Dieser Artikel wurde von BAZ publiziert.

AboNicolas Vouilloz im Interview

«Ob ich da schon auf einer Liste stand? Vielleicht…»

09.11.2024; Yverdon; Fussball Super League - Yverdon Sport FC - FC Basel;
Nicolas Vouilloz (Basel) 
(Claudio De Capitani/freshfocus)
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Nicolas Vouilloz kam zuletzt in der Basler Abwehr fast immer zum Einsatz. Nun aber kehren die genesenen Innenverteidiger Jonas Adjetey und Arnau Comas wieder zurück ins Kader. Dennoch hofft der 23-Jährige, dass er am Sonntag im Heimspiel gegen seinen Stammverein Servette in der Basler Startelf steht.

Nicolas Vouilloz, kennen Sie die Weisheit «Never Change a Winning Team»?

Klar, das ist definitiv ein legendärer Spruch im Fussball.

Und was halten Sie davon?

Nun, ich weiss schon, worauf Sie in Bezug auf mich und den FC Basel hinauswollen … Die Mannschaft hat zuletzt mit vier Siegen aus fünf Ligaspielen gut funktioniert…

… und Sie waren Teil davon. Werden Sie am Sonntag das Vergnügen haben, gegen Ihren ehemaligen Club aufzulaufen?

Ich kann in Bezug auf dieses Wochenende nicht abschätzen, ob ich spiele oder nicht. Das ist Fussball, da gibt es Konkurrenzkampf – und wir haben ein breites, starkes Kader mit viel Konkurrenz und Qualität auf allen Positionen. Durch die Verletzungen habe ich meine Chance bekommen und versucht, sie so gut wie möglich zu nutzen. Ich wollte zeigen, was ich kann, und mich für Spielzeit empfehlen. Aber letztlich entscheidet der Trainer. An mir ist es, immer weiterzuarbeiten, im Training Vollgas zu geben und bereit zu sein, wenn es mich braucht. Jetzt kann ich nur sagen: Ich bin bereit – und hoffe, abermals zu spielen.

Hoffen Sie es noch ein bisschen mehr als ohnehin schon? Genf ist Ihre Stadt, Servette Ihr Club, von dem aus Sie im Januar nach Basel und damit weg aus der Heimat zogen …

Auf der einen Seite ist es einfach ein weiteres Ligaspiel, in dem es um drei Punkte geht, und ich bereite mich so vor wie immer. Auf der anderen Seite muss ich ehrlich sein: Natürlich ist ein Spiel gegen Servette für mich etwas Spezielles. Da stehen meine früheren Mitspieler auf dem Platz, da geht es gegen einen Club, der in meinem Leben einen besonderen Platz hat. Ich weiss, dass sich das anders anfühlt als sonst.

Dieses Gefühl haben Sie zuletzt am 11. August erlebt, allerdings nur von der Ersatzbank aus – und gesehen, wie der FCB in Genf 6:0 gewinnt …

Ja, der Drang, da zu spielen, war damals noch grösser als sonst. Aber: Wenn die Mannschaft 6:0 gewinnt, hat der Trainer alles richtig gemacht. Das war eine ziemliche Demonstration, die unsere Mannschaft gezeigt hat. In den vergangenen Jahren war es für alle Gegner in der Super League schwierig, in Genf zu gewinnen. Und dann das! Seit ich im Februar 2019 aus dem Servette-Nachwuchs zu den Profis aufstieg, kann ich mich nur an die Young Boys erinnern, die im Stade de Genève so hoch gewannen.

Wie war das damals für Sie – hatten Sie auch Mitleid mit Ihrem Heimatclub?

Nein, das gewiss nicht. Ich meine: Es war sicher eine deftige Niederlage. Und doch war es nur ein Spiel, ging es nicht um mehr oder weniger als die drei Punkte … Aber als ich mich danach mit einigen meiner früheren Teamkollegen unterhielt, war das schon nicht so unterhaltsam wie auch schon, sondern waren die Servette-Spieler verständlicherweise ziemlich wortkarg.

Die Partie in Genf bildete für Sie den Auftakt zu einer Serie von vier Ligapartien ohne Einsatz. Das war zuvor noch nie der Fall, seit Sie zum FCB gewechselt waren. Und dazwischen kam ein Einsatz im Cup bei Stade Nyonnais, bei dem Sie einige Mühe bekundeten. Was lief in dieser Phase falsch?

Da gab es verschiedene Aspekte. Die Konkurrenz in der Abwehr war in dieser Phase grösser. Zudem bekundete ich etwas Mühe mit meinem Knöchel, musste mich durchbeissen. Und ja, das Spiel bei Stade Nyonnais … Wir steckten da alle als Mannschaft nach den Transfers im August in einer Findungsphase. Ich selbst hatte gewiss keinen guten Tag. Aber das passiert, das muss man wegstecken.

