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FCB-Sportdirektor bilanziert

Daniel Stucki: «Wir haben die mit Abstand beste Nummer 10 der Schweiz bereits»

Daniel Stucki, Sportdirektor des FC Basel, im Gespräch mit einem Blue-Sport-Mikrofon im St. Jakob-Park während des 31. Spieltags der Credit Suisse Super League am 6. April 2025.
In Kürze:

  • Der FCB konnte trotz zahlreicher Angebote seine Schlüsselspieler Otele und Traoré halten.
  • Ein Basler Innenverteidiger erhielt im Sommer ein zweistelliges Millionen-Angebot.
  • Mit neun Punkten aus fünf Spielen zeigt sich der FCB-Sportchef zufrieden.
  • Eine Rückkehr von Granit Xhaka zum FCB ist finanziell und sportlich nicht realisierbar.

Daniel Stucki (43) sitzt am Donnerstag im Mediencenter des FC Basel. Seit Montag ist das Transferfenster zu und der FCB hat Gewissheit, mit welcher Mannschaft er in dieser Saison agiert. Der Sportdirektor von Rotblau sprach über…

…das Verpassen der Champions League:

«Ob wir alles getan haben, um in die Champions League zu kommen? Das ist hypothetisch. Wir haben sehr, sehr viel gemacht, wollten mit unserer Strategie und unserem guten Kader die Ligaphase der Champions League erreichen. Dass dann Bénie Traoré ausgefallen ist und wir im Rückspiel keine wahnsinnige Breite hatten, konnten wir nicht erwarten. Trotzdem hätten wir durchkommen können, es waren zwei enge Spiele. Aber Kopenhagen war letztlich einfach erfahrener und effizienter.»

…den lange gesuchten Innenverteidiger, der erst nach den Kopenhagen-Spielen zum FCB stiess:

«Ich weiss nicht, ob wir uns mit einem erfahrenen Innenverteidiger für die Königsklasse qualifiziert hätten. Denn unsere Innenverteidiger haben zweimal ein gutes Spiel gemacht. Klar, Jonas Adjetey verliert im Hinspiel kurz vor der Pause den Ball, doch danach gab es eine Kette an Fehlern. An den Innenverteidigern hat es gewiss nicht gelegen, dass wir nun in der Europa League spielen. Man darf nicht vergessen: Mit unserer Innenverteidigung haben wir in der letzten Saison die wenigsten Tore der Super League erhalten. Die Spieler, die im Zentrum verteidigen, sind sehr gut. Das zeigte sich auch in den Angeboten, die wir im Sommer auf dem Tisch hatten: Für einen unserer Innenverteidiger hatten wir ein Angebot in zweistelliger Millionenhöhe vorliegen. Die Innenverteidigung des FCB ist also auch international gefragt. Und mit Flavius Daniliuc haben wir nun auf dieser Position an Breite gewonnen.»

…die Besetzung der Mittelstürmer-Position:

«Mit Albian Ajeti, Moritz Broschinski und Eduardo Kaio haben wir drei Mittelstürmer. Wir können aber auch ohne klassischen Neuner spielen, sondern mit einer hängenden Spitze – in der Person von Ibrahim Salah oder Philip Otele. Das wäre sogar die Lieblingsposition von Otele.»

…den Fakt, dass Philip Otele oder Bénie Traoré den Versuchungen eines Transfers widerstanden.

«Natürlich hatten wir sehr, sehr viele Angebote für Otele und Traoré, auch sehr konkrete. Wir haben aber gemeinsam entschieden, dass sie sicher bis zur nächsten Transferperiode noch bei uns sind. Wir sind stets in gutem Austausch mit den Spielern und deren Beratern. Zudem haben wir das Kriterium der Europa League auf unserer Seite; ein Schaufenster, in dem sie sich in den nächsten Wochen international präsentieren können. Für jeden unserer Spieler ist das eine Chance, sich weiterzuentwickeln.»

…den Wechsel von Alvyn Sanches zum BSC Young Boys.

«Sein Name stand schon lange auf unserer Liste. Wir beobachteten ihn ständig. Doch aktuell waren wir nicht bereit, so viel für einen verletzten Spieler zu bezahlen, wie YB das getan hat. Ebenso darf man nicht vergessen, dass wir mit Xherdan Shaqiri die mit Abstand beste Nummer 10 der Schweiz bereits haben. Das heisst, diese Position ist eigentlich blockiert, weil auch Koba Koindredi, Marin Soticek oder Ibrahim Salah auf dieser Position eingesetzt werden können. Deshalb macht es aus Kaderplanungssicht keinen Sinn, diesen Zuzug zu tätigen – ausser, man ändert das Spielsystem. Es haben schlicht zu viele Kriterien nicht gepasst. Deshalb haben wir an Lausanne auch kein Angebot abgegeben.»

