Dieser Artikel wurde von BAZ publiziert.

FCB: Nächster Heimkehrer?

Granit Xhaka spricht von Rückkehr und lässt die Basler träumen

Taulant Xhaka verabschiedet sich während eines Events des FC Basel mit einem Mikrofon in der Hand. Eine zweite Person steht daneben.
Jetzt abonnieren und von der Vorlesefunktion profitieren.

BotTalk

In Kürze:

  • Granit Xhaka spricht bei Taulant Xhakas Abschied überraschend von einer Rückkehr zum FCB..
  • Ein Transfer scheint wegen Xhakas Vertragsverhältnis bei Leverkusen derzeit unrealistisch.
  • Granit Xhakas Vertrag beim Bundesligisten ist hoch dotiert und läuft bis 2028.
  • Die vorbelastete Beziehung zwischen der Familie Xhaka und der FCB-Führung dürfte eine Rückkehr erschweren.

Spätestens seit diesem Samstag Abend haben die Fans des FC Basel einen neuen Traum. Im Mittelpunkt davon steht Granit Xhaka – und er trägt dabei ein rotblaues FCB-Trikot.

Denn an diesem Abend, da ist der Bundesliga-Star in den St.-Jakob-Park nach Basel gekommen. Noch nicht, um zu bleiben. Sondern um seinen Bruder Taulant vor der letzten Meisterschaftspartie gegen den FC Luzern auf dem Rasen und vor ausverkauften Rängen mit zu verabschieden.

Ein einziger Satz genügt dabei, den Granit Xhaka bei der Zeremonie ins Mikrofon spricht, um an einem Abend, der eigentlich dem Schweizer Meister FC Basel und seinem um ein Jahr älteren Bruder gehört, im Mittelpunkt des Interesses zu stehen: «Ich kann euch etwas sagen: Ein Xhaka geht – aber bald ist der andere auch wieder hier.»

Schon in der Vergangenheit hat Granit Xhaka immer mal wieder davon gesprochen, seine schillernde Karriere dereinst bei seinem Heimclub beenden zu wollen. Doch war es dabei auch stets darum gegangen, noch einmal mit seinem Bruder spielen zu wollen. Gerade jetzt, wo das nicht mehr möglich ist, äussert sich der Captain der Schweizer Nationalmannschaft ungefragt zu diesem Thema – und ist dabei so konkret wie noch nie.

Nicht mit dem FC Basel abgesprochen

Dass das sofort für Schlagzeilen und Fan-Vorfreude sorgt, ist klar. Weniger klar ist, was davon zu halten ist. Die Verantwortlichen des FC Basel geben jedenfalls an, im Vorfeld nichts von dieser «Ankündigung» gewusst zu haben. Und auch wenn bereits in den Wochen zuvor das Gerücht einer Xhaka-Rückkehr zum FCB herumgereicht wurde, so gibt es – ausser der Herkunft und der Verbindung zum Club – rund um den Führungsspieler von Bayer Leverkusen keine Parameter, die sich so präsentieren, dass sie auf eine rasche Heimkehr hindeuten.

Gar komplett unrealistisch erscheint ein Rück-Transfer in diesem Sommer: Granit Xhaka ist Dreh- und Angelpunkt des Leverkusener Spiels. Und auch wenn dort auf Xabi Alonso ein neuer Trainer folgt, so ist nicht anzunehmen, dass der dies anders sehen wird. Nicht nach den dominanten Leistungen, die Xhaka in den vergangenen zwei Saisons gezeigt hat, so dass man ihn aktuell und ohne Übertreibung zu den besten zentralen Mittelfeldspielern der Welt zählen muss.

Hinzu kommt, dass Granit Xhaka sich erst vor kurzem selbst dahingehend geäussert hat, dass er die nächste Saison bei Leverkusen bestreiten wird. Das macht auch deshalb Sinn, weil es ihm offenbar wichtig ist, die Schweiz als unbestrittener Captain im Sommer 2026 an der WM anzuführen.

Wohl noch von grösserem Gewicht ist allerdings, dass Granit Xhaka vertraglich bis 2028 an seinen Arbeitgeber gebunden ist und dabei ein jährliches Salär einstreicht, das jenseits der Fünf-Millionen-Euro-Grenze zu verorten ist – netto. Damit der Deutsche Double-Sieger von 2024 so einen Spieler ziehen lässt, den man vor zwei Jahren für rund 40 Millionen Euro von Arsenal verpflichtete, ist eine Ablösesumme nötig, die sich in für Basler Verhältnisse astronomischen Sphären bewegt.

Selbst mit einem Überhang zur Fussball-Romantik kann man sich unter diesen Umständen nicht vorstellen, wie eine solche Rückhol-Aktion für den FCB finanziell zu bewerkstelligen wäre. Denn der Fussball ist für die Clubs genau so ein Geschäft wie für die Spieler. Und Geld spielt da eine Hauptrolle – selbst dann, wenn Sentimentalitäten mitschwingen.

Was heisst «bald» bei Granit Xhaka?

Man darf sich also fragen, warum Xhaka sich so geäussert hat – und was «bald» bei ihm bedeutet. In einem Jahr schon? Vielleicht. Wenn sich die Gemengelage im Vergleich zu jetzt klar verändern sollte, dann kann so etwas möglich werden. Aber es kann eben auch noch länger dauern. Bis 2028 zum Beispiel, wenn der Spieler per September seinen 36. Geburtstag feiert.

