Dieser Artikel wurde von 20 Minuten publiziert.

Publiziert28. April 2025, 04:38

InterviewShaqiri verrät, was in den letzten Jahren das FCB-Problem war

Xherdan Shaqiri spricht nach dem spektakulären 3:2-Sieg des FC Basel gegen Lausanne über Siegermentalität, Emotionen – und Partylaune.

Nils Hänggi

Das entscheidende Tor im Video.

SRF

Darum gehts

  • Nach einem 3:2-Erfolg gegen Lausanne zieht der FC Basel in den Cupfinal ein.

  • Xherdan Shaqiri lobt die Fans und die Moral des Teams.

  • Shaqiri betont die Wichtigkeit des Glaubens an den Sieg und die Unterstützung der Fans.

Xherdan Shaqiri ist bestens gelaunt, als er nach dem 3:2-Sieg nach Verlängerung im Cup-Halbfinal über Lausanne in die Mixed Zone kommt. Mit einem Grinsen auf den Lippen nimmt er sich viel Zeit für die Fragen.

Xherdan Shaqiri, Sie sind nach Basel gekommen und haben gesagt, dass Sie Titel holen wollen. Jetzt würde ich sagen: Mit einer Hand sind Sie am Cup.

Das ist so. Es war ein schwieriges Spiel heute, aber wir haben immer daran geglaubt und wir haben es geschafft. Es war ein tolles Spiel auf beiden Seiten. Am Schluss hatten wir einfach den besseren Willen. Am Ende haben eigentlich nur noch wir gespielt.

Der FC Basel hat zweimal einen Rückstand aufgeholt. Das beweist die super Moral.

Genau. Das zeigt die Winner-Mentalität: nie stoppen, obwohl wir auch immer wieder Rückschläge zu verkraften hatten. Wir haben bis zum Schluss an uns geglaubt. Die Fans haben uns natürlich auch gepusht. Wichtig war auch, dass wir gleich nach der Pause das Tor (1:1, d. Red.) geschossen haben.

Auch ein Zeichen, dass die Mannschaft nochmals einen Schritt gemacht hat?

Absolut. Wir haben das jetzt mehrmals bewiesen. Im Fußball ist es wichtig, mental stark zu bleiben. Das 2:1 darf uns beispielsweise nicht passieren, da muss die Kommunikation besser sein. Aber wir haben an uns geglaubt und prompt das 2:2 geschossen. Wir haben an uns geglaubt, wir müssen pushen. Das habe ich auch dem Team gesagt.

FCB-Star Xherdan Shaqiri hatte einen wunderbaren Sonntagnachmittag.

FCB-Star Xherdan Shaqiri hatte einen wunderbaren Sonntagnachmittag.

IMAGO/Sports Press Photo

Wie stolz sind Sie auf die Mannschaft?

Ich habe sehr Freude, alle haben Freude. Wenn man in den Cupfinal kommt, ist das harte Arbeit. Wir sind alle sehr stolz und natürlich wollen wir den Titel in Bern jetzt auch holen. Das wird ein schönes Spiel vor voller Hütte. Cupfinals sind immer speziell zu spielen.

Ist Ihnen bewusst, dass Sie das Double holen können?

Das ist Fakt, ja. Ich probiere alles, um mit dem FCB erfolgreich zu sein. Jetzt können wir uns aber erstmals auf die Liga konzentrieren. Mit Servette steht ein schwieriges Spiel bevor, aber mit dieser vollen Hütte können wir einen Schritt nach vorne machen.

Was lief nach dem Schlusspfiff ab? Wie ist es in der Kabine?

Ich war noch nicht (lacht) Ich musste Interviews machen. Es ist aber noch ruhig, habe ich das Gefühl. Ich muss Musik laufen lassen…

Shaqiri grinst. Dann macht ihm die FCB-Mediensprecherin darauf aufmerksam, dass durchaus Musik in der Kabine laufe.

Ah, es läuft? Ah, easy (lacht)

Xherdan Shaqiri als neuer Papst?

Xherdan Shaqiri als neuer Papst?

Pascal Muller/freshfocus

Was würde der FC Basel ohne Ihre stehenden Bälle machen?

Jetzt ist nicht die Zeit, um darüber zu sprechen. Ich weiss meine Qualitäten. Und diese muss man natürlich gut ausnutzen, aber das machen wir. Schön, dass mein Eckball zu einem Tor führte. Schade ist, dass mein Freistoss nicht reinging, aber da war der Lausanner Goalie einfach ein bisschen gross. Er hatte lange Arme (lacht).

Wie feiern Sie jetzt?

Ich geniesse es. Es ist schön, wenn man in den Cupfinal einzieht. Es ist auch eine Genugtuung für die ganzen letzten Jahre und der Lohn für unsere harte Arbeit. Aber wir sind eine Mannschaft, die hungrig ist und immer mehr will. Wir geniessen das jetzt und dann bereiten wir uns auf Servette vor. Wir bleiben am Boden, noch haben wir nichts gewonnen.

Letzter Titel ist ein paar Jahre her. Was haben Sie gemacht, dass nun die Winnermentalität wieder da ist?

Die Formel zu nennen, ist schwierig. Wenn das so einfach wäre … Wir reden viel miteinander. Im Training fängt es schon an, da will schon jeder alles gewinnen. Die Mannschaft muss daran glauben, dass man immer gewinnen kann. Das war, glaube ich, auch das Problem in den letzten Jahren. Es weht wieder ein anderer Wind. Wir sind wieder auf dem guten Weg erfolgreich zu sein.

Haben Sie diese Mentalität schon gesehen, als Sie zum FC Basel kamen?

Sicher muss man da einen Push geben. Ich habe ja gesehen, wie die Mannschaft ist. Vielleicht hat es auch 1–2 gebraucht wie mich, dass auf die Jungen geschaut wird. Aber wir reden wirklich oft miteinander – in guten und in schlechten Zeiten.

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