Dieser Artikel wurde von 20 Minuten publiziert.

Publiziert5. Dezember 2024, 04:46

«Grosse Enttäuschung»Trotz Sieg und Titeltraum: FCB-Coach kritisiert sein Team sehr scharf

Der FC Basel triumphiert nach Elfmeterschiessen gegen Sion im Achtelfinal des Schweizer Cups. Trainer Fabio Celestini zeigt sich trotz Sieg unzufrieden und findet klare Worte.

Nils Hänggi (im St. Jakob-Park)
von

Hier traf Xherdan Shaqiri wunderschön zum 1:0 gegen den FC Sion im Schweizer Cup.

SRF

Darum gehts

  • Der FC Basel besiegt den FC Sion im Cup-Achtelfinal nach Penaltyschiessen mit 4:1.

  • Xherdan Shaqiri erzielt ein frühes Freistoss-Tor, doch das Team gerät in Rückstand.

  • Trainer Fabio Celestini kritisiert die Mannschaft trotz des Sieges scharf.

  • Celestini betont die Wichtigkeit von Konstanz und Mentalität im Team.

  • Am Sonntag trifft der FC Basel auf den FC St. Gallen.

Der Titeltraum des FC Basel lebt weiter. In einem dramatischen Cup-Achtelfinal besiegte der FCB daheim den FC Sion nach Penaltyschiessen mit 4:1. Die Erleichterung bei den Basel-Stars war nach dem erfolgreichen Ende spürbar. So zum Beispiel bei Xherdan Shaqiri, der bereits in der 5. Minute dank eines Zauber-Freistosses das 1:0 schoss.

Der Superstar sagte nach der Partie in der Mixed Zone: «Die frühe Führung war sehr gut. Doch danach haben wir sehr viele Fehler gemacht und nicht mehr gut gespielt. Wir gerieten verdient in Rückstand.» Dass man das Spiel dann doch noch gewonnen habe, zeige die Entwicklung und die Moral der Mannschaft.

Fabio Celestini war nicht happy mit dem gesamten Spiel des FC Basel.

Fabio Celestini war nicht happy mit dem gesamten Spiel des FC Basel.

IMAGO/Steinsiek.ch

Fabio Celestini: «Wir haben komplett den Kopf verloren»

«Letztes Jahr hätte der FC Basel so ein Spiel vielleicht noch verloren», so Shaqiri. «Man muss einfach immer an den Sieg glauben.» Über mögliche Titel wollte der Ex-Nati-Star trotzdem noch nicht reden. «Das ist zu früh», so die Basel-Legende. «Titel werden im Sommer vergeben. Wir müssen am Boden bleiben und weitermachen. Aber ja, die Tabelle lügt nicht.»

Weniger gut gelaunt war FCB-Coach Fabio Celestini. Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel wählte er sehr harte Worte und kritisierte sein siegreiches Team heftig. Ihm missfielen vor allem die rund 40 Minuten nach dem traumhaften Freistoss-Tor durch Shaqiri. Er sagte: «Die kann ich nicht vergessen. Wir haben komplett den Kopf verloren.»

Hier ging der FC Sion gegen den FC Basel in Führung im Achtelfinal des Schweizer Cups.

SRF

Und weiter: «Ich habe das im letzten Jahr nicht von meiner Mannschaft gesehen. Das darf nicht passieren. Ich bin ehrlich, diese Minuten waren sehr, sehr schwierig.» Und dann nochmals: «Diese Minuten kann ich wirklich nicht vergessen.» Das dürfe einem Spitzenteam nicht passieren. «Wir hatten Glück, dass Sion nur zwei Tore gemacht hat.»

FCB-Trainer wählt sehr harte Worte

Celestini stellte klar, dass für ihn der Wettbewerb und der Gegner stets egal seien. Ihm seien vielmehr Konstanz und Mentalität wichtig. Und genau diese beiden Sachen sprach der Rotblau-Trainer seinen Männern kurz vor Mitternacht im Medienraum des FC Basel ab: «Ich kann das heute wirklich nicht verstehen. Wir schiessen nach fünf Minuten die Führung und dann?»

Auf Frage von 20 Minuten was er seinen Spielern in der Kabine zur Halbzeit gesagt habe, antwortete Celestini: «Ich war sehr ehrlich und transparent. Details sind nicht wichtig.» Die zweite Hälfte sei dann auch viel besser gewesen. «Ich weiss ja, was meine Spieler können und wie gut sie sind.»

Und genau diese Tatsache, dass der FC Basel es eben eigentlich viel besser kann, machte den FCB-Coach vermutlich so nachdenklich. «Es war eine grosse Enttäuschung. Das war nicht meine Mannschaft», so Celestini, der nochmals die unguten Minuten nach dem 1:0 durch Shaqiri ansprach. «Dieses Spiel hätten wir auch 1:5 verlieren können.»

Immerhin: Am Sonntag trifft der FC Basel bereits auf den FC St. Gallen. Dann können die Stars um Shaqiri und Co. beweisen, dass sie über 90 Minuten schönen Fussball spielen können.

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  • Auch dank Wunder-Shaqiri: FCB grüsst vom Leaderthron

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