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AboFCB und Kaderplanung

Beantwortet ist beim FC Basel nur die Trainerfrage

Daniel Stucki von FC Basel bei einer Medienkonferenz der Super League am 22. Mai 2025 in Basel.
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Ludovic Magnin ist da. Und mit seiner Präsentation als neuer Trainer des FC Basel ist auch der Startschuss für die neue Saison gefallen.

Bereits am Freitag kehren die Spieler zurück und absolvieren medizinische Tests. Am Samstag um 10.30 Uhr wird Magnin dann auf den Plätzen 19/20 erstmals das FCB-Training leiten. Und womöglich wird auch er sich dabei fragen, wie sehr die Equipe, mit der er die Vorbereitung gestaltet und am 25. Juni ins Trainingslager fährt, auch jener Equipe entspricht, mit der er sein erstes halbes Jahr beim FC Basel bestreitet.

Da ist auch der Trainerstaff, den man eigentlich beisammen behalten will: Ludovic Magnin wird gewiss noch ein neuer Assistent zur Seite gestellt, zumal Davide Callà zur Schweizer Nationalmannschaft gewechselt ist. Aber was ist, wenn Celestini zu CSKA Moskau, Getafe oder sonst wohin geht – und den einen oder anderen seiner Basler Mitstreiter nachziehen will?

Da ist aber noch mehr das Spielerkader: Leon Avdullahus Wechsel zu Hoffenheim steht schon fest. Dass er der einzige wichtige Akteur ist, der am Ende der Transferphase Anfang September zu stark verbesserten Bezügen bei einem anderen Club unter Vertrag steht, ist unwahrscheinlich.

Philip Otele, Adrian Barisic oder Jonas Adjetey sind nur die heissesten Kandidaten auf der Liste der potenziellen Abgänge – hinter Metinho: Zwar will der FCB den Brasilianer noch immer definitiv verpflichten, beisst sich an der City Football Group jedoch die Zähne aus, welche Metinhos Transferrechte hält und deren Wert bisher mit rund fünf Millionen Euro veranschlagen soll.

Weitere Lausanner beim FC Basel möglich

Noch länger ist die Liste der möglichen Zuzüge. Einerseits, weil der Club sich immer mehrere Optionen offen halten muss. Andererseits, weil in den Untiefen des Internets allerhand Gerüchte wabern. Dass dabei auch Spieler auftauchen, die zuletzt in Lausanne von Magnin trainiert wurden, liegt auf der Hand: Koba Koindredi etwa, der ein Spieler fürs zentrale Mittelfeld wäre. Also dort, wo Daniel Stucki nach Avdullahus Abgang und Taulant Xhakas Rücktritt Handlungsbedarf sieht.

Der Sportdirektor des FC Basel sitzt bei der Vorstellung des neuen Trainers mit auf dem Podium und lässt sich nicht wirklich in die Transferkarten blicken. Bemerkenswert ist allerdings, was er zu Alvyn Sanches zu sagen hat, als er auf das eigentliche Lausanner Juwel angesprochen wird: «Das ist sicher ein sehr interessanter Spieler, mit dem wir uns schon länger befassen – der aber vor seiner Verletzung aufgrund der finanziellen Zahlen unrealistisch war.»

Ende März zog sich Sanches einen Kreuzbandriss zu. Und auch wenn Stucki anfügt, dass da aktuell «nichts auf dem Tisch» sei, so kann man sich ja vorstellen, dass die schwere Verletzung dazu geführt hat, dass der 22-jährige Offensivspieler beim FCB auch über die Medienkonferenz hinaus zum (finanziell machbaren) Thema geworden ist.

Sicher ist allerdings, dass der rekonvaleszente Sanches nicht zu jenen Spielern gehören wird, die dem FC Basel in den ersten Monaten dabei helfen können, seine Saisonziele zu erreichen. Wie diese nach dem Gewinn des Doubles aussehen, formuliert Stucki so: «Wir wollen in die Champions League und um den Meistertitel mitspielen.»

Ob der neue Trainer und seine sich noch verändernde Mannschaft auch den internen Ansprüchen gerecht wird, wenn man «nur» in der Europa League spielt und den Meistertitel nicht verteidigt? Es dürfte wohl von Soft-Faktoren wie Auftritt und Entwicklung abhängen.

Für den Moment ist vor allem Spannung angesagt. Bis Anfang September, wenn es um Transfers geht. Ab 25. Juli, wenn die Meisterschaft startet. Und Ende August, wenn es in den Playoffs zur Champions League bereits um das erste grosse Saisonziel geht.