…die lange Sommer-Transferperiode:

«Fakt ist, dass viele Transfers erst spät getätigt werden. Da wir finanziell ganz klare Rahmenbedingungen haben, sieht unser optimaler Transfer wie folgt aus: Eine Leihe mit einer realistischen Kaufoption. So, wie wir das bei Metinho oder Philip Otele gemacht haben. Ob ein Spieler trotz Potenzial beim FCB funktioniert, sieht man erst, wenn er da ist. Deshalb kommen oft zum Ende der Transferperioden solche Leihen zustande, weil die abgebenden Clubs die Spieler nicht verkaufen konnten, sie aber dennoch nicht mehr im Kader haben wollen. Auf solche kurzfristigen Fälle sind wir vorbereitet. Wir sind ziemlich weit unten in der Nahrungskette dieses Fussball-Mercatos. Aber mit Jeremy Agbonifo und Ibrahim Salah konnten wir zwei absolute Topspieler für uns gewinnen. Sie sind keine Ergänzungsspieler, sondern Profis, die spielen wollen. In der Offensive haben wir nun zahlreiche potenzielle Startelfkandidaten.»

…den Start in die Super League:

«Neun Punkte aus fünf Spielen ist eine solide Ausbeute. Sicher hätte ich mir einen positiven Auftakt in St. Gallen gewünscht. Wichtig war, dass wir nun in Sion gewonnen haben. Ich sehe, dass im Training täglich hart gearbeitet wird. Das stimmt mich positiv. Deshalb ist unser Anspruch, am Samstag in Thun die nächsten drei Punkte zu holen.»

…die Ziele in Liga, Cup und Europacup.

«Natürlich wollen wir die Titel in der Super League und im Schweizer Cup verteidigen. Zudem peilen wir trotz sportlich schwierigen Aufgaben die Top 24 der Europa League an. Es sind sehr hohe Ziele, aber mit unserem Kader sind sie realistisch.»

…die Startmonate von Trainer Ludovic Magnin:

«Er ist in Basel definitiv angekommen, die Kennenlernphase ist vorbei. Ludovic Magnin hat inzwischen erlebt, was es heisst, Trainer des FC Basel zu sein. Sei es im Stadion, sei es auf der Geschäftsstelle, sei es privat in der Stadt. Das ist anders als anderswo in der Schweiz. Wir haben einen sehr guten Umgang miteinander. Und ich spüre, dass er sehr viel Freude hat, FCB-Trainer zu sein.»

…die Personalie Granit Xhaka:

«Wir haben vor und nach dem Abschiedsspiel seines Bruders im Mai keinen Kontakt mit ihm gehabt. Für mich war es immer absolut unrealistisch, dass er aktuell zum FCB zurückkehren könnte. Einerseits wegen unseren finanziellen Möglichkeiten, andererseits, weil er sich sportlich auf einem anderen Level bewegt. So, wie er performt, ist für ihn der FCB noch ein Schritt zu weit weg.»

