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AboDie FCB-Spieler in der Einzelkritik

Erst fliegt Marwin Hitz am Ball vorbei, dann Jonas Adjetey vom Platz

Jonas Adjetey vom FC Basel wirkt enttäuscht nach einer gelb-roten Karte während des Champions-League-Qualifikationsspiels gegen F.C. Kopenhagen.
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Marwin Hitz: 3.5

Im regnerischen St.Jakob-Park muss Marwin Hitz lange warten, bis er erstmals eingreifen muss. In der 45. Minute ist er voll auf der Höhe des Geschehens, als ein Freistoss von Lopez in Richtung Lattenkreuz geflogen kommt. In der direkten Anschlussszene ist dies dann nicht mehr der Fall: Hitz verschätzt sich bei Lopez’ Flanke kapital und lässt Gabriel Pereira locker einköpfen. Ein Fehler, der zur Folge hat, dass der FCB seine erarbeitete Führung kurz vor Pausenpfiff schmerzlich hergeben muss. Nach 88. Minuten ist der Basler Keeper ein zweites Mal bezwungen. Doch der VAR erlöst – er hat eine Offside-Position von Cornelius entdeckt.

Keigo Tsunemoto: 5

Einen Fouleinwurf wie denjenigen, den Keigo Tsunemoto in der 21. Minute produziert, sieht man auf diesem Niveau selten. Ansonsten zeigt sich der Japaner in der ersten Halbzeit von formidabler Seite. Sein Block in der 36. Minute rettet den FCB vor einem ersten Gegentreffer. Er erobert Bälle, grätscht und stellt dank seiner Laufbereitschaft auf der rechten Seite einen offensiven Aktivposten und Flankengeber dar. Mit Gelbbelastung (28.) und schwindenden Kräften nimmt die Qualität der Leistung nach einer Stunde ab.

Adrian Barisic: 4

Tritt in der ersten Halbzeit stabiler auf als Jonas Adjetey und strahlt jene Ruhe aus, die sein Pendant allzu oft vermissen lässt. Nicht über jeden Zweifel erhaben ist er beim vermeintlichen 2:1 durch Kopenhagen-Stürmer Cornelius in der 87. Minute. In der 90. Minute nimmt Barisic dann ein Quäntchen Glück in Anspruch, als ihm nach einem Tritt in die Bauchregion von Cornelius lediglich die Gelbe Karte entgegengestreckt wird.

Jonas Adjetey: 2

Bekommt in den ersten 30 Minuten wenig zu tun und erledigt die wenigen Aufgaben, die sich ihm stellen, gewissenhaft. Ein Spiel zum Vergessen wird es dennoch: Erst kann er in der 43. Minute den schnellen Roberts nur so stoppen, dass er Gelb sieht. Dann, kurz vor Pausenpfiff, vertändelt er den Ball ohne jeglichen Zwang auf Höhe der Mittellinie – die Situation steht am Anfang einer Kette, die schliesslich zum Gegentor führt. Und schliesslich, in der 82. Minute, unterbindet Adjetey einen Gegenstoss so, dass er die Gelbe Karte erneut betrachten muss – gefolgt von Rot. Streng ist der zweite Pfiff zwar, und ja, da waren zuvor auch einige gelungene Aktionen. Doch nicht nur bringt Adjetey sein Team damit in den Schlussminuten endgültig in Schwierigkeiten, sondern stellt Ludovic Magnin auch hinsichtlich des Rückspiels vor Probleme.

Dominik Schmid: 4

Ein engagierter Auftritt, wie man ihn von der Basler Identifikationsfigur kennt. Seine Offensivqualitäten zeigt er nach 19 Zeigerumdrehungen: Einem ersten sauberen Kontakt folgt von eine gelungene Flanke, die jedoch keinen Abnehmer findet. Defensiv engagiert, fehlen aber die ansonsten energischen Akzente nach vorne. Umso wichtiger ist sein Block in der Nachspielzeit.

Leo Leroy: 4.5

Ein gelungener Auftakt des Franzosen. Insbesondere im ersten Durchgang bildet er im Duo mit Metinho ein robustes FCB-Zentrum. Zweimal (11. und 33.) darf er sich zudem beim Schiessen versuchen – zweimal jedoch ist Koparski zur Stelle. Anschaulich ist auch sein Vorstoss in Minute 58, der ebenfalls pariert wird. Nachdem er in der 45. Minute eine Gelbe Karte auf sich nehmen muss, um Adjeteys Ballverlust vorerst zu entschärfen, beginnt sein Einfluss zunehmend zu schwinden.