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Geht es Ihnen ähnlich?Vor 17 Monaten kämpften wir um die Barrage, und jetzt sind wir zumindest statistisch gesehen über zwei Spiele ebenbürtig mit Kopenhagen, das in den letzten Jahren regelmässig an europäischen Wettbewerben teilnahm und fast doppelt so viel Budget zur Verfügung hat wie wir. So gesehen haben wir sicherlich eine sehr gute Leistung gezeigt.Dennoch hat man ein Saisonziel verpasst. Was bedeutet das im Hinblick auf Ihre Arbeit als Sportdirektor?Wahrscheinlich wird mir nun gekündigt … (schmunzelt) Nein, im Ernst: Wenn wir die Chance haben, in die Champions League zu kommen, nehmen wir uns das natürlich zum Ziel. Es wäre vermessen gewesen, zu sagen, dass wir mit der Europa League planen. Bénie Traorés Verletzung war nicht vorhersehbar. Anton Kade hat den Wunsch geäussert, bereits vor dem zweiten Spiel nach Augsburg zu wechseln – wir wollten ihn unbedingt dabei haben. Daher hatten wir ein dünnes Kader. Dennoch bin ich zufrieden.Setzt man sich nun für die Europa League neue Ziele?Auch die Europa League ist für den FC Basel ein sehr guter Wettbewerb – zumal wir länger nicht mehr daran teilnahmen und zuletzt in der Conference League spielten. Die Teams, die sich zum jetzigen Zeitpunkt (Stand Donnerstagmorgen, Anm. d. Red.) bereits für die Europa League qualifiziert haben, sind auch nicht schwächer als Kopenhagen. Dennoch wird es möglich sein, dass wir Spiele gewinnen. Das Ziel ist es sicher, nicht mit null Punkten aus den acht Spielen zu kommen, sondern einen Schritt weiter zu gehen.Hat Xherdan Shaqiri Ihrer Ansicht nach die Leistungen gebracht, die er bringen muss?Er hat Verantwortung übernommen beim Penalty, er war meistens mit dem Fuss dabei, wenn es gefährlich wurde. Gestern war er sehr mannschaftsdienlich und hat alles gegeben. Daher bin ich mit ihm zufrieden, wie mit allen anderen, die am Mittwoch gespielt haben. Man hat aber auch gesehen, dass das Spiel auf einem sehr hohen Niveau war. Es ist unrealistisch, zu glauben, dass ein Spieler in der Champions League die Partien allein gewinnen kann.Shaqiri äusserte wiederholt den Wunsch nach mehr Erfahrung im Kader. Nach dem Hinspiel sagte er zudem, dass er an Ludovic Magnins Stelle vielleicht anders gewechselt hätte. Sind das nicht Äusserungen, die seinen Zuständigkeits­bereich überschreiten?In den Emotionen passieren Dinge, die vielleicht nicht zu hundert Prozent so gemeint sind, wie sie rüberkommen. Neutral betrachtet waren wir im Hinspiel älter als der Gegner. Klar haben wir nicht noch einen routinierten Spieler im Herzen des Teams, der alles organisieren kann. Aber wir haben sehr spannende und sehr, sehr gute Spieler, bei denen man am Mittwoch gesehen hat, dass sie auf diesem Niveau bestehen können. Fehler gibt es immer. Es haben auch erfahrene Spieler Fehler gemacht, beim Gegner und bei uns. Daher sehe ich das nicht als allzu grosse Problematik.Aber sind das nicht Äusserungen, bei denen Sie sich im ersten Moment denken, dass es sie eigentlich nicht braucht.Wir gehen alle zusammen in eine Richtung, sprechen viel zusammen, und Shaqiri wird – wie andere erfahrene Spieler auch – in gewisse Prozesse miteinbezogen. Shaq darf sich dabei auch etwas mehr erlauben als die anderen. Man muss jedoch differenzieren, was geschrieben wurde und was er wirklich gesagt hat. Grundsätzlich gilt, dass Fussballer da sind, um Fussball zu spielen. Natürlich hat man auch als Spieler gewisse Bedürfnisse, doch kennt man die Hintergründe ja nicht. Ich würde auch gerne nur Spieler haben, die fünf Millionen im Jahr verdienen. Dann werden wir sicher Meister und kommen vielleicht auch in die Champions League. Aber das ist weder die Realität noch unsere Strategie.Xherdan Shaqiri ist es nicht gelungen, den FC Basel in die Champions League zu führen.Foto: Daniela Frutiger (Freshfocus)Hätte man proaktiver Spieler verpflichten müssen, damit man für den nun vorhandenen personellen Engpass besser gewappnet gewesen wäre – auch wenn sie früher in der Transferphase mehr Geld gekostet hätten?Ist man dann wirklich