Der Kanton Basel-Stadt verbietet Veranstaltungen über 1000 Personen. Das tangiert besonders den FC Basel und seine geplante GV im November.

Seit Mittwoch sind wieder nicht mehr als 1000 Personen in den beiden Basel an Grossveranstaltungen erlaubt. Das tangiert besonders den FC Basel auf Sportebene. Dort sind nicht nur die Heimspiele von Rotblau tangiert. Auch die bevorstehende Generalversammlung in der St. Jakobshalle wird kaum durchgeführt werden können.

FCB-CEO Roland Heri, die 1000er-Grenze wurde vom Kanton wieder eingeführt. Was sagen der FC Basel zu diesem Entscheid?

Heri: «Das ist natürlich ein Stich ins Herz aller Fussball- und Sportfreunde. Nichtsdestotrotz gehen wir hundertprozentig davon aus, dass unsere Behörden alles nach bestem Wissen und Gewissen abschaffen. Es ist eine Situation, die unerklärlich schwierig ist für alle Beteiligten. Vergessen wir nicht, die Sportler, Fussballklubs, Event-Branchen sind nicht die Einzigen, die Schwierigkeiten haben. Wir müssen diesen neuen Herausforderungen wieder stellen.»

Man konnte nur ein Spiel gegen den FC Luzern vor rund 10’000 Zuschauern bestreiten können. Spürt man da mangelndes Vertrauen in die Sicherheitskonzepte der Vereine, die extra entworfen wurden?

Heri: «Nein, das glaube ich überhaupt nicht. Wir haben grösste Energie und Aufwand geleistet, um das Sicherheitskonzept lückenlos durchzusetzen. Wir haben auch von höchster Stelle Lob erhalten für unser Sicherheitskonzept. Alle Menschen, die uns Rückmeldungen geben zu dem Thema haben sich im Stadion sicher gefühlt. Das ist natürlich auch im Hinblick auf die enormen Anstrengungen, die man unternommen hat natürlich schade, dass man dieses Konzept nun einmalig verwenden konnte und nun quasi in die Tonne werfen kann. Wir müssen die Sache natürlich wieder anschauen, wenn es weitergeht, ob es noch verhebt oder wir etwas anders machen müssen.»

Die Kantone wurden durch die schnell steigenden Fallzahlen überrumpelt. Sind nun zu einer Reaktion gezwungen. Ist der FC Basel nun Opfer geworden, weil man eben nur reagiert statt agiert?

Heri: «Wenn es Opfer gibt, dann ist es sicherlich nicht nur der FC Basel alleine. Wir sind alle Opfer dieser Situation. Alle Menschen leiden gleichermassen darunter. Da sollten wir uns im Fussball überhaupt nicht besonders abbilden wollen. Es ist einfach eine Situation die sehr schwierig ist. Auf Schweizerdeutsch würde man vielleicht ein Wort mit «Sch»-Wort mit «Dreck» hintendran verwenden. Das ist wirklich eine unschöne Situation mit grossen Herausforderungen für uns alle zusammen.»

Was sind nun die sportlichen Konsequenzen für den FCB? Zurück zum Anfang, muss man sagen?

Heri: «Zurück zum Anfang. Es ist besonders schade, dass die Fans, die die tolle Stimmung am Match gegen Luzern zum ersten Mal wieder geniessen konnten. Die Mannschaft, die erstmals wieder gespürt hat, wieder Fussball zu spielen mit dem zwölften Mann im Rücken. Mit Spass und Stimmung im Stadion. Das ist schade, dass das nun nicht mehr gelebt werden kann. Aber die Gesundheit steht über allem und wir müssen schauen, dass wir das Beste daraus machen.»

Finanziell ging man bis heute von einem anderen Szenario mit Zuschauern ausgegangen. Inwiefern ändert dieser Entscheid nun die Situation beim FCB?

Heri: «Klar, wir profitieren am einem Spieltag zuhause mit Fans vom Merchandising und Catering. Das fällt nun wieder alles weg. Das reisst wieder neue Löcher auf und belastet uns nochmal neu. Aber auch dort werden wir uns diesen Herausforderungen stellen müssen und Lösungen finden.»

Die Situation mit den Jahreskarten wird dadurch nochmals erschwert. Wie geht man damit um?

Heri: «Einmal mehr ist der Moment da, um allen Jahreskarteninhabern herzlich für die immense Geduld und Treue dem FC Basel gegenüber zu danken. Vielleicht ist nun auch wieder der Moment um das Wort Solidarität zu bemühen. Es ist klar, dass das ein wichtiger Punkt für uns ist, dass wir die Einnahmen durch die Jahreskarten haben. Es bleibt uns wirklich nichts anderes übrig, als nochmals an die Geduld zu appellieren und uns erneut einen Moment Zeit zu geben, diese Situation zu verdauen. Und dort wo es Lösungen braucht, auch Lösungen anzubieten.»

Am 9. November hätte die 126. ordentliche Generalversammlung in der St. Jakobshalle stattfinden sollen. Das ist nun vermutlich auch vom Tisch?

Heri: «Da bitte ich um Verständnis. Wenige Stunden sind seit dem Entscheid des Kantons vergangen. Jetzt treffen wir uns erst einmal in der Klubleitung so schnell wie möglich. Dort werden wir eine Auslegeordnung machen und die Mitglieder informieren.»

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