
Was man zum Trainingsstart des FC Basel wissen muss
Dieser Artikel wurde von BZ publiziert.
Was man zum Trainingsstart des FC Basel wissen muss
Seit dem 2. Januar ist die Mannschaft des FC Basel wieder an der Arbeit. An diesem Samstagvormittag gibt es ein erstes öffentliches Rasentraining unter frostigen Bedingungen. Ein Überblick über den Vorbereitungsstand und die Personalien, die zu reden geben.
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Junge Basler Wilde mit steigendem Marktwert: Anton Kade (links) und Leon Avdullahu (rechts).
Minus drei Grad. So muckelig kalt soll es am Samstagmorgen um 10 Uhr sein, wenn der FC Basel sein erstes öffentliches Rasentraining des Jahres 2025 absolvieren wird. Anfühlen soll es sich wie minus sechs Grad. Ja, die Wetterbedingungen waren schon angenehmer, wenn der FCB seinen Trainingsbetrieb wieder hochgefahren hat.
Doch die Basler, die auch in diesem Jahr auf ein Trainingslager im temperaturtechnisch sehr viel angenehmeren Marbella verzichten, haben ein straffes Programm vor sich. Und: Auch ein Schlechtwetterprogramm gibt es trotz prognostizierter Temperaturen um den Gefrierpunkt in den nächsten Tagen für den FC Basel nicht. Dies vor allem, weil die Option besteht, das Training auf dem einen beheizten Rasen auf dem Nachwuchscampus zu absolvieren.
Die Trainings finden grundsätzlich auch in der zweiten Saisonhälfte weiterhin auf dem Campus statt. Zwar wurde der Aufgalopp auf der eigentlichen Trainingsstätte der Profis, den Plätzen 19/20, absolviert. Weil jedoch nur einer der beiden Flächen bespielbar ist und die andere nach der überstandenen Japankäfer-Invasion noch immer umgepflügt, weicht die 1. Mannschaft noch bis im Sommer auf die ein paar Meter entfernten Campus-Plätze aus.
Zwei Testspiele – und ein internes Match
Dort wird dann auch eines von zwei Vorbereitungsspielen ausgetragen: am 15. Januar gegen den FC Schaffhausen hinter für Zuschauende verschlossenen Türen. Zuvor wird bereits am 11. Januar (15 Uhr) im St. Jakob-Park gegen den FC Thun getestet. Der Joggeli-Rasen, der nach dem finalen Spiel 2024 von Goalie Marwin Hitz harsch kritisiert wurde – «Es ist eine riesige Katastrophe. Man hat im Sommer Geld da rein investiert. Ich weiss nicht, wo das hingeflossen ist» –, soll problemlos bespielbar sein. Einen weiteren, aber nur internen Test, gibt es am 8. Januar. Dann soll ein erstes Elf gegen Elf ausgetragen werden.
Bis die Meisterschaft fortgesetzt wird, bleiben ab dem samstäglichen Rasen-Trainingsstart bloss 15 Tage, ehe es am 19. Januar gleich mit dem Gipfeltreffen bei Leader Lugano in die Vollen geht. Deshalb wurde das von Athletiktrainer Carlos Menéndez federführend ausgearbeitete Vorbereitungsprogramm streng genommen schon im Laufe des Dezember gestartet.
Kololli und weitere Transferfragen
Eine erste Personalie hat der FCB noch im alten Jahr erledigt: Unter das einjährige Intermezzo von Benjamin Kololli in Rotblau wurde unmittelbar nach Weihnachten ein Schlussstrich gezogen. Der Offensivspieler – in Ungnade gefallen, als er vor Saisonstart zu einer Gruppe Spieler gehörte, die nach einem Teamevent noch um die Häuser zog, und anschliessend uneinsichtig bei der Sanktionierung durch den Klub – hat sich seinem Jugendklub FC Sion angeschlossen.
Ansonsten ist es bisher ruhig geblieben. Offiziell öffnet das Transferfenster in der Schweiz am 15. Januar für vier Wochen. Weitere als Wechselkandidaten gehandelte Spieler wie etwa Mohamed Dräger haben am Donnerstag ihre Arbeit wieder beim FCB angetreten.
Am Freitag hat der FCB jedoch noch zwei Personalvermittlungen kommuniziert. Emmanuel Essiam wird für die zweite Saisonhälfte in die Challenge League an den FC Aarau ausgeliehen. Innerhalb des Unterhauses sucht Adriano Onyegbule nach einem halben Jahr in Schaffhausen (601 Einsatzminuten) nun beim FC Vaduz nach noch mehr Spielzeit.
Kandidat für den FCB? GC-Offensivspieler Giotto Morandi, hier im letzten Spiel des alten Jahres im Joggeli gegen Jonas Adjetey.
