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AboFCB erreicht Cupfinal

FC Basel hat das Double im Blick – und damit auch eine Gezeitenwende

FC Basel Spieler jubeln nach dem Sieg im Halbfinale des Schweizer Cups gegen FC Lausanne-Sport, 27. April 2025 in Basel.
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In Kürze:

  • Über 33’000 Fans bejubeln den FC Basel nach dem Cup-Halbfinalsieg gegen Lausanne-Sport.
  • Die Basler führen die Super League mit sechs Punkten Vorsprung an.
  • Im Cupfinal trifft der FCB überraschend auf den Drittligisten FC Biel.
  • Xherdan Shaqiri könnte sein drittes Double mit dem FCB nach 2010 und 2012 feiern.

Es heisst, Bilder sagen mehr als tausend Worte. Und wenn es um die Befindlichkeit des FC Basel Ende April 2025 geht, dann muss man sich nur die Bilder nach dem Schlusspfiff des Cup-Halbfinals gegen Lausanne-Sport im St.-Jakob-Park zu Gemüte führen, um zu wissen, wie prächtig es gerade um den Club und seine Anhängerschaft steht.

33’071 Zuschauer, die das Joggeli mit ihrem Jubel gefühlt erbeben lassen. Spieler in Rot und Blau, die sich in den Armen liegen. Und ein Trainer namens Fabio Celestini, der allein vor der Muttenzerkurve die Fäuste in die Luft streckt, seinen Emotionen freien Lauf lässt, in die Luft springt und vor Freude schreit.

Trainer Fabio Celestini vom FC Basel jubelt ber die Schweizer Cup-Sieg in Basel am 27. April 2025.

Der FC Basel hat auch nach diesem 3:2-Erfolg nach Verlängerung – und damit dem sechsten Pflichtspiel-Sieg in Folge – noch keinen Titel gewonnen. Aber er ist nun ganz nahe dran am totalen nationalen Triumph: dem Gewinn des Meistertitels und des Cups in derselben Saison – und damit am Gewinn des sogenannten «Double».

In der Super League startet er am kommenden Sonntag mit sechs Punkten Vorsprung in die finale, nur noch fünf Partien umfassende Phase namens «Championship Group». Und im Schweizer Cup-Wettbewerb, da bestreitet er am 1. Juni im Berner Wankdorf-Stadion einen Final, den er eigentlich gewinnen muss, weil der Gegner der FC Biel ist.

Die Seeländer haben am Samstag für die nächste Sensation gesorgt, indem sie nach dem grossen FC Lugano auch den noch grösseren BSC Young Boys eliminierten, um so als erster Schweizer Club aus der dritthöchsten Liga ins Pokal-Endspiel einzuziehen.

Das allerdings wird dann noch einmal eine Nummer grösser werden. Nicht unbedingt, weil der FCB der Gegner ist. Sondern weil für die Bieler vom Stadion über die Kulisse bis hin zum Medienrummel alles daran neu und riesig sein wird, während der favorisierte und vergleichsweise routinierte Gegner alles in sein dannzumal letztes Saisonspiel wird werfen können.

Xherdan Shaqiri und die sieben Worte

Manchmal sagen sieben Worte mehr als tausend Bilder. «Das ist so. Da haben Sie recht.» So beantwortet Xherdan Shaqiri nach dem Sieg gegen Lausanne die erste Frage in der Interview-Zone. Sie lautet: Xherdan Shaqiri, nun ist der FC Basel ganz nahe am Double dran, oder?

Xherdan Shaqiri muss noch viele Fragen mehr beantworten an diesem Abend. So eben, wie es sich für den Leader, ja die Lichtgestalt eines Clubs gehört. Für einen, von dem es – natürlich etwas übertrieben – heisst, er habe den FC Basel mit seiner Rückkehr Ende August zu jenem strahlenden Verein und Titel-Aspiranten gemacht, den dieser zuvor nicht mehr war.

