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«David Degen trifft seine Entscheidungen unabhängig von seinem Bruder»

Kevin Rüegg, Rechtsverteidiger beim FC Basel.

Kevin Rüegg, wie ist es, als Zürcher beim FC Basel zu spielen?

Das ist schon speziell. Ich wusste, dass ich nicht von Anfang an der Liebling der Fans sein würde. Ich wusste, dass es kritische Stimmen geben würde. Aber mir war wichtig, dass ich den nächsten Schritt machen kann. Und Basel war der Club, der mir das ermöglicht hat. Jetzt möchte ich auf dem Platz überzeugen. Man muss nicht mein grösster Fan sein, aber man soll sehen, dass ich alles für den FCB gebe.

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Hinzu kommt in der bekanntermassen engen Rangliste, dass auch der Titelverteidiger am Samstag siegreich war, womit die BSC Young Boys bereits auf Augenhöhe mit dem FCB wären, sollten die Basler ohne Punkte aus Winterthur abreisen.Dabei ist die Aufgabe auf dem Papier nicht gar so leicht, wie man aufgrund der Tabelle meinen könnte: Zwar liegen die Winterthurer abgeschlagen auf dem letzten Platz. Doch haben sie zuvor auf der heimischen Schützenwiese ihre letzten beiden Partien gegen St. Gallen und YB ohne Gegentor gewonnen.Was für die Basler erschwerend hinzukommt: Bereits durch den Ausfall Adrian Barisics zu einer Veränderung der Innenverteidigung gezwungen, muss Trainer Fabio Celestini sein Abwehrzentrum kurz vor Anpfiff kurzfristig komplett neu erfinden: Finn van Breemen zieht sich beim Aufwärmen eine Knieverletzung zu, womit Barisic-Ersatz Jonas Adjetey mit Nicolas Vouilloz an seiner Seite agieren muss. Das ist ein Kaderspieler, der seit dem 4. Dezember 2024 keine einzige Pflichtspiel-Minute mehr absolviert hat.Fast vier Monate ist er komplett aussen vor geblieben, bevor er in Winterthur notfallmässig in der Innenverteidigung startet: Nicolas Vouilloz.Foto: Marc Schumacher (Freshfocus)Das SpielGerade mit dem Ball ist den Basler Innenverteidigern zunächst anzusehen, dass sie kein eingespieltes Duo mit besonders viel Rhythmus bilden. Das aber spielt keine Rolle, weil der FC Winterthur gar nicht erst versucht ist, dies mit aggressivem Pressing auszunutzen.Umgekehrt ist der FCB gegen defensive Gastgeber zwar viel in Ballbesitz, aber kommt kaum in vernünftige Abschluss-Positionen. Ein gutes Dribbling Benié Traorés bildet bis zur Pause die Ausnahme, auf die ein schwacher Schlenzer folgt (31.), so dass es zur Halbzeit 0:0 steht.Das nächste Mal, da die Winterthurer im Spiel gegen den Ball nicht einwandfrei agieren, ist dann aber bereits das eine Mal zu viel: Arnold klärt eine Rüegg-Hereingabe ungenügend mit dem Kopf, womit der Ball zum Flankengeber zurückkommt und ihn dieser per Volley-Querpass zu Xherdan Shaqiri spediert. Saubere Annahme, sauberer Abschluss – und die Basler haben die Winterthurer «Dose» in der 49. Minute geöffnet.Stadion: Schützenwiese. – SR: Fähndrich.Tore: 49. Shaqiri (Rüegg) 0:1, 70. Traoré (Shaqiri) 0:2.FC Winterthur (4-1-4-1): Kapino; Ulrich, Arnold, Lüthi, Diaby; Cueni; Schneider (59. Lukembila), Zuffi (76. Jankewitz), Frei (58. Di Giusto), Burkart (77. Fofana); Gomis.FC Basel (4-2-3-1): Hitz; Schmid, Vouilloz, Adjetey, Rüegg (60. Mendes); Avdullahu, Metinho (82. Baro); Otele ( 82. Kade), Shaqiri, Traoré (89. Leroy); Carlos (82. Ajeti). – Ersatz: Salvi, Soticek, Sigua.Verwarnungen: 45. Ulrich (Foul an Traoré), 93. Shaqiri (Unsportlichkeit/Gerangel mit Diaby), 93. Diaby (Unsportlichkeit/Gerangel mit Shaqiri/im nächstes Spiel gesperrt)Bemerkungen: Winterthur ohne Schättin und Sidler (gesperrt) sowie Rohner (verletzt) sowie Bajrami und Buess (beide krank). – Basel ohne Van Breemen (Knieverletzung beim Aufwärmen) und Barisic (Muskelverletzung an der Oberschenkelrückseite) sowie Pfeiffer, Asiedu, Cissé, Zé, Fink und Xhaka (alle ohne Aufgebot). – FCB-Startelf-Debüt von Metinho.Der Tabellenletzte