Der FC Basel muss im Achtelfinal-Rückspiel der Conference League gegen Olympique Marseille zu Hause ein 1:2 wettmachen.

Die Lage ist angespannt, was für einmal nichts mit dem Sportlichen zu tun hat. Als sich der FC Basel nach dem 3:0-Sieg im abschliessenden Gruppenspiel am 9. Dezember gegen Karabach Agdam auf souveräne Art und Weise durch die Gruppenphase gespielt hatte, keimte im Umfeld des FCB leise Hoffnung auf. Hoffnung auf einen neuerlichen Höhenflug auf europäischer Bühne, wenn auch nur auf dritthöchster Stufe. Der Hashtag #RoadtoTirana wurde in sozialen Medien vereinzelt schüchtern optimistisch auch mit den Baslern verknüpft.

Der Weg bis in den Final am 25. Mai in der albanischen Hauptstadt schien zwar anspruchsvoll, aber nicht unmöglich zu bewältigen, gerade für einen Verein wie den FC Basel, der in den letzten Jahren international immer wieder zu glänzen wusste.

Neue Möglichkeiten

Rund 1’500 km liegen zwischen Basel und Tirana, nach dem Achtelfinal-Hinspiel am vergangenen Donnerstag ist diese Distanz aber zumindest im übertragenen Sinn etwas grösser geworden. 1:2 verloren die Basler in Marseille gegen den Zweiten der französischen Ligue 1. Nur 1:2. Denn es hätte angesichts des dominanten Auftritts, den die Südfranzosen über weite Strecken hinlegten, auch 0:3 stehen können – nach einer halben Stunde. Entsprechend einig waren sich die Beteiligten, dass der FCB mit dieser knappen Niederlage gut leben kann. «Das Tor eröffnet uns die Möglichkeit, dass wir eine Runde weiterkommen», meinte Torhüter Heinz Lindner. «Bei uns glauben alle an diese Chance und sind daher auch heiss aufs Spiel.»

Im Vorverkauf wurden laut dem FCB bislang über 21’000 Tickets abgesetzt. «Wenn der Funke aufs Publikum überspringt, ist alles möglich. Dann entsteht hier eine einmalige Atmosphäre. Wir wollen alles dafür tun, dass dies geschehen wird», so Goalie Lindner auf der vereinseigenen Website.

Die Conference League ist für die Basler der Wettbewerb, in dem es noch unmittelbar um etwas geht. In der Super League hat sich das Team von Interimstrainer Guillermo Abascal zuletzt mit zwei Siegen und einem Unentschieden zwar gefestigter gezeigt, eine Rückkehr in den Kampf um den Meistertitel scheint aber bei zwölf Punkten Rückstand auf den FC Zürich schwer vorstellbar, und der Cup ist längst kein Thema mehr.

Kein Gästesektor im Joggeli

Trotzdem war es in Basel in den letzten Tagen nicht einfach, den Fokus aufs Sportliche zu richten. Nachdem eine Ultragruppierung von Marseille die mitgereisten Basler Fans vor dem Hinspiel attackiert hatte, verfügte die Kantonspolizei Basel-Stadt die Schliessung des Gästesektors. Rund 1’500 Marseille-Fans hatten die Reise nach Basel antreten wollen und sich mit Tickets eingedeckt. Am Dienstagabend annullierte der FCB indes sämtliche Bestellungen aus Frankreich «aus Sicherheitsgründen».

Während Marseille mit dem gesperrten Dimitri Payet auf seinen produktivsten Offensivspieler (je 9 Saisontore und Vorlagen) verzichten muss, dürfte Valentin Stocker ins Kader der Basler zurückkehren und Abascal eine Option für die Flügelpositionen bieten. Der Captain hatte die Reise nach Frankreich vor einer Woche nach der Geburt von Zwillingen aus familiären Gründen nicht angetreten.

Gelingt dem FCB der Einzug in die Viertelfinals, gibt es für den Verein eine Prämie von einer Million Euro. Und Tirana wäre wieder etwas näher gerückt.

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