
In den Details nicht gut genug: Der FC Basel schenkt gegen St. Gallen eine 2:0-Führung her
Dieser Artikel wurde von BZ publiziert.
Super League
In den Details nicht gut genug: Der FC Basel schenkt gegen St. Gallen eine 2:0-Führung her
Der FC Basel ist gegen St. Gallen lange in Führung, bis er Eckbälle zu einfach verschuldet und damit den Sieg verspielt. Am Ende resultiert nur ein 2:2. Es ist eine gefühlte Niederlage.
Hängende Köpfe: Nach Abpfiff ist die Enttäuschung den Spielern des FC Basel anzusehen.
Es sind keine druckreifen Worte, die nach Spielschluss aus der Kabine des FC Basel in die Mixed Zone hallen. Fäuste knallen an die Wand, Füsse werden auf den Boden gestampft. Die Köpfe hängen, die Blicke sind fest auf den Boden gerichtet. Die Stimmung bei den Baslern gleicht jener nach einer Niederlage. Einer Klatsche. Dabei hat der FCB 2:2 gespielt in St. Gallen und gar nicht verloren. Er ist über Nacht gar an die Tabellenspitze geklettert, wobei die Konkurrenz erst am Sonntag spielte. Doch nach diesem Spielgeschehen kann man die Enttäuschung der Basler Exponenten verstehen. Es ist eine gefühlte Niederlage.
Genau diese Worte wählt auch Dominik Schmid, als er gesenkten Hauptes zu den Medien schreitet. 2:0 führt der FCB bis zur 75. Minute, bis zur 87. liegt er immerhin noch mit 2:1 in Front. Und doch resultiert nur ein Remis, verschenken die Basler zwei Punkte. Zwei so immens wichtige Zähler. Denn in dieser so engen Liga entscheidet jeder einzelne Punkt. Mit jedem Spiel wird es wichtiger und dürfen im Rennen um die vordersten Plätze keine Fehler mehr gemacht werden.
Celestini ruft die «Money Time» aus
FCB-Trainer Fabio Celestini rief vor der Partie gar die «Money Time» aus. Ein Begriff aus der französischen TV-Sportberichterstattung, welcher indiziert, dass jene Phase begonnen hat, in der alles entschieden wird. Jedes Spiel, jeder Punkt, jeder Szene zählt. Es ist ein Begriff, den Celestini jeweils dann wählt, wenn es um die Wurst geht, eine Saison in die wegweisenden Wochen einbiegt.
Unter diesen Vorzeichen muss man dem FC Basel nach dem Auftritt in St. Gallen Fahrlässigkeit vorwerfen. Denn das Problem ist nicht nur dass die Basler den Sieg hergeschenkt haben, sondern insbesondere wie. Beide Male ist eine Ecke Ursprung der St. Galler Tore. In beiden Fällen ist es unnötig, wie die Ecke entsteht. Wieso dreschen die Basler den Ball nicht einfach auf die Ränge des ausverkauften Kybunparks? Eine Frage, die auch Celestini nach dem Spiel in den Raum wirft.
Während der erste Treffer des Gastgebers noch einer unglücklichen Aktion von Marwin Hitz zuzuschreiben ist – der Goalie der Basler fängt den Ball erst, lässt ihn dann fallen und kann nicht mehr reagieren, weil ihm Dominik Schmid auch etwas im Weg steht – ist es beim Treffer zum Ausgleich schlicht schlecht verteidigt von den Baslern. Erst ist es nonchalant, wie Adrian Barisic die Ecke verschuldet. Dann verliert Jonas Adjetey das Kopfballduell gegen Willem Geubbels, der den Ball zum 2:2 im Tor versenkt. Zwar versucht der FCB noch, eine Reaktion zu erzwingen, den Sieg irgendwie doch noch zu erkämpfen, doch Albian Ajeti setzt mit der letzten Aktion der Partie seinen Kopfball neben das Tor.
Zum dritten Mal in Serie sieglos
So bleibt es bei diesem 2:2 und der FC Basel zum dritten Mal in Serie sieglos. Es ist ein Rückschlag für die Basler im Duell mit Lugano. Ein Dämpfer, der nicht zwingend ist, wenn man sich das Spielgeschehen anschaut. Die Basler sind nach Anfangsschwierigkeiten besser, können bereits in der 10. Minute das 1:0 erzielen. Fehler im Spielaufbau zum Trotz ist diese Führung nicht unverdient. Auch nicht, als die Basler in der 71. Minute auf 2:0 erhöhen können.
In der Schlussviertelstunde aber wird die zunehmende Fehler-Anfälligkeit bestraft. «Das sind Details. Aber in dieser Meisterschaft ist jedes Detail wichtig, und in diesen waren wir nicht gut genug», bilanziert Celestini nach dem Spiel. Auch er ist sichtlich geknickt und angefressen. Doch er appelliert an sein Team. Dass es weiter geht. Die Money Time, sie hat schliesslich erst begonnen. Noch acht Spiele, dann wird die Liga geteilt. Und erst in 13 Partien ist die Saison zu Ende.
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