektor Daniel Stucki sagt: «Unsere Gegner sind sportlich und auch für die Fans sehr attraktiv und die Distanzen sind überschaubar, was aus logistischer Sicht und für die Regeneration natürlich gut ist.»Der Spielplan mit den Spielterminen und Anstosszeiten wird am Sonntag, dem 31. August bekannt gegeben. Informationen zum Ticketverkauf bei den FCB-Heimspielen folgen danach.Der FC Basel im EuropacupDiesen Podcast können Sie auch auf allen gängigen Podcast-Plattformen kostenlos hören und abonnieren.NewsletterRotblau aktuellErhalten Sie die wichtigsten und interessantesten Geschichten und News rund um den FCB.Weitere NewsletterEinloggenDominic Willimann ist 1979 geboren. Er ist seit 2007 Sport-Redaktor der Basler Zeitung und kennt den regionalen Sport aus dem Effeff. Ebenso ist der in der Stadt Basel aufgewachsene Journalist seit seiner Jugend mit den Geschehnissen rund um den FC Basel vertraut, über den er heute regelmässig berichtet. Und: Er hat seit 2007 kein Eidgenössisches Schwingfest verpasst.Mehr InfosFehler gefunden?Jetzt melden.0 Kommentare

  • «FCB direkt» – Rotblau total: Gabriel Sigua: Die einzige Basler EM-Hoffnung

    Dieser Artikel wurde von BAZ publiziert. – Gabriel Sigua: Die einzige Basler EM-Hoffnung Da beim FCB aktuell nur wenig los ist, sprechen wir über verschiedene Themen – unter anderem auch über Gabriel Sigua, der an der EM in Deutschland teilnimmt. Publiziert heute um 16:30 Uhr Abonnieren Sie diesen Podcast: auf Spotify oder Apple Podcast. Die…

