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AboFC Basel empfängt YB

Shaqiri-Update, Formstände, Favoritenrolle: Alle Infos zum Topspiel

Adrian Barisic (26), Torschütze des FC Basel, während des Super League-Spiels gegen BSC Young Boys im St. Jakob Park in Basel, Schweiz.
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Wie ist die Ausgangslage?

Nach 27 gespielten Runden steht der FC Basel auf Platz 2 und der BSC YB auf Platz 5 der Super League. Rotblau hat 46 Punkte auf dem Konto, Gelbschwarz deren 40. Diese Werte machen die Partie am Sonntag zu einem Spiel der Gegensätze. 

Auf der einen Seite sind die Basler auf dem Weg, ihr Saisonziel – die Qualifikation für die Meisterrunde und den Europacup – zu übertreffen. Auf der anderen Seite sieht es bei den Bernern danach aus, als würden sie das Saisonziel der Titelverteidigung verpassen. Wobei: Das anstehende Topspiel könnte in dieser Hinsicht durchaus noch etwas verändern.

Wie steht es um die Form des FCB?

Spieler des FC Basel 1893 klatschen nach dem Super League-Spiel gegen FC Luzern im Swissporarena, Luzern, Schweiz, am 9. März 2025.

Der FCB holte aus den neun Meisterschaftsspielen im Jahr 2025 16 Zähler und weist damit einen Punkteschnitt von 1,78 aus. In diesem Zeitraum der drittbeste Wert der Liga. Betrachtet man jedoch eine kürzere Frist, steht das Team von Trainer Fabio Celestini weniger gut da: Sechs Punkte aus den letzten fünf Spielen entsprechen einem Schnitt von 1,2. Der FCB ist damit bezüglich der Form nur noch die siebtbeste Mannschaft der Liga. 

Auch spielerisch konnten die jüngsten Auftritte der Basler nicht wirklich überzeugen. Wiederholt liessen beispielsweise die Stringenz im Offensivspiel und die Chancenauswertung Luft nach oben. Auch in Sachen Konstanz gibt es Verbesserungspotenzial, insbesondere in Zusammenhang mit der Abhängigkeit von Xherdan Shaqiri.

Wie steht es um die Form von YB?

Fussballspiel im Schweizer Cup zwischen FC Zürich und BSC Young Boys, Cedric Itten von YB liegt am Boden, Benjamin Mendy vom FC Zürich steht daneben, 27. Februar 2025 in Zürich.

YB ist in diesem Jahr eine Wundertüte, es fehlt – wie zuletzt auch beim FC Basel – die Konstanz. Die Berner bezwingen zwar in einem taktisch hochstehenden Spiel das Spitzenteam Lugano und überzeugen gegen Sion und Yverdon. Nur dazwischen verlieren die Young Boys gegen die beiden Tabellenletzten Winterthur und GC – beide Male auswärts, beide Male auf Naturrasen. Überhaupt haben die Berner in diesem Jahr nur ein Spiel auf natürlicher Unterlage gewonnen: Das war im Cup gegen den FC Zürich. Nach diesem Sieg und dem Halbfinaleinzug schien es, als ob sich YB nun endlich stabilisiert hätte. Danach sagte Loris Benito, man habe einen klaren Gameplan und eine gute Struktur. Davon war wenige Tage später aber nur noch wenig zu sehen. Gegen GC setzte es erneut eine Niederlage ab.

In den letzten fünf Meisterschaftspartien folgte auf einen Sieg immer eine Niederlage. Doch in dieser ausgeglichenen Liga reicht dies in der Formtabelle der letzten fünf Spiele für Platz zwei hinter dem makellosen Servette.

Dieses Auf und Ab ist auch der Grund, warum die Berner nur auf Platz 5 stehen. Immerhin konnten sie letzte Woche zum ersten Mal in dieser Saison den Platz über dem Strich etwas festigen. Doch der Leistungsunterschied beim 3:0 gegen Lausanne war deutlich geringer, als das Resultat vermuten liess. 

