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AboFCB-Trainer spricht Klartext

«In der Pause hätte ich alle elf Spieler auswechseln können»

Trainer Ludovic Magnin von FC Basel während des Super League Spiels gegen FC Lugano am Spielfeldrand gestikulierend.
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In Kürze:

  • Der FC Basel zeigt in Lugano seine schlechteste Saisonleistung bisher.
  • Die Basler Hintermannschaft hat besonders Mühe mit langen Bällen der Gegner.
  • Magnin muss sich zwischen verschiedenen Abwehrduos für kommende Spiele entscheiden.
  • Xherdan Shaqiris schwankende Leistungen bereiten dem FCB zusätzliche Sorgen.

So hat sich Ludovic Magnin den Ausflug ins Tessin nicht vorgestellt. Dass die englische Woche nach zwei Siegen über den Grasshopper Club Zürich und den BSC Young Boys für den FC Basel mit einem 1:3 beim FC Lugano endet. Eine Niederlage bei jenem Club, der in der Super League seit dem 4. Mai nicht mehr gewonnen hat und der unter den Erwartungen in die Saison gestartet ist.

Als sich der FCB-Trainer am Sonntagabend aus dem Cornaredo verabschiedet, sagt er: «Am Montag lasse ich die Jungs schlafen, wir treffen uns erst am Dienstag wieder auf dem Platz.» Aber er selbst, erzählt er, habe zum Wochenanfang einiges an Arbeit vor sich. «Der Staff hat Zeit, um eine schöne Videomontage von der ersten Halbzeit in Lugano zu machen.»

Diese ersten 45 Minuten im Tessin sind die schlechtesten des FCB in dieser Saison. Magnin wählt ein Adjektiv dafür: «Unterirdisch». Und er legt gleich noch einen drauf: «In der Pause hätte ich alle elf Spieler auswechseln können.» In der Tat: Der Gast rennt in diesem ersten Umgang praktisch nur dem Gegner hinterher und wirkt nicht wie eine Mannschaft, die sich vorgenommen hat, die verunsicherten Luganesi noch tiefer ins Elend zu befördern

Nicht wie im St.-Jakob-Park

Grösser hätte die Diskrepanz zwischen dem Basler Auftritt in der ersten Halbzeit und dem Gezeigten in den beiden Heimspielen gegen GC und YB kaum sein können. Im St.-Jakob-Park legte der Doublegewinner der letzten Saison jene Leidenschaft und Power an den Tag, die Magnin von ihm verlangt. Doch in Lugano ist all das verflogen. Magnin sagt: «Wenn du eine Spitzenmannschaft sein willst, musst du auf Dauer konstant sein.»

Nach vier Super-League-Spielen lässt sich sagen. Konstant ist der FCB bei seinen Bilanzen: Daheim gewinnt er zweimal, auswärts verliert er zweimal. Nun folgt am Samstag das Cupspiel gegen den FC Biel, ehe zwei Playoff-Partien zur Champions League auf Rotblau warten. Spätestens dann muss der FCB die verlangte Konstanz auf den Platz bringen.

Das von Magnin geforderte Pressing funktioniert gegen GC und YB und teils auch gegen St. Gallen, nicht aber in Lugano. Vor allem zeigt sich in St. Gallen wie auch in Lugano: Mit den langen Bällen des Gegners hat der FCB seine liebe Mühe. In diesen Szenen wirkt die Basler Hintermannschaft vielmals verunsichert. Vielleicht auch, weil Magnin im Basler Abwehrzentrum seine Stammformation offenbar noch nicht gefunden hat.

Wer soll beim FCB verteidigen?

Gegen Lugano darf Adrian Barisic neben Jonas Adjetey beginnen. Der Bosnier spielte bereits gegen YB die zweite Halbzeit neben dem Ghanaer. Stammspieler Nicolas Vouilloz hingegen wurde gegen Bern ausgewechselt und sah sich im Cornaredo erstmals auf der Bank – bis Barisic sich verletzte und Vouilloz für ihn eingewechselt wurde. Im Hinblick auf die Partien gegen Kopenhagen oder Malmö wird sich Magnin auf eines dieser beiden Gespanne festlegen müssen. Denn dasselbe Duo im Zentrum schafft Konstanz und Vertrauen – was Rotblau mit Sicherheit gut anstehen würde. 

