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FCB: Kaum Verletzte

Adrian Barisic ist wieder fit

Adrian Barisic vom FC Basel im Spiel gegen FC Luzern in der Super League am 9. März 2025 in Luzern. Barisic führt den Ball über das Spielfeld.

Rechtzeitig vor dem Start in die Meisterrunde meldet sich Adrian Barisic beim FC Basel zurück. Der Nationalspieler aus Bosnien hat seine Muskelverletzung auskuriert und die ersten Trainings in der Brüglinger Ebene mit der Mannschaft hinter sich. Der Defensivspezialist hat sich Ende März im Länderspiel gegen Zypern eine strukturelle Muskelverletzung an der Oberschenkelrückseite zugezogen.

FC Basel

Voraussichtliche Aufstellung (4-2-3-1): Hitz; Mendes, Adjetey, Vouilloz, Schmid; Metinho, Avdullahu; Traoré, Shaqiri, Otele; Ajeti.

Ersatz: Salvi, Pfeiffer; Junior Zé, Leroy, Sigua, Fink, Soticek, Kade, Baro, Xhaka, Akahomen, Carlos, Barisic, Cissé.

Verletzt: Van Breemen (Meniskus).

Rekonvaleszent: Rüegg (Wade).

Damit wird Barisic am Sonntag beim Heimspiel gegen Servette ins FCB-Kader zurückkehren. Allerdings ist davon auszugehen, dass Barisic noch nicht von Beginn an auflaufen wird. Zumal die Innenverteidigung zuletzt sehr gut harmoniert hat. Und: Bis zum 24. Mai hat der FCB eine intensive Phase mit fünf Partien vor sich. Gut möglich also, dass Barisic etwa während der englischen Woche Mitte Mai zu seinem Comeback kommen wird.

