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FC Basel vor Premiere

Auf dem Sofa wurde der FCB bisher noch nie Meister

FC Basel Spieler Xherdan Shaqiri und Torhüter Mirko Salvi feiern mit ihrem Team den Sieg gegen Servette FC am 4. Mai 2025 in Basel.
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In Kürze:

  • Der FC Basel könnte erstmals in seiner Geschichte vom Sofa aus Meister werden.
  • Das kann nur passieren, wenn der FCB am Samstag Lugano schlägt. Servette müsste am Tag darauf gegen die Young Boys Punkte liegen lassen.
  • Bisher feierte der FCB alle zwanzig Meistertitel direkt auf dem Platz.

Bereits am Sonntag könnte der FC Basel als Schweizer Meister feststehen. Dazu müsste die Mannschaft von Fabio Celestini ihr Auswärtsspiel vom Samstag in Lugano (20.30 Uhr) gewinnen und darauf hoffen, dass Servette am nächsten Tag gegen YB nicht drei Punkte holt. Dann käme es zu einer Premiere: Der FCB wäre zum ersten Mal in der Clubgeschichte Sofameister. 

Bei keinem der bisherigen 20 Meistertitel konnten die Basler abwarten, zuschauen und dann feiern, nachdem sie zuvor geliefert hatten. In den Erfolgsjahren vor dem Abstieg 1988 bestand die Möglichkeit einer Sofameisterschaft gar nicht, da damals die Finalrundenspiele der Nationalliga A jeweils gleichzeitig ausgetragen wurden. Aber auch in diesem Jahrtausend kam es bisher noch nie dazu. So holte der FCB die letzten 12 Titel:

24. April 2002: Ende der Durststrecke

Nach dem Abstieg und sechs zähen Jahren in der Nationalliga B feiert der FC Basel mit einem 3:0-Sieg gegen YB im Neufeld seinen ersten Meistertitel seit 22 Jahren. Die Tore für Rotblau erzielen damals Johan Berisha (Eigentor), Hervé Tum und Georgios Koumantarakis.

Herve Tum und Ivan Ergic vom FC Basel jubeln über das 2:0 vor einem vollen Stadion. Foto von Daniela Zumbrunnen/freshfocus.

2. Mai 2004: Der erste Stern

Auch zwei Jahre später kann sich der FCB aus eigener Kraft vorzeitig zum Meister küren: Am fünftletzten Spieltag fällt mit einem 2:0-Sieg in Thun die Entscheidung. Die Basler Torschützen vor der Rekordkulisse von 10’200 Zuschauenden im Stadion Lachen: Scott Chipperfield und Philipp Degen. Dieser 10. Titel bedeutet gleichzeitig den ersten Stern auf dem Vereinswappen.

Fans von Thun kehren zum Bahnhof Basel SBB zurück, Feier mit Fahnen und Fackellicht.

11. Mai 2005: Erstmals im neuen Joggeli

Es ist der erste Meistertitel, den der FCB im neuen St.-Jakob-Park klarmachen kann. Am drittletzten Spieltag sorgen Christian Giménez und Julio Hernán Rossi beim 3:1-Sieg gegen St. Gallen mit ihren Toren in der 86. und der 90. Minute für die späte Entscheidung. 

Vier FC Basel-Spieler, darunter Thomas Mandl und Christian Gimenez, feiern den Gewinn der Schweizer Meisterschaft am 11. Mai 2005.

10. Mai 2008: Finalissima zum Ersten

Die Saison 2007/08 endet mit der ersten von zwei Finalissima-Entscheidungen gegen YB innerhalb von zwei Jahren, bei denen den Baslern jeweils ein Remis zum Titel genügt. 38’015 Zuschauende im Joggeli sehen, wie Valentin Stocker und Marco Streller den FCB zum 2:0-Sieg und damit zum insgesamt zwölften Meistertitel schiessen.

Valentin Stocker feiert sein Tor zum 1:0, während Fans im Hintergrund jubeln. Daniela Frutiger/freshfocus.