Und so ist die Inkonstanz die treueste Begleiterin des aktuellen YBs.

Was, wenn Xherdan Shaqiri ausfällt?

Xherdan Shaqiri, Spieler von FC Basel, betritt das Spielfeld vor dem Super-League-Spiel gegen FC Luzern in der Swissporarena, Luzern, Schweiz.

Es traf zuletzt ein, wovor sich einige FCB-Fans seit der Verpflichtung Xherdan Shaqiris fürchteten. Der Star klagte über muskuläre Beschwerden und musste deswegen die zweite Halbzeit gegen Luzern von der Bank aus verfolgen. Die Folgen waren spürbar. Wie schon in St. Gallen verspielte der FCB ohne Shaqiri auf dem Feld eine Führung und holte nur einen Punkt. 

Die eine grosse Frage, die sich vor dem Topspiel stellt, lautet also: Wie geht es Xherdan Shaqiri? Dazu sagt Celestini am Freitag an der Medienkonferenz: «Sehr gut.» Aller Voraussicht nach steht der Zehner also am Sonntag in der Startformation. Celestini habe mit seiner Mannschaft nicht explizit ein Spielsystem ohne Shaqiri einstudiert, sagt der Trainer weiter. Das sei nicht nötig, da man mit Gabriel Sigua einen Spieler habe, der Shaqiris Position spielen könne und der noch viel mehr Potenzial habe, als er zuletzt zeigte.

Es stellt sich nur die Frage, ob das reicht, sollte Shaqiri auch gegen YB nicht 90 Minuten durchspielen können. Gegen Luzern war der Leistungsabfall nach der Auswechslung erheblich. Und auch in Spielen zuvor tat sich der FCB auffällig schwer, stand sein Captain mal nicht auf dem Feld.

Wer ist Favorit?

Lukasz Lakomy von BSC Young Boys in gelbem Trikot gestikuliert beim Super League Spiel gegen FC Basel mit Xherdan Shaqiri in Bern am 30.10.2024.

YB, weil man in den letzten Jahren in Basel immer wieder gut ausgesehen hat. YB, ab dem Zeitpunkt, an dem Xherdan Shaqiri möglicherweise nicht mehr auf dem Feld steht. Dann ist dieser FCB nicht der gleiche. Zu sehr ist das Spiel auf die Nummer 10 zugeschnitten. Und YB, weil es aus den letzten fünf Spielen mehr Punkte holen konnte als der FCB.

Nur sind die Punkte, die gegen YB als Favoriten sprechen – und damit für den FCB – nicht minder gewichtig. Da ist zum einen die Naturrasenbilanz der Berner. Loris Benito sprach schon von «einem Fluch». Die Young Boys gewannen in dieser Meisterschaft nur zwei Auswärtsspiele – eines davon auf dem Kunstrasen in Lausanne. Einzig im September in Winterthur gewannen sie auf natürlicher Unterlage. 

Und da ist die Bilanz aus den letzten drei Spielen, bei denen YB in Basel zu Gast war. Zweimal gewannen die Basler, einmal reichte es für ein Unentschieden. Das spricht für den FCB.

Was bedeutet ein FCB-Sieg?

Spieler des FC Basel, darunter Bradley Fink, Xherdan Shaqiri und Kevin Rueegg, jubeln nach dem Spiel gegen FC Sion in der Super League in Basel.

Ein Basler Sieg am Sonntag hätte aus technischer Sicht zur Folge, dass man YB zehn Runden vor Ende der Meisterschaft auf neun Punkte distanziert hätte. Seit Einführung der Super League im Jahr 2003 wurde der FCB noch nie von einem Team überholt, auf das er zu diesem Zeitpunkt so viele oder mehr Punkte Vorsprung hatte. Zudem hat der FCB bei einem Sieg die Möglichkeit, wieder Leader zu werden. Dafür darf Servette aber am Samstagabend gegen Yverdon nicht gewinnen. 

