Dieser Artikel wurde von BAZ publiziert.
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Abo1:3- Niederlage in Lugano – FC Basel: Koba Koindredi zieht dem eigenen Team den SteckerTrotz schlechter Leistung dürfen die Basler bis in die Nachspielzeit auf einen Punkt hoffen. Dann vertändelt Koindredi den Ball.Publiziert heute um 19:49 UhrGeorgios Koutsias allein auf weiter Flur – und unterwegs zu Luganos 3:1, das die Niederlage des FC Basel in der 96. Minute besiegelt.Foto: Daniela Frutiger (Freshfocus)Jetzt abonnieren und von der Vorlesefunktion profitieren.BotTalkDer AufregerEs ist nicht Starkstrom, was der FC Basel beim FC Lugano nach einem 0:2-Pausenrückstand auf den Rasen bringt. Aber ein bisschen Elektrizität ist da schon. Da ist zum Beispiel der Anschlusstreffer durch Albian Ajeti, den der Mittelstürmer akrobatisch mit der Hacke erzielt, der die Hoffnung auf einen Punktgewinn zurückbringt. Und da ist in der 91. Minute der Ausgleich ganz nah, als Kaio Eduardo bei seinem FCB-Debüt erst an Lugano-Goalie Saipi scheitert und Anton Kade den Nachschuss an die Latte zimmert.Ein durch die Niederlagen zuvor verunsicherter FC Lugano wankt. Doch es fällt schliesslich der FC Basel, weil Koba Koindredi auf die vielen rotblauen Wackelkontakte zuvor einen finalen Kurzschluss einstreut, mit dem er seinem Team den Stecker zieht: Nach einem abgewehrten FCB-Eckball kommt das Leder zum französischen Neuzugang, der als allerletzter Basler absichert, weil Goalie Marwin Hitz mit nach vorne geeilt war.Koindredi hätte eine, vielleicht zwei Sekunden Zeit, um den Ball wieder hoch in den Lugano-Strafraum zurückzubefördern. Stattdessen vertändelt er den Ball gegen Dos Santos. Der Rest ist ein Koutsias-Sprint über das halbe Feld, ein eingeschobener Ball ins leere Basler Tor – und mit 1:3 die zweite Basler Saison-Niederlage, während Lugano eine starke Reaktion auf eine zuvor miserablen Saisonstart feiert.Die 90 MinutenWer – wie FCB-Trainer Ludovic Magnin – in der Pause drei Wechsel vornimmt, für den ist es zuvor nicht nach Wunsch gelaufen. Die Basler haben bis dahin ihre schlechteste Halbzeit der noch jungen Saison gezeigt, sind ohne nennenswerte Offensiv-Aktionen geblieben und liegen mit 0:2 zurück: Erst hat Grgic nach einem Foul Philip Oteles an Bislimi per Elfmeter getroffen (11.), dann hat Papadopoulos ziemlich ungedeckt eine Steffen-Freistossflanke eingenickt (31.).Weiter geht es mit Nicolas Vouilloz für den angeschlagenen Adrian Barisic sowie aus Leistungs- und Taktikgründen mit Marin Soticek für Keigo Tsunemoto sowie Ajeti für Kevin Carlos..Was folgt, ist besser als zuvor. Aber noch immer zu wenig, um etwas Zählbares zu erreichen. Der Anschlusstreffer durch Ajeti ist in der Passabfolge und im Abschluss spektakulär anzusehen. Mit der Doppelchance in der 91. Minute könnte der FCB auch der Ausgleich gelingen, obwohl er im Tessin zuerst gar nicht präsent und auch danach nie richtig in Schwung gekommen ist.Männer des TagesDiese finden sich in den Reihen des Gegners und heissen Mattia Croci-Torti und Renato Steffen. Der Tessiner Trainer hat mit diesem Sieg der Lugano-Clubführung ein Argument geliefert, um trotz zuvor schwieriger Wochen weiter an ihn zu glauben. Und Führungsspieler Steffen zeigt mit einer guten Leistung samt Assist eine starke Reaktion auf jene unschönen Dinge, die er zuvor in der Woche hat erfahren müssen: Auf Social Media war seine Familie bedroht worden, nachdem es zuvor vereinzelte Medienberichte über einen Streit mit Croci-Torti gegeben hatte, die sowohl vom Trainer als auch vom Spieler dementiert wurden.Das FazitDass der FCB im Tessin leer ausgeht, ist leistungsgerecht. Denn in der ersten Hälfte ist der FC Lugano klar die bessere Mannschaft gewesen.In der Tabelle stehen die Basler damit auf dem vierten Platz, wobei sie (wie das fünftplatzierte YB) bereits vier Ligapartien absolviert haben, während der Rest der Liga bei drei Spielen Halt macht.Interessant: Auch vor einem Jahr standen die Basler nach vier Partien mit sechs Punkten da. Der Unterschied: Damals spielten sie noch ohne Xherdan Shaqiri, der erst am 16. August verpflichet wurde.Die Stimme zum Spiel«Das war ein unterirdischer Auftritt in Hälfte eins», sagt Ludovic Magnin nach dem Schlusspfiff. Nun: Man kann dem Trainer des FC Basel nur beipflichten.So geht es weiterDie Meisterschaft ist für den FC Basel damit fürs Erste gelaufen. Nicht, weil der Titelzug bereits abgefahren wäre, sondern weil er erst am 30. August mit einer Auswärtspartie in Sion (18 Uhr) wieder in der Super League antritt.Als nächstes steht die erste Hauptrunde des Schweizer Cup-Wettbewerbs an, wo die Basler am Samstag den Promotion-League-Vertreter FC Biel zur Cupfinal-Revanche empfangen (20.30 Uhr).Der FC Basel im August 2025Diesen Podcast können Sie auch auf allen gängigen Podcast-Plattformen kostenlos hören und abonnieren.Oliver Gut schreibt seit März 2001 für das Sport-Ressort der Basler Zeitung, das er seit 2019 leitet. Vorher für diverse Sportarten zuständig, konzentriert sich der Fricktaler seit 2011 auf den Fussball – und damit hauptsächlich auf den FC Basel. Zudem ist er regelmässiger Diskussionsgast im Fussball-Podcast «Dritte Halbzeit».Mehr InfosFehler gefunden?Jetzt melden.0 Kommentare
