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AboKommentar zu Taulant Xhaka

Mit Xhakas Rücktritt schärft Daniel Stucki weiter sein Profil

Daniel Stucki, Sportdirektor des FC Basel, spricht bei einer Pressekonferenz zum Karriereende von Taulant Xhaka in Basel.
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Im optimalen Fall ist es erst am 1. Juni so weit. Dann, wenn der Final des Schweizer Cupwettbewerbs gespielt ist. Ansonsten kommt der Moment eineinhalb Wochen früher. Doch klar ist seit Mittwoch: Wenn diese Saison des FC Basel Geschichte ist, dann endet auch eine der grössten rotblauen Spielerkarrieren – und geht Taulant Xhaka in den Ruhestand.

So, wie er sich äussert und wie er wirkt, wird der dannzumal 34-Jährige dies ohne negative Gedanken tun. Und im Reinen sein. Mit sich. Mit der Welt. Und damit auch mit allen Entscheidungsträgern des FC Basel.

So antizipierbar das baldige Xhaka-Karriereende trotz Vertrags bis 2027 war, so wenig war absehbar, dass die finalen Schritte darauf zu ohne Nebengeräusche und in Harmonie verlaufen würden. Denn der Weg hin zu dieser Entscheidung, die letztlich vom Spieler ausging, war nicht nur ein langer, sondern zeitweise auch ein sehr beschwerlicher gewesen.

Bereits im Mai 2021 setzte dieser Prozess ein. Damals, als David Degen den FC Basel übernahm und eine eigene Vorstellung von der Mannschaft der Zukunft mitbrachte. Damals, als Taulant Xhaka sich auf dem Weg zurück aus einer letztlich einjährigen Verletzungspause befand. Begleitet von allen Zweifeln, ob er die einstige Leistungsfähigkeit nochmals erlange – aber ausgestattet mit einem im Vorjahr noch unter Degens Vorgänger Bernhard Burgener abgeschlossenen Millionenvertrag bis 2025. Ein Papier, das ihn zum klar bestverdienenden Spieler einer Equipe machte, die nach Degens Vorstellung ohne Millionensaläre in die Zukunft gehen sollte.

Seither kam es mehrmals zu Irritationen und problematischen Momenten in der Beziehung zwischen dem Identifikationsspieler und dessen Vorgesetzten.

Vieles sprach für ein Ende mit Schrecken

Da war eine Vertragsverlängerung um zwei Jahre, die nichts anderes als eine Umverteilung der jährlichen finanziellen Belastung war – und der einige Unstimmigkeiten vorausgegangen waren. Da waren Momente auf dem Platz, in denen der Spieler Angriffsfläche bot – allen voran, als er im Mai 2023 Nikola Katic einen Kopfstoss verpasste. Und da waren Instagram-Posts von Spielerseite – zuletzt im März 2024, mit Unterstützung des grossen, kleinen Bruders Granit.

In Verbindung mit der schwindenden sportlichen Bedeutung des Spielers schien damals angerichtet für ein Finale Furioso in Fortissimo. Für ein Ende mit Schrecken und viel Getöse.

Taulant Xhaka auf einer Pressekonferenz des FC Basel, um seine Profikarriere-Ende anzukündigen, Basel, 13. Februar 2025.

Stattdessen ist dem Club und dem Spieler nun genau das gelungen, was bei grossen Namen nur in seltenen Fällen gelingt – und beim FC Basel so zuletzt von Fabian Frei über Michael Lang bis hin zu Matias Delgado nie mehr gelang: dass man sich frühzeitig und in Harmonie auf einen ehrenvollen Ritt in den Sonnenuntergang verständigt – so, wie das zuletzt 2015 bei Marco Streller der Fall war.

Alle involvierten Parteien haben Anteil daran, dass es so gut herausgekommen ist. Eine Person gilt es allerdings hervorzuheben, die im März 2024 erst im Begriff war, beim FC Basel richtig wichtig zu werden: Daniel Stucki.

