Dieser Artikel wurde von BAZ publiziert.

AboRotblaue Erinnerungen

Spielt der FCB bei Etoile Carouge, ist das Spektakel nicht weit

Spielszene aus dem Schweizer Cup zwischen Etoile Carouge FC und FC Basel am 27.10.2021 in Genf. Spieler von Carouge, Sinclair Baddy Dega, Aurelien Chappuis, Christian Konan und Christopher Mfuyi, feiern auf dem Spielfeld. Andy Pelmard von Basel zeigt Enttäuschung.
Jetzt abonnieren und von der Vorlesefunktion profitieren.

BotTalk

Am Mittwoch gastiert der FC Basel im Viertelfinal des Schweizer Cups bei Etoile Carouge aus der Challenge League (19.30 Uhr, BaZ-Liveticker). Die Duelle mit den Genfern waren in den letzten rund 30 Jahren rar, dafür umso ereignisreicher. Die BaZ blickt auf vier Vergleiche zwischen Rotblau und Carouge zurück.

Oktober 2021: Rahmen verpokert sich

Trainer Patrick Rahmen vom FC Basel beim Schweizer Cup Spiel gegen Etoile Carouge FC am 27.10.2021 in Genf.

Die Ausgangslage in diesem Cup-Achtelfinal ist klar. Etoile Carouge tritt als Elfter der Promotion League gegen den Super-Ligisten an. Die Genfer sind klarer Aussenseiter – und setzen sich dennoch durch! 1:0 siegt der Drittligist auf dem Kunstrasen, und FCB-Trainer Patrick Rahmen muss das erste Basler Cup-Ausscheiden in diesem Jahrtausend gegen einen Amateurclub auch auf seine Kappe nehmen.

Der FCB tritt vor den Augen von Aufstiegstrainer Claude «Didi» Andrey mit einer besseren B-Elf an. Artur Cabral sitzt zunächst nur auf der Bank, Fabian Frei ebenso. Gegenüber dem vorangegangenen Meisterschaftsspiel gegen Lugano nimmt Rahmen gleich acht Änderungen in der Startformation vor. Das wirkt sich aus. Der FCB begeht zu viele Fehler und findet gegen die wacker kämpfenden Westschweizer, die nach dem Seitenwechsel durch Romain Kursner in Führung gehen, nie zu seinem Spiel.

Für den FCB ist das Ausscheiden eine riesige Blamage – auch weil es zugleich die erste Niederlage in einem Pflichtspiel in der Saison 2021/22 ist.

Februar 2001: Ceccaroni trifft

Massimo Ceccaroni aus Basel im Zweikampf mit Wilson Oruma aus Genf während eines Fussballspiels. Andy Mueller/freshfocus.

Massimo Ceccaroni ist der letzte Basler Elfmeterschütze in diesem Cup-Sechzehntelfinal. Der Basler Kult-Verteidiger nimmt Anlauf – und trifft. Danach scheitert Ricardo Iglesias an FCB-Goalie Miroslav König. Der FCB gewinnt schliesslich 9:8 nach Penaltys, nach der regulären Spielzeit und der Verlängerung hat es 1:1 unentschieden geheissen.

Der FC Basel müht sich unter Christian Gross zu diesem Cup-Erfolg beim damaligen B-Ligisten Etoile Carouge. Der FCB-Trainer zieht aber auch eine andere Erkenntnis aus dem Ausflug in die Romandie. Weil den FCB in der Abwehr Personalsorgen plagen, möchte Gross Carouge-Defensivspezialist Thierry Ebe verpflichten. Der Linksverteidiger wird schon längere Zeit von Rotblau beobachtet.

Schliesslich leihen die Genfer Ebe ans Rheinknie aus – von der NLB in die Finalrunde der NLA. Doch das Kapitel Ebe in Basel ist rasch beendet: Er kommt nur zu fünf Teileinsätzen und einem Spiel über 90 Minuten für Rotblau.

Oktober 1997: Berger geht

Ottmar Hitzfeld und Jörg Berger lachend bei einem Treffen der Fussballtrainer von Borussia Dortmund und FC Basel in der Saison 1997/1998.

Jörg Berger wird in der NLA-Qualifikationsrunde 1997/98 das Auswärtsspiel bei Etoile Carouge zum Verhängnis. Danach ist der Deutsche seinen FCB-Trainerjob los. Es ist das Ende eines grossen Basler Missverständnisses. Der FCB verliert gegen den Aussenseiter 1:2. Der Siegtreffer gelingt Philippe Hertig, einem Ex-Basler.

Basel befindet sich zu diesem Zeitpunkt sportlich auf Talfahrt. Schon beim ersten Aufeinandertreffen dieser zwei Teams in jener Saison soll Berger vor dem Spiel vor versammelter Mannschaft gesagt haben: «Wir haben Gaudino, wir haben Zuffi, wir haben Huber! Wen haben die? Niemand!» Die Partie endet torlos.