AboBernhard Heusler im Interview – «Xherdan Shaqiri verkörpert all das, was die Faszination des Fussballs ausmacht»Der Ehrenpräsident des FC Basel sagt, warum dieser Meistertitel so viele Emotionen weckt und wo er die Gründe des Erfolgs vermutet.Publiziert heute um 18:46 Uhr«Einfach nur Freude, geteilt mit ganz vielen anderen»: Bernhard Heusler, FCB-Ehrenpräsident.Foto: Pino CovinoJetzt abonnieren und von der Vorlesefunktion profitieren.BotTalkBernhard Heusler, was ist Ihr erster Gedanke, wenn Sie die Worte FC Basel und Schweizer Meister hören?Es ist zuerst ein Gefühl, kein Gedanke: Freude. Wenn du in dieser Stadt lebst und dich bewegst, dann weisst du um die Kraft des FCB und darum, was dieser Club bei den Menschen alles auslösen kann. Wenn das wie jetzt im absolut Positiven geschieht, dann ist dieses Erlebnis für alle, die sich diesem Club verbunden fühlen, ein Moment, in dem sie sich vorbehaltlos freuen können. Es ist Genuss – ohne ein Aber. Das ist es, was ich jetzt ohne Rolle und Aufgabe empfinde. Und es ist auch das, was ich früher empfand, als ich als Präsident in der Verantwortung stand.Aber es ist schon nicht dasselbe, oder?An dem einen Tag, an dem du den Meistertitel feierst, ist es eben schon das Gleiche: einfach nur Freude, geteilt mit ganz vielen anderen. Komplett anders ist es auf dem Weg dorthin und danach: Da hast du als Teil der Clubführung nicht die Musse, um Momente wie einen grossen Sieg wirklich zu geniessen, sondern beschäftigst dich sofort wieder mit den Problemstellungen, die es in einem und um einen Fussballclub laufend gibt. Am Tag, an dem man den Titel feiert, muss man sich dann fast gegenseitig davon überzeugen, dass alles andere als Freude für einmal keinen Platz hat und man nur geniessen darf.Sie haben selbst von den sieben fetten und sieben mageren Jahren geredet, als Sie noch für einen FC Basel verantwortlich waren, der den Schweizer Fussball dominierte. Es folgten auf acht Triumphe in Serie und Ihren Abgang tatsächlich sieben Saisons, in denen der FCB nicht mehr Meister wurde, bevor diese Dürre nun ein Ende fand …Das ist ja wirklich fast biblisch. (lacht) Aber ich hatte im Jahr 2016 diese Metapher bemüht, um zu erklären, dass es normal war, dass nichts mehr gut genug schien – und nicht als Voraussage.Der FCB hat nun gezeigt, dass er auch ohne Bernhard Heusler noch die Nummer 1 der Schweiz sein kann. Verspüren Sie Erleichterung?Hmmm … Ich mag die Frage nicht, weil mir Personifizierungen des Clubs nicht gefallen. Der Gewinn dieses Meistertitels ist aber mit Sicherheit das einschneidendste Ereignis, seit wir den Club 2017 in andere Hände übergeben haben. Ich spüre, dass das auch für uns Ehemalige gut ist. Unterschwellig ging mit der relativen Erfolglosigkeit des FCB wohl schon auch das Gefühl einer Last einher, die nun abgefallen ist. Und doch würde ich auch widersprechen.Warum?Genauso, wie ich jetzt null Komma null Anteil an diesem Titel habe, habe ich mich schon in den sieben Jahren zuvor nicht mehr für die Geschicke des Clubs mitverantwortlich gefühlt. Das eine bedingt das andere. Was aber klar ist: Dieser Meistertitel nabelt mich weiter von meiner früheren Rolle ab.Bernhard Heusler findet, dass ihn dieser Meistertitel weiter von seiner früheren Rolle abnabelt.Foto: Pino CovinoAuch wenn Sie als Ehrenpräsident und aufgrund der Geschichte immer mit dem FCB in Verbindung bleiben werden: Ist dieser Titel gar so etwas wie der Schlusspunkt eines achtjährigen Epilogs, der auf Ihr eigentlich letztes Kapitel als FCB-Präsident folgte?Nein, ich glaube nicht. Dafür kenne ich David Degen zu lange und dafür stehen wir uns zu nahe. Ich glaube, der finale Schlusspunkt erfolgt erst, wenn jemand anderes die Führung übernimmt. Jemand, den ich gar nicht mehr kenne. Jemand, dessen Telefonnummer ich nicht habe und der auch meine nicht gespeichert hat. Dann ist die Abnabelung vollständig vollzogen.Haben Sie damit gerechnet, dass der FCB nach Ihnen so lange auf einen Meistertitel warten muss?Ich hatte und habe wie jeder Mensch keine Ahnung, was die Zukunft bringt. Uns war damals beim Besitzerwechsel im Frühjahr 2017 einfach wichtig, dass wir den Club im bestmöglichen Zustand in Basler Hände übergeben. Nicht nur mit fast 100 Millionen Franken Eigenkapital, sondern