Wie?

Dranbleiben, arbeiten. Mental stark sein, positiv bleiben und an sich und seine Chance glauben. Ich habe einfach weitergearbeitet. Und ich finde, ich bin ein positiver Mensch und mental stark. Ich war überzeugt, dass meine Chance wieder kommt.

Die Chance kam …

… und zwar schon bei der 0:1-Niederlage in Luzern. Das war auch ein schwieriges Spiel für mich, weil ich zuvor kaum zum Einsatz gekommen war. Der Druck, der mit der persönlichen Situation einhergeht, macht es in den wenigsten Fällen einfacher … Aber da musste ich durch, alles reinwerfen, Sicherheit zurückerlangen. Nachdem ich beim 1:0 gegen YB wieder draussen geblieben war, kamen das Spiel gegen St. Gallen und die Einwechslung für Adjetey. Und da merkte ich die Bestätigung dessen, was ich schon früher im Training gespürt hatte: Die Formkurve geht wieder nach oben.

Das schien Sie zuletzt konstant zu tun. Sahen wir den besten Nicolas Vouilloz?

Ich bin jung und erwarte schon noch von mir, dass ich mich in allen Belangen verbessern kann. Und wenn Sie das mit Blick zurück meinen: Ich denke, in der vorletzten Saison, als ich bei Servette regelmässig spielte, waren wohl noch bessere Leistungen dabei.

Also grenzen wir die Frage ein: War es der bisher beste Vouilloz im Trikot des FC Basel?

Ja, da stimme ich zu.

Warum?

Viele Spiele zu spielen, hilft enorm, weil es dir Rhythmus gibt. Ich habe zwar auch schon im Frühjahr regelmässig gespielt, doch da war ich rechter Aussenverteidiger. Das ist völlig in Ordnung, wenn ich dort gebraucht werde. Aber meine Lieblingsposition ist jene des Innenverteidigers. Und in den letzten Spielen konnte ich zeigen, warum.

Warum spielen Sie lieber Innen- denn Aussenverteidiger?

Weil ich das ganz einfach besser kann. Diese Position entspricht viel mehr meinen Fähigkeiten. Oder anders gesagt: Auf der Aussenverteidiger-Position sind andere Fähigkeiten nötig, die nicht unbedingt zu meinen Stärken zählen.

Die da wären?

Ich bin weniger schnell, ich bin weniger explosiv, und ich kann auch nicht ständig diese intensiven, langen Läufe machen, die auf dieser Position verlangt werden. Meine Stärken sind andere, die im Abwehrzentrum besser zur Geltung kommen.

Sie sind nun seit Januar hier. Lief es für Sie bisher wie erwartet?

Nein. Denn ich ging davon aus, dass ich mehr Anlaufzeit benötigen würde. Dass ich im Frühjahr gleich regelmässig zu Einsätzen als Rechtsverteidiger kam, damit hatte ich nicht gerechnet. Dass es danach nicht einfach so weitergegangen ist, gehört zum Prozess, den man durchmacht, wenn man in einer Mannschaft wie jener des FC Basel ist. Aber insgesamt fühle ich mich in einem starken Kader sehr gut aufgehoben – und auch in Basel habe ich mich sehr schnell wohlgefühlt. Dass im Club und in der Stadt so viele Menschen Französisch sprechen, das hilft.

Haben Sie das gewusst – und sind auch deshalb nach Basel gekommen?

Nein. Davon war ich überrascht. Entscheidend für den Wechsel war die Anziehungskraft dieses Clubs. Das Interesse, das er weckt, die Geschichte, die er hat. Die Begeisterung überall. Aber auch der Ruf, dass man sich von hier aus weiterentwickeln, vielleicht den Sprung in eine grosse Liga schaffen kann – das alles hat eine Rolle gespielt.

Wie gross ist der Unterschied zu Servette?

Er ist offensichtlich. In Genf wartet man zwar noch länger auf einen Meistertitel und würde dies auch eine Euphorie wecken. Aber da sind vielleicht 10’000 Menschen im Stadion – und hier in Basel sind es 30’000. Servette wird Genf wohl nie so bewegen, wie das der FCB mit der Region Basel tut – und zwar unabhängig davon, wie es der Mannschaft gerade läuft. Ich habe Videos von Meisterfeiern auf dem Barfüsserplatz gesehen: Der ist immer voller Fans gewesen … So etwas würde ich hier auch gerne erleben.