Ganz zum Schluss, da er in der Tür steht, folgt noch die Frage, was er damals mit in seinem Gepäck trug, da er den FCB 2012 in Richtung FC Bayern München verliess. Seine Antwort: «Das Double, oder?»

Richtig, das Double. Jenes Double, das er nun in der ersten Saison seit seiner Rückkehr wieder gewinnen kann.

Allein wenn sich dieser Kreis damit schliessen würde, wäre es bemerkenswert. Blickt man jedoch über die ganze rotblaue Geschichte in diesem Jahrtausend, dann fällt noch etwas anderes auf: Ein Double-Gewinn steht bei diesem Club immer für so etwas wie eine Gezeitenwende.

Der FC Basel und das Omen

Meistertitel und Cupsieg in einer Saison, das gab es für den FC Basel der Moderne bisher fünfmal. Und nur dieses eine Double steht für Veränderung – neben Shaqiri verliess mit Granit Xhaka auch das andere Jahrhundert-Talent den Club –, ohne dass dabei der allgemeine Lauf der Dinge massgeblich beeinflusst wurde.

Da war das Frühjahr 2002, als die Basler nach 22 Jahren ohne Titel mit Trainer Christian Gross zum Erfolg zurückfanden – doppelt natürlich. Es folgte 2008, als sich schon andeutete, was ein Jahr später Tatsache wurde – und die zehnjährige Trainer-Ära Gross ohne Titel endete. 2010 heimsten die Basler mit Trainer Thorsten Fink das nächste Double ein, das am Anfang der Führungs-Ära von Bernhard Heusler und acht Meisterschaften in Folge stand. Diese wiederum endete 2017 – mit dem Double-Gewinn und der Clubübergabe an Bernhard Burgener.

Seither ist kein Meistertitel, sondern nur noch ein Pokalsieg (2019) dazugekommen, der so etwas wie der letzte erfolgreiche Ausläufer der zuvor gesehenen, totalen nationalen Dominanz war. Doch nun – acht Jahre nach dem letzten Double – scheint das nächste Mal sowohl der goldene als auch der silberne Pokal darauf zu warten, dass ihn die Spieler des FC Basel auf dem Barfüsserplatz präsentieren.

Wird Realität, was nun allgemein erwartet wird, dann ist der FC Basel zumindest im nationalen sportlichen Vergleich wieder dort, wo er letztmals 2017 stand. Erst die weitere Geschichte würde zeigen, ob dieses Ereignis nach Jahren der relativen Dürre eine neue Phase des Erfolgs begründet.

Das Omen aber, es wäre ein gutes.