Doch möglicherweise überwiegt der mentale Effekt, den ein Erfolg über YB zur Folge hätte, jene Zahlenspielerei. Denn drei Punkte gegen den aktuellen Meister und jenes Team, das für einige Beobachterinnen und Beobachter mindestens ein Geheimfavorit auf den Titel ist, brächte einiges an Selbstvertrauen mit sich. Und würde abermals unterstreichen, dass dieser FC Basel sehr intakte Chancen darauf hat, nach 38 Runden ganz oben zu stehen.

Was bedeutet ein YB-Sieg?

Spieler der BSC Young Boys, darunter Sandro Lauper, David von Ballmoos, Rayan Raveloson, Mohamed Ali Camara, Kastriot Imeri, Christian Fassnacht und Cedric Itten, jubeln nach einem Sieg gegen FC Lausanne-Sport in Lausanne, 01.02.2025.

Für YB ist klar: Will man noch irgendwie ein Wörtchen mitreden im Kampf um die Meisterschaft, muss das Spiel gegen Basel gewonnen werden. Dann liegen die Berner drei Punkte hinter dem FCB und maximal sieben hinter dem Leader.

Einen ähnlichen Vorsprung hat schon einmal eine Mannschaft in den letzten 10 Runden hergegeben. Im Frühling 2010 lagen die Young Boys sechs Punkte vor Basel, am Schluss wurde der FCB nach der Finalissima mit drei Punkten Vorsprung Meister. Valentin Stocker und Scott Chipperfield trafen beim 2:0. Und: Ein gewisser Xherdan Shaqiri lief als linker Aussenverteidiger auf.