16. Mai 2010: Finalissima zum Zweiten

Die zweite Finalissima gegen YB findet im Wankdorf statt. Wieder gewinnt der FCB 2:0, wieder trifft Valentin Stocker zur Basler Führung. Das zweite Tor für Rotblau erzielt Scott Chipperfield: Der damals bereits 34-jährige Australier war am Morgen mit einer Nackenstarre aufgewacht und musste intensiv behandelt werden, damit sich diese rechtzeitig löst. Draussen bleiben musste mit Behrang Safari ein anderer aufgrund einer Sperre: Ersetzt wurde der Schwede durch einen gewissen Xherdan Shaqiri. Der damals 18-Jährige meldete als Linksverteidiger YB-Torjäger Seydou Doumbia ab.

Valentin Stocker jubelt nach dem Tor zum 1:0 für FC Basel, fröhlich mit ausgestreckten Armen im Stadion. Foto von Andreas Meier/freshfocus.

25. Mai 2011: Kopf an Kopf mit dem FCZ

Auch ein Jahr später steht der Schweizer Meister bis zum letzten Spieltag noch nicht fest. Der FCB liefert sich im Saisonendspurt ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem FCZ und hat nach 35 Runden nur einen Punkt Vorsprung auf die Zürcher. Mit einem souveränen 3:0-Heimsieg gegen Luzern mit Toren von Alex Frei, Shaqiri und Jacques Zoua krönt sich der FC Basel in der letzten Runde der Super League zum Meister.

FC Basel-Spieler Marco Streller, Markus Steinhoefer, Xherdan Shakiri und Jacques Zoua jubeln über ein Tor im Spiel gegen FC Luzern am 25. Mai 2011.

29. April 2012: FCB darf vorzeitig feiern

Zum ersten Mal seit 2005 wird der FC Basel wieder vorzeitig Meister: Fünf Runden vor Saisonende feiert der FCB gegen Lausanne-Sport einen 3:1-Sieg und damit den dritten Titel in Serie. Die Torschützen heissen Streller, Frei und Zoua.

Marco Streller hält den Pokal, umgeben von Teamkollegen des FC Basel nach dem Super-League-Sieg gegen Lausanne Sport in Basel am 29. April 2012.

1. Juni 2013: Bobadillas Meistertor

In der nächsten Saison müssen sich die FCB-Fans wiederum gedulden: Zwar kann der FCB am letzten Spieltag aufgrund seiner drei Punkte Vorsprung und der um 16 Treffer besseren Tordifferenz gegenüber dem zweitplatzierten GC kaum mehr eingeholt werden, die mathematisch einwandfreie Entscheidung fällt aber erst im letzten Meisterschaftsspiel gegen St. Gallen. Basel gewinnt dank eines Tors von Raul Bobadilla 1:0 und ist Meister.

Raul Bobadilla vom FC Basel spielt gegen Ilija Ivic und Dejan Janjatovic vom FC St. Gallen in einem Super League Match am 01.06.2013 in Basel.

15. Mai 2014: Platzsturm in Aarau

Am vorletzten Spieltag der Super League gewinnt der FCB im Brügglifeld gegen Aarau 3:1, der fünfte Titel in Serie ist Tatsache. Der anschliessende Platzsturm mit Auseinandersetzungen zwischen Basler und Aarauer Anhängern verleitet Präsident Bernhard Heusler vor dem abschliessenden Heimspiel zu seiner berühmten «Mir wänn das nid!»-Rede.

Behrang Safari vom FC Basel gibt nach einem Super League Spiel in Aarau am 15. Mai 2014 Autogramme an Fans.

17. Mai 2015: Unentschieden zum Titel

Bisher konnte sich der FC Basel in diesem Jahrtausend immer mit einem Sieg zum Titel schiessen. Gegen YB reicht diesmal im Heimspiel der viertletzten Super-League-Runde ein 0:0, und der FCB ist nicht mehr von der Spitze zu verdrängen.

Marco Streller und Trainer Paulo Sousa vom FC Basel feiern den Gewinn der Schweizer Meisterschaft nach dem Spiel gegen die BSC Young Boys. Pyrotechnik im Hintergrund.

