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AboAlles zum FCB-Spiel gegen Servette

Fabio Celestini schafft mit Basel, was letztmals Patrick Rahmen geschafft hat

24.11.2024; Basel; Fussball Super League - FC Basel - Servette FC; 
Fan Basel bekennt sich zu Trainer Fabio Celestini (Basel) mit Banner in Form einer Dollarnote 
(Urs Lindt/freshfocus)
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In Kürze:

  • Basel gewinnt 3:1 gegen Servette und erklimmt die Tabellenspitze.
  • Xherdan Shaqiri wird mit drei Toren Matchwinner.
  • Fabio Celestini sieht den Sieg in einem 50:50-Spiel als sehr positives Zeichen.
  • Der nächste Spitzenkampf folgt am Samstag daheim gegen Lausanne-Sport.

Die Ausgangslage

Der FC Basel geht als Tabellen-Zweiter in die 15. Runde der Super League. Und weil der FC Zürich am frühen Sonntag Nachmittag mit 1:4 in Lugano untergeht, bietet sich den Baslern gegen Sonntag Abend die Chance, mit einem Heimsieg gegen Servette Genf erstmals seit drei Jahren wieder als Tabellenführer in die nächste Woche zu gehen. Damals hiess der Trainer Patrick Rahmen, stand man Mitte November nach dem 13. Spieltag auf dem ersten Platz und gab diesen dann nach der Länderspiel-Pause an den FC Zürich ab, der schliesslich Meister wurde.

Die Eroberung des Leaderthrons wäre die logische Folge der vorangegangenen Wochen, in denen der FCB in einer bislang ausgeglichenen Liga mit 15 Punkten aus sechs Partien die formstärkste aller Mannschaften stellte.

Doch was ist im Fussball schon logisch? Wenig. Aber nicht nichts: Denn logisch ist, dass Anton Kade den Baslern nach seiner vierten Gelben Karte gesperrt fehlt. Ihn ersetzt im 4-2-3-1 Marin Soticek am rechten Flügel. Ansonsten nominiert FCB-Trainer Fabio Celestini dieselbe Startelf wie in den Partien zuvor.

Xherdan Shaqiri (FCB) trifft zum 2:1 Tor im Fussball Meisterschaftsspiel der Swiss Super League zwischen FC Basel 1893, FCB,und Servette FC, SFC, im St. Jakob-Park, am Sonntag, 24. November 2024 in Basel. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Das Highlight

Xherdan Shaqiri. Einfach so, als Figur und Matchwinner. Eine bessere Mauer würde sein Freistoss-Tor verhindern. Ein bisschen weniger Glück würde sein Nachschuss-Tor nach vergebenem Elfmeter verhindern. Und ein besserer Verteidiger oder Goalie würde sein Konter-Tor verhindern. Aber all das passiert nicht – und der FC Basel gewinnt eine im Grunde ausgeglichene Partie dank seines Unterschiedspielers.

Xherdan Shaqiri (FCB) jubelt nach seinem 2:1 Tor im Fussball Meisterschaftsspiel der Swiss Super League zwischen FC Basel 1893, FCB,und Servette FC, SFC, im St. Jakob-Park, am Sonntag, 24. November 2024 in Basel. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Der Stärkste

Xherdan Shaqiri. Einfach so, als Figur und Matchwinner. Und das, obwohl bis zur 89. Minute eigentlich der Gegner in der Form von Thimoté Cognat den besten Spieler in seinen Reihen hat.

Aber schon die deutsche Trainer-Legende Sepp Herberger wusste, dass ein Spiel eben 90 Minuten dauert. Oder noch ein bisschen länger.

Der Schwächste

In den Reihen des FC Basel muss sich Romario Baro diesen Schuh anziehen. Der dynamische Portugiese will in dieser Partie oft zu viel, hält den Ball immer wieder zu lange – und verliert diesen folgerichtig in mehreren Szenen, aus denen die Genfer mehr machen könnten. Dass er beim Gegentreffer zum 1:1 auch noch per Torschuss getunnelt wird, passt ebenso ins Bild wie seine zeitige Auswechslung in der 59. Minute.

