Dieser Artikel wurde von BAZ publiziert.

AboAlles zum Spiel gegen Lugano

Fabio Celestini macht alles richtig und ist am Ende der grosse Sieger

Trainer Fabio Celestini vom FC Basel nach dem Spiel gegen FC Lugano am 06.04.2025 in Basel, inmitten von Spielern und Betreuern.
Jetzt abonnieren und von der Vorlesefunktion profitieren.

BotTalk

Die Ausgangslage des FC Basel

Der FC Basel ist Tabellenführer und hat die Gelegenheit, sich mit einem Sieg gegen den FC Lugano um mindestens vier Punkte von der Konkurrenz abzusetzen. Dies, weil der BSC Young Boys (1:1 gegen Yverdon) am Samstag sowie Servette (0:1 in St. Gallen) am frühen Sonntag Nachmittag Punkte haben liegen lassen.

Diese Ausgangslage ist erfreulich. Weniger erfreulich ist, dass just in dieser Phase der Trainer zum öffentlichen Thema geworden ist, weil nach aussen drang, dass sich die FCB-Sportkommission in der Länderspiel-Pause nach zuvor nur sechs Punkten aus sechs Ligapartien Gedanken um eine kurz- und mittelfristige Zukunft mit oder eben auch ohne Fabio Celestini gemacht hat, der einen gültigen Vertrag bis Sommer 2026 hat.

Schon am Donnerstag vor der Partie gegen GC (2:1) hatte sich Sportdirektor Daniel Stucki auf SRF dazu geäussert und die Gespräche bestätigt, um in der Folge einiges offen zu lassen. Nun steht er vor dem Anpfiff bei Blue vor der Kamera und äussert sich nach zuletzt zwei Siegen etwas dezidierter. Er sagt Celestini mache einen «Top-Job» und habe die Rückendeckung seiner Vorgesetzten. Am Samstag habe man sich lange mit dem Trainer unterhalten und bekräftigt, dass man zu ihm stehe.

Dann allerdings beantwortet er die Frage, ob man folglich mit Fabio Celestini bis zum Saisonende weitermache, so: «Das ist absolut der Plan. Es wäre komisch, wenn wir etwas ändern. Aber wir brauchen Punkte und wir wollen um den Meistertitel spielen.» Raum zur Interpretation bleibt auch hier.

Das Spiel

Da ist eine erste Halbzeit mit ganz viel Rasenschach. Da sind zwei Mannschaften, die sich zwar intensiv beharken, aber zu keinem nennenswerten Torabschluss kommen. Und da sind drei Verwarnungen gegen den FC Basel, wobei Albian Ajeti bei seinem Foul gegen Anto Grgic sich an der Grenze bewegt: Schiedsrichter Johannes von Mandach gibt Gelb – und man wird nie herausfinden, ob sich der VAR gemeldet hätte, würde er stattdessen Rot zücken.

Nach der Pause ändert sich das Bild primär, weil der FC Basel nun den Führungstreffer sucht und mehr riskiert. Fündig werden die Basler schliesslich in der 63. Minute: Xherdan Shaqiri öffnet mit einem Pass auf Anton Kade die Situation, dessen Querpass nutzt Bénie Traoré zum Schlenzer – und dann steht wiederum Shaqiri bereit, um den von Lugano-Goalie Amir Saipi abgewehrten Ball zum 1:0 im Netz unterzubringen.

Nun muss Lugano mehr unternehmen. Die Tessiner haben dabei ihre beste Chance durch Cimigniani, dessen Schuss von Dominik Schmid auf der Torlinie abgewehrt wird. Den Baslern bieten sich gleichzeitig Räume an, die sie zunächst nicht zu nutzen verstehen. Um schliesslich doch zum 2:0 zu kommen und sich den Sieg zu sichern, brauchen sie keinen Konter, sondern einen langen Ball von ihrem Goalie Marwin Hitz: Kevin Carlos verlängert per Kopf auf Kade, der abermals so querlegt, so dass der hereinsprintende Marin Soticek den Ball über die Torlinie bugsieren kann.

Der Rest ist das Warten auf den Schlusspfiff vor euphorischer Basler Kulisse im St. Jakob-Park.

Die Taktik

Fabio Celestini nominiert etwas überraschend für sein 4-2-3-1-System dieselben elf Spieler, die bereits am Donnerstag gegen den Grasshopper Club Zürich die Startelf gebildet haben. Lugano-Trainer Mattia Croci-Torti setzt unerwartet auf eine Dreier-Fünfer-Abwehrkette. Was fortan auffällt: Bis zur Pause dominiert «Safety First» und neutralisieren sich die Mannschaften weitesgehend – wohl auch, weil die Basler durch das 3-4-3 des Gegners überrascht werden und ihre Aussenverteidiger entsprechend absichernd agieren.