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März 2025 hat Nicolas Vouilloz zwölf Super-League-Spiele verpasst: Einmal war der Innenverteidiger gesperrt, dreimal Reservist ohne Einsatz und achtmal schaffte es sein Name nicht einmal auf das Basler Matchblatt. Doch dann verletzten sich Adrian Barisic bei der Nationalmannschaft und Finn van Breemen beim Warm-up vor dem Winterthur-Spiel. Ein paar Minuten vor dieser Partie erfuhr Vouilloz, dass er erstmals seit Ende November wieder in der Startelf steht. Folglich musste Fabio Celestini im Zentrum der Abwehr umstellen, und der 24-Jährige wurde vom überzähligen Verteidiger ohne Perspektiven zur Stammkraft.In den bisher neun Partien nach seiner Startelf-Rückkehr, in denen er immer durchspielte, gab es lauter Basler Siege. Und der Genfer trat dabei so auf, wie man es von einem Verteidiger eines Meisterteams erwarten darf. Und so, als wäre er nie weg gewesen. Kein anderer Super-League-Akteur hat im Schnitt so viele Punkte pro Einsatz gewonnen wie er.2. Albian AjetiAlbian Ajeti bringt sich mit seinen jüngsten Leistungen in eine gute Position auf eine Vertragsverlängerung.Foto: Claudio Thoma (Freshfocus)Am Mittwoch in Lausanne musste der Angreifer zuschauen – weil er sich am Spieltag zuvor in Lugano eine Gelb-Rote Karte eingehandelt hatte. Das ist aber der einzige Tolggen im Reinheft des 28-Jährigen in der Saison-Endphase. Seit Anfang April setzt Fabio Celestini voll auf den Mittelstürmer, nachdem dieser zuvor einen harzigen Start ins 2025 hatte. Negativer Höhepunkt in dieser Phase war die Rote Karte nach einer Tätlichkeit in Sitten, die ihm drei Spielsperren einbrachte. Nun aber belohnt Ajeti das Vertrauen von Celestini auf den letzten Metern der Meisterschaft mit Zählbarem. Sein bestes Spiel liefert er gegen Servette ab: Beim 5:1-Erfolg gelingen ihm zwei Tore und ein Assist. Bei seiner Auswechslung gibt es im St.-Jakob-Park vor allem auch deshalb grossen Beifall, weil der Stürmer in diesem Spiel erstmals nach über einem halben Jahr wieder ins gegnerische Tor getroffen hat.Standen die Zeichen noch bis März eher auf Abschied, dürfte die Liaison mit dem Heimclub nun weitergehen: Ajeti und der FCB befinden sich seit einiger Zeit in Vertragsverhandlungen.3. Jonas AdjeteyVon der Basler U21 zum Schweizer Meister: Jonas Adjetey.Foto: Marusca Rezzonico (Freshfocus)Er war an der Meisterfeier nicht nur bemüht, die Basler Fangesänge im Dialekt mitzugrölen. Nein, der Ghanaer hat zuvor auch wiederholt, was ihm bereits ein Jahr zuvor gelungen war: In Abwesenheit Barisics und Van Breemens erhielt er seinen damals eroberten und zwischenzeitlich verlorenen Stammplatz in der Innenverteidigung zurück und überzeugte fortan mit Speed und Zweikampfstärke.Nun könnte sich wiederholen, was im Sommer davor schon war – und das eine oder andere Angebot an ihn herangetragen werden.4. MetinhoDer Brasilianer Metinho war zuletzt im defensiven Mittelfeld gesetzt.Foto: Marc Schumacher (Freshfocus)Zuvor nur Einwechselspieler stand er seit dem 2:0 in Winterthur stets in der Startelf und überzeugte dabei mehrheitlich. Will heissen: Erst im Winter leihweise zum FCB gestossen, benötigte der 22-jährige Brasilianer wenig Anlaufzeit, um in der entscheidenden Phase ein wichtiges Element in der Mannschaft zu werden.Wie es für ihn weitergeht, scheint offen: Der FCB verzichtete aus Zeitgründen auf eine Kaufoption und verhandelt nun eine definitive Übernahme. Wie Metinhos französischer Ligue-1-Club Troyes oder der Spieler dazu steht, weiss man nicht genau. Sicher ist: Beim FCB hätte er gute Perspektiven.5. Philip OteleEin Wintertransfer, der den FCB besser machte: Philip Otele.Foto: Martin Meienberger (Freshfocus)Im Winter gekommen, benötigte der Nigerianer keinen Anlauf, um für den FCB eine Bereicherung zu sein. Doch nach der Länderspielpause schaltete er noch einen Gang höher, machte sich zum unumstrittenen Stammspieler und sorgte mit fünf Toren und zwei Assists hinter Shaqiri für die entscheidende Differenz. Inzwischen ist er so bei acht Liga-Treffern im zweiten Halbjahr angelangt – das ist nur einer weniger, als im Vorjahr Thierno Barry im gleichen Zeitraum gelang, womit dieser den Baslern damals den Klassenerhalt sicherte.Im Gegensatz zum Franzosen feierte Otele im April allerdings bereits seinen 26. Geburtstag, was eher für einen Verbleib in Basel spricht. Dann, wenn der FCB bereit ist, die rund 3,5 Millionen Franken zu bezahlen, die seine Kaufoption beinhalten soll – oder es den Baslern gelingt, einen tieferen Übernahmepreis zu vereinbaren.Verlierer des Endspurts1. Finn van BreemenSein bislang letzter Einsatz für den FCB: Finn van Breemen Mitte März gegen die Young Boys.Foto: Claudio De Capitani (Freshfocus)Seine Geschichte ist rasch erzählt: Zuvor seit