Sicher ist nur, dass Granit Xhaka seine grosse Karriere dereinst beim FC Basel beschliessen möchte. Damit dies auch möglich ist, braucht es aber nicht nur den eigenen Willen und auch die Bereitschaft zu Verzicht. Sondern es ist auch eine Basler Clubführung nötig, die das ebenfalls will und bereit ist, den Preis zu bezahlen, den so eine Verpflichtung zum Zeitpunkt X kostet.

Dabei ist bekannt, dass das Verhältnis zwischen der Xhaka-Familie und der FCB-Führung um David Degen belastet wurde. Erinnert sei an Instagram-Posts und Vorfälle wie Taulant Xhakas Kopfstoss gegen Nikola Katic oder dessen jüngsten Entgleisungen bei der spontanen Meisterfeier.

Auch das weiss Granit Xhaka. Und wenn er sich nun so äussert, wie er das gerade getan hat, dann weckt er bei den Fans nicht nur Hoffnungen, sondern auch eine Erwartung: Jene, dass die Basler Clubführung alles unternimmt, damit ein Starspieler zurückkehrt, der selbst sagt, genau das schon «bald» tun zu wollen.

Newsletter

Rotblau aktuell

Erhalten Sie die wichtigsten und interessantesten Geschichten und News rund um den FCB.

Weitere Newsletter

Similar Posts

  • Fabian Freis Nachfolger: FCB sucht Captain: Schmid, Shaqiri – oder doch Xhaka?

    Dieser Artikel wurde von BAZ publiziert. – FCB sucht Captain: Schmid, Shaqiri – oder doch Xhaka? Dominik Schmid führte das Team zuletzt aufs Feld. Xherdan Shaqiri sagt, er sei auch ohne «Bändeli» ein Captain. Der bisherige Vize-Captain heisst aber Taulant Xhaka. Publiziert heute um 06:57 Uhr Dominik Schmid mag im Vergleich zu Xherdan Shaqiri oder…

  • Wochenduell zur FCB-Transferpolitik: Schon wieder so viele Neuzugänge beim FCB

    Dieser Artikel wurde von BAZ publiziert. – Sind acht FCB-Neuzugänge schon wieder zu viel? Der FC Basel hat einen ruhigen Transfersommer angekündigt. Gekommen ist es etwas anders. Was bedeutet das? Publiziert heute um 20:16 Uhr Zwei Neue auf der Lohnliste des FC Basel: Bénie Traoré (links) und Xherdan Shaqiri. Foto: Cyril Zingaro (Keystone) Jetzt abonnieren…

  • FCB-Präsident David Degen: «Verband und Liga müssen reformiert werden. Da gibt es hundert Themen, die anzupacken sind»