  • Alles zum Spiel gegen Sion: Benjamin Kololli sorgt für das Kuriosum des Abends

    AboAlles zum Spiel gegen Sion – Benjamin Kololli sorgt für das Kuriosum des AbendsDer FC Basel bezwingt den FC Sion mit 2:0 und festigt Platz 1 der Super League. Die beiden Tore sind die Highlights dieser Partie.Publiziert heute um 21:09 UhrWas für ein Fauxpas! Sions Benjamin Kololli (rechts) traf für seinen einstigen Arbeitgeber.Foto: Marc Schumacher (Freshfocus)Jetzt abonnieren und von der Vorlesefunktion profitieren.BotTalkDie AusgangslageDer FC Basel hat seit dem letzten Pflichtspiel nur eine kurze Pause gehabt. Rotblau spielte am Mittwoch im Schweizer Cup in Carouge. Sion hingegen hat einige spielfreie Tage mehr hinter sich und kommt entsprechend ausgeruht ans Rheinknie. Dennoch ist Basel klarer Favorit in diesem Vergleich; auch weil Rotblau die beiden letzten Duelle mit Sion im St.-Jakob-Park in dieser Saison (Super League und Cup) gewonnen hat.Das SpielDer Gast aus dem Wallis startet besser in die Partie und jubelt bereits früh (7.). Doch der Treffer von Mohcine Bouriga zählt zu Recht wegen Abseits nicht. Vorbei ist es mit dem Walliser Startfurioso, als Benjamin Kololli ein kurioses Eigentor produziert (17.).Diese 1:0-Führung gibt dem FCB die notwendige Sicherheit, um den Gegner besser in den Griff zu kriegen. Offensiv geht aber wenig. Doch ein Pass in den Strafraum von Xherdan Shaqiri wird plötzlich zum Torschuss, weil Dominik Schmid den Ball geschickt durchlässt, und das Spielobjekt danach vorbei an Freund und Feind ins Tor kullert.Nach 45 Minuten steht es nach Torschüssen 1:2, doch der FCB führt 2:0. Anders als vor Wochenfrist in St. Gallen gibt der Leader diese Führung nicht mehr preis. Weil Sion nicht mehr kreieren kann und der FCB nicht mehr kreieren muss, plätschert das Geschehen bis zum Schlusspfiff dahin. Der Premierensieg als Leader ist aber nie in Gefahr, sodass sich Basel über den ersten dreifachen Punktgewinn seit dem 6. Februar freuen darf.Die TaktikDer FC Basel vertraut auf sein bewährtes 4-2-3-1-System. Dabei darf Finn van Breemen anstelle von Jonas Adjetey in der Innenverteidigung beginnen. Und weil Kevin Carlos gesperrt fehlt, stürmt Albian Ajeti. Zudem bekommt Aussenverteidiger Kevin Rüegg wie schon am Mittwoch in Genf den Vorzug gegenüber Joe Mendes.Rotblau gefällt als Kollektiv. Auch nach der Auswechslung von Xherdan Shaqiri nach einer guten Stunde setzt das Heimteam die Gäste konsequent unter Druck, sodass die Mannschaft von Didier Tholot ihr Spiel nie aufziehen kann. Die Bälle in die Tiefe beschäftigen den Gast immer wieder.Die AufregerEin grosses Tamtam gibt es bereits vor dem Anpfiff. Nachdem am Freitag im «Pfyfferli» das Fasnachts-Trikot präsentiert worden ist, werden am Spieltag im Fanshop die Sonder-Shirts fleissig verkauft. Im Innern des Stadions hingegen stimmt Aufstiegstrainer Claude «Didi» Andrey auf die Sion-Partie ein und als schliesslich die Akteure das Spielfeld betreten, tun sie das an der Hand verschiedener Fasnachtsfiguren. Die Einlaufkinder kommen diesmal in Kostümen zu ihrem grossen Auftritt.An dieser Stelle finden Sie einen ergänzenden externen Inhalt. Falls Sie damit einverstanden sind, dass Cookies von externen Anbietern gesetzt und dadurch personenbezogene Daten an externe Anbieter übermittelt werden, können Sie alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen.Cookies zulassenMehr InfosAuf dem Rasen gibt es drei Aufreger: Den ersten bereits nach 15 Sekunden, als Leon Avdullahu für sein Einsteigen Gelb sieht. Den zweiten nach 17 Minuten, als Benjamin Kololli seinen ehemaligen Arbeitgeber mit einem kuriosen Eigentor in Führung bringt. Der 32-Jährige köpfelt eine Flanke von Dominik Schmid völlig unbedrängt ins eigene Tor.Und auch der dritte Aufreger spielt sich rund um den Sechzehner der Gäste ab. Xherdan Shaqiri spielt den Ball von ausserhalb des Strafraums in diesen – und plötzlich liegt der Ball im Tor. Es steht nach 25 Minuten 2:0, ohne dass der FCB nur einmal aufs Sion-Tor geschossen hat…Das muss besser werdenDer Rasen! Es hat sich bereits in den vorangegangen Heimspielen in diesem Jahr gezeigt, dass das neue Grün im Joggeli noch nicht jene Qualität hat, die sich die Fussballer wünschen. Technisch sauberen Fussball zu spielen, scheint auf dieser Unterlage kein leichtes Unterfangen zu sein. Es bleibt zu hoffen, dass in den nächsten Tagen, wenn die Temperaturen in Basel steigen sollen, der Joggeli-Rasen davon profitieren kann.Das sagt der TrainerFabio Celestini ist voll des Lobes über seine Mannschaft, die die Aufgabe sehr gut gelöst habe. Er sei mit dieser Woche sehr zufrieden: Ein Punkt in St. Gallen, ein Sieg in Carouge und nun das Festigen der Tabellenführung gegen Sion. In seiner Analyse nach dem dritten Heimsieg über die Walliser in dieser Saison (zweimal Liga, einmal Cup) sagt der Romand: «Das erste Tor hat uns die notwendige Power gegeben, danach hat es Klick gemacht.» Es ist eben jener Treffer von Celestinis Ex-Spieler Kololli…So geht es weiterNach dem strengen Programm mit dem Cupspiel bei Etoile Carouge in den letzten Tagen steht für den FCB eine «normale» Woche an. Sprich: Am Sonntag vor dem Morgestraich gastiert Rotblau beim FC Luzern. Es ist dies ein nächstes Spitzenspiel.Alles zum FC Basel:NewsletterRotblau aktuellErhalten Sie die wichtigsten und interessantesten Geschichten und News rund um den FCB.Weitere NewsletterEinloggenDominic Willimann ist seit 2007 Sport-Redaktor der BaZ und kennt den regionalen Sport aus dem Effeff. Ebenso ist er mit den Geschehnissen rund um den FC Basel vertraut und hat seit 2007 kein Eidgenössisches Schwingfest verpasst. Mehr InfosFehler gefunden?Jetzt melden.0 Kommentare

  • Baselbieter Sportchef beim FC Lugano: Ein Sissacher will den FCB aus dem Cup werfen