Ein Basler Dreifach-Wechsel in der 56. Minute steht dann am Ursprung des FCB-Erfolgs: Mit der Hereinnahme Leo Leroys, Anton Kades und Kevin Carlos’ gelingt es Celestini, seiner Mannschaft einen Energieschub zu verpassen, der schliesslich zu den Toren führt.

Der FC Lugano hingegen sucht die Offensive erst von der 69. Minute an: Croci-Torti bringt da mit Stürmer Vladi und Flügel Cimigniani zwei Offensiv-Kräfte für Innenverteidiger Mai und Aussenspieler Macek. Fortan agieren die Tessiner in einem 4-4-2. Früchte trägt das keine mehr.

Xherdan Shaqiri von FC Basel erzielt ein Tor gegen Torhüter Amir Saipi vom FC Lugano, während Antonios Papadopoulos zusieht, im Super League-Spiel in Basel.

Der Aufreger

Letztlich ist es das 1:0. Der Ball zirkuliert dabei über mehrere Stationen, bevor Shaqiri mit seinem öffnenden Pass auf Kade die entscheidende Idee hat – und dann an den richtigen Ort läuft, um den Abpraller zu verwerten.

Wie wichtig dieser Führungstreffer für den FC Basel ist, bemisst sich auch daran, dass der Torschütze danach jubelnd über die Bande und in Richtung Muttenzerkurve springt. Dass er dabei anhängt, fällt und sich beim Auffangen des Sturzes leicht am Finger verletzt, rundet diese 63. Minute auf besondere Art ab.

Das muss besser werden

Ja, die erste Halbzeit ist mässig unterhaltsam gewesen. Aber wenn es insgesamt immer so läuft, wie beim 2:0 gegen Lugano, dann ist man versucht zu sagen: nichts.

Das sagt der Trainer

«Es stand 0:0 zur Pause, aber ich war sehr optimistisch für die zweite Halbzeit. Ich dachte mir, dass wir nun von der Ersatzbank viel Energie bringen können.» So erzählt das Fabio Celestini nach einer Partie, in der er tatsächlich mit seinen Auswechslungen für die Entscheidung zugunsten des FC Basel gesorgt hat.

So geht es weiter

Erster Sieg als Leader. Nun vier Punkte vor Servette und fünf Punkte vor dem BSC Young Boys. Und all das nach einer englischen Woche, die resultatmässig mit drei Siegen perfekt gewesen ist. Muss man da – bei nur noch sieben ausstehenden Runden –überhaupt noch sagen, dass die Basler ab sofort erster Anwärter auf den Meistertitel sind?

Wahrscheinlich nicht. Jetzt gerade ist man top – und hat mehr Vorsprung in der Tabelle, als irgendein Leader zuvor in dieser so lange so engen Saison gehabt hat.

Was ist nun mit Fabio Celestini? Er hat zum Abschluss alles richtig gemacht und ist der grosse Sieger dieser unruhigen Woche. Dass es in Basel vor dem Saisonende zu einem Trainerwechsel kommt, darf man nach den jüngsten Resultaten ausschliessen.

Newsletter

Rotblau aktuell

Erhalten Sie die wichtigsten und interessantesten Geschichten und News rund um den FCB.

Weitere Newsletter

Similar Posts

  • Leihe: Beney wechselt zu Lausanne-Ouchy

    Leihe – Beney wechselt zu Lausanne-OuchyRoméo Beney bekam beim FCB wenig Spielzeit. Nun versucht sich der Flügelspieler in der Challenge League.Publiziert heute um 10:01 UhrRoméo Beney verbringt den zweiten Teil der Saison bei Stade Lausanne-Ouchy.Foto: Claudio De Capitani (Freshfocus)Jetzt abonnieren und von der Vorlesefunktion profitieren.BotTalkDer 19-jährige Flügelspieler Roméo Beney wechselt vom FC Basel bis Ende Januar dieses Jahres zum FC Stade Lausanne-Ouchy, um in der zweithöchsten Schweizer Liga zu mehr Spielpraxis zu kommen. Eine Kaufoption wurde nicht vereinbart.In Liga und Cup kam der Romand in dieser Saison auf total fünf Einsätze. Beim Challenge-Ligisten wird er auf seine früheren Mitspieler Nils de Mol und Axel Kayombo treffen.Den Podcast können Sie auf Spotify oder Apple Podcasts abonnieren. Falls Sie eine andere Podcast-App nutzen, suchen Sie einfach nach «Dritte Halbzeit».Dominic Willimann ist seit 2007 Sport-Redaktor der BaZ und kennt den regionalen Sport aus dem Effeff. Ebenso ist er mit den Geschehnissen rund um den FC Basel vertraut und hat seit 2007 kein Eidgenössisches Schwingfest verpasst. Mehr InfosFehler gefunden?Jetzt melden.0 Kommentare

  • Besser als Frei, Rahmen und Sforza: Celestini holt zum Start der Rückrunde sieben Punkte