30. April 2016: FCB weit vor YB

Am 31. Spieltag der Super League ist der Vorsprung des FCB auf Verfolger YB bereits so gross, dass ein Sieg gegen Sion für eine frühe Entscheidung im Meisterrennen sorgen würde. Dank den Toren von Matias Delgado und Birkir Bjarnason gewinnt der FCB 2:1 und ist abermals Meister.

Birkir Bjarnason vom FC Basel feiert ein Tor gegen den FC Sion in der Super League, umgeben von Teamkollegen Aliji und Embolo im Stadion in Basel am 30. April 2016.

28. April 2017: Der zweite Stern

Es ist der bis anhin letzte Meistertitel des FC Basel. Diesen sichert sich Rotblau bereits am 30. Spieltag mit einem 2:1-Sieg in Luzern. Für den FCB treffen Seydou Doumbia und Renato Steffen, der insgesamt 20. Meistertitel und der achte in Serie sind Tatsache. Das FCB-Wappen auf der Trikotbrust wird seither von einem zweiten Stern geschmückt.

Michael Lang und Geoffroy Serey Die vom FC Basel feiern auf dem Spielfeld in Luzern mit Champagner nach einem Fussballspiel der Super League.
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Manch einer findet Eingang in diese Liste, weil er etwas hat, das Statistiken nicht messen können. Aber lesen Sie selbst:Rang 10: Richard NuñezFast 5 Millionen Franken bezahlen die Grasshoppers im Frühjahr 2001 für ihn, den 25-jährigen Wirbelwind aus Montevideo. Es ist ein gewaltiges Wagnis – und es geht auf.Richard Nuñez wird zur Attraktion der Nationalliga A, geholt vor der Meisterrunde in der Saison 2000/01, schiesst er im ersten Spiel ein Tor, macht im sechsten einen Hattrick und im neunten noch einen. GC wird Meister.Am Ende kommt Nuñez in der Schweiz auf 86 Tore und 71 Assists in gerade einmal 127 Partien. Ein Moment, der sich bei ihm eingebrannt hat, ist der Cup-Halbfinal 2004 gegen den FC Zürich. Bis zur 83. Minute liegt GC 2:5 hinten, dann treffen Eduardo und Mladen Petric.In der Verlängerung ist er wieder da, der kleine Zauberer, und trifft mit einem Lob zum 6:5 – ein Moment für die Geschichtsbücher des Schweizer Fussballs.An dieser Stelle finden Sie einen ergänzenden externen Inhalt. Falls Sie damit einverstanden sind, dass Cookies von externen Anbietern gesetzt und dadurch personenbezogene Daten an externe Anbieter übermittelt werden, können Sie alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen.Cookies zulassenMehr InfosNuñez verteidigt nicht gern, darum begleitet ihn auch immer der Ruf der Diva. Zu Recht, schreiben die Zeitungen damals. Zu Unrecht, sagt er. Seine Zeit in Zürich endet 2004, er geht zu Atlético Madrid, später nach Mexiko. Nie ist er so gut wie in Zürich.Rang 9: Matias DelgadoAm 30. Juli 2017 sitzt Matias Delgado im Presseraum des FC Basel und sagt, dass er nicht mehr kann, dass er nicht mehr will. Er beendet seine Karriere mit sofortiger Wirkung. Einige Fans stürmen den Raum, sie wollen nicht glauben, was da gerade passiert.An dieser Stelle finden Sie einen ergänzenden externen Inhalt. Falls Sie damit einverstanden sind, dass Cookies von externen Anbietern gesetzt und dadurch personenbezogene Daten an externe Anbieter übermittelt werden, können Sie alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen.Cookies zulassenMehr InfosEs gibt nicht viele Spieler in der Geschichte des FCB, die die Herzen der Fans so bewegt haben wie er. 2003 kommt er als schüchterner Junge von den Chacarita Juniors. Er muss sich erst an seine neue Welt gewöhnen, aber dann schiesst er