Es ist eine illustre Mannschaft, die der FCB in jener Saison stellt. Nebst den Neuen aus der Bundesliga trägt auch Fabrice Henry Rotblau. Der Franzose gilt als Enfant terrible. Der Exzentriker fällt vor allem mit seinen Eskapaden neben dem Spielfeld auf. Beim FCB stimmt in dieser Saison sportlich einiges nicht.

Mai 1994: Basel feiert

An dieser Stelle finden Sie einen ergänzenden externen Inhalt. Falls Sie damit einverstanden sind, dass Cookies von externen Anbietern gesetzt und dadurch personenbezogene Daten an externe Anbieter übermittelt werden, können Sie alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen.

Es ist die beste Aufstiegsparty der Welt. Ein Abend, den keiner, der dabei gewesen ist, je vergessen wird. Am 3. Mai 1994 reicht dem FC Basel ein Punkt bei Etoile Carouge, um in die Nationalliga A zurückzukehren.

Dario Zuffi gelingt im Stade de la Fontenette der goldene Treffer zum 1:1. Danach fliegt die Mannschaft von Genf nach Basel – ein Geschenk von der Crossair an den FCB – und wird spätabends von Tausenden Fans auf dem Barfi gefeiert. Freinacht, Freibier, eine Riesensause.

Auf den Schultern der Fans werden die Spieler heroisch durch die Stadt getragen. Nach trüben Jahren in der Nationalliga B wirkt diese Promotion befreiend. Ausgelassenheit pur mitten in der Stadt. Bei diesen Feierlichkeiten fehlt nur einer: Aufstiegstrainer «Didi» Andrey bleibt, weil er es so geplant hat, nach dem Spiel für ein paar Tage in der Westschweiz.

Newsletter

Rotblau aktuell

Erhalten Sie die wichtigsten und interessantesten Geschichten und News rund um den FCB.