auch noch mit der direkten Teilnahme an der Champions League in der kommenden Saison. Das war auch für mich nicht ganz einfach, weil eine Führung in einer solchen Situation typischerweise nicht abtritt. Es war deshalb ein Schritt, dem viele Überlegungen und Diskussionen vorausgegangen waren.Dabei musste wohl nicht zuletzt Bernhard Heusler überzeugt werden …Das ist richtig – und daraus habe ich in der Folge ja auch keinen Hehl gemacht. Unser Finanzchef Stephan Werthmüller war damals die treibende Kraft dafür, dass wir den Club im bestmöglichen Zustand übergeben müssten. Das Beispiel zeigt, wie entscheidend es ist, dass man innerhalb eines Führungszirkels von Menschen umgeben ist, die einem auf Augenhöhe begegnen. Schart man stattdessen nur Schulterklopfer um sich, begeht man früher oder später einen groben Fehler.Was wäre damals Ihr Fehler gewesen?Ein Fehler wäre gewesen, im irrigen Glauben an die eigene Grossartigkeit so lange weiterzumachen, bis man mich mit den Füssen voran aus der Geschäftsstelle getragen hätte.Dabei gab es immer wieder Stimmen, die behaupteten, Sie hätten gerade noch den Absprung geschafft, bevor es mit dem FCB ohnehin habe bergabgehen müssen – so wie es auch Stimmen gibt, die Ihnen vorwerfen, den Club in die Hände von Bernhard Burgener gelegt zu haben, weswegen Sie eine Mitschuld am Niedergang trügen.Und dann gibt es noch den Vorwurf des überteuerten Clubs … Nichts davon hört man gern. Aber vor allem haben wir das ganz anders erlebt: Der Club war sportlich und wirtschaftlich in einem sehr guten Zustand. Die Basler Lösung mit Bernhard Burgener war breit abgestützt. Zuerst, indem auch die künftigen Verwaltungsräte Marco Streller, Alex Frei und Massimo Ceccaroni sich für diese unternehmerische Kompetenz aussprachen. Dann aber auch durch eine divers zusammengesetzte Kommission, die das Konzept der künftigen Führung prüfte und für gut befand. Und schliesslich durch die Vereinsmitglieder, die klar Ja zur neuen Führung und deren Philosophie sagten. Aber eigentlich sind das doch jetzt olle Kamellen. Jeder Mensch ist frei, seine ganz eigene Geschichte über die Vergangenheit zu erzählen. Es geht zwar um den FCB, aber nicht um Leben und Tod.Ausserordentliche FCB-Generalversammlung 2017: Bernhard Burgener (links) erhält die Zustimmung der Mitglieder als künftiger Clubbesitzer – und Bernhard Heusler überreicht ihm ein spezielles FCB-Trikot.Foto: Steffen Schmidt (Freshfocus)Und wenn es darum geht, dass Sie gerade noch den Absprung geschafft haben?Absprung wovon? Vom sinkenden Schiff? Wer so etwas sagt, weiss nicht, wie viel Überwindung es mich damals kostete, den Club zu verlassen. Der FCB gewann die Meisterschaft mit Rekordvorsprung und erzielte einen wirtschaftlichen Rekordgewinn. Wir hatten durchaus Ideen, wie wir den Club weiterführen würden. Die Planung existierte ja für den Fall, dass es nicht zur Übergabe kommt. Was wir hingegen nicht mehr wussten: wie wir mit unserer erfolgsorientierten Strategie die Vision eines Clubs, der die grossen Emotionen weckt und alle erfreut, längerfristig am Leben erhalten oder wiederbeleben können.Warum wussten Sie das nicht?Genau betrachtet, hätte uns auch alles Wissen nicht geholfen. Wir alle waren gefangen in einem Erfolgskreislauf, in den sich der Club selbst manövriert hatte. Es ist menschlich und nicht fussballspezifisch, dass sich in stabilen Phasen des Erfolgs eine gewisse Sattheit einschleicht, die nur zu schnell in Unzufriedenheit kippt. Gerade in der in vielerlei Hinsicht privilegierten Schweiz kennen wir dieses Phänomen nur zu gut.Was bedeutete das damals für den FC Basel?Beim FCB bedeutete es, dass die Erwartungen und Ansprüche irgendwann ins Unrealistische abdrifteten. Es brauchte zwingend neue Wege, neue Reize, was wiederum neue Köpfe mit anderen Ideen in der Führung bedingte. Wie heisst es doch so schön? Der Wind lässt sich nicht ändern, aber die Segel können wir anders setzen. Und wenn ich nun an die letzten Tage, Wochen, aber auch Monate denke, dann fühle ich mich in dieser Überzeugung bestätigt.Wie meinen Sie das?Wenn ich das jetzt alles erlebe, wenn ich daran denke, wie viele Fans nicht nur bei der spontanen Meisterfeier auf dem Barfi waren, sondern den FCB bereits seit der vergangenen – schwierigen – Saison an die Auswärtsspiele begleiteten, dann stelle ich fest: Es hat alles seine Richtigkeit. Ein Fussballclub braucht Phasen, in denen der Erfolg nicht im Zentrum steht, es keine Titel gibt, damit er fähig ist, diese überschwappenden Emotionen zu wecken, die nun rund um den FC Basel herrschen.Und doch sagt sich kein Club: Nun wollen wir mal ein paar Jahre erfolglos sein, um dann wieder Hunger und Emotionen zu wecken …Natürlich nicht. Gerade als Clubführung strebt man Stabilität und