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Gerade bei sensiblen Themen wie einer möglichen Trainerentlassung dauert das eine Zeit, weil es innerhalb des Prozesses auch zu scheinbaren Widersprüchen kommen kann, die es aufzulösen gilt.Zum anderen ist es der erste Auftrag eines Mediums, die Menschen so gut und rasch als möglich zu informieren. Geht es um den FC Basel, dann ist eine angespannte Situation mit einer sich unwesentlich verändernden, grossen Wahrscheinlichkeit eines baldigen Trainerwechsels von hoher Relevanz. So, dass sie zum erstmöglichen Zeitpunkt öffentlich gemacht wird. Die aktuelle Befindlichkeit rund um den Club spielt folglich keine Rolle. 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Geht es um diese Zeitung, dann wurde Fabio Celestini erst im November als erster Gewinner bezeichnet – egal, wie die weitere Saison verläuft. Und mehr noch: Mitte Dezember wurde zu Beginn der Winterpause und mit Blick auf die zweite Saisonhälfte bereits vor hausgemachter Unruhe beim FC Basel gewarnt, wie sie jetzt von den Club-Verantwortlichen auch aufgrund der günstigen Ligakonstellation und damit verbundenen, gesteigerten eigenen Erwartungen entstanden ist.Schliesslich stellt sich die Frage, welchen Nutzen die Medien aus diesen Unruhen ziehen. Berichte über Unruhe oder eine Trainer-Debatte erfreuen sich dabei natürlich einer erhöhten Aufmerksamkeit. Mittel- bis langfristig ist ein erfolgreicher FC Basel jedoch einträglicher als einer, der im Mittelmass verharrt oder gar gegen den Abstieg kämpft. Das haben die letzten Jahre und insbesondere die letzte Saison gezeigt. Die Logik liegt auf der Hand: Wenn der Club an Zuschauern und damit an Aufmerksamkeit verliert, dann geschieht dasselbe mit der Berichterstattung darüber.Warum spricht Fabio Celestini dann von «falscher» Berichterstattung?Fabio Celestini meinte schon in der Medienkonferenz nach dem Sieg gegen GC am Donnerstag, die Berichterstattung über ihn sei «falsch». Dies wiederholte er am Sonntag nach dem Sieg gegen Lugano, wobei er sich auch enttäuscht darüber zeigte, dass die Berichte in Anbetracht des zuletzt anhaltenden Erfolgs nicht abreissen.Allerdings lag sein Fokus dabei stark darauf, dass das Verhältnis zwischen ihm und der Mannschaft ein schwieriges (gewesen) sei. Dass dies eher den Darstellungen seiner Vorgesetzten als den Tatsachen oder zumindest Celestinis Wahrnehmung entsprach, ist sehr gut möglich.Denkbar ist auch, dass sich das Verhältnis seit der Länderspiel-Pause und unter dem Eindruck der entstandenen Unruhe sowie der darauf erfolgten Resultate zum Guten verändert hat. Vor allem aber ist es nur ein Aspekt des ganzen Themas. Einer, den Celestini entweder ungemein stark gewichtet oder aber herausgepickt, weil er hier guten Gewissens von falscher Berichterstattung sprechen kann. Hinzu kommt: Der Trainer selbst hat kaum dieselben Informationen gesammelt wie die Medien. Es ist ja nicht sein Job, sich darüber zu informieren, wie er bei seinen Vorgesetzten dasteht. Sowie es nicht der Job der Vorgesetzten ist, ihren Trainer über alles ins Bild zu setzen, was sie hinter den Kulissen besprechen.Ist die Angelegenheit nun nach drei Siegen aus der Welt geschafft?Intern haben die drei Siege gewiss für Entspannung gesorgt. Man kann sich dabei sogar auf den Standpunkt stellen, dass alles, was in der Länderspiel-Pause getan wurde und letztlich Druck erzeugt hat, richtig war und die gewünschten Früchte trug. Die jüngsten Resultate, verbunden mit der Tabellensituation und der Anzahl verbleibender Spiele führen überdies zur Feststellung, dass Celestini diese Saison als Trainer beenden wird. Doch das Trainer-Thema bleibt. Denn bisher vermochten sich die Verantwortlichen nicht in aller Deutlichkeit zu Celestini zu bekennen, sondern liessen sich in der Person von Daniel Stucki, der als Sportdirektor infolge der Berichterstattung vor den Spielen am Donnerstag und Sonntag zweimal vor eine TV-Kamera getreten ist, letztlich alle Optionen offen.Daniel Stucki äusserte sich zuletzt gleich zwei Mal zu den Unruhen um Fabio Celestini.Foto: Martin Meienberger (Freshfocus)Der