Seit einem Monat ist Ciriaco Sforza im Amt als Trainer des FC Basel. Es wird noch Geduld brauchen, bis das Team seine Ideen vollends anwenden wird.

Ciriaco Sforza ist der pure Gegensatz zu seinem Vorgänger Marcel Koller. Die Emotionalität. Das Herzblut, dass der FCB-Trainer vorlebt. Es ist beinahe ansteckend. Soll es auch sein – zumindest für das Team. «Er hat eine positive Energie in sich. Die versprüht er auch. Ich hoffe wirklich, dass das Team das übernehmen kann. Das hat lange gefehlt», sagt FCB-Legende Erni Maissen bei Telebasel.

Eine Frage der Geduld

Klar auch: Die Spieler müssen sich an den neuen Typen an der Seitenlinie erst gewöhnen. Das wird nicht über Nacht geschehen. «Es braucht Zeit. Ein neuer Trainer. Neue Methoden. Neue Persönlichkeit. Dann noch keine Vorbereitung. Dass das eine gewisse Zeit brauchen wird, ist verständlich. Es wird erst am Ende abgerechnet», so FCB-Trainer Ciriaco Sforza.

Geduld im Fussball? Das ist stets seine Sache. Einerseits will man dem Team seine Zeit geben sich zu entwickeln. Andererseits ist man knallhart abhängig von Resultaten. Wie will man diesen Spagat schaffen bei Rotblau? «Es wird Geduld brauchen. Die letzten 15 Jahre des FCB waren eher eine Ausnahme. Dort konnte man noch aus dem Vollen schöpfen. Man hatte überragende Spieler. Da war man ein bisschen verwöhnt. Schon damals redeten wir darüber, dass auch wieder eine andere Zeit kommen könnte», so Maissen. Es habe gute Spieler hier. Auch tolle Talente. «Ohne Geduld wird es nicht funktionieren», so Maissen weiter.

Eine Frage des Personals

«Geduld ist etwas wichtiges», stimmt Sforza zu. Besonders, wenn man mit jungen Spielern arbeite. Aktuell werde das Problem noch verschärft, weil wichtige erfahrene Spieler langzeit-verletzt sind. Darunter Taulant Xhaka, Luca Zuffi oder Yannick Marchand. «Wir hatten bislang vier Spiele. Zwei in der Meisterschaft und zwei K.O.-Spiele. Die K.O.-Spiele waren nicht selbstverständlich. Mental. Psychisch. Läuferisch. Aber die Mannschaft hat das gut gemacht», so der FCB-Trainer.

Am Donnerstag wartet das Finale dieser drei K.O.-Spiele: Die Playoffs zur Europa League. Besteht Rotblau den Test gegen Sofia, dann steht man erneut in der Gruppenphase der Europa League. Das Motto ist klar: Irgendwie in diese Gruppenphase zu kommen – egal wie: «Jedes Spiel ist ein Finale bei uns. Es ist klar, dass wir Weiterkommen wollen. Jetzt müssen wir uns erst kurz erholen. Und mit den Spielern, die mir zur Verfügung stehen, probieren wir das Beste rauszuholen», so Sforza.

Ob die Batterien reichen, nach einer Stunde in Unterzahl am Sonntag gegen Servette? Sforza: «Müdigkeit kann man sich auch einreden. Entweder spielt man mit Freude Fussball. Natürlich ist es eine schwierige Situation. Keine Ferien. Keine Erholung. Aber wir werden das hinbekommen, dass wir am Donnerstag bereit sind.»

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