David Degen und Bernhard Burgener befinden sich in einem Rechtsstreit um den FC Basel. Im Interview mit der «BaZ» spricht David Degen Klartext.

Am Montag hat David Degen eine superprovisorische Verfügung eingereicht – und damit einen möglichen Verkauf von Bernhard Burgeners Aktienanteilen des FCB an die Dream & Vision AG verhindert. Seither ist der Verwaltungsrat der Holding – Bernhard Burgener, Karl Odermatt und Peter von Büren – handlungsunfähig. Die Verfügung gilt solange, bis das Gericht ein Urteil fällt.

Im Interview mit der «Basler Zeitung» äussert sich David Degen zum Rechtsstreit um den FCB. Degen und die «BaZ» haben sich aber nicht im St.-Jakob-Park getroffen: CEO Roland Heri hat Degen den Zutritt verwehrt. Er habe ihm ohne Zustimmung des Verwaltungsrats der Holding keinen Einlass gewähren wollen.

«Den FC Basel besitzt man nicht»

David Degen ist selbst Verwaltungsrat der Holding, ihm gehören zehn Prozent der Aktien. Doch im Interview stellt er klar: «Den FC Basel besitzt man nicht. Man kriegt ihn allenfalls zur Aufbewahrung.» Und das sei ein Privileg, eine grosse Ehre, aber auch eine grosse Aufgabe. Der Lampenberger kritisiert Burgeners Handeln. In der Öffentlichkeit habe dieser immer betont, er halte sich an Verträge. Das habe er aber nicht gemacht. Hätte Burgener sich an Verträge gehalten, hätte er ihm das Vorverkaufsrecht gewährt. «Es ging ihm immer nur darum, die Aktien an die Basel Dream & Vision AG zu übertragen. Etwas anderes hatte er nie vor», sagt Degen.

Wenn David Degen Recht bekommt, droht dem FC Basel ein langwieriger Rechtsstreit. David Degen ist das bewusst. Trotzdem ist der Ex-Profi-Fussballer bereit, den Fall bis vors Bundesgericht zu ziehen. «Ich würde nach A, B und C auch D sagen. Wir müssen den FCB retten, und dafür werde ich kämpfen», so Degen. Er hoffe aber wie alle Beteiligten, dass das nicht nötig sein werde.

Bereits im Vorfeld habe Degen geahnt, dass Burgener ihm die Aktien nicht geben wird: «[…] aus seinem Umfeld mehrmals Stimmen zu mir drangen, die sagten: Er wird dir die Aktien nicht geben». 

FCB soll wieder zum Stolz der Stadt und Region werden

Degen erzählt im Interview, er habe Burgener in der Vergangenheit mehrfach seine Meinung gesagt – dieser wollte aber nicht auf ihn hören. Der Ex-Präsident hat auf Degens Äusserungen hin versprochen, etwas zu tun. Taten sind den Versprechen aber keine gefolgt. Erst nach mehrmaligen Bitten habe Degen Einblick in die Finanzlage des Clubs erhalten. «Man wollte, dass ich mein Handy abgebe. Am Ende durfte ich es trotzdem mitnehmen. Aber ich musste als Verwaltungsrat um Erlaubnis betteln, um mit Mirko Brudermann (der Finanzchef des FCB; Anmerkung der Redaktion) zu sprechen und Einsicht zu erhalten.»

Deshalb müsse er sich – falls er die Aktien denn kaufen kann – erst einen Überblick über die Finanzlage machen. Sein Ziel ist aber klar, den FCB wieder zum Stolz der Stadt und der Region zu machen. Mit Emotionen und Leidenschaft auf dem Platz. Gesund wirtschaften und nur das ausgeben, was man einnehme. Ein Club mit Stolz, Ehre und Demut. Dabei will Degen auf das Ausbildungs-Modell setzen. Das sei das einzige, das in der Schweiz funktioniere. Er sei auch gerne bereit, nach einer allfälligen Übernahme «alles offenzulegen». Nur so könne man das Vertrauen der Fans gewinnen.

Doch wie würde die Führung des FCB bei einem Kauf David Degens aussehen? «Ich bin offen, nach der Übernahme der Aktienmehrheit einen Teil meiner Aktien an Basler zu verkaufen. Je breiter der Club abgestützt ist, umso besser», so Degen.

Sportchef wolle Degen aber definitiv nicht werden. «Ich will als Verwaltungsrat für den Sport verantwortlich sein. Ich möchte einen Sportchef oder einen Chefscout herausfordern.» Ideen habe er schon. Auch für einen möglichen CEO und Trainer habe er schon Ideen. «Aber das werde ich nicht allein entscheiden, sondern im Gremium. Es wird keine Alleinherrschaft beim FCB mehr geben. Diese Zeiten müssen vorbei sein», sagt Degen.

Der Beitrag «Wir müssen den FCB retten, und dafür werde ich kämpfen» erschien zuerst auf Telebasel.

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