kommunikativ starke FCB-Sportchef sagte dabei, dass es manchmal auch kritische Gespräche brauche, wenn man einen Titel gewinnen will und dass man am letzten Samstag nochmals mit Celestini gesprochen habe, um ihn in seiner Arbeit zu bestärken. Stucki betonte zudem wiederholt, dass man mit dessen Arbeit äusserst zufrieden sei und es komisch wäre, zu diesem Zeitpunkt etwas zu ändern.Da hatte der FCB allerdings bereits einmal respektive zweimal gewonnen, was im schnelllebigen Fussballgeschäft durchaus Einfluss auf die Sichtweise haben kann. Hinzu kommt, dass es auch noch am Sonntag Antworten gab, mit denen Stucki Celestini nur halbwegs stützte.Da war die Frage, ob Celestini die Saison als FCB-Trainer beenden würde. Die Antwort lautete: Das sei «absolut der Plan», aber man brauche auch Punkte im Titelkampf. Nun: Ein Plan kann aufgehen – oder auch nicht.Die andere Frage bezog sich darauf, ob Celestini den Meistertitel braucht, um auch in der kommenden Saison FCB-Trainer zu sein. Eine klare Antwort auf diese Frage lieferte Stucki nicht. Stattdessen wich er aus, indem er auf die Saisonziele verwies, die man aufgrund von kurzfristigen Erfolgen nicht umstossen werde. Daraus folgt: Eine Zusicherung, dass Celestini bis zum Sommer oder darüber hinaus seinen Job behalten kann, will man derzeit nicht aussprechen.Weitere Gelegenheiten zu öffentlichen Statements will man vorerst nicht wahrnehmen. Schon vor den Unruhen hatte die BaZ mit Stucki einen Interview-Termin für diesen Dienstag, 8. April, vereinbart. Am Montag davor wurde dieser mit der Begründung abgesagt, dass der Zeitpunkt für dieses Gespräch inzwischen unpassend sei, zumal man sich genug zur Trainer-Thematik geäussert habe und sich Ruhe wünsche.Wie steht es um Celestinis Befindlichkeit?Bei allem Positiven, was Fabio Celestini in den vergangenen eineinhalb Jahren über seine Verbundenheit mit dem FC Basel und das Verhältnis zur Mannschaft gesagt hat, musste der Trainer in dieser Zeit auch am eigenen Leib erfahren, wie volatil dieses Umfeld ist und dass man als Trainer in Basel schnell Gegenstand von Diskussionen wird – im Club und ausserhalb. Beispielsweise nach dem Cup-Aus in der letzten Saison, als man fünf Ligaspiele in Folge nicht gewinnen konnte. Oder im letzten Oktober, als Celestini von sich sagte, dass eine Niederlage gegen YB möglicherweise sein Aus in Basel hätte bedeuten können. Oder eben jüngst in der Nationalmannschaftspause und danach. Man kann sich gut vorstellen, dass Celestini dabei immer mal wieder das Gefühl hat, ihm werde von seinen Vorgesetzten nicht jenes Mass an Wertschätzung zuteil, das er verdient habe. Zudem ist zu hören, dass Celestini gegenüber Jobs in Spanien, Frankreich oder Italien nicht abgeneigt sein soll. Dass er sich bereit fühlt für den Schritt ins Ausland, sagte er bereits im Jahr 2021. Es ist also überhaupt nicht auszuschliessen, dass der Romand den FCB am Ende dieser Saison aus freien Stücken verlässt.Was wird geschehen?Das ist letztlich offen und wird wohl auch vom weiteren Saisonverlauf abhängen. Je grösser der Erfolg, desto unwahrscheinlicher ist, dass die FCB-Verantwortlichen eine Trennung wagen. Umgekehrt würde ein Meistertitel oder gar das Double das Interesse am Trainer steigern, was die Wahrscheinlichkeit eines verlockenden Job-Angebots und damit eines Celestini-Abgangs aus eigenem Antrieb erhöht.Nach allem, was war, werden sich aber beide Parteien die Frage stellen, ob es überhaupt im Hinblick auf die nächste Saison des FC Basel noch einen erfolgversprechenden gemeinsamen Weg gibt. Sollte man diesen finden und beschreiten, wäre es noch immer eine Überraschung. Aber dass eine Geschichte eine unerwartete Wendung nimmt, ist im Fussball – und gerade im Erfolg – schon öfter vorgekommen.Der FC Basel und Fabio CelestiniDiesen Podcast können Sie auch auf allen gängigen Podcast-Plattformen kostenlos hören und abonnieren.NewsletterRotblau aktuellErhalten Sie die wichtigsten und interessantesten Geschichten und News rund um den FCB.Weitere NewsletterEinloggenFehler gefunden?Jetzt melden.0 Kommentare

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