Es gibt aber auch noch einen Gegenpart bei den Servettiens, der dieses Prädikat ebenfalls verdient: Dereck Kutesa reist als Leader des Torschützen-Klassements und auch Liga-Topskorer an seine alte Basler Wirkungsstätte. In der 8. Minute hat er die grösste Genfer Chance der ersten Halbzeit, steigt mit Anlauf hoch, trifft den Ball mit voller Wucht – und spediert diesen so zentral auf FCB-Goalie Hitz, dass sich dieser in Luft auflösen müsste, damit er reingeht. Danach taucht er fast vollständig ab, um nach dem Schlusspfiff schliesslich hinter Shaqiri (12 Punkte) und Bénie Traoré (10) mit seinen neun Toren und null Assists nur noch die Nummer 3 der Super-League-Skorerliste zu sein.

24.11.2024; Basel; Fussball Super League - FC Basel - Servette FC; 
Dereck Kutesa (Genf) gegen Joe Mendes (Basel) 
(Urs Lindt/freshfocus)

Das muss besser werden

Man kann in dieser Partie über weite Strecken die Basler Stringenz auf den letzten Metern bemängeln. Man kann aber auch sagen: Der FCB hat einen Spitzenkampf mit 3:1 für sich entschieden und steht an der Tabellenspitze. Und wenn das so bleiben sollte, dann …

Das sagt der Trainer

Irgendwie sieht das Fabio Celestini ganz ähnlich. Der Trainer des FC Basel hat Recht, wenn er von einem Fifty-Fifty-Spiel spricht, das er gesehen habe. «Gegen den FC Zürich und in Luzern haben wir das auch gehabt und verloren. Jetzt haben wir es gewonnen – das ist sehr, sehr positiv.»

Die Liga betrachtet er unverändert als äusserst ausgeglichen: «Da sind sechs, sieben Mannschaften – man kann gegen jeden gewinnen oder verlieren.» Nur: Für den Moment ist es sein FC Basel, der sich in dieser bisher so ausgeglichenen Meisterschaft in der besten Ausgangsposition befindet.

Trainer Fabio Celestini (FCB) reagiert im Fussball Meisterschaftsspiel der Swiss Super League zwischen FC Basel 1893, FCB,und Servette FC, SFC, im St. Jakob-Park, am Sonntag, 24. November 2024 in Basel. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

So geht es weiter

Der FC Basel geht erstmals seit drei Jahren als Tabellenführer in die nächste Runde. Und weil dort abermals ein Heimspiel ansteht, stehen die Chancen nicht schlecht, dass man diese Position auch verteidigen kann.

Allerdings erwartet der FCB am Samstag mit dem FC Lausanne-Sport die einzige Mannschaft zum Kräftemessen, die zuletzt mit ihm nahezu Schritt zu halten vermochte: Während die Basler nun aus den letzten sieben Ligapartien 18 Zähler holten, totalisierten die Waadtländer in derselben Phase 16 Punkte. Obwohl die Lausanner in der Tabelle damit erst auf den sechsten Platz hochkletterten und dabei fünf Punkte hinter dem FC Basel liegen, steht in gewisser Weise also ein weiterer Spitzenkampf an.