Seit er Mitte Mai das zuvor verwaiste Amt des Sportdirektors übernahm, ist nicht einfach alles rundgelaufen. Aber der Club wirkt in seinem Handeln und Gebaren merklich ruhiger und stringenter, was sich – mit Blick auf die Ligatabelle, die der FCB gerade anführt – positiv auf die sportliche Leistungsfähigkeit und damit auf das gesamte Drumherum auswirkt.

Gutes Zwischenzeugnis für Daniel Stucki

Vom Verdacht einer Degen-Marionette begleitet, ist es Stucki rasch gelungen, jenes Bindeglied zwischen Clubführung und Mannschaft zu sein, von dem man zuvor immer nur sprach, ohne es wirklich zu haben. Ein Bindeglied, das den sportlichen Weg massgeblich mitbestimmt, weil es mit seinen Ideen zu überzeugen vermag.

Geht es um Taulant Xhakas verkündeten Abgang, dann hat Stucki damit sein Profil weiter geschärft. Nicht indem er diese Entwicklung aktiv vorangetrieben hat. Sondern indem er – vom sportlichen Erfolg begünstigt – mit kluger Zurückhaltung vermeiden konnte, dass dem brodelnden Kessel weitere Hitze zugeführt wurde. So eben, dass der Dampf entwich und alles abkühlte, damit die Dinge in Ruhe ihren natürlichen Lauf nehmen konnten.

Neun Monate im Amt sind zu wenig, um die Arbeit eines Sportdirektors zu beurteilen. Weitere Prüfungen werden folgen. Aber Daniel Stuckis erstes Zwischenzeugnis ist zweifellos ein gutes.

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Vor allem ist er es, der den Club, der vor einem Jahr den peinlichen Gang in die Abstiegsrunde nehmen musste, in den kommenden Meister verwandelt hat. Gut, Besitzer David Degen, Trainer Fabio Celestini und einige andere haben daran auch ihren Anteil. Aber ohne den Zugang Shaqiris wäre dieser Höhenflug nicht möglich gewesen.Er, der Spektakelmacher mit dem stählernen Selbstvertrauen, ist der Spiritus Rector der Basler Rückkehr auf den Meisterthron. Er sprach schon bei seiner Vorstellung letzten Sommer vom Titel, was da noch ziemlich absonderlich klang. Und lieferte dann nach kurzer Anlaufzeit eindrücklich. Er verzückte mit Schlenzern und Steilpässen, Finten und frechen Interviews. Und zeigte eine Konstanz, die man sich von ihm nicht gewohnt war. Keine einzige Partie hat er verpasst.War es Mitleid? Oder Neid?Wie also können die Spieler der Super League nur darauf kommen, ihm Sanches vorzuziehen? Entschuldigend kann nur eingewendet werden, dass Wahlschluss Ende März war. Was schon mal erstaunlich ist, weil ja entscheidend sein sollte, wer in der entscheidenden Phase der Saison liefert. Während Sanches seither verletzt fehlt, hat Shaqiri mit 5 Toren und 7 Vorlagen seine herausragenden Darbietungen gar noch einmal getoppt. Alvyn Sanches geht in diesen Tagen an Krücken. Vielleicht hat das seine Kollegen zu dieser absurden Wahl verleitet.Foto: Pascal Muller (Freshfocus)Ende März lag hinter Shaqiri seine schwächste Phase in Basel. Der FCB kam ins Straucheln. Derweil verletzte sich Sanches bei seinem ersten Länderspieleinsatz für die Schweiz in Nordirland schwer am Knie. Mitleid mag bei seiner Wahl eine Rolle gespielt haben, vielleicht sogar Neid, weil Shaqiri erreicht hat, wovon seine Kollegen nur träumen.Mit Sachverstand jedenfalls kann die Wahl nicht begründet werden. Auch wenn Sanches ein wunderbarer Fussballer ist, der mit dem Ball fast so Erstaunliches anstellt wie Shaqiri. 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