    David Degen im Interview – «Verband und Liga müssen reformiert werden. Da gibt es hundert Themen, die anzupacken sind»Warum Sanches zu teuer war, Magnin mit Shaqiri funktioniert und der FCB die Stadionmiete verweigert. Das grosse Gespräch mit dem Clubbesitzer.Publiziert heute um 07:03 UhrFCB-Präsident und -Mitbesitzer David Degen (42) im ausführlichen Gespräch mit dieser Zeitung.Foto: Dominik PluessDavid Degen, das Transferfenster ist seit Montag zu – und Alvyn Sanches spielt nun bei YB statt beim Schweizer Meister. Hie und da hiess es, das müsse den FC Basel ärgern …Mich ärgert null, dass Alvyn Sanches nun bei YB ist. Wenn, dann habe ich mich höchstens daran gestört, dass medial suggeriert wurde, dass wir uns über diesen Transfer aufregen.Im YB-Communiqué war aber die Rede davon, dass Sanches nur zu YB wechseln wollte …Das heisst es doch immer … Ich glaube sehr wohl, dass Sanches auch zu uns gekommen wäre. Wir hatten ihn schon lange auf dem Radar. Und natürlich haben wir uns auch in jüngerer Vergangenheit gedanklich mit ihm befasst – das Paket war uns aber zu teuer.Befasst?Unser Sportdirektor Daniel Stucki war mit Lausanne im losen Gespräch. Aber die Meinung in unserer Sportkommission war klar: relativ tiefe Ablöse, relativ hohe Beteiligung an einem Weitertransfer. Diese Wette wäre uns das Risiko wert gewesen. Das, was er nun gekostet hätte, wollten wir jedoch nicht bezahlen.Also hat YB einen Fehler gemacht?Das würde ich nie behaupten! Vielleicht liegen auch wir falsch. Alvyn Sanches ist zweifellos ein aussergewöhnlicher Fussballer. Einer, der jetzt im Ausland wäre, hätte er sich im März nicht das Kreuzband gerissen. Heutzutage ist diese Verletzung im Normalfall kein Problem. Das klar grössere Fragezeichen ist für mich aber der Faktor Zeit: Sanches wird im Februar 23. Für mich stellt 23 eine Schwelle dar, wenn es darum geht, ob ein Weitertransfer noch lukrativ ist. Denn auch potenzielle Abnehmer machen die Rechnung, ihn in zwei, drei Jahren nochmals gewinnbringend transferieren zu können – dann zu einem der ganz grossen Clubs … In Sanches’ Fall bedeutet das: Kaum wieder fit, muss er ab Januar durchstarten, damit es für den abgebenden Club zu einem einträglichen Transfer kommt.David Degen über Alvyn Sanches: «Kaum wieder fit, muss er ab Januar durchstarten, damit es für den abgebenden Club zu einem einträglichen Transfer kommt.»Foto: Pascal Muller (Freshfocus)Aber wenn das nicht der Fall ist, dann kann er die Ausgaben ja auch in einem grösseren Zeitraum durch sportliche Leistung in Form von Uefa-Prämien einspielen …Grösserer Zeitraum? Auch ein Spieler, der 25 ist, macht einen Transfer, sobald er einen Club wie den FCB sportlich weiterbringt. Nur sind es dann bei weitem keine 15 Millionen Ablöse mehr, die fliessen. Aber das ist nur meine Meinung, meine Sichtweise. Ich sage nicht, dass ich recht habe. Wenn Sanches ab Januar durchstartet, dann gratuliere ich YB-Verwaltungsrat Christoph Spycher zu diesem Transfer – dem Spieler selbst wünsche ich es sowieso.Bei Sanches ist von einem YB-Transfercoup die Rede. Beim FC Basel blieb in diesem Sommer eine spektakuläre Neuverpflichtung aus …Wir wollen gute Transfers machen, nicht spektakuläre. Spektakulär allein bringt uns nichts.Aber Xherdan Shaqiris Heimkehr war doch spektakulär, oder?Ja, aber vor allem hat er uns sportlich massiv weitergebracht. Das ist einfach perfekt aufgegangen. Spektakulär allein darf nie das Ziel sein. Es geht darum, ob es sportlich und finanziell Sinn macht. Meine Linie gebe ich da nicht auf.Manche sagen, der FCB müsse mehr erfahrene Spieler verpflichten.Wir sind eine Ausbildungsliga, wir müssen jung bleiben. Erfahrene Spieler kosten hohe Gehälter, die wir uns nicht in Hülle und Fülle leisten können. Ein einzelner erfahrener Spieler kann helfen, aber er macht nicht die ganze Mannschaft aus. Ich bin überzeugt, dass es für den FC Basel, ja generell für einen Schweizer Club nur diesen Weg geben kann, will er nachhaltig sportlich erfolgreich und finanziell gesund sein. So, dass er keinen Mäzen braucht, der das Portemonnaie aufmacht.Nun kann man aber auch sagen: Hätte der FCB in den Playoffs zur Champions League ein breiteres Kader mit mehr Europacup-Erfahrung gehabt, dann hätte es gegen Kopenhagen vielleicht gereicht – und würden von der Uefa einige Millionen mehr ins rotblaue Kässeli fliessen …Ich sehe den Punkt mit der Europacup-Erfahrung. Ich sehe aber auch, dass unsere Startelf im Hinspiel gar älter als jene des Gegners war – und wie wir vor allem in Kopenhagen im Rückspiel auftraten. Für mich war da der Kopenhagener Goalie der Matchwinner, wie er unsere beiden Topchancen zum 1:1 