
Voller Tank und freier Kopf: Der FC Basel hat das Training wieder aufgenommen und will mit Winnermentalität ganz nach oben
Dieser Artikel wurde von BZ publiziert.
Super League
Voller Tank und freier Kopf: Der FC Basel hat das Training wieder aufgenommen und will mit Winnermentalität ganz nach oben
Am Samstag hat der FC Basel mit einem öffentlichen Training den Betrieb im neuen Jahr so richtig hochgefahren. Gefehlt hat dabei nur Dominik Schmid – krankheitsbedingt. Wie der Start war, welche Ziele der FCB in dieser Saison hat und was Fabio Celestini und Xherdan Shaqiri sagen.
Bei minus 3 Grad hat der FC Basel am Samstagmorgen sein erstes (Kunst)rasen-Training absolviert.
Es ist 11.05 Uhr, als die versammelte Mannschaft des FC Basel auf dem Rasen steht und das erste, öffentliche Rasentraining des neuen Jahres beginnen kann. Dabei hätte es schon um 10 Uhr losgehen sollen. Eigentlich. Doch eine halbe Stunde zuvor kommt die Meldung: das Training wurde auf 10.30 Uhr verschoben, weil der Platz gefroren ist.
Die Temperaturen an diesem ersten Samstag im 2025 setzen zu. Bis der Kunstrasen auf dem Nachwuchscampus bespielt werden kann, dauert es. Und als Fabio Celestini nach der rund einstündigen Einheit gefragt wird, wie es ist, wieder auf dem Platz zu stehen, sagt er erst: «Kalt. Sehr kalt!»
Doch nicht nur das Wetter war nach dem offiziellen Startschuss des FC Basel in die Vorbereitung für die zweite Saisonhälfte 2024/2025 Thema. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Trainingsstart.
Inhaltsverzeichnis
Wie ist die Verfassung der Mannschaft?
Nur zweieinhalb Wochen Ferien hatten die Spieler und der Staff, das sei «ganz ehrlich ein bisschen komisch», befindet Trainer Fabio Celestini. Doch dass die Pause so kurz war, hat auch etwas Gutes, wie Xherdan Shaqiri zugibt: «Weil die Ferien so kurz waren, haben wir nicht viel verloren.» Dennoch sei es wichtig gewesen, so Shaqiri, etwas runterfahren zu können und auf andere Gedanken zu kommen. Nun gehe es darum, sich wieder an die kalten Temperaturen zu gewöhnen. Zumindest für jene, die in der Sonne waren.
Den Plan unter dem Arm, die Batterien wieder voll geladen: FCB-Cheftrainer Fabio Celestini.
Der Fitness-Zustand aber sei gut, wie Celestini sagt. «Ich bin sehr zufrieden. Sie haben alle ihre Übungen gemacht, das konnten wir alles via GPS-Tracker überwachen.» Auch aufgrund dieser Möglichkeit habe man sich dagegen entschieden, bereits am 30. Dezember wieder zu beginnen und im Vergleich mit anderen Super-League-Teams später gestartet. Das Resultat? «Die Jungs sind fit und mit einer guten Mentalität zurückgekehrt, sind frisch im Kopf und bereit, zu pushen», sagt Celestini. Oder wie es Shaqiri sagt: «Wir können es alle kaum erwarten, dass es wieder losgeht.»
Und auch der Trainer brennt, sagt er doch über seine Verfassung: «Ich bin 120 Prozent fit, der Tank ist voll. Und zwar für die nächsten fünf Monate, in denen es keine Chance gibt, zu relaxen. Wir wollen Vollgas geben und da muss der Trainer der Erste sein, der das tut. »
Wer war dabei, wer hat gefehlt?
Mit Ausnahme von zwei Spielern, die man am Samstag auf dem Rasen erwartet hätte, waren alle dabei. Abwesend waren Roméo Beney, dessen halbjährige Leihe zu Stade Lausanne-Ouchy kurz vor dem Trainingsstart noch vermeldet wurde. Der 19-Jährige soll bei Ouchy jene Spielpraxis sammeln können, auf die er in Basel aktuell keine Aussicht hat.
Soll bis im Sommer bei Stade Lausanne-Ouchy zu Spielpraxis kommen: Roméo Beney.
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Ebenfalls nicht mit dabei war Dominik Schmid. Der Vize-Captain hat in den letzten beiden Tagen zwar die Tests und eine erste lockere Einheit absolvieren können, musste sich am Samstag aber krank abmelden. Und Junior Zé trainiert, wie bereits zuvor bekannt, zurzeit noch separat, weil er noch nicht bei 100 Prozent ist, nach seinen Zehen-Problemen.
Dass es so wenige Ausfälle gibt, freut Celestini ausserordentlich. Der Trainer erachtet dies ausserdem als eine gewisse Bestätigung der Dynamik der letzten sechs Monate, wie er sagt. «Schon da hatten wir eigentlich immer viele, viele Spieler zur Verfügung, weil kaum je jemand verletzt war.» Klar habe mal jemand einen Schlag abbekommen, aber es war nichts Schlimmes dabei. «Sie arbeiten sehr gut und wir arbeiten alle sehr gut zusammen. Wir haben einen grossen Schritt vorwärts gemacht. In vielen Sachen», so der sehr zufriedene Trainer.
Welche Mutationen sind noch zu erwarten?