Tore, bereitet sie vor und sieht Räume, die sonst keiner sieht. Vorn stürmen Christian Gimenez und Julio Hernan Rossi, erst Mitspieler, bald Freunde.Die Trauer ist gross, als Delgado Basel 2006 verlässt – dafür ist die Freude umso grösser, als er 2013 zurückkehrt. Nach drei Jahren in Abu Dhabi braucht er Zeit, um wieder zu glänzen, aber er schafft auch das. Er wird Captain der Basler, bis er plötzlich spürt: «Es macht mir keinen Spass mehr.»Als Delgado unter Tränen sein Karriereende verkündet, verliert nicht nur der FCB einen der spektakulärsten Spieler, sondern die gesamte Liga.Rang 8: Marco StrellerVielleicht wäre er in seiner ersten grossen Saison mit dem FC Basel Torschützenkönig geworden. 2003/04 ist das, als die Super League gerade geboren worden ist und mit 22 Jahren Strellers Stern aufgeht. 13 Ligatreffer hat er bis zur Winterpause erzielt. Einen weniger als Stéphane Chapuisat – aber genug, um im Januar zum VfB Stuttgart zu wechseln.Der FCB wird trotzdem Meister. Und als Streller zum FCB zurückkehrt, da wird er es wieder (2008) und wieder (2010) und wieder (2011) und wieder (2012) und wieder (2013) und wieder (2014) und wieder (2015).Bei seinem Rücktritt ist er an acht Basler Super-League-Titeln massgeblich beteiligt gewesen und hat Rotblau als Captain zu sechs Meisterschaften in Folge geführt. Das ist Rekord – so, wie es die 111 Tore sind. Jedenfalls, solange Jean-Pierre Nsames Ladehemmung anhält.Solche Tore unterscheiden Marco Streller von Jean-Pierre Nsame: Der FCB-Stürmer trifft in der Champions League gegen Chelsea zum 2:1.Foto: Andy Mueller (Freshfocus)Was ihn von der YB-Legende unterscheidet, ist die Performance auf europäischem Parkett: Anders als Nsame hat Streller grossen Anteil an magischen Schweizer Europacupnächten – Tore zu Basler Champions-League-Siegen gegen Manchester United (2:1), Liverpool (1:0) und bei Chelsea (2:1) inklusive.Nur ein Titel ist dem schlaksigen Stürmer bis zum Schluss verwehrt geblieben: jener des Torschützenkönigs. Sonst wäre er wohl höher rangiert.Rang 7: Yassine ChikhaouiVater Chikhaoui sagt seinem Sohn: «Yassine, du unterschreibst beim FCZ.» Yassine kommt mit knapp 21 Jahren aus Tunesien nach Zürich, und er braucht nicht lange, um allen sein immenses Talent vorzuführen: Am Tag, als der neue Letzigrund mit dem Derby gegen GC eröffnet wird, setzt er gleich nach dem Anpfiff an der Mittellinie zum Slalomlauf an, 36 Sekunden ist das Spiel alt, als er das 1:0 macht.An dieser Stelle finden Sie einen ergänzenden externen Inhalt. Falls Sie damit einverstanden sind, dass Cookies von externen Anbietern gesetzt und dadurch personenbezogene Daten an externe Anbieter übermittelt werden, können Sie alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen.Cookies zulassenMehr InfosWer das Tor sieht, vergisst es nicht mehr. Und wer Chikhaoui fortan an guten Tagen sieht, muss von seiner Eleganz und Klasse beeindruckt sein. Nicht umsonst ist er bis heute einer von drei Lieblingsspielern von Präsident Ancillo Canepa, gleich nach Pelé und Maradona.Er ist ein stolzer Mann, aber einer mit sehr fragiler Gesundheit. In acht Jahren beim FCZ bestreitet er nur 154 Spiele, ähnlich viele verpasst er wegen teilweise schwerer Verletzungen. Ohne diese Rückschläge könnte er in diesem Ranking deutlich weiter oben stehen.Rang 6: Blerim DzemailiAls er im Januar 2021 zurückkommt, zurück in die Schweiz, nach Zürich, hat er ein