zunichtemachte. Vor allem der Reflex gegen Moritz Broschinski war Extraklasse. Was ich auch sehe, sind die beiden Clubs: Im Vergleich zum FC Kopenhagen sind wir beim FCB nur Schulbuben.Wie meinen Sie das?In Kopenhagen wurde mir der Club von den Verantwortlichen ausführlich präsentiert. Der FC Kopenhagen hat fixe Einnahmen von rund 100 Millionen Euro im Jahr. Das ist mehr als das Doppelte des FC Basel. Was die aus der Vermarktung, dem Merchandising und vielem mehr herausholen, ist beeindruckend. Hinzu kommt, dass auch aus der Liga mehr Geld fliesst: Während wir hier aus dem TV-Pool rund 1,25 Millionen Franken erhalten, sind es für den FC Kopenhagen 8,5 Millionen Euro pro Saison. In Dänemark, wo 3 Millionen Menschen weniger leben als in der Schweiz …Was schliessen Sie aus alldem?Verschiedenes. Etwa, dass wir trotzdem unsere Chancen gegen Kopenhagen hatten und über das Verpassen der Champions League enttäuscht sein dürfen. Die Königsklasse zu erreichen, wäre finanziell, aber auch fürs Prestige toll gewesen. Da ist aber auch das Gefühl, dass wir wohl einfach noch nicht so weit sind, um wirklich wieder zur Champions League zu gehören. Und dass es sportlich und für den Uefa-Koeffizienten der Schweiz vielleicht sogar besser ist, in der Europa League zu spielen, zumal wir attraktive Gegner zugelost erhalten haben. Dann ist da – mit Blick auf die genannten Zahlen – vor allem auch noch dies: Wir müssen in der Schweiz verdammt aufpassen, dass wir gegenüber Nationen, die eigentlich in unserer Bandbreite liegen, nicht den Anschluss verpassen. Ich glaube, da ist es nicht fünf vor, sondern bereits eins vor zwölf.Was ist zu tun?Meiner Meinung nach müssen der SFV und die Swiss Football League reformiert werden. Da gibt es hundert Themen, die anzupacken sind!Welche Themen erachten Sie als die dringlichsten oder grössten?Beim Verband geht es um die Ausbildung des Nachwuchses und der Trainer. Bei der Entwicklung unserer Talente haben wir selbst im Vergleich zu kleineren Nationen Land verloren. Schauen Sie zum Beispiel die U17-Auswahl an, die zuletzt fast jedes Spiel verloren hat … Da läuft etwas verkehrt. Und wenn ich sehe, dass man bei uns selbst als Nationalspieler im allerbesten Fall fünf Jahre benötigt, um als Trainer die Uefa-Pro-Lizenz zu erwerben, dann wundert mich das nicht. Da muss man doch die Trainerausbildung in der Schweiz hinterfragen. Ich sage nichts gegen den einen oder anderen Trainerkurs. Aber ich sage: ein halbes, vielleicht ein ganzes Jahr – und Stempel aufs Papier. Ein guter Trainer ist ein Leader, der ein Gefühl im Umgang mit Menschen hat – das hast du oder nicht. Da kannst du noch so viele Kurse in Bern besuchen. Und zumindest die, die das haben, müsste man gezielt fördern und rasch voranbringen. Denn die brauchen wir – im Nachwuchs und bei den Profis.David Degen: «Ein guter Trainer ist ein Leader, der ein Gefühl im Umgang mit Menschen hat – das hast du oder nicht. Da kannst du noch so viele Kurse in Bern besuchen.»Foto: Dominik Plüss.Und bei der Liga?Ich sehe in der Challenge League aktuell eine Handvoll Clubs, die das Potenzial für die Super League haben. Da geht es nicht nur um den Sport, sondern auch darum, wie es sich auf das Produkt auswirkt. Denn es gibt immer wieder Aufsteiger mit bescheidener Fanbasis, die der Super League und ihrer Attraktivität eher schaden als nützen. Ich wünsche mir zwar keine geschlossene Liga. Aber ich denke, die wirtschaftlichen Kriterien für eine Aufnahme in der Super League müssten strenger sein. Hinzu kommt, dass die Challenge League semiprofessionell betrieben werden müsste. So, wie es jetzt ist, spielen dort ganz viele ausländische Profis, die es nie mehr weiterbringen werden – und es ist folglich zu wenig Platz für den Schweizer Nachwuchs, um sich zu entwickeln.Aber ist das nicht auch ein Problem in der Super League, wo nicht zuletzt der FCB allein mit den ausländischen Profis in seinem Kader fast zwei Mannschaften aufs Feld schicken könnte?Das sind aber ausländische Spieler mit Qualität. Da sind wir dann eben wieder beim anderen Thema: Wollen wir international einigermassen wettbewerbsfähig sein oder den Anschluss verlieren? Die Super League ist überreguliert, was die internationale Wettbewerbsfähigkeit hemmt. Das zeigt sich zum Beispiel bei der Kadergrösse, die auf 25 beschränkt ist. Und ich verstehe auch nicht, warum wir bei der Lizenzierung zwischen EU- und Nicht-EU-Ausländern unterscheiden, zumal wir ja gar nicht in der EU sind. Ich tue mich schwer damit, dass ein 18-jähriges Talent aus Brasilien aufgrund des Arbeitsgesetzes eine sogenannte Fachkraft sein muss, also bereits professionelle Erfahrung