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AboFCB: 2:6 gegen die Young Boys

Der FC Basel kann auch in der Meistersaison in Bern nicht gewinnen

Darian Males von BSC Young Boys jubelt nach dem Tor zum 2:1 gegen FC Basel in Bern am 18. Mai 2025. Spieler tragen gelbe und schwarze Trikots.
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In Kürze:

  • Die Young Boys bezwingen Basel im Wankdorf mit einem deutlichen 6:2-Schlussresultat.
  • FCB kassiert nach acht Siegen in Serie erstmals wieder eine Niederlage.
  • Rotblau muss nach intensiven englischen Wochen den Vereinsrekord abschreiben lassen.
  • Vor dem Cupfinal gegen Biel steht noch das Abschiedsspiel von Taulant Xhaka an.

Am 22. Mai 2016 hat der FC Basel letztmals ins Bern gewonnen. 3:2 dank Toren von Jean-Paul Boëtius (2) und Matias Delgado. Nun, da der FCB Schweizer Meister ist und in acht Liga-Spielen in Folge nur Siege gefeiert hat, standen die Vorzeichen so gut wie selten zuvor: Dass Rotblau 3283 Tage nach dem letzten Sieg im Wankdorf an dieser Stätte wieder reüssieren könnte.

Aber auch diesmal gibt es für Basel keine drei Punkte. 2:6 endet die Partie aus Sicht der Basler. Ein Ergebnis, das deutlich ist, aber nicht so deutlich wie es die Kräfteverhältnisse auf dem Platz vermuten liessen. 85 Minuten lang bietet der Meister dem Meister aus der Vorsaison Paroli, ja, ist phasenweise gar besser. Doch in den Schlussminuten erhöhen die Gastgeber das Skore mit gefühlt jedem Angriff. Fabio Celestini sagt nach dem Abpfiff: «Das 2:4 in der 86. Minute war die Entscheidung und zu viel für meine Mannschaft.»

Mit dieser neunten Niederlage in dieser Saison beendet der FCB die letzte englische Woche. Es sind intensive Tage, die Rotblau hinter sich hat: Erst der 5:2-Erfolg in Unterzahl bei Lugano, danach am Sonntag vor einer Woche die rauschende Meisterfeier auf dem Barfi, am Mittwoch das Spiel in Lausanne mit nur einem Training als Vorbereitung und nun das dritte Auswärtsspiel innerhalb von acht Tagen. «Wir wollten auch in Bern dominant sein», fasst Celestini das Geschehen zusammen, «doch heute passten die Details nicht zusammen, und YB hat es letztlich einfach besser gemacht. Wir sind auch nur Menschen, keine Maschinen.»

Negative Bilanz gegen die Young Boys

Für die Zuschauer im ausverkauften Wankdorf ist das Duell zwischen den beiden punktebesten Super-League-Teams im 2025 aber ungemein unterhaltsam. Eine 50:50-Partie quasi; ein Spiel, das auf beide Seiten hätte kippen können. Am Ende aber jubelt einmal mehr YB. Die Berner sind damit der hartnäckigste Widersacher von Rotblau in dieser Super-League-Saison: Gegen keine andere Mannschaft hat der FCB so viele Punkte abgegeben: deren neun.

Auch wenn es für den FCB um nichts mehr gegangen ist: Dieses 2:6 sitzt nach Spielende tief. Wer Xherdan Shaqiri beobachtet, sieht auf den ersten Blick, dass er mit dem Gezeigten nicht zufrieden ist. Er selbst kann für einmal nicht das abrufen, zu was er fähig ist. Kein Tor, kein Assist; etwas, das man von ihm seit Mitte März nur am Mittwoch in Lausanne und nun in Bern gesehen hat.

Rekord der FCB-Siege bleibt unangetastet

Aber nicht nur Shaqiri ist enttäuscht, auch Leon Avdullahu ist sauer. «Wir wollten die Serie weiterführen, das neunte Mal gewinnen, weil man als Basel gegen GC, Zürich oder Bern einfach unbedingt gewinnen möchte», sagt der Mittelfeldspieler, der auch in dieser Partie offenbart, dass seine Zukunft anderswo als in der Super League liegen dürfte. Wie er die Zweikämpfe führt, Bälle erobert und wie sicher er das Spielobjekt in alle Richtungen verteilt – das ist einfach nur gut.