gewappnet?Das weiss man nicht mit Sicherheit.Die Strategie des FC Basel ist fix. Wir haben viele junge Spieler, weil wir das wollen. Kopenhagen auf der anderen Seite hat für das Rückspiel ihre Jungen auf dem Flügel und im Zentrum durch erfahrene Spieler ersetzt. Damit haben sie schlicht die europäische Erfahrung, die wir nicht haben. Das gehört für uns einfach dazu – auch in der Super League. Dennoch haben wir in der letzten Saison gezeigt, dass unsere Strategie am Schluss zu einer guten Platzierung führen kann – auch wenn wir am Anfang überschaubar gespielt haben und zwischendurch eine Baisse drin war. Wir müssen unsere Strategie nicht für zwei Spiele ändern, denn der Horizont reicht ja über mehrere Jahre. Damit es für den FC Basel wieder in die Champions League reicht, muss einfach alles zusammenpassen.Die Offensive läuft noch nicht heiss, es stehen weitere Transfers bevor: Steht für den FCB nun eine weitere Findungsphase an?Das ist immer so. Gegen Ende des Transferfensters wird es für uns interessant. Bei jenen Spielern, die ihren Wunschtransfer nicht tätigen konnten, sind wir an zweiter Position bereit. Es werden sicher noch zwei, drei Wechsel passieren – das war vor einem Jahr ja ähnlich. Aber die Struktur bleibt bestehen, es wird nicht die ganze Mannschaft durchgeschüttelt. Das ist der Vorteil in dieser Saison.Weder Marin Soticek noch Junior Zé konnten bisher überzeugen. Besteht Ihrer Meinung nach auf den Flügel­positionen Handlungs­bedarf?Es ist ein Irrglaube, wenn man denkt, dass wir vier Flügel haben können, die in der Champions League Paroli bieten können. Das ist unrealistisch für den FC Basel. Wir können vielleicht zwei oder drei Top-Spieler auf Schweizer Niveau haben, die auch international mithalten können. Hinten dran wollen wir Junge. Es ist klar, dass das für Marin Soticek und Junior Zé die erste grosse Erfahrung war. Aber wegen zweier Spiele Leute zu bewerten … wir denken da anders. Wir sehen das Potenzial und wollen dieses entwickeln. Das haben wir in den letzten Jahren bei vielen Spielern so gemacht. Teilweise wurden sie von aussen schlecht bewertet und kosten mittlerweile 40 Millionen. Da gehört es auch mal dazu, dass man manchmal einen besseren Match hat und dann wieder einen schlechteren.Wo besteht denn nun konkret Handlungs­bedarf?In der Innenverteidigung gibt es aufgrund der Verletzung von Finn Van Breemen und des jungen Alters von Marvin Akahomen sicher noch Potenzial. Da sind wir nicht abgeneigt, noch etwas zu machen. Auch offensiv wird sich sicherlich noch etwas tun.Hat man mit Jeremy Agbonifo einen allfälligen Abgang von Philip Otele bereits aufgefangen?Otele spielt bei uns auf der linken Seite – Agbonifo ist aber ein rechter Flügel.Wie wahrscheinlich ist es, dass Otele den FCB verlässt?Es kann in alle Richtungen gehen. Er hat keinen Druck, wegzugehen. Wenn aber ein super Angebot aus der Premier League kommt, dann werden wir ihn sicher nicht blockieren.Sind Sie zufrieden mit dem Mittelsturm?Zufrieden wäre ich, wenn alle Stürmer schon fünfmal getroffen hätten. Aber es war letzte Saison auch so: Albian Ajeti hat gut angefangen, dann eine Baisse gehabt, und am Schluss hat er viele Tore geschossen, die wir zum Meistertitel brauchten. Wir haben mit Kaio Eduardo einen ganz jungen Spieler, und wir haben Moritz Broschinski, der frisch dazukam. Da muss man immer etwas abwarten. Ich resümiere jeweils nicht so schnell wie andere Leute und würde sagen: Vor allem für die Schweizer Liga haben wir einen sehr guten Sturm.Wenn Sie also von offensiven Verstärkungen reden, meinen Sie vor allem auf den Flügeln.Oder auch im Sturm …Der FCB verliert gegen Kopenhagen:Diesen Podcast können Sie auch auf allen gängigen Podcast-Plattformen kostenlos hören und abonnieren.NewsletterRotblau aktuellErhalten Sie die wichtigsten und interessantesten Geschichten und News rund um den FCB.Weitere NewsletterEinloggenLinus Schauffert ist Redaktor im Ressort Sport bei der Basler Zeitung und berichtet schwerpunktmässig über den FC Basel. 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