Aus der Gerüchteküche stammt der Name Giotto Morandi. Am 25-jährigen Tessiner, der mit seinen sieben Scorerpunkten an den lichten Momenten bei den Grasshoppers beteiligt war, soll neben dem FCB auch Servette interessiert sein. Für Basel spricht, dass Morandis Vertrag (mit Option) Ende Saison ausläuft und sein Berater die Firma SBE von Philipp Degen ist.
Avdullahu und Kade im internationalen Schaufenster
Über kurz oder lang werden sie Subjekte der Begierde auf dem Fussballmarkt sein: Leon Avdullahu und Anton Kade. Das International Centre for Sports Studies (CIES) in Neuchâtel führt die beiden in einem Scouting-Report unter den besten U21-Spielern weltweit, beide auf Platz 4.
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Ein besseres Rating als Kade haben unter den «Flügelverteidigern» nur zwei Portugiesen sowie ein Brasilianer und dem Berliner, der am 17. Januar seinen 21. Geburtstag hat, wird ein Marktwert zwischen 4 und 4,6 Millionen Euro zugeschrieben.
Noch höher wird Eigengewächs Avdullahu von den Neuenburger Fussballforschern unter den «Playmaking Midfieldern» eingeschätzt: zwischen 6,1 und 7,1 Millionen Euro. In dieser Kategorie ragt Aleksandar Pavloic von Bayern München mit einem zehnmal höheren Marktwert heraus.
🚨🐺 VfL Wolfsburg are monitoring Leon Avdullahu ✔️
20 y/o versatile midfielder from FC Basel with a very good season yet. Key player. Contract until 2028.
But more clubs from Germany and England keen on him. Avdullahu doesn’t plan a transfer in winter but he’s one to watch… pic.twitter.com/GweMRzvpNm
— Florian Plettenberg (@Plettigoal) December 31, 2024
Avdullahus Qualitäten sind nicht verborgen geblieben. Zu den Langzeitbeobachtern seiner Entwicklung zählt unter anderem der VfL Wolfsburg, dessen Interesse an dem Solothurner, der am 23. Februar 21 Jahre alt wird, nun von einem der Transferflüsterer kolportiert wird.
Vier Verträge laufen aus
Während Avdullahus Vertrag mit dem FCB eine Laufzeit bis 2028 hat, gibt es bei vier anderen Kaderspielern Gesprächsbedarf, da deren Verträge im Sommer auslaufen. So wie bei den Leih-Akteuren Joe Mendes und Romário Barò. Letzterer hat in seinen ersten Monaten bewiesen, wie stark seine Anlagen sind, bei ihm ist eine Übernahme denkbar. Auf doppelt so viel Einsatzzeit wie der Portugiese kommt Aussenverteidiger Mendes. Die finanziellen Konditionen für eine fixe Verpflichtung des von Braga ausgeliehenen Schweden liegen laut Social-Media-Quelle bei 2,5 Millionen Euro.
🇨🇭 El #Basilea obtiene la cesión del lateral derecho sueco Joe Mendes (21 | #SC_Braga) por una temporada con opción de compra por 2.200.000 € + 300.000 € bonus + 10% futura venta. pic.twitter.com/IvgbHryZRD
— Mercatosphera (@mercatosphera) September 2, 2024
Ebenfalls nur noch bis im Sommer an den FCB gebunden sind Marwin Hitz und Albian Ajeti. Während Hitz bereits betont hat, dass er bleiben möchte und nach letztjährigen Wirrungen auch der Klub sein Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit mit seiner Nummer 1 deutlich gemacht hat, äusserte sich Ajeti Mitte dieser Woche in einem Interview mit «20 Minuten» zu seiner Situation: «Meine Zukunft liegt in Basel. Das weiss der Verein und das weiss auch ich.»
Dass er im Herbst seinen Startelf-Platz an Kevin Carlos verloren hat, ändere daran nichts. Ajeti sagt angriffig: «Diese Rolle muss ich akzeptieren, ich will mich aber wieder in die Startelf reinkämpfen.»
Konkurrenzkampf ist ohnehin ein grosses Stichwort: Weil das Kader aktuell so breit und komplett aufgestellt ist, werden keine Junioren in den Trainingsbetrieb in dieser Vorbereitung integriert. Dies auch, weil mit Ausnahme von Arlet Junior Zé, der nach wie vor an den Folgen einer Zehenoperation laboriert, alle Kaderspieler fit sind – also ganze 28 an der Zahl.
Celestini-Assistent Callà ist auch noch da
Angeleitet werden diese Spieler nach wie vor von Cheftrainer Fabio Celestini – und auch von Davide Callà. Das ist insofern erwähnenswert, da der seit zweieinhalb Jahren als Co-Trainer beim FCB wirkende Callà mit der Nationalmannschaft in Verbindung gebracht wird, weil Murat Yakin nach dem Übertritt von Giorgio Contini zu den Young Boys einen neuen Assistenten braucht. Vor Continis Zeit in der Nati war Callà schon einmal Kandidat gewesen.
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