    – Ein Sissacher will den FCB aus dem Cup werfenDer Baselbieter Carlos Da Silva ist Sportchef beim FC Lugano, der im Viertelfinal des Schweizer Cups auf den FCB trifft. Eng arbeitet Da Silva mit einem anderen Baselbieter zusammen: mit Georg Heitz.Publiziert heute um 20:46 UhrCarlos Da Silva ist beim FC Lugano seit Sommer 2021 Sportchef.Foto: Davide Agosta (Keystone)Es ist ein Heimkommen. So auch an diesem Mittwoch, wenn Carlos Da Silva, der mit vollem Namen Carlos Da Silva Da Costa heisst, mit dem FC Lugano im Viertelfinal des Schweizer Cups im St.-Jakob-Park gastiert. Immer dann, wenn er auf der Autobahn an Rheinfelden vorbei in Richtung Basel fahre, erzählt der 40-Jährige, kämen all die Erinnerungen hoch. An seine Jugend, an seine Freunde, an seine Familie. An eine Zeit, in der noch wenig darauf hindeutete, dass aus dem portugiesischen Einwanderer ein Profifussballer mit 282 Einsätzen in der Super und der Challenge League werden würde.Diese Karriere ist seit bald sechs Jahren nach Engagements bei GC, Schaffhausen, Lugano und Rapperswil-Jona beendet. Inzwischen ist Da Silva Sportchef in Lugano. Dort, wo er inzwischen genauso lebt, wie in Rapperswil bei seiner Frau und den beiden Söhnen. Aber Da Silvas Vergangenheit führt eben in die Region Basel, in die es ihn auch immer wieder privat zieht. Das ist verständlich: Der Bruder wohnt nach wie vor in Sissach, wo die Familie vor rund 35 Jahren aus Portugal hingezogen ist. Die Schwiegereltern sind in Magden daheim, und mit Beat Sutter gehört ein ehemaliger Nationalspieler aus dem Baselbiet ebenfalls zum engeren Zirkel: Er ist der Götti seiner Frau.Mit 16 von Sissach nach ZürichDie Identifikation mit der Heimat ist also nach wie vor da. Auch weil er seinen sportlichen Förderern im Oberbaselbiet einiges zu verdanken hat. Daniel Senn ist einer von ihnen, ein anderer Mathias Walther. Dieser holt den damals 16-Jährigen nach einer ersten Kontaktaufnahme an einem Hallenturnier in den Nachwuchs des Grasshopper Clubs Zürich. Aufgefallen ist Da Silva wegen seiner Technik, Athletik und seinem strammen Schuss. Zu diesem Zeitpunkt hat der Mittelfeldspieler gerade mal eine Pflichtpartie in der ersten Mannschaft seines Stammclubs SV Sissach in den Knochen. In diesem letzten Meisterschaftsspiel der 3. Liga gelingen ihm, 15-jährig, drei Tore, die letztlich den Abstieg der Sissacher verhindern. Dass sein Weg nach Zürich und nicht nach Basel führt, was naheliegender gewesen wäre, hat einen Grund. Zwar bemüht sich auch der FCB um die Dienste Da Silvas, doch sieht dieser bei GC bessere Perspektiven. Die «Ajax-Schule» bei Ausbildungschef Piet Hamberg überzeugt ihn. Zudem kann er bei einer Gastfamilie wohnen und eine kaufmännische Schule besuchen.Da Silvas Hochgefühl im JoggeliWas folgt, ist der Aufstieg in die erste Mannschaft, wo Carlos Bernegger Marcel Koller ersetzt. Bernegger ist bereits bei den GC-Junioren Da Silvas Trainer und verhilft ihm mit 19 Jahren zum Super-League-Debüt. Schon beim vierten Einsatz kommt es zu jenem Moment, den Da Silva als den besten seiner Karriere bezeichnet. Und heute noch jedes Detail dieses ersten Super-League-Tors erzählen kann, das er am 23. November 2003 im Joggeli gegen den FCB erzielt – so eben, als wäre es gestern gewesen: «Ich erwischte Zuberbühler mit meinem Schuss auf dem falschen Fuss.» Der damalige FCB-Goalie habe auf eine Flanke spekuliert, da Eduardo in der Strafraummitte bereitgestanden sei. «Für mich war dieser Treffer ein riesiges Highlight.»Von solchen Erfahrungen profitiert Da Silva heute in seiner neuen Rolle. Er ist nicht irgendein Sportchef. Er ist Sportchef des FC Lugano. Und da der Partnerverein der Tessiner Chicago Fire heisst, arbeitet Da Silva eng mit einem anderen Baselbieter zusammen. Der Oberwiler Georg Heitz, der mit dem FCB