grosses Bild vor Augen: «So, jetzt gehe ich nochmals zum FCZ und will Meister werden.» Seine Rückkehr ist ein Coup für den Club, auch wenn Dzemaili zu diesem Zeitpunkt schon auf die 35 zugeht.Am Ziel seiner Rückkehr: 2022 gewinnt Blerim Dzemaili mit dem FCZ die Meisterschaft.Foto: Claudio Thoma (Freshfocus)Eineinhalb Jahre später ist er am Ziel, neunzehn Jahre nach seinem Debüt für den FCZ, der trotz all seiner Wanderjahre in England, Italien, der Türkei, Kanada und China immer sein FCZ geblieben ist. Zum dritten Mal ist er Meister. 2006 und 2007 ist er noch der Junge, der in Lucien Favre seinen grossen Förderer findet, 2022 ist er der Routinier, der zwar nicht mehr jedes Spiel machen kann, aber unbestritten der Kopf und Antreiber der Mannschaft ist.Sein Spiel lebt nicht von der Eleganz, es lebt von seiner Mentalität, alles für den Erfolg zu machen, wenn er sich dafür notfalls auch mit Schiedsrichtern anlegen muss. Als er 2023 aufhört, trägt er beim FCZ einen Ehrentitel: Ikone.Rang 5: Hakan YakinHakan Yakin ist bald 31-jährig und hat enttäuschende Jahre in Stuttgart und Istanbul hinter sich, als ihm im Dezember 2007 für YB in St. Gallen ein Spiel gelingt, das selbst in seiner Karriere heraussticht. Vier Tore erzielt er auf dem Weg zum 7:2, bei zwei weiteren wirkt er entscheidend mit. «Hakan Yakin Superstar», titelt die «Berner Zeitung».Nur dank Yakin schaffen es die Young Boys damals in die Finalissima beim FC Basel. Er kommt auf 24 Treffer und 15 Assists in 32 Partien, wird Torschützenkönig und bester Vorlagengeber. Aber YB unterliegt, Yakin wird für die leidgeprüften Berner nicht zum Erlöser. Sonst wäre er im Rückblick gar noch grösser.Yakin feiert mit GC und Basel Erfolge, er dominiert in Luzern selbst dann noch, als links und rechts seiner Mittelscheitel graue Haare hervorlugen. Und doch ist da immer dieses Gefühl, dass mit diesem linken Fuss, auf dessen Präzision selbst KI-Roboter neidisch wären, mehr hätte drinliegen müssen. Die Nummer 10 ist ein Genie – mit Hang zum Phlegma.Dennoch schafft es Yakin locker auf diese Liste. Nicht wenige seiner Weggefährten halten ihn gar für den talentiertesten Fussballer, mit dem sie je gespielt haben.Rang 4: Stéphane ChapuisatDie Aufregung ist richtig gross im Hardturm an diesem 22. Juli 1999, als Stéphane Chapuisat als neuer Spieler der Grasshoppers vorgestellt wird. Wobei, was heisst Spieler? Der 30-Jährige ist der neue Star, vorgesehen als Aushängeschild eines neuen GC mit den Besitzern Gut und Gerber. 1,2 Millionen Franken verdient er, sogar noch mehr als später Trainer Roy Hodgson. Das Salär steht für seine Tore und Titel in den acht Jahren mit Borussia Dortmund.Chapuisat, für alle nur «Chapi», ist auch in Deutschland kein Lautsprecher geworden. «Auf dem Platz fühle ich mich am wohlsten», sagt er. Und das bleibt in der Schweiz so. Was vor allem auch bleibt: Sein bester Trick ist noch immer der Haken. Jeder Gegner weiss, dass der Haken kommt, aber er weiss eben nicht, wann. Chapuisat führt GC 2001 mit seinen 21 Treffern zum Meistertitel.Auch im Alter von 34 nicht zu bremsen: 2003/04 gelingt Stéphane Chapuisat bei YB eine Rekordsaison.Foto: Manu Friederich (Freshfocus)Ein Jahr danach zieht er weiter, nach Bern, und schiesst für die Young Boys drei Saisons lang regelmässig seine Tore. 2003/04 gelingen ihm 34-jährig 24 Treffer und 19 Vorlagen, die 43 Skorerpunkte sind bis heute Rekord.Rang 3: Guillaume HoarauSchlechter könnte die Liebesgeschichte nicht beginnen. Bei Guillaume Hoaraus erstem Auftritt von Anfang an unterliegt YB 2014 im Cup gegen den SC Buochs aus der 2. Liga interregional. Und dem Stürmer, immerhin fünffacher französischer Nationalspieler, will gegen die Amateure aus der Zentralschweiz nichts gelingen.Doch das ist bloss noch ein hübscher Einstieg, was folgt, ist Kitsch pur. 94 Treffer gelingen Hoarau in 141 Ligapartien für YB. Einmal wird er Torschützenkönig, nur einmal: die Verletzungen. Doch mit seinem Bob-Marley-Tattoo auf der Wade und seiner fast schon unverschämten Coolness steht kein anderer für die Phase, in denen die Berner das Veryoungboysen hinter sich lassen. Drei Meistertitel gewinnt er mit YB. Und nebenbei füllt er das Bierhübeli als Sänger. Eine einmalige Mischung.Stürmer und Showman: Guillaume Hoaraus Zeit bei YB ist einzigartig im Schweizer Fussball.Foto: Claudio de Capitani (Freshfocus)Es hat in der Super League Stürmer mit besseren Statistiken und mehr Trainingseifer gegeben als Hoarau, davon sogar sehr viele. Aber keiner kombiniert Abschlussstärke mit Abgezocktheit – und sieht dabei trotz schlaksigen 192 Zentimetern noch so lässig aus – wie der Weltenbürger von La Réunion.Rang 2: Alex FreiDas eine sind die Zahlen. 74 Tore in 113 Super-League-Spielen, dazu 36 Vorlagen. Vier Meistertitel und zwei Cupsiege in den vier Jahren zwischen 2009 und 2013. Dazu kommen noch so «Kleinigkeiten» wie zwei Titel als Torschützenkönig sowie Treffer im Europacup gegen Teams wie Manchester United oder Bayern München.Das andere ist die Einstellung. Denn als die Basler Frei 2009 zurückholen, bekommen sie nicht nur einen Bundesliga-Stürmer, sondern auch einen – wie heisst das so schön? – Mentalitätsspieler. Zusammen mit Marco Streller und Benjamin Huggel ist er einer der drei grossen Anführer. Getrieben von den eigenen Ansprüchen und seinem Ehrgeiz.Frei ist einer der prägendsten Stürmer der Super League – und derjenige mit dem wohl spektakulärsten Abgang: Am 14. April 2013 versenkt er vor 32’328 Zuschauern im Joggeli einen direkten Freistoss gegen den FCZ, wird kurz danach ausgewechselt – und beginnt am nächsten Tag seine Sportchef-Karriere in Luzern.Rang 1: Xherdan ShaqiriEr ist schon einer der Besten, als er von 2010 bis 2012 als Teenager mit dem FC Basel seine ersten drei Meistertitel sowie zweimal den Schweizer Cup gewinnt. Doch sein vierter goldener Pokal, den er am 24. Mai als FCB-Captain in die Höhe stemmt, wird alles überstrahlen – und das nächste Double wohl am 1. Juni folgen.Mit den grössten Trophäen, aber auch mit Zweifeln im Gepäck, ist er Ende August von seiner zwölfjährigen Auslandreise zurückgekehrt. Am 11. Mai 2025 steht er schliesslich auf dem Balkon des Basler Barfüsserplatzes und wird von der Menschenmenge als derjenige gefeiert, der den Erfolg zurückgebracht hat.Mit einem Gin Tonic in der Hand meint er danach nur: «Ich bin nun 33, auch nicht mehr der Jüngste – aber diesen Tag werde ich nie vergessen.» In den Monaten dazwischen, da hat Xherdan Shaqiri die Super League nicht nur verzückt, sondern sie auch gleich so dominiert wie wohl kein anderer vor ihm. Sein Vertrag läuft weiter. Doch alles, was noch kommt, ist Zugabe.Mehr zur Schweizer Super LeagueMehr Inhalte aus der SonntagsZeitung erhalten Sie auch in der aktuellen Ausgabe des E-Papers. 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