    – Celestini holt zum Start der Rückrunde sieben PunkteDer FC Basel startete letztmals vor fünf Jahren so gut in eine Frühjahrsrunde. Damals hiess der Trainer noch Marcel Koller. Publiziert heute um 12:36 UhrPatrick Rahmen und Fabio Celestini (links) beim Spiel zwischen Winterthur und Basel am Dienstagabend. Foto: Claudio Thoma (Freshfocus)Auf die Frage, was ihn mehr freue, dieser Sieg gegen den FC Winterthur oder die beiden Tore von Thierno Barry, antwortet FCB-Trainer Fabio Celestini am Dienstagabend: «Beides.» Klar. Denn beides kann sehr wichtig für den weiteren Verlauf der Saison sein. Winterthur ist ein direkter Konkurrent im Rennen um Platz sechs. Und sollte es sich bei Barrys Toren tatsächlich um einen «Knotenöffner» gehandelt haben, hätte der FCB doch noch den Stürmer gefunden, den er schon die ganze Saison über gesucht hatte. Das 3:1 ist der zweite Ligasieg in Serie für den FCB. Das gab es zuletzt im April 2023. Und darüber hinaus sichert dieses Ergebnis den Baslern die Punkte fünf, sechs und sieben in diesem Jahr. Das kann von den übrigen Super-League-Mannschaften nur noch der Servette FC erreichen, sollte er am Mittwochabend gegen St. Gallen gewinnen. Marcel Koller startete mit drei FCB-SiegenAber auch für Celestini selbst ist es eine bemerkenswerte Marke. Denn sieben Punkte aus den ersten drei Spielen nach der Winterpause, das gelang vor ihm schon länger keinem FCB-Trainer mehr. Alex Frei startete vor einem Jahr mit einem Unentschieden und zwei Niederlagen in die Liga-Rückrunde, zwischen die sich ein Cup-Sieg gegen GC schob. Danach wurde er entlassen, und Heiko Vogel übernahm interimistisch bis zum Sommer.Eine Saison zuvor führte Patrick Rahmen den FCB in die Rückrunde. Seine Bilanz aus den ersten drei Spielen: ein Sieg, ein Unentschieden und eine Niederlage. Danach erhielt er noch ein Spiel, bevor er entlassen wurde und Guillermo Abascal übernahm. Zu Beginn des Jahres 2021 hiess der FCB-Trainer Ciriaco Sforza. Auch er startete mit vier Punkten in die Rückrunde. Das reichte bei ihm, um bis im März Trainer zu bleiben, ehe dann Patrick Rahmen übernahm.Der letzte Trainer, dem der Start in die Rückrunde gelang, damals sogar mit dem Maximum von neun Punkten, war Marcel Koller. Und zwar in der Saison 2018/19, seiner ersten Saison als FCB-Trainer. Das ist mittlerweile fünf Jahre her. Damals stand der FCB im Januar auf Platz zwei und beendete die Saison auf ebendiesem. Der FC Basel nähert sich der Championship RoundWohin der gute Start führen wird, ist noch offen. Gut möglich, dass es für den Einzug in die Championship Round reicht, wenn es nach 33 Spieltagen zum Cut kommt. Vielleicht erlaubt die Form der Basler, sollte sie denn so gut bleiben, am Ende der Saison gar einen Blick auf die internationalen Plätze. Und Celestini? Sein Vertrag läuft Stand jetzt bereits im kommenden Sommer aus. Eine vorzeitige Verlängerung wäre allerdings keine Überraschung, sollten dem gelungenen Auftakt ins neue Jahr noch weitere Siege folgen. Der FCB-Sieg gegen Winterthur«Dritte Halbzeit» – der Fussball-PodcastDen Podcast können Sie auf Spotify oder Apple Podcasts abonnieren. Falls Sie eine andere Podcast-App nutzen, suchen Sie einfach nach «Dritte Halbzeit».Fehler gefunden?Jetzt melden.0 Kommentare

  • «FCB direkt» – Rotblau total: In Basel ist wieder FCB-Euphorie. Zu Recht? «Na ja!»

    Dieser Artikel wurde von BAZ publiziert. – In Basel ist wieder FCB-Euphorie. Zu Recht? «Na ja!» Da passiert gerade etwas bei Rotblau. Der Klassiker gegen den FCZ dürfte ausverkauft sein. Aber ob der FC Basel wirklich wieder top ist, muss sich erst weisen. Publiziert heute um 16:30 Uhr Abonnieren Sie diesen Podcast: auf Spotify oder…

  • Podcast zum Schweizer Fussball: «Für den FC Basel geht es nur um den Klassenerhalt»

    Dieser Artikel wurde von BAZ publiziert. – «Für den FC Basel geht es nur um den Klassenerhalt» Darf Basel doch noch auf ein Wunder im letzten Moment hoffen? Muss der Basler Patrick Rahmen ein Trainerkandidat für YB sein? Hören Sie die «Dritte Halbzeit». Publiziert heute um 19:04 Uhr An dieser Stelle finden Sie einen ergänzenden…