Antonios Papadopoulos von FC Lugano schiesst das Tor für 2:0 gegen FC Basel in der Super League.

Gleiches gilt für den Angriff, wo nun erstmals Kevin Carlos beginnen durfte, ehe er durch Torschütze Albian Ajeti ersetzt wurde. Die zwei Stossstürmer stehen nun beide bei einem Saisontreffer, wobei auf dem Papier nicht klar ist, wer nun die Nummer 1 unter Magnin ist. Nach dem Lugano-Spiel dürfte Ajeti wieder die besseren Karten auf einen Startelf-Einsatz haben.

Xherdan Shaqiri schwankt

Auch noch nicht optimal ist die Gemütslage bei den beiden Neuzugängen Keigo Tsunemoto und Koba Koindredi. Tsunemoto, einer der Aktivposten in den ersten drei Ligaspielen, lässt an diesem heissen Nachmittag in Lugano jene Dynamik komplett  vermissen, die ihn gegen GC und YB auszeichnete, sodass für ihn zur Pause Feierabend ist. 

Im Gegensatz zum Servette-Neuzuzug konnte sich Koindredi noch keinen Stammplatz erkämpfen. Gegen Lugano greift der Franzose nach 67 Minuten ins Spielgeschehen ein. Statt zu helfen, das 2:2 noch zu erzielen, vertändelt er in der Nachspielzeit den Ball und ist dafür verantwortlich, dass der Gastgeber den dritten Treffer erzielen kann. Solche Aussetzer darf sich der Mittelfeldspieler nicht mehr leisten, möchte er in dieser Mannschaft eine tragende Rolle einnehmen. 

Und natürlich braucht der FCB für seine Konstanz auch einen Xherdan Shaqiri, der den Unterschied ausmachen kann. Das hat man in der letzten Spielzeit zu Genüge gesehen. Oder so, wie am Mittwoch gegen YB. Aber nicht so, wie am Sonntag in Lugano.

Der 33-Jährige hat aktuell noch zu grosse Schwankungen in seinen Leistungen. Es würde nicht überraschen, wenn er mit seiner Qualität und Erfahrung in den Playoffs zur Königsklasse ganz anders auftritt. Denn darauf konzentriert sich nun ganz vieles im FC Basel. Und nicht auf die Meisterschaft. Diese ruht für den FCB bis zum 30. August. Doch auch da werden Shaqiri und Co. mehr Konstanz auf gutem Niveau benötigen, als sie bisher gezeigt haben, soll die Saison so verlaufen, wie sie sich das vorstellen.

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Sigua, 86. Kongsro (alle wegen Foulspiel) – 15. Pfostenschuss Metinho. 73. Lattenschuss Legowski. 85. Vouilloz lenkt Schuss von Komano an die Latte.Die TaktikDer Basler Cheftrainer wechselt in der Startformation nur selten, solange es sportlich gut läuft und keine Verletzungen oder Sperren vorliegen. Deshalb ist es wenig überraschend, dass Fabio Celestini mit denselben elf Spielern wie schon in den vergangenen drei Partien beginnt. Auch der Formation des 4-2-3-1 bleibt Celestini im Spiel gegen Yverdon treu. Ein Mal mehr weiss diese Startelf zu überzeugen, auch weil sich Shaqiri und Traoré auf der Position des Zehners und des rechten Flügels immer wieder abwechseln, was dem FCB-Spiel Variation verleiht. Paolo Tramezzani lässt seine Equipe in einem 3-5-2 auflaufen. Die Offensive kann erst in der zweiten Hälfte im Ansatz gefährlich werden und die Westschweizer Verteidigung findet mit ihrer Manndeckung mehrfach kein Mittel gegen die Läufe in die Tiefe der schnellen FCB-Angreifer. 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