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Beim Gegentreffer trifft ihn keine Schuld.Joe Mendes: 4,5Gegen die schnelle Lausanner Defensive zeigt Joe Mendes ein solides Spiel. Er kann sich auch hin und wieder in die Offensive einschalten. Bringt beispielsweise in 28. Minute eine gute Flanke auf Bénie Traoré, dessen Abschluss aber von Kevin Mouanga geblockt wird.Nicolas Vouilloz: 5Zeigt eine gute Partie – sowohl gegen den Ball als auch mit dem Ball am Fuss. Toll sein Block in der 23. Minute gegen Kaly Sène, worauf der Basler behandelt werden muss. Weniger gut sein Foul an Alvyn Sanches, das Vouilloz seine vierte gelber Karte der Saison einbringt, wodurch er gegen St. Gallen gesperrt fehlt.Jonas Adjetey: 4,5Steht erstmals seit dem 20. Oktober und seiner Verletzung am Fuss wieder in der Basler Startelf. Dabei spielt Jonas Adjetey anfänglich die meisten Bälle gut hinten raus, kann aber nicht vermeiden, dass es zur einen oder anderen Ungenauigkeit kommt. Besonders gegen Ende der Partie häufen sich diese und Adjetey wirkt etwas verunsichert. Gegen den Ball zeigt er mehrheitlich ein gutes Spiel. Kühn sein Block in der 36. Minute gegen Fousseni Diabaté, als er dem Schuss seinen Kopf entgegenhält.Dominik Schmid: 4Auch der Basler Captain kann über weite Strecken mit der Geschwindigkeit der Lausanne-Offensive mithalten. Wirkt dabei sehr agil und mannschaftsdienlich. Dabei verpasst Schmid es nicht, sich ab und zu in den Angriff miteinzuschalten.Leon Avdullahu: 4Der 20-jährige Leon Avdullahu lässt sich vom hohen Lausanner Pressing in der ersten Halbzeit nicht beeindrucken. Findet in den allermeisten Fällen eine Anspielstation und ist auch in der Defensive immer wieder zur Stelle. Seine Leistung wird allerdings überschattet durch seine misslungene Abwehraktion vor dem 1:1 durch Teddy Okou. Dabei versucht Avdullahu die Flanke mit dem rechten Aussenrist zu klären und verfehlt den Ball. Das gibt Abzug, da direkt danach das Tor fällt.Léo Leroy: 4,5Léo Leroy erhält gegen Lausanne-Sport den Vorzug vor Romario Baro. Es ist das erste Mal seit dem 26. Oktober, dass der Franzose in der Startelf steht. Gut, wie er sich immer anspielbar zeigt und trotz hohem Gegnerdruck wiederholt aufdrehen kann. Zudem spielt Leroy mehrfach gute Bälle in die Tiefe. So beispielsweise in der 31., als er Xherdan Shaqiri schickt und in der 32., als Marin Soticek lanciert wird. Kann sein Niveau in der zweiten Halbzeit aber analog zur gesamten FCB-Mannschaft nicht halten.Marin Soticek: 4Marin Soticek steht zum zweiten Mal hintereinander in der Startelf. Zwar zahlt er das Vertrauen des Trainers in Form des 1:0 in der 14. Minute zurück. Doch hat er dabei Glück, dass sein Schuss von Kevin Mouanga unhaltbar abgefälscht wird. In vielen anderen Aktionen wirkt der 20-Jährige etwas vom Tempo überrumpelt und verliert mehrfach in aussichtsreichen Situationen aufgrund mangelnder Stringenz den Ball. Verlässt daher in der 62. Minute das Feld für Anton Kade.Xherdan Shaqiri: 4Ja, es gibt sie auch in diesem Spiel, die Shaqiri-Momente. Ein No-Look-Pass da, ein Chip in die Tiefe hier. Das weiss zu gefallen. Doch eines bleibt aus: der Shaqiri-Skorerpunkt. Daher kommt der Basler Star gegen Lausanne-Sport nicht über eine genügende Note hinaus.Bénie Traoré: 4,5Auch an seinem 22. Geburtstag steht Bénie Traoré in der FCB-Startelf, wie bislang in jedem Ligaspiel seit seiner Ankunft. Und er braucht gegen Lausanne nicht einmal 14 Minuten, um Saison-Skorerpunkt elf zu erspielen. Gut, wie er den freien Marin Soticek da im Strafraum stehen sieht. Hat auch daneben ein paar Offensivaktionen, die aber keinen Ertrag einbringen.Kevin Carlos: 3Bereits in der dritten Minute steht Kevin Carlos ein erstes Mal im Fokus. Nach einem Zweikampf mit Sow geht er im gegnerischen Strafraum zu Boden – doch Schiedsrichter Stefan Horisberger pfeift nicht, auch der VAR schreitet nicht ein. Dann hat Carlos bis zu seiner Auswechslung in der 62. Minute zwei gute Chancen. Eine in der 18. per Kopf und eine in der 24. Minute mit dem Fuss. Da Carlos beide vergibt, sich sonst wenig erarbeitet und bereits in der 62. Minute ausgewechselt wird, ist er gegen Lausanne-Sport ungenügend.Albian Ajeti: 3,5Albian Ajeti kommt in der 62. Minute für Kevin Carlos. In der 73. Minute hat er eine gute Chance auf die erneute Basler Führung, doch sein Schuss aus der Drehung wird knapp am Tor vorbeigelenkt. Keine zehn Minuten später gelingt ihm gar das vermeintliche 2:1, doch Passgeber Joe Mendes steht davor deutlich im Abseits. Hat kein Tor geschossen und damit nicht erreicht, was von ihm verlangt wird – knapp ungenügend.Anton Kade: 3,5Kommt in der 62. Minute für den Torschützen Marin Soticek. Hat zwar immer wieder Bälle im Fuss, doch so richtig überzeugen kann Anton Kade nicht.Romario Baro: –Kommt in der 76. Minute für Léo Leroy. Bleibt in der Folge mehrheitlich unauffällig, doch ist ohnehin zu kurz im Einsatz für eine Note.FCB gegen Lausanne-SportAbonnieren Sie den Podcast über Apple Podcasts, Spotify oder jede gängige Podcast-App.NewsletterRotblau aktuellErhalten Sie die wichtigsten und interessantesten Geschichten und News rund um den FCB.Weitere NewsletterEinloggenLinus Schauffert ist Redaktor im Ressort Sport bei der Basler Zeitung und berichtet schwerpunktmässig über den FC Basel. Mehr Infos@linusschauffertOliver Gut schreibt seit März 2001 für das Sport-Ressort der Basler Zeitung, das er seit 2019 leitet. Vorher für diverse Sportarten zuständig, konzentriert sich der Fricktaler seit 2011 auf den Fussball – und damit hauptsächlich auf den FC Basel. Mehr InfosFehler gefunden?Jetzt melden.0 Kommentare