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Geht es Ihnen ähnlich?Vor 17 Monaten kämpften wir um die Barrage, und jetzt sind wir zumindest statistisch gesehen über zwei Spiele ebenbürtig mit Kopenhagen, das in den letzten Jahren regelmässig an europäischen Wettbewerben teilnahm und fast doppelt so viel Budget zur Verfügung hat wie wir. So gesehen haben wir sicherlich eine sehr gute Leistung gezeigt.Dennoch hat man ein Saisonziel verpasst. Was bedeutet das im Hinblick auf Ihre Arbeit als Sportdirektor?Wahrscheinlich wird mir nun gekündigt … (schmunzelt) Nein, im Ernst: Wenn wir die Chance haben, in die Champions League zu kommen, nehmen wir uns das natürlich zum Ziel. Es wäre vermessen gewesen, zu sagen, dass wir mit der Europa League planen. Bénie Traorés Verletzung war nicht vorhersehbar. Anton Kade hat den Wunsch geäussert, bereits vor dem zweiten Spiel nach Augsburg zu wechseln – wir wollten ihn unbedingt dabei haben. Daher hatten wir ein dünnes Kader. Dennoch bin ich zufrieden.Setzt man sich nun für die Europa League neue Ziele?Auch die Europa League ist für den FC Basel ein sehr guter Wettbewerb – zumal wir länger nicht mehr daran teilnahmen und zuletzt in der Conference League spielten. Die Teams, die sich zum jetzigen Zeitpunkt (Stand Donnerstagmorgen, Anm. d. Red.) bereits für die Europa League qualifiziert haben, sind auch nicht schwächer als Kopenhagen. Dennoch wird es möglich sein, dass wir Spiele gewinnen. Das Ziel ist es sicher, nicht mit null Punkten aus den acht Spielen zu kommen, sondern einen Schritt weiter zu gehen.Hat Xherdan Shaqiri Ihrer Ansicht nach die Leistungen gebracht, die er bringen muss?Er hat Verantwortung übernommen beim Penalty, er war meistens mit dem Fuss dabei, wenn es gefährlich wurde. Gestern war er sehr mannschaftsdienlich und hat alles gegeben. Daher bin ich mit ihm zufrieden, wie mit allen anderen, die am Mittwoch gespielt haben. Man hat aber auch gesehen, dass das Spiel auf einem sehr hohen Niveau war. Es ist unrealistisch, zu glauben, dass ein Spieler in der Champions League die Partien allein gewinnen kann.Shaqiri äusserte wiederholt den Wunsch nach mehr Erfahrung im Kader. Nach dem Hinspiel sagte er zudem, dass er an Ludovic Magnins Stelle vielleicht anders gewechselt hätte. Sind das nicht Äusserungen, die seinen Zuständigkeits­bereich überschreiten?In den Emotionen passieren Dinge, die vielleicht nicht zu hundert Prozent so gemeint sind, wie sie rüberkommen. Neutral betrachtet waren wir im Hinspiel älter als der Gegner. Klar haben wir nicht noch einen routinierten Spieler im Herzen des Teams, der alles organisieren kann. Aber wir haben sehr spannende und sehr, sehr gute Spieler, bei denen man am Mittwoch gesehen hat, dass sie auf diesem Niveau bestehen können. Fehler gibt es immer. Es haben auch erfahrene Spieler Fehler gemacht, beim Gegner und bei uns. Daher sehe ich das nicht als allzu grosse Problematik.Aber sind das nicht Äusserungen, bei denen Sie sich im ersten Moment denken, dass es sie eigentlich nicht braucht.Wir gehen alle zusammen in eine Richtung, sprechen viel zusammen, und Shaqiri wird – wie andere erfahrene Spieler auch – in gewisse Prozesse miteinbezogen. Shaq darf sich dabei auch etwas mehr erlauben als die anderen. Man muss jedoch differenzieren, was geschrieben wurde und was er wirklich gesagt hat. Grundsätzlich gilt, dass Fussballer da sind, um Fussball zu spielen. Natürlich hat man auch als Spieler gewisse Bedürfnisse, doch kennt man die Hintergründe ja nicht. Ich würde auch gerne nur Spieler haben, die fünf Millionen im Jahr verdienen. Dann werden wir sicher Meister und kommen vielleicht auch in die Champions League. Aber das ist weder die Realität noch unsere Strategie.Xherdan Shaqiri ist es nicht gelungen, den FC Basel in die Champions League zu führen.Foto: Daniela Frutiger (Freshfocus)Hätte man proaktiver Spieler verpflichten müssen, damit man für den nun vorhandenen personellen Engpass besser gewappnet gewesen wäre – auch wenn sie früher in der Transferphase mehr Geld gekostet hätten?Ist man dann wirklich