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Wenn man sich die letzten Champions-League-Sieger anschaut, muss man weit zurückgehen, um ein Team zu finden, das mit Dreierkette aufgelaufen ist. Und auch zu meiner Idee vom Fussball passt dies. Also dann: Im Tor steht Thibaut Courtois von Real Madrid. Das Liverpool-Duo Virgil van Dijk und Ibrahima Konaté bildet das Abwehrzentrum, rechts und links daneben wären mit Achraf Hakimi und Nuno Mendes zwei PSG-Aussenverteidiger. Liverpools Alexis Mac Allister und Vitinha von PSG bilden das eher defensive zentrale Mittelfeld. Davor würden Ousmane Dembélé von PSG, der Neu-Liverpooler Florian Wirtz und Barcelonas Lamine Yamal die Offensivreihe bilden, vor der Manchester Citys Erling Haaland den Stossstürmer gibt.Wer ist der beste Fussballer, den Sie je trainiert haben?Xherdan Shaqiri. Ich denke, dass ich mit Alvyn Sanches bei Lausanne einen Spieler trainieren durfte, der womöglich ein ähnliches Potenzial hat. Aber betrachte ich den Istzustand, dann ist Shaqiri sicherlich der beste Spieler, den ich bisher trainieren durfte.Und der beste Spieler, mit dem Sie auf dem Platz standen?Ich möchte Mario Gomez oder Miroslav Klose nicht auslassen. Aber ich denke, zuerst kommt Johan Micoud – von ihm konnte ich auf und neben dem Platz auch am meisten lernen.Sie sagten einst, beim Kicken daheim im Garten waren Sie entweder Frank Verlaat, der Verteidiger aus den Niederlanden, oder Stefan Huber, der Goalie. Wissen Sie um Hubers Status beim FCB?Nein, ich weiss nur, dass Stefan Huber damals ein Vorbild für mich war. Als ich mit 12, 13 Jahren zum ersten Mal auf der Pontaise ein Spiel von Lausanne besuchte, stand er im Tor und zeigte seine legendären Dropkicks, während Verlaat vor ihm verteidigte. Als Lausanne-Fan haben mich beide beeindruckt. Bei Verlaat geht die Geschichte noch etwas weiter: Mit ihm habe ich dann 2002 in meiner ersten Bundesligasaison bei Werder Bremen zusammengespielt. Ich habe bis heute einen Hut mit einem Ansteckknopf dran, auf dem Verlaat abgebildet ist. Den habe ich ihm damals natürlich begeistert gezeigt. Mit ihm habe ich heute noch Kontakt.Huber hielt in der Saison 1997/98 in der Abstiegsrunde gegen Kriens in der 89. Minute einen Penalty und bewahrte den FCB so vor dem Abstieg, was ihm bei den Basler Fans einen Sonderstatus beschert …Gegen Reto Burri, oder? Stimmt, da war was – aber das habe ich nicht mehr präsent.Wissen Sie, welche vier Romands vor Ihnen den FCB trainierten? Was wissen Sie über diese?Boah, schwierig. Einer ist logischerweise Fabio Celestini. Aber danach wird es schon schwierig …Einer davon ist Guy Mathez, nach dem anderen wurde die Basler Fussballbar Didi Offensiv benannt …Didi Andrey? Und wer wäre der Letzte?Fernand Jaccard, er war zwischen 1937 und 1939 FCB-Trainer … Sie sagten, als Spieler wären Sie mehrere Male beinahe zum FCB gekommen. Können Sie mehr darüber verraten?Das war in der Zeit von Gigi Oeri und Bernhard Heusler. Ich war da an der einen oder anderen Hochzeit von Basler Fussball-Kollegen, wo die FCB-Führung auch eingeladen war. Auf dem Weg zur Toilette fand da jeweils der eine oder andere Austausch statt.Und wie nah waren Sie wirklich an einem FCB-Vertrag?Es gab schon mal ein Treffen mit dem FCB, bei dem wir ernsthaft darüber sprachen. Aber es kam nie so weit, dass wir über Zahlen gesprochen hätten.Welche dieser Regeländerungen hätten Sie gern: Nachspielzeit für alle ersichtlich auf einer grossen Uhr kumulieren? VAR weg? Penalty, indem man auf den Goalie zuläuft? Eine andere?Für mich ist es ganz klar: Ich würde wollen, dass jeder Trainer zwei Challenges pro Spiel zur Verfügung hat. So könnte man als Trainer den Schiedsrichter dazu bringen, eine strittige Szene nochmals anzuschauen. Es gibt während der Spiele so viele Momente, in denen man frustriert ist, weil man das Gefühl hat, der Schiedsrichter habe etwas übersehen.Welche drei Persönlichkeitseigenschaften sollte ein Spieler Ihrer Meinung nach haben, und warum?Die erste ist Lernwilligkeit. Für mich ist es sehr wichtig, dass sich ein Spieler jeden Tag verbessern will, dir zuhört, ausprobiert