Basel hat diesen Sommer vieles richtig gemacht – aber ausgerechnet dort, wo Spiele entschieden werden, klafft noch ein riesiges Loch.

Im Tor kannst du kaum meckern: Hitz hört auf, Omlin kommt zurück – besser kannst du das nicht lösen. Dahinter werden mit Hoch und Widmer zwei eigene Goalies sauber aufgebaut, das ist endlich eine klare Linie und kein Herumprobieren mehr.

Auch im Mittelfeld und in den Halbräumen macht der Klub Lust auf mehr: Sow, Malachowski, Sigua, Olaigbe – das sind Spieler, die Tempo, Technik und Ideen bringen. Zusammen mit Shaqiri entsteht eine Achse, die Super-League-Niveau hat und noch Luft nach oben.

Aber dann kommt der Blick nach vorne – und da wird es schwierig. Traoré ist weg und unterschreibt als Designated Player in New York. Es fehlen 25 Tore und 15 Assists insgesamt.
Otele wird wohl auch noch einen Abnehmer finden. Jovanovic ist faktisch aus der Planung.
Ajeti trifft viel zu selten, um ernsthaft als Stammneuner durchzugehen.
Was bleibt? Ein paar Namen, ein paar Optionen – aber kein einziger Stürmer, bei dem du sagen kannst: „Der macht uns seine 15–20 Tore, egal wie der Rest läuft.“
Das ist für einen Klub wie Basel ein echtes Problem. Du kannst hinten ordentlich stehen, du kannst im Mittelfeld toll kombinieren – am Ende müssen vorne Bälle im Netz landen. Und aktuell basiert das viel zu sehr auf Hoffnung: darauf, dass mehrere Spieler zusammen genug Tore liefern, dass Hunziker oder Koloto explodiert, dass irgendwo jemand überperformt.

Gleichzeitig ist links hinten nach dem Schmid-Abgang eine Lücke, die man nicht schönreden kann. Die Position ist Stand heute schwach besetzt, und jeder Super-League-Trainer sieht auf Video, wo er diese Mannschaft angreifen kann.

Darum lässt sich dieser Transfersommer ziemlich klar auf den Punkt bringen:
• Tor: Top gelöst.
• Mittelfeld/Halbräume: modern, spannend, mit einem roten Faden.
• Verteidigung: im Zentrum okay, auf LV ungenügend.
• Sturm: nicht „breit“, sondern gefährlich dünn – ohne Tor-Garanten, ohne klare erste Wahl.

Was jetzt kommen muss, ist kein „nice to have“, sondern Pflicht:

  1. Ein Stürmer, der über Torquote definiert ist – 15+ Ligatore, möglichst aus einer Mittelklasse-Liga, Alter egal, Hauptsache er trifft. Kein Versprechen, kein Projekt, sondern jemand, der schon geliefert hat.
  2. Ein linker Verteidiger, der diese Offensive füttert und die linke Seite wieder auf ein Niveau hebt, das zum Anspruch dieses Klubs passt.
    Erst dann passt das Bild zu dem, was im Rest des Kaders aufgebaut wurde. Bis dahin bleibt Basel ein Team mit viel Potential und spannenden Ideen – aber mit zu wenig verlässlicher Wucht da vorne, wo es zählt.

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