will eine Reaktion zeigen und kommt so immerhin zu einem gefährlichen Abschluss durch Ulrich (51.). Dann handelt wiederum Shaqiri schneller als alle anderen: Er tunnelt Diaby mit seinem Pass auf Traoré, dieser tunnelt mit seinem Schuss Goalie Kapino – es steht 2:0 für die Gäste und die Winterthurer gucken in die Röhre.Der Rest ist das Warten auf den Schlusspfiff – und das Warten der FCB-Fans auf Fabian Frei. Der Routinier des FC Winterthur, der gleichsam bereits jetzt als Rekordspieler eine Basler Clublegende ist, wird auf den letzten Metern seiner Karriere noch einmal vom rotblauen Anhang gefeiert. Nach dieser Saison beendet er das Dasein als professioneller Fussballspieler.Die einstigen Mitspieler stehen der FCB-Clublegende Fabian Frei Spalier, die nach der Partie von den Basler Fans gefeiert wird.Foto: Marc Schumacher (Freshfocus)Die TaktikDie Gastgeber stehen in ihrer 4-1-4-1-Formation tief. Und dann noch etwas tiefer. Und der FC Basel hat im 4-2-3-1 agierend ganz viel Ballbesitz – aber ganz wenig Platz in jener Zone, in der man zu Toren kommt. So eben, dass man finden kann, die Basler müssten versucht sein, das Spiel etwas breiter zu machen. Denn die Mitte des Gegners hält fast ausnahmslos dicht.Das wird nach der Pause besser, wo schon Kevin Carlos (48.) nach schöner Ballstafette die Basler Führung erzielen könnte (oder müsste). Dann trifft Shaqiri und muss Winterthur reagieren, was den Baslern schliesslich den Raum bietet, um zum 2:0 zu kommen. Danach ist der Tabellenletzte erledigt und schöpft Celestini seine Wechselmöglichkeiten von der 82. Minute an aus.Der AufregerAuch wenn sich Xherdan Shaqiri in dieser bis nach der Pause zähen Partie einige Male aufregt und sich schliesslich auch noch so mit Diaby rangelt, dass beide Gelb sehen: Der wirkliche Aufreger aus Basler Sicht ereignet sich vor dem Anpfiff mit Finn van Breemens kurzfristigem Ausfall.Das muss besser werdenIn Anbetracht der kommenden Gegner schadet es nicht, wenn der umformierte Defensiv-Verbund in Zukunft keine Anlaufschwierigkeiten mehr hat. Denn es ist damit zu rechnen, dass alle anderen Super-League-Teams mehr Druck entwickeln werden, als dass dies Winterthur an diesem Sonntag Nachmittag getan hat.Aber auch im Spiel mit Ball gab es auf der Schützenwiese nicht so viele gute Basler Ideen, dass man zu zahlreichen Torchancen gekommen wäre. Mehr Variabilität kann also nicht schaden.Das sagt der Trainer«Ich habe meiner Mannschaft in der Pause gesagt, dass sie das Spiel mehr in die Breite ziehen und gleichzeitig mehr in die Räume hinter der Abwehr vorstossen müsse», erzählt Fabio Celestini nach dem Abpfiff. Und man darf festhalten: Das wurde umgesetzt.So geht es weiterDer FC Basel bestreitet in der nun angebrochenen englischen Woche zwei Heimspiele. Am Donnerstag um 20.30 Uhr ist der Grasshopper Club Zürich zu Gast, bevor am Sonntag dann der FC Lugano im St.-Jakob-Park weilt (16.30 Uhr). Dabei haben die Basler gegen beide Gegner eine Rechnung offen: Gegen GC verlor man zum Abschluss des Kalenderjahres 2024 vor heimischem Publikum mit 0:1 das letzte Messen – gegen die Tessiner hat man letztmals im Dezember 2023 gewonnen. Seither gab es in Liga und Cup vier Niederlagen und nur ein Remis.Der FC Basel in WinterthurDiesen Podcast können Sie auch auf allen gängigen Podcast-Plattformen kostenlos hören und abonnieren.NewsletterRotblau aktuellErhalten Sie die wichtigsten und interessantesten Geschichten und News rund um den FCB.Weitere NewsletterEinloggenOliver Gut schreibt seit März 2001 für das Sport-Ressort der Basler Zeitung, das er seit 2019 leitet. Vorher für diverse Sportarten zuständig, konzentriert sich der Fricktaler seit 2011 auf den Fussball – und damit hauptsächlich auf den FC Basel. Zudem ist er regelmässiger Diskussionsgast im Fussball-Podcast «Dritte Halbzeit».Mehr InfosFehler gefunden?Jetzt melden.0 Kommentare