mitbringen muss, um eine Arbeitserlaubnis zu erhalten. So bleibt dieser Markt den Schweizer Clubs komplett verwehrt. Wir sind aber Fussball-Unternehmen in einem globalen Wettbewerb – kein regionales Handwerkergeschäft. Und wir sprechen auch nicht von Tausenden von Arbeitsplätzen, die man schützt. Sondern von 300 oder 400. Da braucht der Schweizer Fussball eine Sonderregelung. Bei diesem System wurde zu kurz gedacht.Sie sagten, Ihre ausländischen Spieler hätten Qualität. Bewiesen hat das aber bei weitem nicht jeder Ausländer, den Sie verpflichtet haben …Ich strebe eine hundertprozentige Trefferquote an – im Wissen, dass kein Club der Welt diese je erreichen wird. Ja, es gibt Fehleinschätzungen oder -entscheidungen. Oder Dinge, die nicht nach Wunsch verlaufen, Umstände, die sich als schwierig erweisen. Verletzungen auch. Ich kann auch gleich einige Namen nennen, bevor Sie mir diese aufzählen: Juan Gauto, Djordje Jovanovic, Gabriel Sigua oder Emmanuel Essiam etwa. Für jeden dieser Spieler und für uns wünschte ich mir, es wäre anders gekommen. Aber das ist Fussball. Es funktioniert nicht alles. Die Frage lautet aber: Wie viel funktioniert – und wie gut? Ich habe vor vier Jahren den Club übernommen. Aktuell sind wir Meister und Cupsieger und machen auf dem Transfermarkt einen ziemlich ordentlichen Job.Kein Widerspruch. Und doch erlauben wir uns diese Anschlussfrage: Nachdem man nun mit Ibrahim Salah und Jeremy Agbonifo nochmals zwei ausländische Flügelangreifer verpflichtet hat, obwohl weder Philip Otele noch Bénie Traore den Club verliessen: Wo sehen Sie da noch die für die Entwicklung nötige Einsatzzeit des eben noch gelobten Marin Soticek oder von Junior Zé, dem Siegtorschützen beim 1:0 in Sion?Wir haben jetzt ein sehr starkes Kader. Und zwar in allen Mannschaftsteilen. Das ist Luxus pur. Und ja, auf den Flügeln ist es vielleicht noch etwas ausgeprägter. Aber Salah war ein No-Brainer, ein Schnäppchen – gemessen an dem, was er schon gezeigt hat und was er uns per sofort bringen kann. Ich konnte fast nicht glauben, dass er für diese Ablöse zu haben war. Und Agbonifo ist für mich Edon Zhegrova 2.0. Ein Zocker. Kommt er bei uns zum Laufen, dann kann das vielleicht ein 20-Millionen-Spieler werden. Er hat zuletzt 8,5 Millionen gekostet – doch die Kaufoption, die wir nun ausgehandelt haben, liegt um einiges tiefer.Nochmals: Was wird jetzt aus Soticek und Zé?Sie müssen sich wie jeder andere beweisen, sich dem Konkurrenzkampf stellen, den jede Mannschaft braucht. Ich denke auch, dass sie aufgrund der Dreifachbelastung weiterhin Gelegenheit erhalten werden. Ich kann mir sowohl bei Otele als auch Salah vorstellen, dass sie nicht ausschliesslich als Flügel eingesetzt werden. Aber das ist Sache des Trainers. So, wie es Sache des Trainers ist, dieses Kader gut zu moderieren. Das wird eine der zentralen Aufgaben von Ludovic Magnin sein.«Wenn er so weitermacht, kommen die Resultate.» David Degen über FCB-Trainer Ludovic Magnin (Bild).Foto Pascal Muller (Freshfocus)Wie nehmen Sie Ludovic Magnin bislang wahr?Ludo ist ein Trainer, den ich sehr ehrlich und reflektiert und direkt erlebe. Und zwar mit allen. Das finde ich super, zumal viele Trainer ja nicht mal mit sich selbst ehrlich sind. Wenn er so weitermacht, kommen die Resultate. Einhundert Prozent.Das klingt so, als hätten Sie sich schon oft mit ihm ausgetauscht …Tatsächlich war das fast nur im Vorbeigehen der Fall. Bei den Gesprächen zu seiner Verpflichtung war ich bei einem Treffen dabei. Seither hat es zwischen ihm und mir kein terminiertes Gespräch mehr gegeben. Ich glaube, ich habe noch gar kein Training beobachtet. Sportdirektor Daniel Stucki, aber auch die Sportkommissionsmitglieder Ruedi Zbinden und Valentin Stocker sind diejenigen, die mit Ludo im intensiven Austausch sind. So, wie es sein muss. Ich komme erst, wenn es heiss wird – und stelle die Antenne wieder ein. (lacht)So, wie Sie das bei Magnins Vorgänger Fabio Celestini gemacht haben …Fabio Celestini hat das Double geholt und vieles richtig gemacht. Das Kapitel ist aufgearbeitet und abgeschlossen.Also muss nichts korrigiert werden, was geschrieben wurde.Vieles war übertrieben. Aber manchmal muss man die Antenne einstellen …Was nehmen Ihre eigenen Antennen wahr, wenn Sie hören, wie Xherdan Shaqiri nach dem Playoff-Hinspiel zur Champions League gegen Kopenhagen vor laufender Kamera die Wechsel von Ludovic Magnin hinterfragt?Ich glaube nicht, dass Shaqiri es böse gemeint hat. Grundsätzlich finde ich es gut, wenn man offen und ehrlich miteinander ist. Ich finde auch, Shaqiri darf das Ludo sagen. Es ist in seiner besonderen Rolle sogar seine Pflicht, das zu