Grosses erreicht hat, ist bei Chicago Sportchef. Da Silva sagt: «Ich habe den besten Sportchef der letzten Jahre an meiner Seite.» Heitz war es auch, der Da Silva besser kennen lernte, als dieser bei Rapperswil-Jona diverse Aufgaben im Umfeld der ersten Mannschaft erledigte. Und ihn schliesslich zum FC Lugano lotste.So sind die Arbeitstage Da Silvas vielmals zweigeteilt. Morgens widmet er sich den Anliegen der Spieler oder des Staffs und tauscht sich mit CEO Martin Blaser, auch er mit rotblauer Vergangenheit, aus. Am Nachmittag schliesslich wählt Da Silva die amerikanischen Telefonnummern. Der Kontakt mit Heitz und Chicagos technischem Direktor Sebastian Pelzer findet täglich statt, sobald in Chicago eben der Arbeitstag beginnt. Das Trio bildet und verantwortet denn auch die «Gruppe Sport» beim FC Lugano. Einmal pro Jahr reist Da Silva selbst in die USA. «Das ist wichtig, weil ich vor Ort sehr viel über die Entwicklung des Clubs erfahre.»Besonderes Duell: Der Baselbieter Carlos Da Silva 2004 im Dress von GC gegen den FC Basel (hier Grégory Duruz). Foto: Steffen Schmidt (Keystone)Solche Erkenntnisse lässt er in sein tägliches Wirken einfliessen. Natürlich hilft ihm dabei auch seine Vergangenheit als Profi. «Ich war ein gemütlicher Fussballer», sagt er und lacht. Heute reiche Talent allein nicht mehr, um bestehen zu können. Es werde harte Arbeit verlangt. Das versuche er den Spielern der Bianconeri zu vermitteln. Der Sohn drückt Rotblau die DaumenOffensichtlich ist, dass der FC Lugano in der jüngsten Vergangenheit eine Entwicklung in die gewünschte Richtung durchgemacht hat. «Auch in dieser Saison sind wir voll dabei», sagt der Baselbieter. Die Mehrbelastung mit der Europa League sei eine wertvolle Erfahrung gewesen. Nach dem Ausscheiden aus dem Europacup kann der Fokus aber nun ganz auf die anderen Wettbewerbe gelegt werden: In der Meisterschaft wolle man unter die ersten vier, im Cup sei man im Viertelfinal. Diese Partie im Schweizer Cup ist für Da Silva eine besondere. Weil der FCB für ihn nach wie vor ein spezieller Club sei. Und weil er als Sportchef des FC Lugano in Basel gleichzeitig immer gewinnen wolle – so wie Anfang Februar, als die Tessiner dank Renato Steffens Treffer 1:0 siegten. Mit diesem Ergebnis wäre Da Silva am Mittwoch natürlich zufrieden. Kommt es anders, freut sich ein anderer in der Familie. Sein älterer Sohn ist ein eingefleischter FCB-Fan. Da Silva sagt: «Der Fussball ist auch daheim ein grosses Thema.»Carlos Da Silva ist sich bewusst, dass sein Job ein Privileg ist. «Ich habe nie das Gefühl, dass ich arbeiten gehen muss.» Es sei immer eine Freude, seiner grossen Leidenschaft nachzugehen. So wie damals, als alles begann und er beim SV Sissach die ersten Schritte in der Welt des Fussballs machen durfte.Mehr zum FC Basel:Fussball-Podcast: «Die dritte Halbzeit»An dieser Stelle findest du einen ergänzenden externen Inhalt. Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies von externen Anbietern gesetzt und dadurch personenbezogene Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen.Cookies zulassenMehr InfosDominic Willimann ist seit 2007 Sport-Redaktor der BaZ und kennt den regionalen Sport aus dem Effeff. Ebenso ist er mit den Geschehnissen rund um den FC Basel vertraut und hat seit 2007 kein Eidgenössisches Schwingfest verpasst. Mehr InfosFehler gefunden?Jetzt melden.0 Kommentare

  • Neuer Vertrag bis 2027: Mirko Salvi bleibt dem FC Basel langfristig erhalten

    Dieser Artikel wurde von BAZ publiziert. – Mirko Salvi bleibt dem FC Basel langfristig erhalten Die Basler verlängern den Vertrag mit ihrer langjährigen Nummer 2 im Tor. Damit dürfte nun auch endgültig klar sein, dass Marwin Hitz die Nummer 1 des FCB bleibt. Publiziert heute um 09:36 Uhr Mirko Salvi hat in der letzten Saison…