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Er zeigt eine solide Partie ohne Aufreger, lässt dabei aber die Präzision in seinen Flanken meist vermissen. Einen Pluspunkt gibt es dafür, dass man dem Aussenverteidiger auch gegen Ende der Verlängerung nur wenig anmerkt, wie lange er schon auf dem Feld steht.Adrian Barisic: 3,5Nachdem Adrian Barisic am Wochenende gegen Lausanne-Sport seine Sperre abgesessen hat, steht er gegen Sion wieder in der Startformation. Wirkt zu Beginn der Partie hellwach und gewinnt viele seiner Zweikämpfe. Doch beim 1:1 durch Théo Bouchlarhem verliert er seine Balance und kann darum den Ball nicht klären. In der zweiten Halbzeit steht die Basler Defensive dann solider.Nicolas Vouilloz: 2Der Cup und Nicolas Vouilloz – das passt bislang nicht. Schon im Sechzehntelfinal in Nyon tat sich der Innenverteidiger sehr schwer. Gegen Sion wirkt er von Beginn an verunsichert, lässt vor dem 1:1 Ilyas Chouaref zu einfach an sich vorbeiziehen und spielt vor dem 1:2 einen völlig unnötigen Fehlpass. Vouilloz wird zur Pause ausgewechselt.Dominik Schmid: 3,5Der Basler Captain ist das nur bis in die 28. Minute. Dann übergibt er dem eingewechselten Taulant Xhaka die Binde. Zieht wie gewohnt immer wieder der Linie entlang nach vorne und bringt die eine oder andere gute Flanke. Abzug gibt sein Fehlpass vor dem 1:1. In der Pause der Verlängerung wird Schmid angeschlagen ausgewechselt.Léo Leroy: 3,5Das Mittelfeld wirkt vor allem in den defensiven Umschaltmomenten löcherig. Sowohl wenn Léo Leroy neben Romario Baro spielt als auch danach neben Taulant Xhaka. Zudem hat Leroy ein paar gefährliche Ballverluste. Hat sicherlich schon bessere Spiele im FCB-Trikot gezeigt.Romario Baro: 4In der 14. Minute setzt sich Romario Baro auf den Boden und muss behandelt werden. Spielt danach kurz weiter, doch wird in der 20. Minute ausgewechselt. Zeigt bis zu diesem Zeitpunkt eine solide Partie.Marin Soticek: 3,5Der Torschütze vom Lausanne-Spiel erhält auch gegen Sion den Vorzug vor Anton Kade. Hat zwar hin und wieder im Ansatz gute Einzelaktionen, doch es fehlt ihm die letzte Stringenz. Verlässt in der 74. Minute für Bradley Fink das Feld.Xherdan Shaqiri: 5Keine fünf Minuten sind gespielt, da hat er sein Tor schon. Und was für eines. Den selbst herausgeholten Freistoss biegt er um die Sittener Mauer herum und profitiert dabei davon, dass diese etwas zu weit rechts stand. Gut dann auch Shaqiris Steckpass in der 26. Minute vor der Doppelchance von Bénie Traoré. Ebenfalls gut sind wie gewohnt Shaqiris Standards. Schiesst den ersten Penalty und verwandelt diesen sicher.Bénie Traoré: 3Bénie Traoré erhält in der 19. Minute Handschuhe zugeworfen, weil er scheinbar kalt hat. Die warmen Finger helfen dem Flügel aber nicht, den Ball bei seiner Doppelchance in der 26. Minute an Numa Lavanchy und Sion-Goalie Timothy Fayulu vorbeizubringen. Spektakulär dann sein Fallrückzieher aus 18 Metern in der 54. Minute. Dennoch zeigte er zu wenig, als er in der 63. 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Ebenso ist er mit den Geschehnissen rund um den FC Basel vertraut und hat seit 2007 kein Eidgenössisches Schwingfest verpasst. Mehr InfosFehler gefunden?Jetzt melden.0 Kommentare