Eine turbulente Saison des FC Basel geht zu Ende. Und nicht mit dem Trainer, mit dem die Spielzeit begonnen hat.

Eine turbulente und nervenaufreibende Saison des FC Basel ist zu Ende. Eine Spielzeit, die keinen FCB-Fan kalt liess. Auch nicht FCB-Trainer Patrick Rahmen. Der Basler wurde am rotblauen Tiefpunkt für Ciriaco Sforza an die Basler Seitenlinie beordert und konnte das Ruder herumreissen.

Dass es überhaupt dazu kam, dass Ciriaco Sforza am Ende die Segel bereits in der ersten Saison als FCB-Trainer streichen musste, hat seinen Nachfolger Patrick Rahmen überrascht, weil die damalige Führung eigentlich an der Ausrichtung und am Trainer festhalten wollte.

Das Problem macht der jetzige Trainer nicht unbedingt an seinem Nachfolger fest. Es war laut eigener Aussage nie das Patrick Rahmens Ziel, darauf zu warten, dass Sforza ins Straucheln gerät und seine Chance kommt. Rahmen macht es mehr an der Ausrichtung fest, die von oben vorgegeben wurde: «Klar ist der Trainer derjenige, der am Ende den Kopf hinhalten muss. Das ist aber am Ende auch nicht aufgegangen mit so vielen jungen Spielern, das Ganze zu bestreiten. Es waren trotzdem immer noch viele erfahrene Spieler da, denen man auch irgendwie gerecht werden muss. Die auch ihre Forderungen haben. Das Gesamte wurde dann einfach immer schwieriger umzusetzen».

Für Rahmen ist es auch zu einfach, nur über seinen Vorgänger Ciriaco Sforza herzuziehen: «Das war auch meine Message an die Mannschaft. Wir sind ein Teil des Problems. Jetzt müssen wir aus dem Dreck auch wieder rauskommen».

Der Sündenbock

Als Sündenbock für die Krise bei Rotblau musste Kapitän Valentin Stocker herhalten. Die Beurlaubung des Publikumslieblings goss noch mehr Öl ins Feuer. Am Ende waren die Behauptungen der Führung schlicht unwahr. Stocker blieb seinerseits ruhig. Zeigte Grösse in diesem Debakel. Unter Patrick Rahmen fand der alte und neue Kapitän zu alter Stärke zurück. «Er nahm eine Sonderrolle in den letzten Wochen ein, indem er vorausgegangen ist. Er war der Wortführer in der Kabine, den es brauchte. Da hat er gezeigt, wieso wir ihn auch bei uns haben wollen», so der FCB-Trainer.

Patrick Rahmen wird zusammen mit David Degen mit der Wende in der rotblauen Krise personifiziert. Das Team hat unter ihm auf Anhieb eine Reaktion zeigen können. Doch wie hat der neue Basler Übungsleiter diese Kehrtwende geschafft? «Da waren Dinge, die mir extrem wichtig waren, dass sie umgesetzt werden. Jeder musste sich selber in die Verantwortung nehmen und dass man auch wusste, dass sich Dinge ändern müssen. Wir haben im Team offen darüber gesprochen. Wir haben einfach gesagt, dass wir entweder so weitermachen können und es nicht besser wird oder wir stehen zusammen und sind füreinander da. Dass wir die Spiele ab der ersten Minute wieder bestimmen wollen. Dass einfach eine andere Energie reinkommt. Jeder musste einfach merken, jetzt wird wieder ein Zacken zugelegt», erklärt Rahmen.

Die Revolution

Als Assistenztrainer hat Patrick Rahmen natürlich auch die rotblaue Revolution der Fans mitbekommen. Auch an ihm sind die Proteste nicht spurlos vorbeigegangen. «Als Basler berührt das einen natürlich und hat einem auch zu denken gegeben. Es hat eine Dynamik angenommen, die schwierig war. Aber es ist natürlich unglaublich, was in unserer Stadt abgeht. Was für eine Energie da entwickelt werden kann und die Leute mitgehen. Es lebt und das ist das Positive», so Rahmen, der nochmals betont, dass er persönlich mit dem scheidenden FCB-Besitzer Bernhard Burgener immer einen guten Austausch hatte und davon überzeugt ist, dass er immer nur das Beste für den Verein wollte.

Der Blick richtet sich nun auf die neue Ära unter David Degen. Auf die neue Saison. Personell gibt es bereits Rochaden beim FCB. Patrick Rahmen selber war bislang noch nicht allzu gross involviert in die Kaderplanung: «Es sind sicher klare Ideen da von der neuen Führung. Das spürt man auch. Es wird in Kürze einen Austausch geben. Zuerst müssen wir wissen, was ist möglich». Eine Personalie, die noch nicht bestimmt worden ist, ist jene des Sportchefs. Dass sich David Degen und Christian Gross auf sportlicher Ebene einbringen wollen, ist klar. Der FCB-Trainer lässt sich überraschen: «Es ist noch offen, wie man das lösen will. Wie weit sich die Beiden dem Tagesgeschäft widmen werden, ist auch noch offen. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie wir die kommende Saison in Angriff nehmen werden».

Der Beitrag Patrick Rahmen: «Es ist unglaublich, was in unserer Stadt abgeht» erschien zuerst auf Telebasel.

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