Sicherheit an, die letztlich eng an den sportlichen Erfolg geknüpft sind. Das war auch die Basis unserer Entscheidungen als Führungsverantwortliche – und muss es im Sinne der Verantwortung gegenüber den Mitarbeitenden auch sein. Doch es gibt ein Aber …Bernhard Heusler: «Ein Fussballclub lebt am Ende nicht von Statistiken und Bilanzen, sondern von den Emotionen, die er den Menschen schenkt.»Foto: Pino CovinoWelches?Aber auch wenn das die Basis ist, um überhaupt existieren zu können, so lebt ein Fussballclub am Ende nicht von Statistiken und Bilanzen, sondern von den Emotionen, die er den Menschen schenkt. Das ist es, was bleibt – und nicht die Jahresrechnung. Wenn die Fans vor dem Anpfiff nicht mehr darüber diskutieren, ob und wie der FCB siegen oder verlieren kann, sondern darüber, wie hoch er gewinnt, dann entspricht das nicht mehr der Idee des Fussballs als unberechenbares und deshalb faszinierendes Spiel – je kommerzialisierter der Fussball ist, desto grösser ist die Gefahr, dass für seine wahre Schönheit als fehleranfälliges und unplanbares Spiel immer weniger Raum bleibt.Warum?Es ist eine der Absurditäten unserer Zeit, in der Entertainment fast allem übergeordnet ist, dass auf dem instabilen Boden eines Ballspiels ganze Unternehmen stehen. Wir tun das, obwohl wir wissen, dass der Fussball all das verkörpert, was ein Unternehmen nicht sein sollte – ein Spiel, das trotz kalibrierter Linien und VAR nicht kontrolliert werden kann. Was wiederum zu Situationen führt, in denen ein Schuss ins oder neben das Tor darüber entscheidet, ob man am Montag die Löhne bezahlen kann.Sie standen und stehen mit David Degen immer mal wieder im Austausch. Er musste viel aushalten, bevor er nun den sportlichen Erfolg gefunden hat. Wie lautete eigentlich im Frühjahr 2021 Ihr Rat für ihn, als es darum ging, dass er sich mit Bernhard Burgener auf einen Machtkampf um die Clubbesitzerschaft einliess?Da gab es den einen oder anderen Austausch, aber keinen Rat, weil David diesen nicht bei mir suchte. Wir sprachen nie darüber, wie es beispielsweise um seine finanziellen Möglichkeiten und die damit verbundenen Risiken steht.Warum nicht?Ich denke, er hat das instinktiv vermieden. Und das war auch richtig so.Warum?Weil die Gefahr gross ist, dass jemand wie ich so ein Unterfangen als zu riskant einschätzt.«Ich denke, er hat das instinktiv vermieden.» Bernhard Heusler über FCB-Präsident David Degen (Bild) und die Frage, warum dieser vor der Clubübernahme nicht seinen Rat gesucht hatte.Foto: Claudio De Capitani (Freshfocus)Wieso hätten Sie das tun sollen?Weil es dem menschlichen Wesen entspricht. Als es für mich darum ging, meine Karriere als Anwalt aufzugeben und mich mit dem FCB auf das grösste Risiko meines Lebens einzulassen, da fragte ich auch nicht meine Vorgänger. Wer um all die Gefahren weiss, die eine Weltreise mit dem Segelschiff beinhaltet, wird einen anderen kaum dazu ermutigen, sondern eher davor warnen. Das hat auch mit dem fortschreitenden Alter zu tun. Man hat viele Erfahrungen gemacht und hält an Bewährtem fest.Das muss bei aller Erfahrung aber nicht richtig sein.Nein, keineswegs muss es das. Erfinder sind meistens jung. Thomas Edison hat wohl auch keine 70-Jährigen gefragt, ob er die Glühbirne erfinden soll. Er wusste, dass die Antwort lautet: Wozu denn? Kerzen haben bisher immer funktioniert!Wie haben Sie David Degens Weg hin zum Meistertitel seitdem wahrgenommen?Sie wissen, dass ich mich als ehemaliger FCB-Präsident enthalte, die Arbeit der Führungsverantwortlichen nach unserer Zeit zu kommentieren. Denn obwohl ich keine Ahnung davon habe, was hinter den Kulissen wirklich vorgeht, würden meine Worte aufgrund meiner vergangenen Rolle oder meines Titels als Ehrenpräsident fälschlicherweise zu ernst genommen – wie wenn da einer reden würde, der es ja wissen muss.Was können Sie trotzdem sagen?Ich stand stets unter dem Eindruck, dass da eine Führung – und damit meine ich neben Degen auch dessen Mitstreiter Dan Holzmann sowie Andreas und Ursula Rey-Krayer – agiert, die selbstkritisch und offen für Ideen ist. Sie hat sich immer wieder gefragt, was man wie verändern kann oder muss, damit es nach ihren Vorstellungen funktioniert. Dass das jetzt der Fall war, ist Hinweis darauf, dass David Degen lernfähig und auch ein Teamplayer ist. Denn wenn er das nicht wäre, sondern ein Alleinherrscher, dann wäre es nun wohl nicht so herausgekommen.Also darf man die Führung nun auch loben.Natürlich. Ob Erfolg oder nicht: Die oberste Führungsebene kann ja gar nicht anders als dafür mitverantwortlich sein. Speziell ist sicher, dass ein und dieselbe Clubführung, über die man noch vor Jahresfrist schimpfte, sie mache alles falsch, nun von gleicher Stelle zu hören bekommt, sie habe alles