Doch das reicht an diesem Nachmittag nicht, um die Basler Bestmarke aus der Saison 2016/17 zu egalisieren oder vielleicht gar mit einem Sieg am kommenden Samstag über Luzern einen Vereinsrekord aufzustellen. Vor neun Jahren siegte der FCB neunmal in Folge und sorgte damit für den perfekten Saisonstart.

Nun bleibt dem FCB eine Woche Zeit, um sich für die Super-League-Derniere gegen Luzern fit zu machen. «Wir dürfen nun enttäuscht sein, müssen das YB-Spiel aber so rasch wie möglich abhaken», nennt Anton Kade den Fahrplan für die nächsten Tage.

Abschied von Taulant Xhaka

Am Samstag steht im St.-Jakob-Park das nächste Fussballfest an: Das Spiel gegen Luzern ist ausverkauft, nach Abpfiff bekommt der FCB von der Liga im Joggeli den Pokal, und diese Derniere ist auch die Abschiedspartie von Taulant Xhaka. «Wir wollen ihm einen schönen Abgang bescheren», sagt Avdullahu.

Chris Bedia von BSC Young Boys schiesst ein Tor gegen FC Basel in der Fussball Super League, 18. Mai 2025 in Bern.

Danach trifft sich Rotblau mit seiner Fangemeinde ein nächstes Mal auf dem Barfüsserplatz, ehe am 1. Juni mit dem Cupfinal gegen den unterklassigen FC Biel das letzte Pflichtspiel dieser Spielzeit ansteht. Deshalb besingen die zu Tausenden nach Bern gereisten FCB-Anhänger nach dem 2:6 einfach schon mal den Cupfinal.

Dieser findet auf dem Berner Kunstrasen statt. Dass der FCB auf dieser Unterlage im Wankdorf siegen kann, wenn der Gegner nicht YB heisst, bewies er in der Saison 2018/19 beim 2:1 über den FC Thun. Ein Sieg, der dem FC Basel den 13. und bislang letzten Cupsieg der Vereinsgeschichte bescherte. Auch deshalb gibt man sich beim FCB zuversichtlich. Fabio Celestini sagt: «Der Cupfinal ist ein Spiel in einem anderen Wettbewerb, mit einem anderen Gegner – das hat gar nichts mehr mit diesem 2:6 zu tun.»

