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AboFCB-Trainer Fabio Celestini

Jetzt ist er da, wo er immer sein wollte – und könnte Basel trotzdem verlassen

Trainer Fabio Celestini vom FC Basel jubelt nach dem Sieg im Schweizer Cup gegen FC Lausanne-Sport in Basel.
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In Kürze:

  • Nach dem Halbfinal-Sieg gegen Lausanne «explodierte» FCB-Trainer Fabio Celestini und tanzte ausgelassen vor der Muttenzerkurve.
  • Der einst als stur geltende Coach erfährt nun die Wertschätzung, die er lange vermisst hat.
  • Celestini gab Rückkehrer Xherdan Shaqiri alle taktischen Freiheiten für dessen erfolgreiche Rückkehr – das zahlt sich aus.
  • Trotz möglichem Double bleiben Zweifel an Celestinis Zukunft beim FCB bestehen.

Eins ist jetzt schon klar: In Basel wird man auch in vielen, vielen Jahren noch auf diese Saison zurückblicken. Ist ja immer so, wenn etwas Denkwürdiges passiert, früher oder später kommt einer um die Ecke und fragt: «Weiss du noch, damals?» Und im Fall des FC Basel ist es völlig egal, was in den letzten sechs Spielen alles passiert – denkwürdig wird es sowieso.

Entweder gewinnt der Club das erste Double seit 2017, als die goldene Heusler-Heitz-Dauersieger-Ära endete. Man will sich gar nicht vorstellen, was dann in Basel alles auf- und losbricht. Selbst wenn man «nur» einen Titel gewinnt, wäre die Genugtuung nach dem Chaos der letzten acht Jahre gewaltig.

Und dann gibt es noch die Variante, dass der Club beide Titel verspielt, Meisterschaft und Cup, was angesichts der aktuellen Lage auch ziemlich bemerkenswert wäre.

Fabio Celestini «explodiert» im Schweizer Cup

Es gibt viele Bilder, die in Erinnerung bleiben. Die meisten stammen von einem kleinen, kräftigen Mann mit dicken Waden. Denn jetzt mal ehrlich: Gibt es eine bessere Geschichte als die Auferstehung von Xherdan Shaqiri? durch die grosse Fussballwelt gejettet, Titel gewonnen, aber meist aus der zweiten Reihe. In Chicago nicht mehr gewollt, in Basel wie ein Messias empfangen, und dort hat er sich den Club auf die Schultern geschnallt.

Doch es gibt auch andere Schnipsel, an die man sich erinnern wird. Zum Beispiel an Fabio Celestini, wie er am 27. April 2025 im vollen St.-Jakob-Park steht, die Augen auf- und die Arme hochgerissen. Wie er nach dem Sieg gegen Lausanne springt, singt, hüpft, tanzt, brüllt, alles auf einmal. Wenn man genau hinschaut, erkennt man seine feuchten Augen.

«Ich habe ein bisschen explodiert», hat er nach dem Spiel etwas schief, aber umso schöner gesagt. Und zusammen mit ihm ist auch der Club in die Luft gegangen: Über 33’000 haben den Finaleinzug gefeiert. Etwas, das ohne Shaqiri ebenso wenig möglich gewesen wäre wie ohne Celestini, den Trainer.

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Man kann viel in Celestinis Jubeltanz hineininterpretieren. Hier nur eine kleine Auswahl: Es war ein Akt der Rebellion in Richtung der Logen, wo David Degen und der Rest der Führung des FC Basel normalerweise sitzen. Also die, die vor ein paar Wochen noch Gespräche mit anderen Trainern geführt haben, mit Peter Zeidler zum Beispiel, was prompt an die Öffentlichkeit gelangte.

Man kann Celestinis Tanz auch als eine Art Abschied deuten, als erstes kleines «Goodbye» eines Trainers, der weiss, dass er Basel im Sommer verlässt, und bis dahin jeden Schritt geniessen will. Man kann es aber auch ganz einfach machen und sagen: Celestini hat sich wahnsinnig gefreut, mit dem FCB in einem Cupfinal zu stehen und allen zu zeigen, dass er zu Recht da ist, wo er ist. Das war für ihn schon immer besonders wichtig.

Celestini hat Xherdan Shaqiri machen lassen

Wenn es um den 49-Jährigen geht, kommt man schnell zu Begriffen wie «Stolz» oder «Wertschätzung». Es ist gut dokumentiert, dass Celestini es damals schon nicht verstanden hat, dass er als Nationalspieler nie so sehr geachtet wurde wie andere. Dabei spielte er Wochenende für Wochenende für Olympique Marseille oder den FC Getafe. Er hat das oft gesagt und hat diese Einstellung mit hinübergenommen in seine Trainerkarriere.