und offen für Feedback und Anregungen ist. Die zweitwichtigste Eigenschaft ist die Arbeitsmoral. Ein Spieler soll nicht nur bereit dafür sein, sich zu verbessern, sondern soll dafür auch hart arbeiten. Und drittens ist das Selbstbewusstsein entscheidend, gerade in der heutigen Zeit mit den sozialen Medien.Greifen Sie bei der Trainingsvorbereitung auf Trainingsformen zurück, die Sie sich in den letzten Jahren zusammengestellt und erarbeitet haben, oder kreieren Sie laufend auch neue Inhalte? Falls ja, haben Sie dafür bestimmte Inspirationsquellen?Ich arbeite mit einem Mix aus bewährten Übungen, die ich seit meiner Spielerzeit sammle – meinem Trainingsordner, den ich als «Bibel» bezeichne –, und neuen Inhalten, die ich laufend integriere. Heutzutage ist es ja möglich, sich Videos von Trainings anderer Teams anzuschauen. Inspiration hole ich mir dadurch von Trainings der Topteams wie Atlético Madrid oder PSG. Dazu kommen Ideen aus dem Austausch mit meinem Trainerteam. Wichtig ist mir, Routinen zu vermeiden und die Spieler immer wieder neu zu fordern.Was würden Sie wählen: den Meistertitel oder ein Viertelfinalspiel in der Champions League?Den Meistertitel. Da muss ich überhaupt nicht überlegen.Wie weit müsste es in der Champions League denn gehen, damit Sie es sich anders überlegen?Den Sieg in der Champions League würde ich noch vor dem Schweizer-Meister-Titel nehmen. Aber bleiben wir doch im realistischen Bereich – und damit beim Meistertitel. Diesen jage ich schon mein ganzes Leben lang. Einen Champions-League-Final habe ich noch nie gejagt.«Ich polarisiere offenbar mehr als andere Trainer»: Magnin beim Training mit dem FCB.Foto: Claudio Thoma (Freshfocus)Wo muss im Kader des FC Basel noch auf dem Transfermarkt nachgeholfen werden?Als Trainer hätte ich natürlich am liebsten jede Position doppelt besetzt. (lacht) Aber nein, was auf dem Transfermarkt noch passiert, entscheide ich nicht.Wie viele Verwarnungen holt Ludovic als Trainer wegen Reklamieren in der Saison ab?Ich will mein Verhalten verbessern, gerade gegenüber Schiedsrichtern. Aber ich muss ehrlich sein: Ich werde kaum ohne Verwarnung durch die Saison kommen – und auch ohne Sperre auszukommen, wird schwierig für mich, dafür lebe ich während der Spiele einfach zu stark und emotional mit. Aber in der vergangenen Saison waren es nicht mehr als vier Gelbe Karten. Da hat es andere Trainer, die andere Dinge taten als ich – und andere Karten dafür sahen. Trotzdem wird mehr über mein Verhalten an der Seitenlinie diskutiert als bei anderen. Ich polarisiere offenbar mehr als andere Trainer.Wie oft haben Sie als Trainer schon Rot gesehen?Erst einmal, in meiner ersten Saison als Trainer des FC Zürich. In St. Gallen, nach einem Austausch mit der Bank von Peter Zeidler.Haben Sie eine Lieblingsserie oder einen Lieblingscomic?Comics habe ich kaum geschaut oder gelesen. Die letzte Serie, die ich gesehen habe, war «Peaky Blinders – Gangs of Birmingham». Die war der Hammer. Und «Prison Break» war eine Serie, die Marco Streller und mich in Stuttgart begleitet hat. Diese schauten wir immer auf den Auswärtsreisen, auf dem tragbaren DVD-Player, was nur zeigt, wie alt ich doch schon bin.Was waren Ihre erste Schallplatte und Ihr erstes Konzert?Das war New Kids on the Block. Das Album mit «Step by Step» drauf. An mein erstes Konzert kann ich mich nicht erinnern. Sehr wohl erinnere ich mich aber an mein erstes deutsches Konzert: Das war in Bremen, im Weserstadion – und zwar Herbert Grönemeyer. Ich war noch nicht lange in Deutschland, fand den Typen mit seinen Bewegungen irgendwie lustig – und verstand kein Wort. Erst als ich besser Deutsch konnte und mir einige seiner Songs wie etwa «Bochum» wieder begegneten, realisierte ich, dass ich da in Bremen eigentlich ein Superkonzert erlebt hatte.Mehr zum FC BaselDiesen Podcast können Sie auch auf allen gängigen Podcast-Plattformen kostenlos hören und abonnieren.NewsletterRotblau aktuellErhalten Sie die wichtigsten und interessantesten Geschichten und News rund um den FCB.Weitere NewsletterEinloggenFehler gefunden?Jetzt melden.0 Kommentare