Die FCB-Fans protestieren gegen die aktuelle FCB-Führung. Spruchbanner fordern den Rücktritt. Wogen, die nur noch durch Dialog geglättet werden können.

Die FCB-Fans verschaffen ihrem Unmut Luft. Die jüngsten Fehler der FCB-Führung haben das Fass zum Überlaufen gebracht. Nun soll sie geschlossen zurücktreten. Spruchbanner der Fans zieren die Stadt und auch das Land. Die Fronten scheinen verhärtet. Auch weil von Seiten des Vereins zu viel versäumt wurde.

Kein Diskurs mit den Fans

«Es spricht niemand mit niemandem. Es scheint so, als wäre man aus Sicht des Vereins auch nicht bereit, sich mit den Fans zusammenzusetzen», so FCB-Legende Erni Maissen. Die Forderungen nach Rücktritt seien dann aber doch übertrieben: «Ich finde das nicht richtig. Ich kenne keinen Verein, bei dem auf solche Forderung eingegangen wäre. Aber da ist der Ausspruch der Fans, dass sie nicht zufrieden sind. Eine Versöhnung scheint schwierig».

Die Debatte die nun via Banner ausgetragen wird, greift tiefer als die simple Kritik an eSports oder der Beteiligung an Chennay City in Indien. «Man ist nicht nur mit dem Sportlichen nicht zufrieden. Es ist klar, dass dann von der Fan-Seite immer mehr Druck kommt. Diese Unmutsbekundungen kommen nicht von ungefähr», so Erni Maissen.

Mangelndes Fingerspitzengefühl

Sportlicher Erfolg alleine wird aber den aktuellen Disput nicht mehr kitten können. Das sieht auch FCB-Fan Steve Fischer so: «Daran lag es auch nicht in erster Linie. Die Mannschaft war nie das Thema. Es passt obendurch einfach nicht. Einerseits sagt man immer, die Fans seien wichtig. Man suche den Dialog. Man wolle die Fans im Boot haben. Gespürt hat man das nie».

Diesbezüglich hat der FCB als Verein auch das nötige Fingerspitzengefühl vermissen lassen. «Man muss aufpassen, was man da in Richtung Fans sagt. Ein Fussballverein ohne Fans hat keine Chance auf Erfolg. Es braucht die Fans, die die Spieler antreiben. Die das Stadion füllen und Geld einbringen. Aber es muss alles zusammenpassen. Ich verstehe es nicht, wenn man die Fans dann als Nebensächlichkeit taxiert», findet Erni Maissen.

Der Dialog muss her

Die Fans fühlen sich vom Verein im Regen stehen gelassen. Die Begegnung auf Augenhöhe geschieht im Gegensatz zu damals unter der alten Führung nicht mehr. «Unter Bernhard Heusler hat der Dialog stattgefunden. Man zusammen geredet und ein Bier getrunken. Da hast du dann auch den Bezug zueinander. Der Austausch passierte», so Steve Fischer weiter. Zahlreiche Anläufe, Kontakt mit der aktuellen FCB-Führung aufzunehmen versandeten. Steve Fischer: «Man kommt ja gar nicht an diese Personen heran».

Die Frage, die sich nun stellt: War es das nun vorerst von den Protesten? Oder werden diese noch stärker? «Es ist einfach vieles kaputt, dessen man sich wieder annehmen muss. Irgendwann wird der Punkt kommen, an dem man das nicht mehr flicken kann. Abwarten und den Start der Saison anschauen, wäre falsch. Man muss den Dialog suchen. Es wird schwierig, das wieder geradezubiegen», so Erni Maissen.

Der Beitrag «Man muss den Dialog mit den Fans suchen» erschien zuerst auf Telebasel.

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