In Lausanne, in Lugano und in Luzern ging es, wenn es um den Trainer Celestini ging, neben dem sportlichen Erfolg immer auch um seinen Kampf um Anerkennung. Er ist mit Lausanne aufgestiegen, mit Lugano Dritter geworden, und mit Luzern hat er 2021 den Cup gewonnen. Aber wenn er gehen musste, und das musste er früher oder später immer, hiess es: sturer Bock, der nur eine Linie hat, sportlich und menschlich – seine eigene.

Losgeworden ist Celestini diesen Ruf bis heute nicht. In einem Interview mit dieser Zeitung hat er zu dem Thema mal gesagt: «Ich kenne das: Fabio kann nur offensiv, Fabio ist schwierig, Fabio hat seinen eigenen Kopf, Fabio ist stur, Fabio dies, Fabio das …» Doch jetzt, beim FC Basel, bröckelt das Bild.

01.11.2023; Kriens; Fussball Schweizer Cup - SK Kriens - FC Basel; Trainer Fabio Celestini (Basel) beim Interview  (Daniela Frutiger/freshfocus)

Im November 2023 hat der FCB Celestini verpflichtet, und es war damals ja so, dass die beiden aus purer Verzweiflung zueinandergefunden hatten: Der FC Basel stand in der Tabelle auf dem letzten Platz und war keine besonders attraktive Adresse. Und Celestini galt nach seinem 6-Spiele-Abenteuer beim FC Sion ebenfalls als schwer vermittelbar.

Die erste Reaktion war bei vielen: Das kann nicht funktionieren. Der stolze Celestini und der nicht weniger stolze David Degen? Der etwas störrische Trainer und der unruhige Präsident? Ein Fussballlehrer, der es mit seiner Idee des schönen Fussballs allen beweisen will, und der Mitbesitzer, der es mit seiner Idee des modernen Fussballs allen beweisen will?

Umso erstaunlicher, dass Celestini seitdem so ziemlich jedes Vorurteil über sich relativiert hat. Er hat den FCB stabilisiert, indem er von seinen Idealen abgewichen ist, er hat sogar Abstiegs- und Aussenseiter-Fussball spielen lassen. Gleichzeitig wusste er aber, dass dieser Ansatz nicht reichen würde, sobald der Abstieg abgewendet ist und der Drang von Degen wiedererstarkt.

Basel-Präsident Degen will mit Celestini in die Zukunft

Celestini hat das Team aus mehreren Krisen geführt, auch wenn er sich nach dem 1:2 gegen YB im März wohl keine zusätzliche Niederlage hätte erlauben dürfen. Er hat immer wieder die richtigen Lösungen gefunden. Selbst als der Club ihm einen nicht austrainierten Shaqiri auf den Rasen stellte, tat er das einzig Richtige: Er liess dem Rückkehrer alle Freiheiten und installierte Auffangnetze, um die Schwächen von Shaqiri zu kaschieren.

Belohnt worden ist der Club mit der Aussicht auf zwei Titel. Und es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass Celestini jetzt, wo er als Trainer endlich die erhoffte Wertschätzung bei einem der grossen Schweizer Clubs erfährt, bald wieder weg sein könnte. Präsident Degen und Sportchef Daniel Stucki haben zwar inzwischen den Wunsch geäussert, mit Celestini weiterzumachen.

Aber Stucki hat auch gesagt: «Sein Traum ist es, irgendwann mal in Spanien zu trainieren, das ist auch okay. Und wenn er diese Chance bekommt, werden wir wohl nicht mithalten können.»

Celestini beschäftigt die Situation, das merkt man. Am Freitag ist er zu seinen Plänen befragt worden; könnte ja sein, dass er im Sommer etwas Neues wagen will? «Erst schreibt ihr mich weg, weil wir nicht gut genug performen. Dann gewinnen wir, und jetzt soll ich es sein, der wegwill? Will man mich denn nicht mehr hier?», zitiert ihn die «bz Basel».

Nach dem offiziellen Ende der Pressekonferenz ist er sogar noch mal umgekehrt, um das Thema mit einem der Journalisten zu besprechen, der ihn zu seiner Zukunft befragt hatte.