Metinho: 5

Als er in der 11. Minute einen Querpass vor dem eigenen Strafraum nicht entgegennimmt, kommen die Dänen zu ihrem ersten Abschluss der Partie. Ansonsten zeigt der 22-Jährige eine gute Partie. Nicht nur ist er essentieller Teil eines gut funktionierenden Basler Zentrums, welches das Basler Spiel stabilisiert und leitet. Auch bringt er Emotionalität ins Spiel, sucht nach gelungenen Aktionen den Kontakt zum Publikum. Wie das gesamte Basler Ensemble baut jedoch auch er in Hälfte zwei deutlich ab.

Marin Soticek: 3

Weil sowohl Bénie Traoré wie Anton Kade verletzt fehlen, darf Marin Soticek erstmals in dieser Saison von Beginn weg ran. Zwar arbeitet der Kroate auf der linken Defensivseite artig mit, bleibt abgesehen von einer gelungenen Spielverlagerung in Minute 67. aber ohne sichtbaren Offensivdrang. Genügend ist dieser Auftritt so nicht.

Xherdan Shaqiri: 4.5

Der St.-Jakob-Park bebt ein erstes Mal auf, als Shaqiri mit einer Grätsche in Minute 7. seinen Willen unter Beweis stellen zu wollen scheint. Fünf Minuten später schlägt er die scharfe Ecke, die zum Elfmeter führt, und verwandelt diesen standesgemäss. So geht die Basler Führung, die den St.-Jakob-Park lange in Atem hält, zu grossen Teilen auf seine Kappe. Auch wenn in der Folge einige gelungene Zuspiele folgen – in Minute 65. kommt der 33-Jährige gar zu einem eigenen Abschluss – gelingt es Shaqiri in der Folge aber nicht mehr, diesem Spiel seinen Stempel aufzudrücken. 

Philip Otele: 3.5

Dass er antrittsschnell und dribbelstark ist, lässt der Nigerianer gegen Kopenhagen in Ansätzen aufblitzen. Punktgenau ist ausserdem seine Flanke auf den Kopf von Albian Ajeti in der 50. Minute. Um wirkliche Torgefahr anzuzetteln, stehen Otele aber oft zu viele Gegenspieler im Weg. So steht nach Abpfiff kein Skorerpunkt zu Buche. Und keine genügende BaZ-Note.

Albian Ajeti: 3.5

Nach 3. Minuten tritt der Basler Stürmer ein erstes Mal in Erscheinung: Von Shaqiri lanciert, zwingt er Kopenhagen-Keeper Dominik Kotarski zur Parade. Neun Minuten später bewegt er sich beim Eckball Shaqiris so auf den zweiten Pfosten zu, dass er nur regelwidrig zurückgehalten werden kann, woraus der Basler Elfmeter folgt. Weil er in der 50. einen hochkarätigen Kopfball nicht auf den Kasten bringt und auch sonst Teil einer weitgehend ungefährlichen Basler Offensivabteilung bleibt, reicht der Auftritt nicht für eine genügende Bewertung.

Moritz Broschinski: 3.5

Kommt in der 68. Minute für Ajeti, so darf der Basler Neuzuzug zum ersten Mal an einer internationalen Partie teilnehmen. Mehrfach tritt der Deutsche im Kopenhagener Strafraum zwar in Erscheinung, bringt aber keinen Ball gefährlich aufs Tor. Lässt das Stadion in der 85. Minute mit einem Lauf aufbrausen, doch verliert den Ball. Für eine genügende BaZ-Note reicht sein Auftritt knapp nicht.

Zu kurz im Einsatz für eine BaZ-Note:

Koba Koindredi kommt in der 77. Minute für Marin Soticek, Nicolas Vouilloz in der 84. für Leo Leroy. Sie sind damit zu kurz im Einsatz für eine BaZ-Note.