richtig gemacht.Was ist die Wahrheit?Nichts von beidem. Keine Führung macht alles richtig. Egal, ob Degen oder Heusler, Hinz oder Kunz. Aber keine Führung kann diesen Erfolg erleben, wenn sie ein Jahr zuvor noch alles falsch gemacht hat. Zum Glück gibt es ganz verschiedene Wege, die ans Ziel führen können.Sie hätten kaum alles gleich gemacht, wären Sie in der Verantwortung gewesen.Ganz sicher nicht. Keiner macht etwas gleich wie der andere. Und so wie ich es gemacht hätte, wäre der FC Basel jetzt vielleicht auch gar nicht Meister. Am Ende bestimmt in einem Fussballclub der Totomat, ob man mehrheitlich richtig oder falsch entschieden hat. Und in den vergangenen Wochen war die Aussage des Totomats eindeutig. In dieser Saison haben viele Dinge so zusammengepasst, dass der FCB sich den Meistertitel verdient hat.Bernhard Heusler: «Am Ende bestimmt in einem Fussballclub der Totomat, ob man mehrheitlich richtig oder falsch entschieden hat.»Foto: Pino CovinoWas hat alles gepasst?Wissen kann ich das eben nicht. Bekannt ist, dass es Phasen gab, in denen die Resultate nicht stimmten. Trotzdem nahm ich den FCB in der laufenden Saison nie als erratisch, sondern als ruhig wahr. Das ist immer auch das Verdienst der Clubführung. Sie hat wohl die richtigen Lehren aus der Vergangenheit gezogen. Und sie hat mit Fabio Celestini einen Meistertrainer gefunden und mit Daniel Stucki einen Sportdirektor integriert, der gut in das Gesamtgefüge passt. Und daraus entstanden ist ein Kader, das auf dem Platz im Lauf einer lange Zeit offenen Meisterschaft letztlich einen deutlichen Unterschied zur Konkurrenz machte.Xherdan Shaqiri zum Beispiel.Ich habe ihn bisher erstaunlicherweise noch nicht erwähnt.Warum nicht?Weil Sie mir nicht die Gelegenheit gegeben haben und weil wir dann das ganze Interview allein mit dem Thema Shaqiri hätten bestreiten können. Und das wäre nicht fair, nicht richtig. Eine Meisterschaft gewinnt immer der ganze Club, in erster Linie das Kader, der Trainer und sein Stab. Es geht dabei um Mentalität und Qualität der ganzen Gruppe. Aber da gibt es einen Faktor erfolgreicher Fussballclubs, der gar nicht stark genug zu bewerten ist: Es braucht nicht nur Spieler im Kader, die ihre Pflicht erfüllen und in ihren Aktionen toll aussehen. Sondern es braucht – und das ist das, was so selten wie aufwendig ist – auch Spieler, welche die Qualität und die Persönlichkeit haben, um Verantwortung zu übernehmen und Entscheidendes zu leisten. Schön zu spielen, ist das eine, Skorerpunkte zu verbuchen, das andere. Auch ein ganz Neuer wie Philip Otele gehörte für mich in diese Kategorie von Spielern.Bitte führen Sie aus.Können Sie sich an das Auswärtsspiel in Genf im Februar erinnern, das der FCB 1:2 verlor?Ja.Manchmal gibt es Spiele, die du gewinnst – aber nach denen du kein gutes Gefühl hast, was den weiteren Weg betrifft. Und manchmal, da ist das Gegenteil der Fall: So wie ich das Team in dieser Partie wahrnahm, hatte ich erstmals in dieser Saison das Gefühl, dass diese Mannschaft den Meistertitel holen kann. Das hatte auch mit Oteles Auftritt zu tun. Als der FCB im Herbst seine bis dahin beste Phase hatte, da stand ich noch unter dem Eindruck, dass das noch nicht ganz reicht, um am Ende an der Spitze zu stehen. Im Winter wurden jedoch gezielt Spieler hinzugefügt und offensichtlich hervorragend ins Teamgefüge integriert, sodass diese sofort ein Plus wurden. Ich denke auch an Metinho, aber eben ganz besonders an Otele, an dem ich – ohne ihn zu kennen – ein bisschen einen Narren gefressen habe.Warum?Zuerst hat mich sein Potenzial begeistert, die Skorerpunkte, die er hinzugefügt hat. Dann war da aber auch noch sein Verhalten: Beim Heimspiel gegen Lugano war er gerade ausgewechselt worden, als der FCB das 2:0 erzielte. Was tut er? Er springt von der Ersatzbank auf, um über den halben Platz zu rennen und mit den Teamkollegen zu jubeln … So einer ist ein echter Teamplayer. Und ja: Blickt man auf diese Mannschaft, dann findet man noch einige aussergewöhnliche Spieler, die sich als Teamplayer bewiesen haben …… zumal ja auch klar war, wer der Chef ist, sich alle Xherdan Shaqiri unterordnen mussten, damit er und das ganze Gebilde maximale Wirkung entfalten konnten.Ja. Auf der einen Seite hatte man ja im Sommer weniger am Kader verändert als in den Jahren zuvor. Gleichzeitig hat man mit der Rückholung von Xherdan Shaqiri einen ganz wichtigen Entscheid gefällt und damit das ganze Gebilde verändert.War er der X-Faktor, von dem Sie in Ihrem Leadership-Abc «Ein Team gewinnt immer» schreiben?Es geht in diesem Punkt darum, Menschen im Team zu haben, die sich exponieren, Vorbilder sind und mit ihrem Verhalten die Teammitglieder stärker machen. Diese Rolle kann keine Chefin oder kein Chef so