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Ausserdem sind die sportlichen Leistungen, die ich hier gezeigt habe, wohl mit die besten überhaupt in meiner Karriere.Wollen Sie damit sagen, andere Karriereschritte waren weniger glücklich – zum Beispiel der Wechsel zum FC Basel im Dezember 2023?Nein, überhaupt nicht. Wenn sich die Möglichkeit ergibt, für den FC Basel spielen, ist das eigentlich immer die beste Entscheidung, die man treffen kann.Ihre Ankunft in Basel war jedoch von Zweifeln begleitet. Nicht nur werweisste man über Ihre Form, spielten Sie zuvor doch in der zweiten japanischen Liga. Auch wurden Vorwürfe zu homophoben Aussagen in Ihrer Vergangenheit medial aufgegriffen. Wie erlebten Sie diese Phase?Persönlich genommen habe ich das nicht. Ich nahm mir einfach vor, zu beweisen, dass es anders ist, als die Kritiker denken. Erstens, dass ich kein homophober Mensch bin, und zweitens, dass ich das Niveau habe, das es für die Schweiz braucht. Zu Zweiterem muss man sagen: Die japanische Liga ist wirklich sehr gut. Wäre sie in Europa, würde sie in meinen Augen zu den Top-5-Ligen zählen …Das meinen Sie ernst?Ja! Hier in der Schweiz ist das Niveau fern gelegener Länder nicht so bekannt. Aber glauben Sie mir, die erste japanische Liga – dort habe ich ja angefangen zu spielen, bevor wir abgestiegen sind – ist mit Abstand besser als die Schweizer Super League. Mit Abstand.Dennoch standen da noch die Vorwürfe wegen Homophobie im Raum. Wurden die beim Wechsel zum FC Sion eigentlich in ähnlichem Ausmass diskutiert wie in Basel?Überhaupt nicht, das war hier kein Thema. Auch als ich vor einigen Jahren zum FC Zürich wechselte, hat niemand etwas zu diesem Video gesagt. Mein Berater meinte deswegen auch zu mir: Benji, das passiert nur beim FC Basel.Und warum denken Sie, dass dem so ist?Keine Ahnung. In Basel wird alles angeschaut, was hinter einem liegt, weil es irgendwie interessiert. Doch am Ende haben mich die Leute ja geliebt und gesehen, dass ich kein Homophober bin. Und wenn man dieses Video schaut und gut Französisch spricht, merkt man ja, dass ich gar nichts Homophobes gesagt habe.Sie bereuen Ihre Worte also nicht, sondern sehen das Ganze eher als ein grosses Missverständnis.Ja, ganz klar.Im Januar 2024 schoss Kololli den FC Basel im St.-Jakob-Park zum 1:0-Sieg über YB.Foto: Toto Marti (Freshfocus)Beim FC Basel waren Sie jedenfalls ein stabilisierendes Element, in Erinnerung bleibt beispielsweise Ihr Siegtreffer beim 1:0-Heimsieg gegen die Young Boys. Hatten Sie den Eindruck, dass Ihre Leistungen ausreichend gewürdigt wurden?Ja, dieses Gefühl habe ich schon. Mein Job war es, dem Team zu helfen, aus dieser Scheisssituation herauszufinden, und das haben wir geschafft. Gleich bei meiner Ankunft sagte mir Fabio Celestini ja, dass die Mannschaft tot sei und dass es meine Aufgabe sei, zu …Moment. «Tot»?Ja sicher, zumindest in der Garderobe war sie tot. Niemand hat geredet, alle waren am Handy. Eine der Massnahmen von Celestini war dann, die Handys aus der Garderobe zu verbannen. Er hat die Mannschaft gut gespürt. Meine Rolle war es jedenfalls, als erfahrener Spieler in der Garderobe etwas zu bewirken, die Leute zusammenzubringen.Die Frage nach der Anerkennung Ihrer Leistungen stellt sich ja auch deshalb, weil Sie in der Saison darauf sehr schnell auf dem Abstellgleis gelandet sind. Fanden Sie dieses Vorgehen fair?Fair … (lacht) Klar ist das unfair, aber als Fussballer muss man das akzeptieren. Jeder Verein hat Ziele, und wenn man als Spieler nicht mehr in dieses Konzept passt, dann muss man weg.Das haben Sie für sich so beschlossen?Ja. Es gibt Situationen, in denen man den Trainer noch von sich überzeugen kann. Beim FCB war das aber nicht möglich. Ich war alt, Shaqiri war da, und der Club wollte auf die jungen Spieler setzen. Natürlich war das eine harte Erkenntnis: Ich wurde gebraucht, als die Situation schlecht war – doch als man mit den Erlösen aus den Transfers von Thierno Barry und Renato Veiga plötzlich 30 Millionen mehr in der Kasse hatte, sah die Welt mir gegenüber dann natürlich anders aus. Doch das muss man akzeptieren.Für Aufsehen sorgte zuvor jedoch jene Nacht, in der Sie und andere Spieler wenige Tage vor Saisonstart