Dem FCB geht beim 1:1 gegen Lausanne die Kaltschnäuzigkeit ab

Dieser Artikel wurde von BZ publiziert.


Super League

Dem FCB geht beim 1:1 gegen Lausanne die Kaltschnäuzigkeit ab

Nach zwei regulären und vier aberkannten Toren: Der FC Basel trennt sich nach einem faszinierenden Schlagabtausch 1:1 von Lausanne und gibt den Spitzenplatz in der Super League wieder an Lugano ab.

Eigentor Hitz: Der FCB-Goalie lenkt einen Freistoss an den Pfosten, von wo der Ball an seinen Hinterkopf und ins Tor plumpst.

Bild: Marc Schumacher/Freshfocus

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Keiner der 786 Pässe, die am Sonntag im St. Jakob-Park gespielt wurden, ist folgenlos. So entwickelt sich ein faszinierender Schlagabtausch mit zwei regulären Toren und vier weiteren, denen nach genauerem Hinsehen die Anerkennung entzogen wird. Und weil unzählige andere Chancen ungenutzt liegen bleiben, teilen sich der FC Basel und Lausanne-Sport mit einem 1:1 (1:0) am Ende die Punkte.

Damit bleibt es dabei, dass der FCB als Tabellenführer nicht gewinnen kann, und weil Lugano tags zuvor seine Hausaufgabe gegen Luzern mit einem 2:0 erledigt hat, verliert Basel seinen Spitzenplatz nach der 24. Runde wieder. Es ist auch unverändert so, dass Fabio Celestini als Trainer des FC Basel nicht gegen Ludovic Magnin als Lausanne-Trainer gewinnen kann. Das achte Spiel in Serie sind die Basler nun sieglos gegen die Romands, die erneut eindrücklich unterstreichen, warum sie die beste Saison ihrer Super-League-Geschichte spielen.

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FC Basel – Lausanne-Sport 1:1 (1:0)

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St. Jakob-Park. – 22’754 Zuschauende. – SR: Fedayi San. – Tore: 4. Carlos (Leroy) 1:0, 67. Eigentor Hitz (Diabaté) 1:1.

FC Basel: Hitz; Mendes, Barisic, Adjetey, Schmid; Avdullahu; Leroy, Baro (59. Kade); Shaqiri, Carlos (77. Ajeti), Otele (59. Traoré).
Lausanne-Sport: Letica; Giger, Sow, Dussenne, Poaty; Sanches, Custodio, Koindredi; Okou (63. Diabaté), Ajdini (63. Sène), Baldé (63. de la Fuente).

Bemerkungen: Basel ohne Soticek (im Aufbau), Xhaka, Fink, Vouilloz (ohne Aufgebot). – Lausanne ohne Roche (verletzt). – Verwarnungen: 16. Magnin (Trainer Lausanne; Reklamieren), 20. Okou (Foul), 20. Baldé (Unsportlichkeit), 32. Leroy (Foul), 55. Custodio (Foul), 80. Letica (Zeitspiel), 83. Traoré (Foul), 90.+3 Giger (Foul). – 30. Eigentor Adjetey nach VAR-Intervention (Offside) annulliert, 45.+3 Tor Ajdini nach VAR (Hands) aberkannt.

Um diese Serie zu beenden und den Lausanner Flow zu brechen, greift Celestini zu einem Kniff, der im Herbst schon einmal funktioniert hat bei der Siegesserie gegen YB, St. Gallen und Winterthur. Er stellt in einem 4-3-3 auf mit Romario Baro und Leo Leroy auf der Doppel-Acht sowie Xherdan Shaqiri auf dem rechten Flügel. Für Taulant Xhaka, der unter der Woche das von vielen Emotionen begleitete Karriereende angekündigt hat, gibt es frei von Sentimentalitäten nur einen Platz auf der Tribüne.

Hoheit im Zentrum verspricht sich Celestini von der taktischen Retusche, mehr Spiel in die Tiefe gegen ein wie gewohnt sehr hoch, offen und damit risikoreich verteidigendes Lausanne. Die Rechnung geht schon nach 180 Sekunden auf, als Kevin Carlos mit einem perfekten Zuspiel von Leroy in die Tiefe entwischt und überlegt seinen zehnten Saisontreffer markiert.

Der Rest ist ein atemloses Hin und Her zweier Teams mit offenem Visier. Lausanne imponiert in der ersten Halbzeit mit phasenweise 65 Prozent Ballbesitz. Auf der anderen Seite vergeben Philip Otele und Carlos Chance um Chance, und die Gäste müssen hinnehmen, dass ihnen auf Intervention des VAR zwei Treffer aberkannt werden – erst ein Eigentor von Jonas Adjetey, dann ein Tor von Alban Ajdini und in beiden Fällen zu Recht.

Korrekte Entscheidungen des Schiedsrichtergespanns sind auch die beiden annullierten Treffer des FCB nach dem Seitenwechsel von Benié Traoré sowie Carlos in der 62. und 64. Minute. Dann nimmt Magnin einen Dreifachwechsel vor, der sich auszahlt.

Hitz erzielt unglückliches Eigentor zum 1:1

Der eingewechselte Kaly Sène hat umgehend – und wie eigentlich immer gegen den Ex-Klub – seinen Basel-Moment, als er von Adrian Barisic zu Fall gebracht wird. Der ebenfalls erst vier Minuten zuvor eingewechselte Fousseni Diabaté zirkelt den Freistoss in der 67. Minute passgenau in den Winkel, Marwin Hitz ist mit den Fingerspitzen noch dran, doch vom Pfosten plumpst der Ball an den Hinterkopf des FCB-Keepers, für den somit nebst einem Tor aus Bundesligazeiten nun auch ein Eigentor in seiner Leistungshistorie festgehalten ist.

Der FCB unternimmt angetrieben von der heissen Stimmung auf den Rängen alles, um endlich als Tabellenführer ein Spiel für sich entscheiden zu können. Kade verpasst bei einem Konter erst das günstigere Abspiel, dann mit sattem Schuss das Tor knapp, Shaqiri versucht es sogar mit einem Kopfball, und der für diese Aufgabe eher prädestinierte Barisic scheitert in der vierten Minute der Nachspielzeit mit der letzten Grosschance.

«Wir müssen kaltblütiger sein», sagt Shaqiri im Anschluss, und Celestini findet: «Vielleicht hätten wir etwas mehr verdient gehabt.»

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