tun. Aber dass das öffentlich, in den Emotionen direkt nach dem Spiel geschah, empfand ich als unglücklich.So unglücklich, dass Sie bei ihm die Antennen einstellen mussten?Nein, natürlich nicht. Das Thema war nach dem Spiel intern auch schnell wieder erledigt, und Ludo hat an der Medienkonferenz ja auch sehr gelassen reagiert.Shaqiris Einfluss ist aber aussergewöhnlich – egal, wie es läuft …Er kennt seine Rolle. Und aussergewöhnlich ist auch der Druck, der damit einhergeht. Da wird auch vieles medial heisser gekocht, als es bei uns gegessen wird.David Degen zur Sonderrolle von Xherdan Shaqiri: «Da wird auch vieles medial heisser gekocht, als es bei uns gegessen wird.»Foto: Pascal Muller (Freshfocus)In der Super League scheint er besser bewacht als in der Vorsaison. Kann er wiederholen, was er im ersten Jahr der Rückkehr gezeigt hat?Ich glaube schon, dass er das kann. Auch wenn ihm nun vielleicht öfter einer auf die Füsse steht. Dass das geschieht, ist nach dem, was gewesen ist, ja nur logisch. Und was bleibt: Allein kann auch er es nicht richten. Es braucht die Unterstützung der Mitspieler.Ist Magnins Idee eines höheren Pressings auch das, was zu Shaqiri und seinen Mitspielern passt?Ich glaube, diese Idee ist der richtige Weg. Das ist jedenfalls genau der Fussball, den ich im Joggeli sehen will. Wer nicht spurt, den würde ich rausnehmen.Aber egal, wie gut die Idee ist: Wenn man vier- oder fünfmal hintereinander nicht damit gewinnen sollte, dann stimmt etwas nicht.Wenn das beim FC Basel der Fall sein sollte, dann stimmt ganz sicher etwas nicht. Dann müsste ich die grosse Antenne auf der Chrischona einstellen. Aber die Saison ist bis hierhin okay für mich – und wie gesagt: Geht Magnin seinen Weg, kommen die Resultate.Hat ihn das Verpassen der Champions League viele Prozentpunkte gekostet?Sowohl der Trainer als auch der Sportchef verlieren null Prozentpunkte durch das Verpassen der Champions League. Ich verstehe all die Themen, die danach medial diskutiert wurden. Aber ich bleibe dabei: Es hat nicht sollen sein.Was hätten die zusätzlichen Millionen verändert?Gar nichts. Wir haben keinerlei Europacup-Einnahmen budgetiert. Die zusätzlichen Einnahmen gehen aufs Sparbüchlein.Von welcher Gesellschaft?Auf das Sparbüchlein der FC Basel 1893 AG.Aber die Horizon 2026 AG der Besitzerschaft und die Intein AG existieren noch, die Millionenzahlungen leisteten?Ja, die existieren noch.Im Frühjahr 2024 bekannten Sie sich nach entsprechenden Nachfragen aus den Medien und der Öffentlichkeit zu diesen Gesellschaften und anderen Themen. Sind Sie heute froh darüber?Ja. Wir wissen inzwischen auch, dass wir da selbst proaktiver hätten kommunizieren sollen.Lenken als Mitbesitzer im Verwaltungsrat von Holding und AG den FC Basel: Dan Holzmann, Andreas Rey, Ursula Rey-Krayer und Präsident David Degen (von links nach rechts).Foto: Urs Lindt (Freshfocus)Gab es seither noch externe Zahlungen an die FC Basel 1893 AG – oder Rückzahlungen von Darlehen?Nein. Die Situation ist seither unverändert. So, wie es auch bei diesen zwei Gesellschaften im Umfeld des FCB geblieben ist.Aber eine Rückzahlung ist schon das Ziel?Ja, natürlich. Wir wären dazu theoretisch auch in der Lage. Aber da wir gleichzeitig die Liquidität des Clubs und dessen Substanz erhöhen wollen, ist das bislang kein Thema.Wie steht denn der FC Basel inzwischen finanziell da?Er steht solid da. Bis im Sommer 2026 sind noch Altlasten vorhanden, danach sieht es noch besser aus.Altlasten wie der Vertrag des zurückgetretenen Taulant Xhaka?Altlasten.Und danach ist das Ziel mit dem strukturellen Defizit von nur noch 5 Millionen Franken pro Jahr erreicht?Plus/minus gehe ich davon aus, dass wir da stehen werden. Aber mein Ziel ist eigentlich, dass wir bei einer Null stehen, also ohne strukturelles Defizit in eine Saison gehen.Solange Sie keine Miete für den St.-Jakob-Park bezahlen, beschleunigen Sie das Erreichen dieses Ziels …Das Geld für die Stadionmiete liegt auf dem Konto bereit und ist eingebucht.Warum zahlen Sie seit März 2024 nicht, obwohl Sie sich mit der Genossenschaft St.