gewappnet?Das weiss man nicht mit Sicherheit.Die Strategie des FC Basel ist fix. Wir haben viele junge Spieler, weil wir das wollen. Kopenhagen auf der anderen Seite hat für das Rückspiel ihre Jungen auf dem Flügel und im Zentrum durch erfahrene Spieler ersetzt. Damit haben sie schlicht die europäische Erfahrung, die wir nicht haben. Das gehört für uns einfach dazu – auch in der Super League. Dennoch haben wir in der letzten Saison gezeigt, dass unsere Strategie am Schluss zu einer guten Platzierung führen kann – auch wenn wir am Anfang überschaubar gespielt haben und zwischendurch eine Baisse drin war. Wir müssen unsere Strategie nicht für zwei Spiele ändern, denn der Horizont reicht ja über mehrere Jahre. Damit es für den FC Basel wieder in die Champions League reicht, muss einfach alles zusammenpassen.Die Offensive läuft noch nicht heiss, es stehen weitere Transfers bevor: Steht für den FCB nun eine weitere Findungsphase an?Das ist immer so. Gegen Ende des Transferfensters wird es für uns interessant. Bei jenen Spielern, die ihren Wunschtransfer nicht tätigen konnten, sind wir an zweiter Position bereit. Es werden sicher noch zwei, drei Wechsel passieren – das war vor einem Jahr ja ähnlich. Aber die Struktur bleibt bestehen, es wird nicht die ganze Mannschaft durchgeschüttelt. Das ist der Vorteil in dieser Saison.Weder Marin Soticek noch Junior Zé konnten bisher überzeugen. Besteht Ihrer Meinung nach auf den Flügel­positionen Handlungs­bedarf?Es ist ein Irrglaube, wenn man denkt, dass wir vier Flügel haben können, die in der Champions League Paroli bieten können. Das ist unrealistisch für den FC Basel. Wir können vielleicht zwei oder drei Top-Spieler auf Schweizer Niveau haben, die auch international mithalten können. Hinten dran wollen wir Junge. Es ist klar, dass das für Marin Soticek und Junior Zé die erste grosse Erfahrung war. Aber wegen zweier Spiele Leute zu bewerten … wir denken da anders. Wir sehen das Potenzial und wollen dieses entwickeln. Das haben wir in den letzten Jahren bei vielen Spielern so gemacht. Teilweise wurden sie von aussen schlecht bewertet und kosten mittlerweile 40 Millionen. Da gehört es auch mal dazu, dass man manchmal einen besseren Match hat und dann wieder einen schlechteren.Wo besteht denn nun konkret Handlungs­bedarf?In der Innenverteidigung gibt es aufgrund der Verletzung von Finn Van Breemen und des jungen Alters von Marvin Akahomen sicher noch Potenzial. Da sind wir nicht abgeneigt, noch etwas zu machen. Auch offensiv wird sich sicherlich noch etwas tun.Hat man mit Jeremy Agbonifo einen allfälligen Abgang von Philip Otele bereits aufgefangen?Otele spielt bei uns auf der linken Seite – Agbonifo ist aber ein rechter Flügel.Wie wahrscheinlich ist es, dass Otele den FCB verlässt?Es kann in alle Richtungen gehen. Er hat keinen Druck, wegzugehen. Wenn aber ein super Angebot aus der Premier League kommt, dann werden wir ihn sicher nicht blockieren.Sind Sie zufrieden mit dem Mittelsturm?Zufrieden wäre ich, wenn alle Stürmer schon fünfmal getroffen hätten. Aber es war letzte Saison auch so: Albian Ajeti hat gut angefangen, dann eine Baisse gehabt, und am Schluss hat er viele Tore geschossen, die wir zum Meistertitel brauchten. Wir haben mit Kaio Eduardo einen ganz jungen Spieler, und wir haben Moritz Broschinski, der frisch dazukam. Da muss man immer etwas abwarten. Ich resümiere jeweils nicht so schnell wie andere Leute und würde sagen: Vor allem für die Schweizer Liga haben wir einen sehr guten Sturm.Wenn Sie also von offensiven Verstärkungen reden, meinen Sie vor allem auf den Flügeln.Oder auch im Sturm …Der FCB verliert gegen Kopenhagen:Diesen Podcast können Sie auch auf allen gängigen Podcast-Plattformen kostenlos hören und abonnieren.NewsletterRotblau aktuellErhalten Sie die wichtigsten und interessantesten Geschichten und News rund um den FCB.Weitere NewsletterEinloggenLinus Schauffert ist Redaktor im Ressort Sport bei der Basler Zeitung und berichtet schwerpunktmässig über den FC Basel. 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