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Massimo Ceccaroni und sein neues Leben am Genfersee

Neuer Arbeitsplatz: Massimo Ceccaroni vor seinem Büro im Stadion Tuilière in Lausanne.
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In Kürze:

  • Massimo Ceccaroni ist seit Juli 2024 Technischer Leiter Nachwuchs beim FC Lausanne-Sport.
  • Er spricht nun mehr Französisch, was seine beruflichen Fähigkeiten erweitert hat.
  • Ceccaroni war zuvor Lehrer und fand dabei spannende gesellschaftliche Einsichten.
  • Das Angebot aus Lausanne weckte seine alte Begeisterung für den Fussball erneut.

«Salut, ça va?», tönt es vom anderen Ende der Telefonleitung. Massimo Ceccaroni kann das Lachen nicht verkneifen, wenn er sich beim Anruf aus der Deutschschweiz auf diese Art meldet.

Seit Anfang Juli letzten Jahres hat die Legende des FC Basel, die 452 Pflichtspiele für Rotblau bestritten hat, ein neues Zuhause: Ceccaroni ist seither Technischer Leiter der Nachwuchs-Akademie des FC Lausanne-Sport. Statt nahe der Basler Innenstadt wohnt der 56-Jährige nun nahe des Stade Olympique de la Pontaise. Bis zu seinem Arbeitsort im neuen Lausanner Stadion Tuilière sind es nur ein paar wenige Autominuten.

Die wesentlichste Veränderung in Ceccaronis Leben neben dem Arbeitsalltag ist aber die Sprache. Keiner in der Vereinsführung, keiner bis auf Trainer Ludovic Magnin im Staff der ersten Mannschaft und auch keiner im Nachwuchs kann sich mit ihm auf Deutsch verständigen. Ceccaroni spricht so viel Französisch wie nie zuvor. Er sagt: «Ich habe mein Vocabulaire erweitert, vor allem in der Umgangssprache habe ich einiges dazugelernt.» Und natürlich habe er auch im Schreiben einen Zacken zugelegt: «Vom Technischen Nachwuchs-Leiter eines Super-League-Vereins muss ein E-Mail auf Französisch anständig daherkommen.»

Die Vergangenheit als Lehrer

Der Einstieg in der Romandie ist dem Basler aber auch deshalb leichtgefallen, weil die französische Sprache ihn in den Monaten zuvor eng begleitet hat. Über seinen Bruder Stefano, einen ausgebildeten Pädagogen, und einen Bekannten aus dem Fussball ist Ceccaroni zum Lehrer-Quereinsteiger geworden. «Eine wahnsinnig spannende Aufgabe», blickt Ceccaroni zurück. An der Primarschule Vogelsang unterrichtete er in den Fächern Sport, Französisch und Deutsch – nicht nur im Klassenverband, sondern auch in Einzellektionen, etwa für Kinder aus der Ukraine.

Ceccaroni blickt gern auf dieses Jahr als Lehrer zurück. «Ich hatte keine Berührungsängste, wollte vom ersten Tag an unterrichten.» Mitgenommen aus dieser Erfahrung hat er die Erkenntnis, dass die Schule die Gesellschaft eins zu eins widerspiegele. «Die Kinder kommen mit total unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründen in die Schule; die einen vorbereitet, die anderen weniger.» Das habe ihn an seiner Arbeit fasziniert.

Die Lust am Fussball ist zurück

Inzwischen ist die Schule in Ceccaronis Leben weit weg, auch wenn es zwischendurch einzelne wenige Tage gibt, an denen er sich das Klassenzimmer zurückwünscht. Doch sein Fokus liegt nun erneut auf seiner grossen Leidenschaft, dem Fussball. «Ich habe wieder Lust bekommen, in diesem Bereich zu arbeiten.»

Massimo Ceccaroni, ehemaliger Profi-Fussballspieler, im Trainingsanzug des FC Basel mit einem Fussball in der Hand, aufgenommen am 1. März 2016.

Das war 2021 noch anders. Damals trennten sich die Wege von Ceccaroni und dem FC Basel. Bis dahin begleitete ihn sein Herzensclub praktisch ein Leben lang: Als Spieler, Technischer Leiter im Nachwuchs, Trainer in der U21, Verwaltungsrat und zuletzt unter Bernhard Burgener als Leiter des Basler Indien-Projekts in Chennai vertrat er den FCB.

Nach seinem letzten Engagement bei Rotblau braucht Ceccaroni eine Pause, Abstand von diesem Geschäft, durchatmen. Nur noch hobbymässig ist er im Fussball unterwegs, bei den Amateuren. Erst als Technischer Leiter beim FC Aesch, später als Interimstrainer beim Zweitligisten. Doch nun, als das Angebot aus Lausanne auf dem Tisch lag, hat es ihn wieder gepackt. «Es gefällt mir, welche Ziele Lausanne verfolgt.»