glaubwürdig und effektiv ausüben. Im aktuellen FCB ist Xherdan quasi der XS-Faktor, der seine Ansprüche hatte und seine Mitspieler laufend forderte. Damit so ein Führungsspieler aber auf das ganze Team positiv wirken kann, muss er zuerst selbst liefern, vorangehen, Entscheidendes tun. Das alles hat Shaqiri getan.An dieser Stelle finden Sie einen ergänzenden externen Inhalt. Falls Sie damit einverstanden sind, dass Cookies von externen Anbietern gesetzt und dadurch personenbezogene Daten an externe Anbieter übermittelt werden, können Sie alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen.Cookies zulassenMehr InfosAlso war es für Sie ein positives Zeichen, wenn Sie sahen, wie er auf dem Platz mit den Mitspielern schimpfte.Jeder von uns, der mal Fussball spielte, hat das schon erlebt: Man wird von einem erfahreneren Mitspieler zurechtgewiesen, akzeptiert dies aber und macht auch mal die Faust im Sack, weil man weiss, dass er es für den Erfolg tut und am Ende für die Mannschaft selbst die Kohlen aus dem Feuer holt. Das bedeutet aber auch, dass das eine labile Geschichte ist.Inwiefern?Schädlich sind Spieler, die zwar in der Garderobe und in der Öffentlichkeit den Mund aufreissen, aber selbst auf dem Platz nicht liefern. Xherdan hat geliefert. So wie in den diversen Teams in meiner Zeit als Präsident Alex Frei, Marco Streller, Yann Sommer, Matias Delgado, Benjamin Huggel und andere Führungsspieler waren, die lieferten. Sie alle wussten aber und erlebten auch, dass sie sich damit stark exponieren und schneller als andere angegriffen werden. Man kann diese Rolle auch viel zurückhaltender ausüben und wäre dann viel eher der Liebling der Massen. Aber Xherdan Shaqiri hat alles auf Rot – oder eben Rotblau – gesetzt. Er hat sich entschieden, den schwierigeren Weg zu gehen, weil er mit der Mannschaft nach oben wollte – wissend, dass dieser Weg für ihn auch ein grosses Risiko beinhaltet.Als er zurückkam, gab es auch Skepsis – und es rechnete gewiss keiner damit, dass ihm eine derartige Traumsaison gelingt. Oder waren Sie da die Ausnahme?Nein, ich war keine Ausnahme. Für mich war einfach klar, dass seine Rückholung für die Clubführung alternativlos war, als sie sich anbot. Diese Chance musst du wahrnehmen – unabhängig davon, wie es ausgeht. Aber letztlich wusste keiner, ob und wie gut das funktioniert. Er war zeitweise bei Mannschaften gewesen, wo die Startelf fast eine Weltauswahl war. Vielleicht sind es die Erfahrungen von damals, die Forderungen, welche etwa ein Bastian Schweinsteiger oder ein Thomas Müller an die Mitspieler stellten, die ihn auf seine jetzige Rolle vorbereiteten. Er ist nun derjenige, der weitergibt, was zuvor womöglich ihm von Führungsspielern vorgelebt wurde. Aber das braucht – wie gesagt – sehr viel Mut und Selbstvertrauen.«Er ist nun derjenige, der weitergibt, was zuvor womöglich ihm von Führungsspielern vorgelebt wurde»: Bernhard Heusler über Xherdan Shaqir (links) und dessen Weg, der ihn über Grossclubs zurück zum FCB führte, um diesen anzuführen.Foto Dominik Plüss (Freshfocus)Hinzu kommt das Spiel, das auf ihn ausgerichtet ist – aber auch seine Rolle nach aussen: Kann man als Spieler des FC Basel exponierter sein, als er es ist?Nein. Jedenfalls wüsste ich nicht, wie das möglich wäre. Ich denke, in meiner Zeit beim FC Basel waren es stets mehrere Spieler, die sich diese Rolle als Leitwölfe teilten. Wenn überhaupt, dann war das höchstens früher mit Karli Odermatt so, dass ein Spieler derart im Fokus stand. Wobei ich das überhaupt nicht weiss, nur glaube aufgrund meines damaligen kindlichen Fanseins.Warum löst Shaqiri in Basel so starke Emotionen aus wie kein anderer vor ihm?In Basel? Nein, in der ganzen Schweiz. Schon zu meiner Zeit war er – untypisch für einen Spieler des FCB – überall beliebt. Die Antwort ist einfach und für mich beruhigend: Xherdan Shaqiri verkörpert all das, was die Faszination des Fussballs ausmacht.Was ist das?Da sind natürlich Shaqiris besondere Fertigkeiten am Ball, die für Spektakel sorgen. Dann ist er der lebende Beweis, dass der Fussball keine Archetypen kennt: Ob gross, ob klein – jede und jeder im Stadion kann sich identifizieren. Und gerade einer wie er, der auf dem Platz allein schon aufgrund seiner Erscheinung auffällt, stiftet in Paarung mit seinem Spiel und mit seiner Art ein Mass an Identifikation und weckt Gefühle, wie sie ein noch so fleissiger Arbeiter oder schneller Flügelspieler nicht auslösen kann. Am Ende des Tages lebt der Fussball genau von diesen Emotionen, wie sie Xherdan Shaqiri generiert.Was für eine Rolle spielt es, dass der FC Basel mit Shaqiri in einer Liga Schweizer Meister wurde, die den Eindruck erweckte, sie sei qualitativ weniger gut als in der Vergangenheit?Die Qualität der