Der FCB kann eine starke Leistung gegen YB nicht mit einem Sieg krönen. Spieler und Trainer sind nach dem 2:2 sichtlich verärgert.

«Es sind zwei verlorene Punkte», fasst ein deutlich angefressener Guillermo Abascal das Spiel des FC Basel gegen die Young Boys zusammen. Der FCB-Coach ist «sehr enttäuscht» darüber, dass seine Mannschaft trotz zweimaliger Führung den Sieg gegen den Noch-Meister nicht einfahren konnte.

Der Serienmeister wäre an diesem kalten Sonntagnachmittag in einem heissen Kampf für die Basler zu packen gewesen. Der FCB spielte von Beginn weg konzentriert, hart und phasenweise dominant. Einzelne Nachlässigkeiten in der Defensive nutzten die Berner aber aus und kamen so zweimal zurück. Rotblau wiederum nutzte zahlreiche Gelegenheiten nicht, um einerseits schon früh in Führung zu gehen und andererseits diese später in der Partie auszubauen.

Frei: «Eine verpasste Chance»

Dementsprechend enttäuscht zeigt sich nach dem Duell auch Taulant Xhaka. Das 2:2 fühle sich «wie eine Niederlage» an, so der Ur-Basler. Da mag auch sein Hammer zum 1:0 seinen Ärger nicht lindern. «Ich hätte heute lieber gewonnen», so Xhaka gegenüber Telebasel. Man habe es nicht geschafft, in der ersten Halbzeit ein oder zwei Tore mehr zu schiessen, analysiert Fabian Frei nach der Partie. «So ist das Spiel halt offen und YB kommt mit seiner Qualität zurück». «Eine verpasste Chance auf drei Punkte», konstatiert Frei, der einmal mehr in der Innenverteidigung eingesetzt wurde. Der Routinier sah beim zweiten Berner Gegentreffer nicht gut aus.

Die FCB-Defensive um Fabian Frei (links) liess sich beim 2:2-Gegentreffer von YB-Stürmer Wilfried Kanga abkochen. (Bild: Keystone)

Abascal kritisiert die fehlende Kaltschnäuzigkeit

Dass seine Mannschaft YB zweimal zurück ins Spiel kommen liess, wurmt FCB-Trainer Abascal mächtig.  «Das erste Gegentor war ein klarer Fehler, da hatte Edimilson Fernandes zu viel Platz». Der Berner Mittelfeldspieler konnte frei abschliessen, sein Schuss wurde vom Basler Wouter Burger unglücklich ins eigene Tor abgelenkt. Insgesamt kritisiert Abascal aber das Verhalten seiner Spieler vor dem gegnerischen Tor. «Wir waren von Beginn bis zur letzten Minute im Spiel. Wenn wir in der ersten Halbzeit früher in Führung gehen, hilft uns das sicher.» Gerade in der ersten Hälfte habe sein Team viele gute Aktionen im gegnerischen Strafraum gehabt. Aber: «Wir liessen die Geduld in den letzten Aktionen vermissen, den entscheidenden Schuss oder den letzten Pass.» Daran müsse er mit der Mannschaft nun weiter hart arbeiten.

«Liessen die Geduld vermissen»: Ein angefressener Guillermo Abascal bemängelt das Abschlussverhalten seiner Spieler vor dem gegnerischen Tor. (Bild: Keystone)

Xhaka: «Was Zürich macht, ist mir egal»

Mit dem Remis gegen YB verpasst der FCB einerseits die Gelegenheit, die Berner im neunten Anlauf endlich wieder einmal zu bezwingen. Der letzte Basler Sieg datiert vom 11. Juli 2020. Andererseits konnte Rotblau vom Ausrutscher des FC Zürich am Samstag im Derby gegen GC (1:1) nicht profitieren. Die Basler hätten damit auf zehn Punkte an den Leader heranrücken können – es wäre wohl die letzte Gelegenheit gewesen, das Rennen um den Meistertitel nochmals spannend zu machen. So bleibt es jetzt bei zwölf Zählern Abstand zum FCZ. Trotzdem gibt sich FCB-Terrier Xhaka kämpferisch und sagt etwas trotzig: «Wir schreiben gar nichts ab, es ist alles möglich.» Er schaue nicht auf die Tabelle. «Was Zürich macht, ist mir egal.»

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