Spieler16: XXX

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Und auch sonst habe ich schon etwas auf die Beine gestellt. Festlegen kann ich mich da noch nicht. Allerdings fände ich es schade, wenn ich mich ganz vom Fussball entfernen würde. Wenn man in einem Bereich gut ist, wäre es schade, wenn man dieses Wissen nicht weitergeben würde.Erst haben Sie aber noch die Möglichkeit, mit dem FCB in der Champions League zu spielen.Ja, das ist sicher ein riesiger Traum und eine grosse Motivation. Mir ist aber auch wichtig, zu betonen, dass diese Qualifikation nicht alles ist. Natürlich steht finanziell und emotional viel auf dem Spiel. Aber eine Kampagne in der Europa League wäre auch sehr attraktiv, und zudem zählt die Meisterschaft für mich mehr als der Europacup.Sie haben bereits Erfahrung im internationalen Clubfussball – viele junge Spieler beim FC Basel noch nicht. Was wird für Sie die grösste Herausforderung sein?Körperlich dürfte die Dreifachbelastung für die Jungen kein Problem darstellen, sofern sie sich gut vorbereiten. Aber mental ist es sehr anspruchsvoll, alle drei bis vier Tage zu liefern und über die eigenen Grenzen zu gehen, selbst wenn man sich vom letzten Spiel noch müde fühlt. Wenn man zu bequem ist, wird man nicht erfolgreich sein. Das müssen gerade wir erfahrenen Spieler den jungen vorleben.Hat sich Ihre Rolle diesbezüglich verändert, seit Taulant Xhaka nicht mehr in der Mannschaft ist?Nicht wirklich. Ich helfe noch immer im gleichen Rahmen, wenn ich spüre, dass ein Spieler etwas braucht. Dass Tauli nicht mehr im Team ist, ist extrem schade. Aber er hat sich bereits im Laufe der letzten Saison etwas zurückgenommen und akzeptieren können, dass er etwas weniger im Mittelpunkt steht. Dadurch konnten, oder mussten, andere Spieler mehr Verantwortung übernehmen und sich entwickeln.Standen 67-mal gemeinsam auf dem Feld: Marwin Hitz und Taulant Xhaka.Foto: Claudio De Capitani (Freshfocus)Sind Sie nach dem Double erfolgshungrig wie eh und je?Ich dachte immer, der Ehrgeiz würde abnehmen, wenn man älter wird. Ganz einfach, weil man schon mehr erlebt hat, weniger Druck verspürt, schon etwas Geld auf der Seite hat. Aber das Gegenteil ist bei mir der Fall. Ich will immer mehr. Das ist einer der Gründe, warum ich nicht weiss, ob das jetzt mein letztes Jahr sein wird.Woher kommt dieser Hunger?Mich motivieren die besonderen Momente, die Erfolgserlebnisse. So lange wie möglich auf höchstem Niveau zu spielen, ist eine sehr spannende Challenge. Erst recht, wenn man dabei merkt, dass man noch topfit ist und bessere Werte hat als Spieler, die 20 Jahre jünger sind. Das pusht mich.War die letzte Saison Ihre beste beim FCB?Nein, ich würde sagen, ich habe mich in meinen drei Saisons in Basel auf einem konstanten Niveau bewegt. Es kann sein, dass ich etwas besser dagestanden habe, weil der Club als Ganzes mehr Erfolg hatte. Aber wenn ich zurückdenke an die Conference-League-Kampagne in meinem ersten Jahr, muss ich sagen, dass ich da auch schon sehr gute Leistungen abgerufen habe. Und auch in der schwierigen zweiten Saison mit dem Druck des Abstiegskampfes. Da ist es schwierig, jedes Spiel konstant gute Leistungen zu bringen. Aber ich finde, dass mir das schon sehr gut gelungen ist.Welche sind die wichtigsten Bausteine dafür, dass Sie Ihr Niveau auch mit 37 konstant halten können?Schon meine ganze Karriere über habe ich sehr viel für meinen Körper getan – und mit den Jahren schaut man da natürlich immer noch akribischer darauf. Mit Mirko Salvi habe ich einen super Trainingspartner und Gabi (Gabriel Wüthrich, d. Red.) ist der beste Goalietrainer, den ich in meiner Karriere hatte. Oft kann es bei älteren Goalies, die vielleicht noch eine grössere Karriere hatten als ihre Trainer, dazu kommen, dass sie die Trainingsinhalte selbst bestimmen und das Gleichgewicht nicht mehr stimmt. Doch Gabi ist in allen Bereichen derart gut ausgebildet und hat ein so riesiges Wissen, dass ich ihm blind vertrauen kann.Wie schwierig wird es für den FCB, das Double zu verteidigen?Das wird schwer. Man muss sich nur die letzte Saison ansehen: Im Cup standen wir wiederholt vor Problemen, und in der Liga war es