Liga spielt eine Rolle, wenn es für die Experten darum geht, zu erörtern, wo der Schweizer Clubfussball im europäischen Vergleich steht. Geht es jedoch um den Wert des Meistertitels, ist das ein irrelevantes Thema.Warum?Weil die Gefühle, die man empfindet, nicht von dieser ohnehin schwer messbaren Qualität abhängig sind. Im Gegenteil: Da stehe ich eher unter dem Eindruck, dass der Wert einer Meisterschaft unter zu grosser Dominanz und Perfektion des Titelgewinners leiden kann.Sie haben das mit dem FCB erlebt, YB zuletzt wohl auch …Ja. Der fünfte, sechste Titel in Folge wird eher als weniger wertvoll wahrgenommen. Mit aller Objektivität, die ich mit rotblauer Brille haben kann, sage ich deshalb nach achtjähriger Wartezeit: Dieser Meistertitel des FC Basel glänzt hell.Was muss der FCB tun, damit er erfolgreich bleibt?Ich weiss es nicht. Was ich aber weiss: Diese Frage zu beantworten, ist die Aufgabe der aktuellen Clubführung. Das ist ja das Schöne und zugleich auch das Anspruchsvolle im Fussball: Egal, wie die Saison geendet hat, im Sommer fängt alles wieder bei null an.Bernhard Heusler mit Matias Delgado nach dem abschliessenden Double-Gewinn 2017.Foto: Daniela Frutiger (Freshfocus)Der FC Basel ist Schweizer MeisterDiesen Podcast können Sie auch auf allen gängigen Podcast-Plattformen kostenlos hören und abonnieren.NewsletterRotblau aktuellErhalten Sie die wichtigsten und interessantesten Geschichten und News rund um den FCB.Weitere NewsletterEinloggenOliver Gut schreibt seit März 2001 für das Sport-Ressort der Basler Zeitung, das er seit 2019 leitet. Vorher für diverse Sportarten zuständig, konzentriert sich der Fricktaler seit 2011 auf den Fussball – und damit hauptsächlich auf den FC Basel. Zudem ist er regelmässiger Diskussionsgast im Fussball-Podcast «Dritte Halbzeit».Mehr InfosLinus Schauffert ist Redaktor im Ressort Sport bei der Basler Zeitung und berichtet schwerpunktmässig über den FC Basel. Mehr Infos@linusschauffertFehler gefunden?Jetzt melden.0 Kommentare
Der FC Basel kommt zu einem hart umkämpften Sieg in
AboRotblaue Erinnerungen – Spielt der FCB bei Etoile Carouge, ist das Spektakel nicht weitDer FC Basel trifft im Schweizer Cup auf den Genfer Verein. Einige vergangene Duelle dieser Clubs hatten es in sich.Publiziert heute um 06:16 UhrVerkehrte Welt im Oktober 2021 in Carouge: Der Unterklassige jubelt, FCB-Verteidiger Andy Pelmard kann es nicht fassen.Foto: Bastien Gallay (Freshfocus)Jetzt abonnieren und von der Vorlesefunktion profitieren.BotTalkAm Mittwoch gastiert der FC Basel im Viertelfinal des Schweizer Cups bei Etoile Carouge aus der Challenge League (19.30 Uhr, BaZ-Liveticker). Die Duelle mit den Genfern waren in den letzten rund 30 Jahren rar, dafür umso ereignisreicher. Die BaZ blickt auf vier Vergleiche zwischen Rotblau und Carouge zurück.Oktober 2021: Rahmen verpokert sich27. Oktober 2021: Ein bitterer Abend für den damaligen FCB-Trainer Patrick Rahmen.Foto: Bastien Gallay (Freshfocus)Die Ausgangslage in diesem Cup-Achtelfinal ist klar. Etoile Carouge tritt als Elfter der Promotion League gegen den Super-Ligisten an. Die Genfer sind klarer Aussenseiter – und setzen sich dennoch durch! 1:0 siegt der Drittligist auf dem Kunstrasen, und FCB-Trainer Patrick Rahmen muss das erste Basler Cup-Ausscheiden in diesem Jahrtausend gegen einen Amateurclub auch auf seine Kappe nehmen.Der FCB tritt vor den Augen von Aufstiegstrainer Claude «Didi» Andrey mit einer besseren B-Elf an. Artur Cabral sitzt zunächst nur auf der Bank, Fabian Frei ebenso. Gegenüber dem vorangegangenen Meisterschaftsspiel gegen Lugano nimmt Rahmen gleich acht Änderungen in der Startformation vor. Das wirkt sich aus. Der FCB begeht zu viele Fehler und findet gegen die wacker kämpfenden Westschweizer, die nach dem Seitenwechsel durch Romain Kursner in Führung gehen, nie zu seinem Spiel.Für den FCB ist das Ausscheiden eine riesige Blamage – auch weil es zugleich die erste Niederlage in einem Pflichtspiel in der Saison 2021/22 ist.Tor: 52. Kursner 1:0.FCB: Gebhardt; Lopez, Cömert, Djiga, Tavares (46. Pelmard); Burger, Quintilla (69. Fernandes); Ndoye (68. Cabral), Palacios, Stocker (68. Millar); Males (80. Fabian Frei).Februar 2001: Ceccaroni trifftMassimo Ceccaroni (hier in der Liga gegen Servette) avancierte 2001 zum Cuphelden.Foto: Andy Mueller (Freshfocus)Massimo Ceccaroni ist der letzte Basler Elfmeterschütze in diesem Cup-Sechzehntelfinal. Der Basler Kult-Verteidiger nimmt Anlauf – und trifft. Danach scheitert Ricardo Iglesias an FCB-Goalie Miroslav König. Der FCB gewinnt schliesslich 9:8 nach Penaltys, nach der regulären Spielzeit und der Verlängerung hat es 1:1 unentschieden geheissen.Der FC Basel müht sich unter Christian Gross zu diesem Cup-Erfolg beim damaligen B-Ligisten Etoile Carouge. Der FCB-Trainer zieht aber auch eine andere Erkenntnis aus dem Ausflug in die Romandie. Weil den FCB in der Abwehr Personalsorgen plagen, möchte Gross Carouge-Defensivspezialist Thierry Ebe verpflichten. Der Linksverteidiger wird schon längere Zeit von Rotblau beobachtet.Schliesslich leihen die Genfer Ebe ans Rheinknie aus – von der NLB in die Finalrunde der NLA. Doch das Kapitel Ebe in Basel ist rasch beendet: Er kommt nur zu fünf Teileinsätzen und einem Spiel über 90 Minuten für Rotblau.Tore: 66. Villiot 1:0. 