Höchstens noch weitere leihweise Abgänge junger Spieler, die Minuten brauchen. Man denke dabei beispielsweise an einen Marvin Akahomen. Ausserdem ein Abgangskandidat ist Mohamed Dräger. Zuzüge dürfte es keine geben. Das Kader ist, so die allgemeine Auffassung, breit genug und die Dynamik und Austarierung so stimmig, dass man diese nicht durch Neuverpflichtungen gefährden möchte.
Wieso ist der FCB in Basel geblieben und nicht nach Marbella gefahren?
Das war, erklärt Fabio Celestini, eine Überlegung von ihm. «Aber David und Dani waren nicht traurig darüber», sagt er und lacht. Der FCB-Boss David Degen und der Sportchef Daniel Stucki hätten viel mehr den Ansatz verstanden und gutgeheissen. Celestini wollte vermeiden, dass in einer nur zwei Wochen andauernden Vorbereitung zwei Tage für die Reise nach Südspanien und zurück verloren gehen und ausserdem die Adaption an die Temperaturen noch mehr zu schaffen mache: «Wir haben in der Schweiz wahrscheinlich die nächsten zwei Monate dieses Wetter wie jetzt, daher macht es Sinn, hierzubleiben.»
Der Startschuss für die Vorbereitung auf die Rückrunde 2024/2025 ist beim FC Basel gefallen.
Ausserdem scheint er einen gewissen Aberglauben zu haben. Celestini erinnert an die Saison, in welcher er mit Lausanne als Trainer aus der Challenge League in die Super League aufgestiegen ist. «Damals haben wir die vier Wochen dauernde Vorbereitung auch komplett zu Hause in Lausanne verbracht.» Dass sein Team damals die Liga gewann, scheint er als gutes Omen zu nehmen.
Ist das Training aufgrund des Wetters eingeschränkt?
Xherdan Shaqiri nennt die Bedingungen «nicht die besten», aber man mache das Beste daraus. Dazu gehört auch ein gewisses Improvisationstalent. Am Freitag konnte das Team nicht auf den Rasen, weil keiner bespielbar war, am Samstag wurde wie erwähnt der Start verschoben. Weil am Sonntag aber ohnehin frei ist und am Montag etwas wärmere Temperaturen angesagt sind, sollte es die Vorbereitung nicht beeinträchtigen.
Ein warm eingepackter Xherdan Shaqiri beim Trainingsstart.
Das Wetter hierzulande, so Celestini, dürfe aber ohnehin niemand als Ausrede nehmen, der eine Winnermentalität haben wolle. Und genau diese fordert der Trainer von seinem Team «Das habe ich der Mannschaft auch so gesagt.»
Hat sich das Saisonziel nach dem guten ersten Halbjahr für die zweite Saisonhälfte verändert?
«Ich ändere das Ziel nie während einer Saison», sagt Fabio Celestini ganz klar. «Das macht keinen Sinn.» Also bleibt die Vorgabe weiter dabei, die Champions Group zu erreichen. Sollte das nach den zu absolvierenden 33 Runden geschafft sein, dann könne man das weitere Ziel besprechen. Je nachdem, ob man noch nach oben schauen könne, oder eher die Europa-League-Plätze avisieren müsse, so Celestini weiter. Die aktuelle Ausgangslage sieht vielversprechend aus: Der FC Basel ist nach 18 gespielten Runden auf Rang zwei der Tabelle, nur einen Zähler hinter Leader Lugano. Bei den Tessinern startet der FCB am 19. Januar auswärts dann auch gleich die Rückrunde (16.30 Uhr).
Woran soll gearbeitet werden in den nächsten Wochen, um eine gute Rückrunde hinlegen zu können?
«Wir haben uns etwas aufgebaut in den ersten sechs Monaten dieser Saison, darauf wollen wir weiter aufbauen», sagt Fabio Celestini. Sein Team weist die beste Offensive und die beste Defensive der Liga auf, konnte aber in der Liga in den letzten drei Partien des Jahres 2024 nicht mehr gewinnen. Deshalb sagt Xherdan Shaqiri klar: «Wir wissen, dass wir uns noch verbessern und weiterentwickeln müssen und können.»
Und der Star der Basler sagt auch gleich, was für ihn der Schlüssel zum Erfolg ist: «Uns hat die Konstanz etwas gefehlt. Wir haben immer wieder zwei, drei Spiele gewonnen, danach aber verloren oder Remis gespielt. Wenn man jedoch eine Winnermentalität hat, dann bringt man diese Konstanz hin.»
Der Staff rund um Cheftrainer Fabio Celestini fordert von seinem Team eine Winnermentalität.
Das habe man auch im letzten Spiel des Jahres gegen GC gesehen, welches 0:1 verloren ging, so Shaqiri weiter: «Das hat mit Konstanz und Konzentration zu tun, da waren wir vielleicht nicht alle bei 100 Prozent. Und wenn bei uns mal einer oder zwei ein bisschen weniger machen, merkt man das sofort.»
Aber auch Shaqiri streicht die positive Vorrunde heraus, die ein gutes Gefühl verleihe: «Es wird sicher spannend sein, wo wir am Schluss stehen werden. Wir wollen natürlich angreifen.»
Wie geht es bis zum Rückrundenstart weiter?
Erst mit einem freien Tag am Sonntag, dann wieder mit Trainings ab Montag. Am 8. Januar steht ein internes Testspiel an, am 11. Januar eines im Joggeli gegen den FC Thun (15 Uhr) und am 15. Januar ein weiterer, finaler Testkick gegen Schaffhausen (13 Uhr, ohne Publikum) gegen Ex-Coach Ciriaco Sforza.
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