Vier effiziente Minuten reichen: Der FC Basel dreht das Spiel und knorzt sich in den Halbfinal des Schweizer Cups

Dieser Artikel wurde von BZ publiziert.


Schweizer Cup

Vier effiziente Minuten reichen: Der FC Basel dreht das Spiel und knorzt sich in den Halbfinal des Schweizer Cups

Der FC Basel zeigt gegen Étoile-Carouge eine schwache Leistung, muss die Partie drehen und schafft es trotzdem so in den Cup-Halbfinal.

Das eingewechselte Geburtstagskind Albian Ajeti (links) jubelt mit Doppeltorschütze Kevin Carlos über dessen Tore und den Halbfinal-Einzug des FC Basel.

Til Buergy / KEYSTONE

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Plötzlich sieht es ganz einfach aus. So, wie man das im Training wahrscheinlich einstudiert hat beim FC Basel: Dominik Schmid schlägt von der linken Seite eine Flanke in die Mitte, findet dort Albian Ajeti, der legt auf Gabriel Sigua ab – Tor.

75 Sekunden später: Erneut Flanke von Schmid in die Mitte, der Basler Linksverteidiger zirkelt auf Kevin Carlos, der köpft in die weite Ecke – Tor. 2:1 steht es für den FC Basel im Cup-Viertelfinal gegen Étoile Carouge auf einmal. Es läuft bereits die 85. Minute in dieser Partie. Weitere zwei Minuten später steht es sogar 3:1.

Wieder heisst der Torschütze Carlos. Kurz zuvor hatte kaum mehr jemand daran geglaubt, dass der FC Basel dieses Spiel noch irgendwie drehen könnte. 0:1 liegen die Basler da hinten. Und was der FCB in diesem Aufeinandertreffen mit dem Tabellendritten der Challenge League zeigt, ist schlicht nicht genug. Uninspiriert. Ungenau. Bis zu den drei Toren in diesen vier Minuten findet der FCB nie Zugang zu diesem Spiel.

Dass der FCB, als Leader der Super League nach Carouge gereist, in diesem K.o.-Spiel Mühe haben würde, zeichnet sich schnell ab. Denn die ersten Minuten sind schockierend schwach. Mit Ausnahme einer kurzen Phase rund um die 20-Minuten-Marke, in welcher der FCB Carouge hoch presst und langsam gefährlich zu werden scheint, ist es Carouge, welches das Geschehen im Griff hat. Der Gastgeber drückt nicht nur, er hat mehr Anteile und spielt den besseren Fussball. Die Genfer haben auch eine Vielzahl an Chancen mehr. Mirko Salvi, der die angeschlagene Nummer 1, Marwin Hitz, vertritt, hat mehr zu tun, als ihm lieb sein dürfte.

Salvi rettet und rettet und rettet

Ein erstes Mal muss Salvi bereits in der zweiten Minute gegen Vincent Rüfli eingreifen. Bis zur 15. Minute folgen drei weitere Chancen von Carouge, bei welchen es Interventionen von Salvi erfordert. Danach scheint der FCB in diesem Cup-Viertelfinal zumindest angekommen zu sein, versucht es Xherdan Shaqiri mit einem Distanzschuss und wird dem FCB ein Hands-Penalty verwehrt. Doch das war es dann auch schon wieder mit Szenen, in welchen das Spiel auf die FCB-Seite kippen könnte.

Danach ist bei den Baslern wieder Salvi der meistgeforderte Akteur. In der 37. Minute und nach schwachem Abwehrverhalten von Kevin Rüegg und Jonas Adjetey braucht der FCB neben seinem Keeper auch noch etwas Glück, dass der Ball an den Pfosten und danach ins Aus zischt.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt dürfte sich beim FCB niemand über einen Rückstand beschweren. Die Genfer hätten eines, wenn nicht eher zwei Tore verdient. Die Basler hingegen kriegen nicht einen Abschluss zustande, den man als gefährlich taxieren könnte.

Und dann verschiesst Shaqiri tatsächlich den Elfer

Doch so steht es auch nach Wiederanpfiff weiterhin 0:0. Und FCB-Trainer Fabio Celestinis Worte in der Pause – «Jungs, wir müssen dieses Spiel einfach gewinnen. Egal wie» – scheinen zu wirken. Die Basler kommen verändert aus der Kabine, wacher und williger. Die Belohnung folgt schnell: Carlos wird im Strafraum zurückgehalten, es gibt Elfmeter.

Die Versuche aus elf Metern sind beim FCB dem Captain vorbehalten. Der sonst so traumwandlerisch sichere Penalty-Schütze aber scheitert am Ex-Basler Signori Antonio im Tor von Carouge. Es scheint, als sei an diesem Abend nicht einmal auf die Lebensversicherung Shaqiri Verlass. «Ich dachte, an so einem Abend scheiden wir aus», gibt auch Celestini zu.

Und die Angst wird noch grösser. Denn statt die Führung verwalten zu können, kassiert der FCB in der 55. Minute das 0:1. Den Traumtreffer von Oscar Correia Ferreira verhindert Schmid zu wenig konsequent. Und plötzlich steht der FCB vor dem Aus. Wie sollen sich die Basler in dieser Verfassung nur zurückkämpfen?

Celestini äussert seine Unzufriedenheit in Form von zwei Doppelwechseln innerhalb von zehn Minuten, welche mit einem Systemwechsel zu einem Zwei-Mann-Sturm einhergehen. Mit dem Impuls von aussen und dem Rücken zur Wand scheint der FCB noch einmal alles aus sich heraus holen zu wollen. Nachdem Ajeti in der 82. Minute auf eine Flanke von Schmid erst zu zentral köpft, macht es das Geburtstagskind in eingangs erwähnter Szene in der 84. Minute besser, als Ajeti auf den ebenfalls eingewechselten Sigua ablegt. Es folgt das 2:1 durch Carlos 75 Sekunden später. Und der wiederum erhöht weitere zwei Minuten später gar auf 3:1.

Vier effiziente Minuten reichen dem FCB also, um die Pflicht zu erfüllen und in den Cup-Halbfinal einzuziehen. Dass das Resultat eher nach Kür aussieht und zu hoch ausfällt, wird in Basel niemanden interessieren.

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