im Ausgang gesichtet wurden. Kurz darauf verlor der FCB in Lausanne mit 2:3. Nun mit etwas Abstand betrachtet: Hat dieser Vorfall den Anfang vom Ende Ihrer Zeit in Basel eingeläutet?So würde ich das nicht sagen. Thierno Barry beispielsweise war an diesem Abend ja auch dabei und wurde dennoch erfolgreich verkauft. Meiner Ansicht nach wäre meine Zeit in Basel ohne diesen Vorfall gleich verlaufen.Dann bereuen Sie diesen Ausgang nicht?Nein, überhaupt nicht. Denn aus meiner Sicht hat der FC Basel da etwas falsch gemacht.Wie bitte?Das Ganze begann ja an einem Mannschaftsabend, den der FC Basel organisiert hatte, und zwar drei Tage vor Saisonbeginn. Da muss man doch damit rechnen, dass die Spieler später weiterziehen. Für den Club ist es im Nachhinein natürlich einfach zu sagen: Ihr Spieler, die da weitergegangen seid, seid an allem schuld. Ich finde: Nein, FC Basel, du bist schuld, weil du zuerst diesen Abend organisiert hast! Das würde keine andere Mannschaft im Profibereich zu diesem Zeitpunkt machen.Tatsächlich standen Sie dann im Zentrum einer Aufmerksamkeit, die negativ geprägt war. Sie sehen es aber eher so, dass der Club Ihnen die Schuld in die Schuhe geschoben hat?Genau! Klar, gegen Lausanne haben wir verloren, wir waren nicht bereit. Darauf hiess es dann, wir – als die sechs bis sieben Spieler, die an jenem Abend dabei waren, darunter ich und Thierno Barry – seien die Ursache aller Übel. Allerdings: Barry hat in diesem Spiel zwei Tore erzielt. Kann man dann wirklich sagen, die Schuld liegt bei ihm? Ich möchte hier keine Ausreden suchen, wirklich nicht. Aber für mich ist der erste Schuldige der FC Basel. Er hat das organisiert.Der FC Basel hat das Teamfest zu Beginn des Abends organisiert, nicht den Ausgang …Ja, aber damit hätte er rechnen müssen. Wir waren in der Sandoase bei einem Barbecue. Als es später wurde, vielleicht 21 Uhr, war doch klar, dass ein paar Spieler noch weitergehen würden. Meiner Ansicht nach ist es für die Stimmung innerhalb eines Teams sogar gut, wenn gemeinsam etwas unternommen wird. Wenn ich Trainer wäre und nach einem Mannschaftsabend sehen würde, wie alle auf direktem Weg nach Hause gehen, würde ich denken: Da läuft etwas falsch in meinem Team. Und damit meine ich überhaupt nicht die Art von Ausgang, bei der man sich bis um 5 Uhr morgens volllaufen lässt. Wir hatten ein, zwei Getränke und gingen um knapp 1 Uhr wieder nach Hause. Die Aussagen, dass wir die ganze Nacht gefeiert hätten, stimmen nicht. Aber ja, der FC Basel hatte dann seinen Schuldigen ja bereits gefunden …Nämlich Sie.Das fand ich sehr egoistisch vom FCB. Eigentlich müsste man seine Spieler schützen. Da ist es für mich zu einfach, nur den anderen die Schuld zu überlassen. Ich sage, FC Basel, du bist schuld, weil du dieses Fest zu jenem Zeitpunkt organisiert hast.Geht man denn in Sion anders mit solchen Situationen um?Ja, schon. Was man am Mittwochabend gemacht hat, interessiert die Leute hier nicht.Nun sind Sie mit dem FC Sion bei einem Club, der für Menschen aus der Deutschschweiz zuweilen schwer zu greifen ist. Sie aber kennen beide Seiten, sind in Aigle geboren, spielten nun aber auch für Städte wie Zürich, Basel und Bern. Was macht den FC Sion aus?Der FC Sion ist ein leidenschaftlicher Familienclub. Und ja, unser Präsident prägt uns natürlich auch. Alle kennen ihn, und er tut alles für die Mannschaft. Wir sind alle wie Söhne unseres Präsidenten. Das ist von aussen schwierig zu verstehen. Er ist da für uns, wie ein Vater von uns allen.Das klingt ja schon speziell. Kaum jemand würde in Basel sagen, David Degen ist wie eine Vaterfigur für die Spieler …Ja, absolut, und mir ist bewusst, dass das irgendwie komisch und lustig klingt. Aber doch ist es irgendwie so. Man darf das nicht schlecht aufnehmen. CC (Christian Constantin, Präsident des FC Sion, Anm. d. Red) ist einfach CC. (lacht)Nun gibt es Stimmen, die dem FC Sion in dieser Saison zutrauen, für eine Überraschung zu sorgen. Wie sehen Sie das?Das sehe ich genauso. Wir haben eine gute Mannschaft, zudem ist unser Präsident ruhiger geworden. Wir möchten es in die Top 6 schaffen, ein besseres Resultat nehmen wir natürlich auch. 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