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Es arbeitet in Fabio Celestini, und man wird das Gefühl nicht los, dass seine Zeit in Basel tatsächlich im Sommer enden könnte. Vielleicht nutzt er die Möglichkeit, wenn sich ein Team aus Spanien oder Italien meldet. «Viel zu früh», werden manche jetzt sagen, «er muss mit dem FCB nach Europa, dann kann er irgendwann immer noch gehen.» Aber so einfach ist es nicht.

Celestini weiss nur zu gut, wie schnell die Stimmung in Basel kippen kann, wenn es um seine Zukunft und seine Jobsicherheit geht. Wie oft hat er in den letzten Monaten betont, dass der Club von ganz unten kommt? Wie oft musste er auch seine Vorgesetzten daran erinnern, dass nicht alles innerhalb von wenigen Monaten zu verändern ist? Und wie viel hat es ihm gebracht, als die Führung sich trotzdem mit anderen Trainern befasste?

FC Basel: Gelingt gegen Servette die Vorentscheidung?

Sechs Spiele noch, fünf in der Liga und eines im Cup, dann könnte Celestini den grössten Erfolg seiner Laufbahn feiern. Sechs Spiele, in denen er mehr als Verwalter denn als Trainer gefordert ist, denn die Mannschaft befindet sich gerade in einem regelrechten Flow. Im Moment gelingen die Dinge wie von selbst, hat man das Gefühl. Und wenn nicht, ist Celestini zur Stelle.

Gegen Lausanne hat er nach dem Rückstand eingegriffen in die Taktik und hat ein 4-2-4 spielen lassen. «4-1-Shaqiri-4», hat er es genannt. Celestini weiss inzwischen genau, welche Knöpfe er drücken kann und von welchen er besser die Finger lässt. Und von den angeblichen Differenzen zwischen ihm und Teilen des Clubs ist von aussen herzlich wenig zu erkennen.

Im Heimspiel gegen Servette könnte dem FC Basel der vorentscheidende Schritt zum Meistertitel gelingen. Dass das Team noch mal einbricht, ist nach den Auftritten der letzten Wochen nahezu ausgeschlossen, so fokussiert und motiviert sind die Basler. Und Fabio Celestini hat mit seinem Freudentanz gezeigt, dass er den Moment geniesst. Was danach kommt, nach dem letzten Saisonspiel, ist im Moment jedoch ziemlich schwer vorherzusagen.

Mitarbeit: Dominic Willimann

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Minute geht der FCZ in Führung – das Orchester schlägt plötzlich düstere, dissonante Klänge an, und auf der Tribüne singt ein Fan ein himmeltrauriges Lamento: «Fast zwei Meter ist unser Langer lang und kriegt den Ball nicht aus dem Strafraum!» Doch der FCB fängt sich und gleicht in der 44. Minute aus. Zeitweise gibt es Gesangsquartette zur Abseitsfalle, eine Hymne an den Ball («Du Ball, du Runder»), Reminiszenzen an alte Zeiten ohne VAR – und Huggel erzählt von seinen Karriereanfängen in Münchenstein und Arlesheim.An dieser Stelle finden Sie einen ergänzenden externen Inhalt. Falls Sie damit einverstanden sind, dass Cookies von externen Anbietern gesetzt und dadurch personenbezogene Daten an externe Anbieter übermittelt werden, können Sie alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen.Cookies zulassenMehr InfosDie zweite Halbzeit beginnt dann mit einer Pechsträhne – der Spieler verletzt sich, der FCB verschiesst einen Penalty, und Zürich geht 2:1 in Führung. So wird bald Kritik auf den Rängen laut: «Der denkt doch jetzt schon nur noch ans Geld» – dies, nachdem das Laster dem Spieler einen silbergrauen Lamborghini versprochen hat. Auch Trainerin Stein ist mit dem Gezeigten nicht zufrieden, schimpft mit dem Spieler und kritisiert die Sensationslust der Menge: «Wenn ihr Unterhaltung wollt, geht ins Tabourettli und schaut euch HD Läppli an.»Das Fussballoratorium ist voll von witzigen Textpassagen, die von einer raffiniert zusammengewobenen Musik – die immer wieder Melodien aus der Kurve aufnimmt – getragen werden. Alle zentralen Themen des Fussballs kommen zur Sprache, die guten wie die schlechten. Am besten bringt es vielleicht die Szene auf den Punkt, als eine Geburt verschoben werden muss, weil das Spiel noch nicht fertig ist: «Halte das Kind zurück», heisst es da, «es geht noch 16 Minuten! 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