-Jakob-Park erst per 2023 auf einen neuen Mietvertrag geeinigt haben?Weil wir gegenüber der Stadiongenossenschaft Gegenforderungen offen haben.Können Sie das ausführen?Grob. Beispielsweise sind wir auf diverse Ungereimtheiten bei Abrechnungen diverser Leistungen gestossen, die uns von der Genossenschaft in Rechnung gestellt wurden. Dies möchten wir zuerst aufgearbeitet haben. Und auch die Frage, wieso in den letzten Jahrzehnten anscheinend kaum etwas in das Stadion investiert wurde, interessiert uns.Kennen Sie die Antwort?Ich will nicht in der Vergangenheit graben. Wir wollen eine tragfähige Lösung für die nächsten 50 oder 100 Jahre – und kein undurchsichtiges Konstrukt.Die Genossenschaft hat doch mit dem Projekt Stadion+ einen Plan zur Totalsanierung vorgestellt …Das war vor drei Jahren. Was ist seither passiert? Erfolgsmeldungen habe ich jedenfalls keine vernommen. Und überhaupt: Dieses Projekt löst keine grundsätzlichen Probleme. Damit sind wir nach 20 Jahren wieder am gleichen Punkt. Viel dringender ist ein tragfähiges Konstrukt mit sauberen Verträgen und Regeln. Denn läuft es so weiter wie bisher, dann ist das schlecht für den FCB und für die Stadt Basel. Also muss man zusammensitzen, aufräumen, reinen Tisch machen. Dazu sind wir sofort bereit. Und wenn das die Genossenschaft auch will, dann lässt sich alles innerhalb von einigen Stunden lösen.Und solange nicht alle aufräumen wollen, halten Sie den eingeschlagenen Kurs?Ja, dann bleiben wir auf Konfrontationskurs. Dann kann es auch Jahre dauern, bis sich die Situation löst – denn wir sind bereit, den Weg bis zum bitteren Ende zu gehen.Indem der FCB als Hauptmieter keine Miete bezahlt, setzt er die Genossenschaft massiv unter Druck. Bringt das Sympathiepunkte?Darum geht es nicht. Es geht auch nicht darum, wie ich empfinde. Ich handle einzig im Sinne des FC Basel (zeigt auf das aufgemalte Club-Emblem an der Wand). Und die Miete nicht zu bezahlen, ist das einzige Druckmittel, das der FCB hat.Apropos Druck: Empfinden Sie davon eigentlich weniger, seit der sportliche Erfolg mit dem Doublegewinn zum FCB zurückgekehrt ist?Das ist sehr schwierig zu beantworten.Warum?Weil der Druck, den ich mir selber mache, so gross ist. Er überlagert allfälligen Druck, den ich von aussen verspüren könnte.Ist denn der innere Druck eher kleiner geworden?Nein. Ich glaube, der Druck, den ich mir selber mache, hat seit dem Double zugenommen. Es geht immer weiter. Jetzt will ich den FCB an der Spitze etablieren. Ich will in der Europa League unter die Top 24. Ich will eine tragfähige Lösung für das Stadion. Ich will eine Null statt eines strukturellen Defizits als Ausgangspunkt des Geschäftsjahres. Und, und, und …Was hingegen weniger geworden ist, sind Ihre Auftritte in der Öffentlichkeit …Das stimmt – und es stimmt mich froh. Das hatte ich stets angestrebt. Und seit etwas mehr als einem Jahr, da wir diese Klarheit mit Daniel Stucki als Sportdirektor, aber auch mit der Sportkommission als zentralem Gremium haben, ist das auch Tatsache geworden.Stört es Sie da doppelt, wenn die Medien Ihre Beziehung zur deutschen Schauspielerin Vivien Wulf publik machen?Stören ist das falsche Wort. Ich bin es ja seit längerem gewohnt, dass medial über mich berichtet wird. Aber es ist nichts, was ich mir wünsche. Und ich möchte auch nicht weiter mein Privatleben ausbreiten.Haben Sie überhaupt Zeit, eine romantische Beziehung zu pflegen?Die Beziehungspflege dürfen Sie schon mir überlassen. (lacht) Dass Zeit ein Thema ist, das ist klar.Reden wir über eine andere Frau: Was können Sie zur Suspendierung von Kim Kulig als Trainerin der FCB-Frauen sagen?Das ist die Entscheidung von Fabian Sanginés, der seit einigen Monaten für die Frauenabteilung die Hauptverantwortung trägt – und den ich voll unterstütze. Natürlich ist es ungewöhnlich, eine Trainerin oder einen Trainer kurz nach Saisonstart freizustellen. Aber es ist auch der Tatsache geschuldet, dass Sanginés sich zuerst ein Gesamtbild machen musste. Was für mich klar ist: Wir hätten in den vergangenen zwei Saisons mit Kulig zumindest einen Titel holen können, was auch unser Ziel war – aber wir haben keinen geholt. Also mussten Anpassungen gemacht werden. Dass dabei nicht das geschah, was man sich erhoffte, führte nun zu diesem Entscheid.«Wir hätten in den vergangenen zwei Saisons zumindest einen Titel holen können – aber wir haben keinen geholt.» David Degen zur Freistellung von Kim Kulig (Bild) als Trainerin der FCB-Frauen-Equipe.Foto: Martin Meienberger (Freshfocus)Ist das auch als Zeichen zu werten, dass der FCB es ernst meint mit dem Frauen-Fussball und den damit verbundenen Ambitionen?Ich kann Ihnen versichern: Das nehmen wir sehr ernst. Die Resultate der Frauen haben zwar noch keinen spürbaren Einfluss auf unsere Wirtschaftlichkeit. Aber egal, mit welcher Equipe: Der FC Basel ist ambitioniert. Er will erfolgreich sein.David Degen, Xherdan Shaqiri und der FC BaselDiesen Podcast können Sie auch auf allen gängigen Podcast-Plattformen kostenlos hören und abonnieren.NewsletterRotblau aktuellErhalten Sie die wichtigsten und interessantesten Geschichten und News rund um den FCB.Weitere NewsletterEinloggenFehler gefunden?Jetzt melden.0 Kommentare