83. Hakan Yakin 1:1.Penaltyschiessen: Yakin 0:1. Derivaz 1:1. Knez (Dominik hält), Villiot 2:1, Tchouga 2:2, Ballon 3:2, Cantaluppi 3:3, Bell (König hält), Magro 3:4, Boughanem 4:4, Muff 4:5, Braizat 5:5, Savic 5:6, Stilz 6:6, Cravero 6:7, Daquin 7:7, Tum 7:8, Morisod 8:8, Ceccaroni 8:9, Iglesias (König hält).FCB: König; Ceccaroni, Quennoz (68. Savic), Knez, Cravero; Barberis (81. Muff), Cantaluppi, Magro, Hakan Yakin; Tchouga, Tum.Oktober 1997: Berger gehtDer damalige FCB-Trainer Jörg Berger (links, mit Ottmar Hitzfeld) hatte am Rheinknie nicht viel zu lachen und war seinen Job bald wieder los.Foto: ImagoJörg Berger wird in der NLA-Qualifikationsrunde 1997/98 das Auswärtsspiel bei Etoile Carouge zum Verhängnis. Danach ist der Deutsche seinen FCB-Trainerjob los. Es ist das Ende eines grossen Basler Missverständnisses. Der FCB verliert gegen den Aussenseiter 1:2. Der Siegtreffer gelingt Philippe Hertig, einem Ex-Basler.Basel befindet sich zu diesem Zeitpunkt sportlich auf Talfahrt. Schon beim ersten Aufeinandertreffen dieser zwei Teams in jener Saison soll Berger vor dem Spiel vor versammelter Mannschaft gesagt haben: «Wir haben Gaudino, wir haben Zuffi, wir haben Huber! Wen haben die? Niemand!» Die Partie endet torlos.Es ist eine illustre Mannschaft, die der FCB in jener Saison stellt. Nebst den Neuen aus der Bundesliga trägt auch Fabrice Henry Rotblau. Der Franzose gilt als Enfant terrible. Der Exzentriker fällt vor allem mit seinen Eskapaden neben dem Spielfeld auf. Beim FCB stimmt in dieser Saison sportlich einiges nicht.Tore: 45. Subiat 0:1. 67. Aguilar 1:1. 81. Hertig (Penalty) 2:1.FCB: Huber; Ceccaroni, Kreuzer, Hartmann, Nemtsoudis (46. Mendi); Barberis (76. Alex Frei), Konde (68. Henry), Gaudino, Zuffi; Subiat, Frick.Mai 1994: Basel feiertAn dieser Stelle finden Sie einen ergänzenden externen Inhalt. Falls Sie damit einverstanden sind, dass Cookies von externen Anbietern gesetzt und dadurch personenbezogene Daten an externe Anbieter übermittelt werden, können Sie alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen.Cookies zulassenMehr InfosEs ist die beste Aufstiegsparty der Welt. Ein Abend, den keiner, der dabei gewesen ist, je vergessen wird. Am 3. Mai 1994 reicht dem FC Basel ein Punkt bei Etoile Carouge, um in die Nationalliga A zurückzukehren.Dario Zuffi gelingt im Stade de la Fontenette der goldene Treffer zum 1:1. Danach fliegt die Mannschaft von Genf nach Basel – ein Geschenk von der Crossair an den FCB – und wird spätabends von Tausenden Fans auf dem Barfi gefeiert. Freinacht, Freibier, eine Riesensause.Auf den Schultern der Fans werden die Spieler heroisch durch die Stadt getragen. Nach trüben Jahren in der Nationalliga B wirkt diese Promotion befreiend. Ausgelassenheit pur mitten in der Stadt. Bei diesen Feierlichkeiten fehlt nur einer: Aufstiegstrainer «Didi» Andrey bleibt, weil er es so geplant hat, nach dem Spiel für ein paar Tage in der Westschweiz.Tore: 67. Langers 1:0. 74. Dario Zuffi 1:1.FCB: Huber; Walker, Ceccaroni, Tabakovic, Meier; Jeitziner, Smajic, Cantaluppi, Berg (73. Steingruber), Hertig (83. Gigon); Dario Zuffi.Der FC Basel im Februar 2025Den Podcast können Sie auf Spotify oder Apple Podcasts abonnieren. Falls Sie eine andere Podcast-App nutzen, suchen Sie einfach nach «Dritte Halbzeit».NewsletterRotblau aktuellErhalten Sie die wichtigsten und interessantesten Geschichten und News rund um den FCB.Weitere NewsletterEinloggenDominic Willimann ist seit 2007 Sport-Redaktor der BaZ und kennt den regionalen Sport aus dem Effeff. Ebenso ist er mit den Geschehnissen rund um den FC Basel vertraut und hat seit 2007 kein Eidgenössisches Schwingfest verpasst. Mehr InfosFehler gefunden?Jetzt melden.0 Kommentare
Dieser Artikel wurde von BAZ publiziert. – «Hätten noch fünf bis sechs Spieler für viel Geld verkaufen können» Der Sportdirektor des FC Basel blickt auf intensive Wochen zurück – und den Tag, an dem Rekordspieler Fabian Frei den Club in Richtung Winterthur verliess. Publiziert heute um 17:46 Uhr Hat seinen ersten Transfersommer als Sportchef hinter…
Das 1:1 im letzten Spiel 2025 gegen Servette hat keinen guten FCB gesehen und bringt der Mannschaft ein breites Noten-Spektrum.