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    FCB-Flügel Kade im Interview – «Es nervt, wenn kein Tor zählt»Der Torschütze der Basler spricht nach dem 1:1 gegen St. Gallen über die Rote Karte gegen Bénie Traoré und seinen neuen Torjubel.Publiziert heute um 06:42 UhrAnton Kades neuer Torjubel, inspiriert vom sogenannten «Chill-Guy-Meme».Foto: Claudio Thoma (Freshfocus)Jetzt abonnieren und von der Vorlesefunktion profitieren.BotTalkAnton Kade, eine Szene überschattet in diesem Spiel alle anderen. Wie haben Sie die Rote Karte gegen Bénie Traoré gesehen?Ich konnte mir die Szene bisher noch nicht ein zweites Mal anschauen, aber im Spiel wirkte das auf mich wie eine harte Entscheidung. Denn er trifft zuerst den Ball und rutscht danach natürlich weiter.Ihr Tor, das dann nach VAR-Einschreiten nicht gegeben wurde, ist nicht das einzige aberkannte Tor. Wie sahen Sie das Offside von Kevin Carlos beim vermeintlichen Treffer von Bénie Traoré?Diese Szene habe ich auch auf dem Feld nicht richtig gesehen, da ich auf den Ball fokussiert habe. Doch auch das ist, glaube ich, eine harte Entscheidung. Wenn zwei Tore aberkannt werden, ist das schon sehr schade.Wie bewerten Sie die Leistung des Schiedsrichters?Ich will keine Bewertung zum Schiedsrichter geben. Ich sage einfach, dass die Entscheidungen hart waren gegen uns und dass das schade ist. Es nervt, wenn kein Tor zählt.Also ist in Ihnen derzeit mehr Frust als Stolz auf den einen Punkt in Unterzahl?Für uns alle ist es nervig, dass wir die drei Punkte nicht geholt haben. Denn wenn man die Partie anschaut, wäre das auf jeden Fall möglich gewesen. Aber es ist auch wichtig, dass wir solche Spiele nicht verlieren und kein zweites Gegentor bekommen.Sie persönlich haben schon am Mittwoch ein sehenswertes Tor erzielt und jetzt gleich wieder aus der Distanz getroffen. Es läuft.Es läuft, ja.Zudem haben Sie einen neuen Torjubel. Sie stehen hin und halten sich die Hände flach ans Becken. Was steckt da dahinter?In den sozialen Medien kursiert gerade dieses Chill-Guy-Meme. Kennen Sie das?Ja.Wir sprechen in der Kabine immer wieder darüber, man sieht es ja überall. Ich finde es ganz lustig, deswegen habe ich das nachgemacht.Gegen Sion sah Ihr Jubel noch anders aus. Sie schauten mit offenen Handflächen und einem Gesichtsausdruck von Unverständnis ins Publikum. War da die Message eher: Jetzt habe ich es euch gezeigt? Möglicherweise weil Sie in jenem Spiel und auch im Spiel zuvor nicht in der Startelf standen?Nein, das war es nicht. Wenn man ein Tor schiesst – gerade in Basel vor der Muttenzerkurve –, dann ist das einfach schön. Das waren Emotionen, nichts anderes.War der FCB müde vom langen Cupspiel gegen Sion?Nein, das glaube ich nicht. Wir haben St. Gallen mit unserem Verhalten aber in die Karten gespielt, gerade weil sie viele lange Bälle spielen und wir die zweiten Bälle nicht gewinnen konnten. Das war in der zweiten Halbzeit besser.In dieser Spielzeit gelingt es in der Super League dem Leader auffällig selten, zu gewinnen. Warum war das heute auch so?Heute waren wir ein Mann weniger. Da ist es in erster Linie wichtig, dass wir nicht verlieren. Und wir haben ja unsere drei Tore geschossen. Zwei haben einfach nicht gezählt.Der FCB spielt 1:1 gegen St. GallenDen Podcast können Sie auf Spotify oder Apple Podcasts abonnieren. Falls Sie eine andere Podcast-App nutzen, suchen Sie einfach nach «Dritte Halbzeit».NewsletterRotblau aktuellErhalten Sie die wichtigsten und interessantesten Geschichten und News rund um den FCB.Weitere NewsletterEinloggenLinus Schauffert ist Redaktor im Ressort Sport bei der Basler Zeitung und berichtet schwerpunktmässig über den FC Basel. Mehr Infos@linusschauffertFehler gefunden?Jetzt melden.0 Kommentare