30.10.2024; Bern; Fussball Super League - BSC Young Boys - FC Basel;
Nicolas Vouilloz (Basel) gegen Meschack Elia (YB) 
(Claudio De Capitani/freshfocus)

Eine Rolle für den Transfer zu Basel soll auch gespielt haben, dass Sie bei Servette nach dem Trainerwechsel von Alain Geiger zu René Weiler nicht mehr regelmässig eingesetzt wurden …

Nun ja, das war für mich eine schwierige Zeit. Alain Geiger hat mir viel Vertrauen geschenkt. René Weiler hatte andere Ideen, sah die Dinge anders. Es ist nicht so, dass ich mich mit ihm nicht verstand. Aber ich verstand nicht, warum ich relativ plötzlich nicht mehr spielte. Das war für mich nicht nachvollziehbar. Das verstärkte den Gedanken, dass eine Luftveränderung meiner Entwicklung als Fussballer und Mensch nach so langer Zeit in Genf und bei Servette womöglich förderlich sein könnte. Und bislang bin ich sehr glücklich über diesen Schritt: Beim FCB gab es zwar auch Phasen, in denen ich nicht spielte – aber ich konnte sie stets nachvollziehen.

Trotzdem verlängerten Sie bei Servette noch im November Ihren Vertrag – und waren schon im Januar in Basel. Das wirkt seltsam …

Von aussen betrachtet wirkt das wohl tatsächlich seltsam.

Was steckte denn dahinter?

Die Situation war die, dass mein Vertrag ausgelaufen wäre. Eine Verlängerung stand schon seit einiger Zeit im Raum, verzögerte sich aber dann, weil innerhalb des Clubs andere Fragen zuerst zu klären waren. Als ich dann nicht mehr dieselbe Rolle spielte, galt es, für beide Seiten eine sinnvolle Lösung zu finden. Auch ich wollte nicht, dass mein Club gar nichts von einem allfälligen Wechsel hat. Also verlängerten wir meinen Vertrag, bauten aber eine faire Ausstiegsklausel ein. So konnte ich gehen, und Servette hat trotzdem eine Entschädigung erhalten.

Der Wechsel zum FCB war da also schon absehbar. Es heisst, es habe schon im Sommer Kontakt gegeben …

Nein, davon weiss ich nichts. Da war bis dahin kein Angebot, kein Gespräch. Ob ich da schon auf einer Liste stand? Vielleicht …

Aber Sie werden von SBE beraten, der Agentur von David Degens Zwillingsbruder Philipp. Da dürfte der FCB über die Vorgänge im Bild gewesen sein …

Das weiss ich nicht. Der FCB kam erst nach meiner Verlängerung auf mich zu. Ich glaube, in erster Linie ganz einfach deshalb, weil man mein Profil interessant und für passend befand.

Sie verliessen Genf zum ersten Mal. Wie schwierig war das?

Das ist ein grosser Schritt. Umso mehr, als ich zuvor noch bei meinen Eltern gewohnt hatte. Jetzt wohne ich allein, habe niemanden aus meinem vertrauten Umfeld bei mir.

Hinzu kommt der Wechsel in die Deutschschweiz. Sie sagten, sprachlich sei es einfacher als gedacht. Und von der Mentalität her, kommen Sie sich da manchmal vor wie ein Ausserirdischer?

Also wie ein Ausserirdischer bin ich mir noch nie vorgekommen. (lacht) Aber ja, der Unterschied erschien mir zu Beginn gross. Mentalität und Gewohnheiten sind hier anders. Es ist eine andere Kultur. Und ganz so, wie es das Klischee besagt, wird mehr Wert auf Disziplin gelegt. Aber ich habe auch gemerkt: Diese Haltung passt ganz gut zu meiner eigenen Einstellung. Es gefällt mir.

Wir führen dieses Gespräch in Französisch. Ist Deutsch kein Thema für Sie?

Doch, doch. Ich hatte ja Deutsch in der Schule. Aber ich finde es eine sehr schwierige Sprache. Und als ich in der Schule die Wahl zwischen Deutsch und Italienisch hatte, wählte ich Italienisch. In Basel schliesslich wollte ich mich zunächst komplett auf den Fussball konzentrieren. Inzwischen trage ich mich aber schon mit dem Gedanken, wieder in den Deutschunterricht zu gehen. Eigentlich wäre es gut, die Situation und die freie Zeit dafür zu nutzen und so zu profitieren.

Aber wir hätten unsere Fragen auch auf Deutsch stellen können – oder?

Wenn Sie das langsam und deutlich getan hätten, dann sicher. Ich verstehe fast alles, solange es Deutsch und nicht Schweizerdeutsch ist. Nur beim Sprechen klemmts …

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