lange völlig offen. Ich denke, es wird wieder ähnlich sein. Aufgrund der bisherigen Transferphase habe ich nicht das Gefühl, dass es in der kommenden Saison eine Übermannschaft geben wird.Wobei der FCB zum Ende der Double-Saison schon beinahe wie eine Übermannschaft wirkte.Ja, in der Schlussphase hat man gesehen, wie gross unser Potenzial eigentlich war.Warum konnte man dieses nicht schon früher abrufen?Ich finde, dass der Club im Transfersommer 2024 so gut wie alles richtig gemacht hat. Dennoch hat die Mannschaft nicht das geleistet, was sie hätte leisten können. Wenn man das nicht akzeptiert und ständig Ausreden dafür sucht, warum man nicht die volle Leistung auf den Platz bringt, gehört das irgendwann angesprochen. So kamen die Unruhen damals auch zu Recht.Marwin Hitz: «Ich finde, dass der Club im Transfersommer 2024 so gut wie alles richtig gemacht hat.»Foto: Martin Meienberger (Freshfocus)Also waren die Unruhen im März, die bekanntlich eng mit Trainer Fabio Celestini in Zusammenhang standen, der Grund für die Leistungssteigerung?Sie haben sicher dazu beigetragen, ja. Wir wurden in der Folge durch den Druck von allen Seiten ehrlicher zueinander. Und man wurde gezwungenermassen empfänglicher für Inputs von aussen, von der Vereinsführung, den Mitarbeitern, den Spielern.Konkret wurde Fabio Celestini empfänglicher, oder?Namen möchte ich keine nennen.Letztlich wurde der FCB Meister. Wie haben Sie die Feierlichkeiten auf dem Barfi erlebt?Es wurde mir im Vorfeld viel davon erzählt, wie schön es sein kann. Aber es war noch viel besser. Zuerst waren da die glücklichen Leute im Stadion, die einen spüren liessen, was dieser Club den Menschen bedeutet, und dann der Barfi ganz in Rotblau. Das war überwältigend.Ihnen bedeutet der FCB mittlerweile auch einiges.Die Beziehung zum Club ist besonders. Wir haben in dieser Zeit so viele positive wie auch negative Dinge zusammen erlebt, wie man das bei anderen Clubs wohl in zehn Jahren nicht tut. Wir haben in Basel unzählige Menschen kennen gelernt, denen der FCB sehr viel bedeutet, und auch meine Kinder sind grosse Fans geworden.Das war aber nicht immer so. Weil Sie auf den beliebten Heinz Lindner folgten, gab es anfänglich vonseiten der Fans viel Unmut Ihnen gegenüber.Ich wurde noch nie irgendwo frenetisch empfangen, aber das war wirklich schwierig damals. Auch weil ich wusste, dass ich mir aus sportlicher Sicht nicht viel erlauben konnte. Tatsächlich war dieser Empfang auch der Grund, warum wir als Familie nicht nach Basel gezogen sind. Wir wollten in die Schweiz zurückkommen, um eine Basis für die Kinder zu finden. Aber diese Basis wirkte dann doch etwas gar toxisch zu jenem Zeitpunkt.Haben Sie es als einen Angriff auf Sie als Person empfunden?Ja. Ich habe zwar schon oft gehört, dass das alles nicht gegen mich gemeint war, sondern eher für Heinz Lindner, sozusagen. Aber wenn wir ehrlich sind, dann waren da durchaus Dinge dabei, die schlicht gegen meine Person gingen. Für mich war das weder sportlich noch menschlich nachvollziehbar. Denn mit einem Wechsel von Dortmund nach Basel verzichtete ich auf viele Dinge und nicht zuletzt auch auf finanzielle Erträge. So wirkte das alles irgendwie undankbar auf mich und hat mich enttäuscht. Wobei gesagt werden muss, dass es sich dabei natürlich immer um eine Minderheit der Fans handelte.Konnten Sie mittlerweile vollständig damit abschliessen?Ich denke, so etwas kann man nicht komplett vergessen. Aber mit der Zeit rückte es in den Hintergrund, und nun ist es okay. Es gab ja schon immer Leute, die froh darüber waren und sind, dass ich beim FC Basel spiele. Und ich bin auch nach wie vor sehr froh, dass ich mich für diesen einzigartigen Club entschieden habe.Der FC Basel vor dem SaisonstartDiesen Podcast können Sie auch auf allen gängigen Podcast-Plattformen kostenlos hören und abonnieren.NewsletterRotblau aktuellErhalten Sie die wichtigsten und interessantesten Geschichten und News rund um den FCB.Weitere NewsletterEinloggenLinus Schauffert ist Redaktor im Ressort Sport bei der Basler Zeitung und berichtet schwerpunktmässig über den FC Basel. Mehr Infos@linusschauffertFehler gefunden?Jetzt melden.0 Kommentare