Weitere Newsletter

Similar Posts

  • Alles zum FCB-Spiel in Thun: Der FCB leidet, aber einer brilliert

    Alles zum FCB-Spiel in Thun – Der FCB leidet, aber einer brilliert3:1 gewinnt der FC Basel beim FC Thun. Die Gastgeber boten dem Meister vor allem in der zweiten Hälfte der Partie Paroli.Publiziert heute um 21:47 UhrPhilip Otele (hier gegen Thuns Marco Bürki) und Co. mussten sich gegen den Aufsteiger behaupten.Foto: Claudio De Capitani (Freshfocus)Der Mann des TagesDreimal trifft der FC Basel gegen den FC Thun. Dreimal ist Xherdan Shaqiri im Mittelpunkt: Den ersten und den dritten Treffer erzielt er selbst, den zweiten durch Albian Ajeti bereitet er vor. Es ist eine Partie des Routiniers in Thun, wie man sie von ihm in der letzten Saison des Öftern gesehen hat. Über weite Strecken der Partie bleibt er unauffällig, doch in den entscheidenden Momenten ist er zur Stelle: Beim Basler 1:0, als er sich vor das Thuner Tor schleicht und aus wenigen Metern einschiebt. Und in der Nachspielzeit, als er in der letzten Aktion des Spiels per Penalty auf 3:1 erhöht. Thun-Captain Marco Bürki bringt Shaqiris Leistung auf den Punkt: «Neunmal kann man ihn stoppen, aber bei der zehnten Aktion macht er in einem solchen Spiel eben den Unterschied.»Der AufregerDer FC Basel hat das Geschehen bis zur Pause im Griff. Drei Minuten sind in der zweiten Hälfte gespielt, da rammt Nicolas Vouilloz Elmin Rastoder im Strafraum. Den fälligen Penalty verwertet Leonardo Bertone. Thun verkürzt auf 1:2 und ist plötzlich im Spiel. Die folgenden rund 50 Minuten muss der FCB gegen die aufstrebenden Gastgeber leiden. Ohne dieses Foul des Basler Innenverteidigers hätte sein Team sich in der zweiten Halbzeit vielleicht von einer anderen Seite präsentiert.Die 90 MinutenDer FC Basel startet flott. Von den Spielern, die in den letzten Tagen mit ihren jeweiligen Nationalmannschaften unterwegs waren, steht nur Adrian Barisic von Anfang auf dem Thuner Plastikrasen. Alle anderen FCB-Starter haben in den letzten zwei Wochen fleissig in der Brüglinger Ebene trainiert.Entsprechend engagiert geht der FCB gegen den Aufsteiger zur Sache. Und belohnt sich im ersten Umgang mit zwei sehenswerten Toren. Das Besondere daran: Bei beiden Treffern hat Xherdan Shaqiri wesentlichen Anteil daran. Das 1:0 erzielt er gleich selbst, nachdem er in der Entstehung der Aktion mitbeteiligt war. Schliesslich steht er richtig, als Ibrahim Salahs abgefälschter Weitschuss von beiden Pfosten zu ihm gelangt. Und kurz vor der Pause ist seine Hereingabe so gut, dass Albian Ajeti sehenswert auf 2:0 erhöht.Shaqiri setzt auch den Schlusspunkt – mit dem 3:1 per Elfmeter. Zuvor allerdings tut sich der Gast gegen den Aufsteiger schwer, der nach dem Seitenwechsel viel besser im Spiel ist. Chancen auf das 2:2 hätten die Thuner gehabt, aber auf den letzten Metern fehlt es ihnen an Präzision. Dennoch zeigt sich in den zweiten 45 Minuten, weshalb die Berner Oberländer nach sechs Spieltagen mit 13 Zählern dastehen.Stockhorn Arena. – 10’014 Zuschauer. – SR Tschudi. – Tore: 24. Shaqiri 0:1. 41. Ajeti 0:2. 51. Bertone 1:2 (Penalty), 90.+8 Shaqiri 1:3 (Penalty).Thun: Steffen; Heule, Bürki, Montolio, Fehr; Käit (84. Gutbub), Bertone, Meichtry (46. Imeri), Reichmuth; Rastoder (78. Bamert), IbayiFCB: Hitz; Tsunemoto, Barisic (65. Adjetey), Vouilloz, Schmid; Salah (64. Junior Zé), Metinho, Koindredi, Otele (86. Soticek), Ajeti (75. Broschinski), Shaqiri.Bemerkungen: FCB ohne Leroy (gesperrt), Traoré, van Breemen (beide verletzt), Rüegg, Akahomen, Kacuri, Pfeiffer (alle U-21), Gauto und Kaio Eduardo (beide kein Aufgebot). – Ersatzbank FCB: Salvi; Agbonifo, Bacanin, Daniliuc, Cissé. – Verwarnungen: 36. Meichtry (Foul), 40. Reichmuth (Foul), 73. Heule (Foul), 84. Metinho (Foul), 90.+2 Matoshi (Foul), 90.+3 Broschinski (Unsportlichkeit). – Rote Karte: 77. Montolio (Tätlichkeit).Die UnparteiischenEs ist eine Partie mit vielen sogenannt «kleinen» Fouls und einem FC Thun, der vor allem im zweiten Umfang viel aggressiver ans Werk geht als zuvor. Meistens an der Grenze des Erlaubten, ausser nach 78 Minuten, als Genís Montolio Basel-Angreifer Moritz Broschinski so sehr ins Gesicht greift, dass Schiedsrichter Lionel Tschudi nach VAR-Konsultation nichts anderes übrig bleibt, als dem Spanier Rot zu zeigen. Apropos VAR: Auch bei den Szenen, die zu den beiden Elfmetern dieser Partie führen, wird Tschudi – zu Recht – an den Bildschirm gebeten.Die Stimme zum SpielAuf dem Papier mag es sich nicht überraschend lesen: Der Meister gewinnt beim Aufsteiger 3:1. Im Wissen, dass die Thuner seit dem 6. Dezember letzten Jahres in der Stockhorn Arena nie mehr verloren haben, sagt FCB-Trainer Ludovic Magnin: «In der zweiten Halbzeit haben wir gesehen, weshalb der FC Thun so gut in diese Super-League-Saison gestartet ist. Deshalb bin ich sehr glücklich mit den drei Punkten, die wir hier gewonnen haben.»Das FazitDer Basler 3:1-Sieg in Thun bedeutet die Zähler 10, 11 und 12 in dieser Saison. Der FCB setzt sich damit in der Spitzengruppe der Super League fest und nimmt viel Schwung und Selbstvertrauen für die nächsten zwei Pflichtspiele in Cup und Europacup mit.So geht es weiterDie Partie in Thun bildete den Auftakt in strenge Wochen. Am Freitag folgt das Schweiz-Cup-Spiel beim Challenge Ligisten Etoile Carouge. Danach steht die erste europäische Auswärtsreise an: Am 24. September gastiert der FCB beim Bundesligisten SC Freiburg.Der FC Basel nach der Nationalmannschaftspause:Diesen Podcast können Sie auch auf allen gängigen Podcast-Plattformen kostenlos hören und abonnieren.NewsletterRotblau aktuellErhalten Sie die wichtigsten und interessantesten Geschichten und News rund um den FCB.Weitere NewsletterEinloggenDominic Willimann ist 1979 geboren. Er ist seit 2007 Sport-Redaktor der Basler Zeitung und kennt den regionalen Sport aus dem Effeff. Ebenso ist der in der Stadt Basel aufgewachsene Journalist seit seiner Jugend mit den Geschehnissen rund um den FC Basel vertraut, über den er heute regelmässig berichtet. Und: Er hat seit 2007 kein Eidgenössisches Schwingfest verpasst.Mehr InfosOliver Gut schreibt seit März 2001 für das Sport-Ressort der Basler Zeitung, das er seit 2019 leitet. Vorher für diverse Sportarten zuständig, konzentriert sich der Fricktaler seit 2011 auf den Fussball – und damit hauptsächlich auf den FC Basel. Zudem ist er regelmässiger Diskussionsgast im Fussball-Podcast «Dritte Halbzeit».Mehr InfosFehler gefunden?Jetzt melden.0 Kommentare