  • Die FCB-Spieler in der Einzelkritik: Dominik Schmid und Xherdan Shaqiri stark – Albian Ajeti ganz schwach

    AboDie FCB-Spieler in der Einzelkritik – Dominik Schmid und Xherdan Shaqiri stark – Albian Ajeti ganz schwachDer Linksverteidiger und der Starspieler holen sich beim 4:1 gegen Sion die besten Basler Noten.Publiziert heute um 18:58 UhrVon da an geht die Partie in die Basler Richtung: Dominik Schmid bejubelt kurz vor der Pause seinen Treffer zum 1:1.Foto: Urs Lindt (Freshfocus)Jetzt abonnieren und von der Vorlesefunktion profitieren.BotTalkMarwin Hitz: 4,5Kann beim abgelenkten Ball zum 0:1 nichts mehr ausrichten und muss in der Folge nur eine halbwegs schwierige Parade zeigen. Bleibt mangels Arbeit deshalb in der Bewertung überschaubar. Aber weil er seinen Vertrag nun bis Ende Juni 2026 verlängert hat, wird er noch genügend Gelegenheit erhalten, um sich zu überdurchschnittlichen Noten zu hexen.Joe Mendes: 5Der Rechtsverteidiger wird in der 67. Minute für all seine bisher gezeigten Vorstösse belohnt, als er nach Pass Kades zum 3:1 trifft und sein Premieren-Pflichtspiel-Tor für den FCB erzielt.Adrian Barisic: 5Gewinnt seine Duelle, überzeugt mit gutem Timing – und kann wirklich nichts dafür, dass er den Berdayes-Schuss zum 0:1 entscheidend ablenkt. Gute Partie des Abwehrchefs.Jonas Adjetey: 4Natürlich ist er zweikampfstark im Basler Abwehrzentrum. Aber manchmal, da ist er auch etwas gar nonchalant. Und bei Djokics Grosschance in der 59., die Sion leicht das 2:2 bringen könnte, steht er zu weit weg vom Schützen.Dominik Schmid: 5,5Hat auch etwas unsaubere Momente in der Mitte der ersten Hälfte, als die Basler den Faden suchen, den sie nach dem 0:1 verloren haben. Ist dann aber mit dem Tor zum 1:1 und dem Assist zum 2:1 massgeblich dafür verantwortlich, dass die Basler diesen Faden wieder finden. Starke Reaktion nach der schwierigen Partie, die er in Lugano gezeigt hat.Leon Avdullahu: 5Er ist selten spektakulär. Aber meistens sehr stringent in seinen Aktionen. Eine davon steht am Anfang des schön herausgespielten Basler Treffers zum 2:1.Léo Leroy: 4,5Hat auffälligere und weniger auffällige Phasen. Ist aber insgesamt grundsolid mit seinem Spiel im Basler Mittelfeld-Zentrum. Und er ist am 1:1 beteiligt.Anton Kade: 4Manchmal ist man versucht, ihm zuzurufen, dass da links und rechts von ihm auch noch Mitspieler wären, die anspielbar sind. Hinzu kommt, dass er vor dem 0:1 zu weit weg von Torschütze Berdayes steht. Aber vor dem 3:1, da entscheidet sich der Deutsche dann richtig und spielt den Ball zeitig zu Mendes, der schliesslich trifft. Dann darf er in der 69. unter die Dusche.Xherdan Shaqiri: 5,5Ist sowohl beim ersten als auch beim zweiten Basler Treffer so was wie der entscheidende Faktor – zuerst mit seinem Steilpass auf Carlos, dann mit seinem durchgelassenen Ball für Carlos. Ist aber bei beiden Toren nicht als vorletzter Mann am Ball und erntet deshalb keinen Skorerpunkt. Beim Treffer zum 4:1 erhält er dann den Assist zugesprochen, wobei auch möglich ist, dass Baros Fuss seine Cornerflanke auf Otele noch streift.Bénie Traoré: 4,5Gefällt primär durch die kleinen Dinge, die er richtig macht und damit auch den einen oder anderen Freistoss provoziert. Lanciert zudem vor dem 2:1 Assistgeber Schmid mit einem klugen Pass. Macht dann in der 64. Platz für Debütant Otele.Kevin Carlos: 5Schreibt sich beim Basler Ausgleichstreffer zum 1:1 einen Assist gut. Muss sich aber fragen, ob er sich da aus guter Abschlussposition nicht eigentlich seinen – inklusive Yverdon-Tor zu Beginn – seinen achten Super-League-Teffer der laufenden Saison notieren lassen müsste. Holt das dann in der 54. Minute nach, als er aus noch besserer Situation locker zum 2:1 trifft. Wird zudem in der ersten Hälfte verwarnt – es ist seine dritte Gelbe im Ligabetrieb. Wird in der 69. für Ajeti ausgewechselt.Philip Otele: 5Kommt in der 64. für Traoré. Gibt damit sein Debüt für den FCB, der ihn aus den Vereinigten Arabischen Emiraten ausgeliehen hat. Und schiesst beim 4:1 dann auch gleich sein Premieren-Tor. Was will man mehr?Romario Baro: 4,5Darf in der 69. für Kade rein und ist dann beim 4:1 Teil der Frage, ob Xherdan Shaqiri doch noch offiziell einen Assist erzielt hat: Der Fuss des Portugiesen ist jedenfalls extrem nahe dran am Corner-Flankenball, den Otele dann direkt verwertet.Albian Ajeti: 1Nachdem er in Lugano nicht im Aufgebot war, ereilt nun Mittelstürmer-Konkurrent Bradley Fink dieses Schicksal. Ajeti hingegen kommt in der 69. für Carlos ins Spiel, um erst dann für viel Aufregung zu sorgen, als diese Partie vor dem Abpfiff steht. Ausfallschritt gegen die Hacke Barbas – und Rot via VAR. Das ist so unüberlegt wie unnötig.Finn van Breemen: –Wird in der 78. für Barisic eingewechselt, um Spielpraxis in der Innenverteidigung zu erhalten. Zu spät für eine Note.Marin Soticek: –Wird in der 78. für Shaqiri eingewechselt, um Spielpraxis in der Offensive zu erhalten. Zu spät für eine Note.Der FC Basel nach dem RestartDen Podcast können Sie auf Spotify oder Apple Podcasts abonnieren. Falls Sie eine andere Podcast-App nutzen, suchen Sie einfach nach «Dritte Halbzeit».NewsletterRotblau aktuellErhalten Sie die wichtigsten und interessantesten Geschichten und News rund um den FCB.Weitere NewsletterEinloggenOliver Gut schreibt seit März 2001 für das Sport-Ressort der Basler Zeitung, das er seit 2019 leitet. Vorher für diverse Sportarten zuständig, konzentriert sich der Fricktaler seit 2011 auf den Fussball – und damit hauptsächlich auf den FC Basel. Mehr InfosLinus Schauffert ist Redaktor im Ressort Sport bei der Basler Zeitung und berichtet schwerpunktmässig über den FC Basel. Mehr Infos@linusschauffertFehler gefunden?Jetzt melden.0 Kommentare