Partnerclubs in Europa

Seit 2017 ist der Chemiekonzern Ineos Eigentümer des FC Lausanne-Sport. Das eröffnet den Westschweizern neue Möglichkeiten, denn das millionenschwere Unternehmen weist in seinem Fussball-Portfolio auch die Clubs Manchester United und OGC Nice aus. Beide Akademien der Partnervereine hat Ceccaroni bereits besucht, und natürlich sind in seinem Aufgabenheft auch die wirtschaftlichen Ziele fett angestrichen. «Es geht nicht nur darum, Junioren in die erste Mannschaft zu bringen, sondern sie dereinst auch für gutes Geld verkaufen zu können.»

Diese Herausforderung mag Ceccaroni an seiner neuen Aufgabe. Die Jungen gut auszubilden und an den Profifussball heranzuführen, hat also oberste Priorität. Mit Ivan Parra ist bereits ein Junior regelmässig Teil der ersten Mannschaft.

Damit er die Nachwuchsbewegung im Waadtland besser kennen lernt, steht Ceccaroni jeden Tag auf dem Platz und unterstützt die Trainer. Ebenso hat er für jede Woche ein internes Trainingsspiel eingeführt: die U21 gegen die U19 und die U17 gegen die U16. Ceccaroni wirkt dabei jeweils als Schiedsrichter und unterbricht vor allem dann, wenn es etwas zu loben und auch zu kritisieren gibt.

Was Ceccaroni besonders schätzt, ist der Austausch mit der ersten Mannschaft. Von seinem Büro aus sieht er den Fünften der Super League täglich beim Training, zudem wird alle 14 Tage eine Sitzung im engsten Club-Zirkel abgehalten. An diesem Tisch sitzen dann auch Magnin oder Sportdirektor Stéphane Henchoz. Ceccaroni sagt: «Die Entscheidungsträger sprechen regelmässig über konzeptionelle Angelegenheiten. Das zeigt, wie kurz die Wege in Lausanne sind.»

Massimo Ceccaroni, Bernhard Burgener, Marco Streller und Alex Frei bei der Mitgliederversammlung des FC Basel am 07.04.2017 in Basel, im Hintergrund der Text ’Sali zämme.’.

Am Sonntag nun gerät Ceccaroni in eine emotionale Zwickmühle, wenn sein Arbeitgeber auf seinen Herzensclub trifft. Wahrscheinlich wird der 56-Jährige dann im Joggeli sitzen und die Partie dieser zwei formstarken Mannschaften verfolgen. Aber vor allem wird er den Besuch in der Heimat geniessen.

Denn am Rheinknie ist er nur noch selten anzutreffen. Selbst die Fasnacht, auch das eine Herzensangelegenheit, muss er in diesem Jahr wohl auslassen, seine Chaise (womit wir wieder beim Französisch wären…) für einmal ohne ihn auskommen.

Massimo Ceccaroni hat sich ganz dem Projekt am Genfersee verschrieben. Im Wissen, dass sein Vertrag bis Sommer befristet ist, aber vieles darauf hindeutet, dass der Basler über die Saison hinaus in Lausanne bleiben darf.

Damit würde Lausanne-Sport ein Zeichen der Konstanz setzen und zugleich ein Novum schaffen: In den letzten fünf Jahren haben die Waadtländer den Posten des Technischen Direktors der Nachwuchs-Akademie fünfmal neu besetzt…

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Am Schluss muss er aus dem Büro raus und es sich überlegen.»… Gespräche mit anderen Trainern«Natürlich haben wir vor allem mit der Sportkommission gewisse, lose Gespräche geführt, die normal sind im Fussballbusiness. Wir müssen den Club strategisch richtig für die Zukunft aufstellen und im Fussballbusiness kann jeden Tag etwas passieren. Es ist logisch, dass man für alle Eventualitäten vorbereitet sein muss. Aber wir stehen hundert Prozent hinter Fabio, er ist unser Trainer im Sommer, er hat einen Vertrag bis 2026. Gut, dass er und sein Team sich die Unruhe, die hereingetragen worden ist, nicht haben anmerken lassen und sie die drei Siege geholt haben.»… die wenige Spielzeit von Taulant Xhaka«Das ist reine Sache des Trainers. Ich habe mich noch nie eingemischt, auch wenn andere sagen, ich hätte es getan. Ehrlich gesagt: Ich würde Taulant wohl das eine oder andere Mal auf die Bank mitnehmen, auch wenn er nicht spielt. 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