drei Spielen gesetzt, zog sich der 22-jährige Niederländer beim Aufwärmen in Winterthur eine schwerwiegende Meniskusverletzung zu, die ihn bis in die neue Saison hinein ausser Gefecht setzt.Nun steht er beim FCB vor einer höchst ungewissen Zukunft, zumal er dem Club nicht zum ersten Mal gesundheitsbedingt längere Zeit fehlt.2. Kevin CarlosDas schmerzt: Kevin Carlos musste seinen Stammplatz an Albian Ajeti abtreten.Foto: Pascal Muller (Freshfocus)Mit zwei Treffern in Lausanne hat Kevin Carlos eine zehn Ligaspiele andauernde, persönliche Torflaute beendet und Werbung in eigener Sache betrieben. Und wer weiss? Vielleicht gelingt es ihm in den verbleibenden Partien, daran anzuknüpfen und so weitere Argumente zu sammeln, um wieder das zu sein, was er zuletzt nicht mehr war: der Mittelstürmer Nummer 1 beim FC Basel.Fakt ist nämlich auch, dass er zuvor in Albian Ajetis Schatten stand: Nach dem 2:0 in Winterthur beschloss Celestini, dem Schweizer vor dem Spanier den Vorzug zu geben und erwies sich Ajeti in der Folge zunächst mannschaftsdienlicher als der Spanier – und steuerte dann schliesslich auch wichtige Tore hin zum Titel bei.Wer wie Carlos schon Liga-Torschützenkönig war und im August für drei Millionen Franken nach Basel wechselte, hat nicht den Anspruch, lediglich die Jokerrolle auszufüllen. Doch solange Ajeti so weitermacht wie zuletzt, wird genau das Kevin Carlos’ Aufgabe bleiben.3. Taulant XhakaVerhielt sich an der spontanen Meisterfeier auf dem Barfüsserplatz alles andere als vorbildlich: Taulant Xhaka.Foto: Urs Lindt (Freshfocus)Im Grunde war dieses Halbjahr für ihn bisher eine einzige Konstante: Trainer Celestini bevorzugte alle anderen defensiveren Mittelfeldspieler, sodass Xhaka bei 19 Pflichtspielen stets nur Zuschauer war, wobei er nur einmal als Ersatzspieler aufgeboten wurde.Überaus aktiv teilgenommen hat er indes an seiner letzten spontanen FCB-Meisterfeier als Spieler, weswegen er hier Aufnahme findet: Auch wenn er bei den Hardcorefans und auch anderen Anhängern wegen seiner Schmähungen gegen den FCZ und GC kaum Sympathien einbüssen wird, so haben ihn diese bei einem Teil der rotblauen Gemeinde und gewiss auch darüber hinaus einige Punkte gekostet. Und am Ende auch eine Sanktion der Liga.Das wird nun sein Karriereende begleiten. Kurz: Xhaka hat sich selbst unnötig geschadet.4. Adrian BarisicAdrian Barisic fehlte in den entscheidenden Partien verletzt.Foto: Pascal Muller (Freshfocus)Zuletzt beim bedeutungslosen Spiel in Lausanne stand er erstmals seit seinem Muskelfaserriss im März wieder in der Startelf. Zuvor hatte er zuschauen müssen, wie das Duo Adjetey/Vouilloz massgeblichen Anteil am plötzlichen Höhenflug zum Meistertitel hatte. Das ist auch deshalb bitter, weil er zuvor als der beste der vier FCB-Innenverteidiger galt und nun nicht jenen Anteil am Meistertitel hat, den man ihm zugesprochen hätte, wäre er gesund geblieben. Gleichzeitig wird man nie erfahren, ob die Basler auch mit ihm als Abwehrchef diesen mitreissenden Frühjahrssprint auf den Thron hingelegt hätten.In Bezug auf die kommende Saison bedeutet das alles primär, dass die Konkurrenz für Barisic grösser sein wird als zuvor, während der Trainer die Qual der Wahl haben wird. Und auch klar ist: Käme es bei Adjetey zu einem Transfer, wird dies die ohnehin intakten Startelf-Chancen des 23-jährigen Bosniers erhöhen.5. Léo LeroyLéo Leroy spielte nur noch selten, doch er trug Entscheidendes zur Basler Hausse bei.Foto: Claudio De Capitani (Freshfocus)Gewiss: Léo Leroy hat auch in jener Phase, in welcher der FCB den Unterschied zur Konkurrenz machte, seinen Beitrag geleistet. Zuvorderst steht dabei natürlich sein Siegtreffer im Cup-Halbfinal gegen Lausanne. Allein: Seit der Länderspielpause im März, die die Wende zum Guten und zum Meistertitel bedeutete, stand er nur bei den beiden letzten der inzwischen neun Pflichtspielsiege in Folge in jener Startelf, in der er zuvor regelmässig aufgelaufen war. Dabei war in Lugano Fixstarter Leon Avdullahu gesperrt und wurden in Lausanne einige Stammkräfte geschont.Bedeutet: So wie auch Anton Kade in der entscheidenden Phase nur noch dann von Beginn an spielte, wenn andere fehlten, so ist es auch Leroy ergangen. Dies, nachdem er zuvor in aller Regel zu Fabio Celestinis Startformation gehört hatte.Das bedeutet allerdings nicht, dass er in Bezug auf die nächste Saison schlechte Karten hat: Gut möglich, dass sich das Angebot an zentralen, eher defensiven Mittelfeldspielern beim FCB stark verändert: Avdullahu wird immer wieder mit Borussia Mönchengladbach in Verbindung gebracht, ein Verbleib Metinhos ist kostspielig und muss verhandelt werden. Das sind jene beiden Spieler, die Leroy aktuell vor der Sonne stehen, da sie zuletzt stärker geglänzt haben.Der meisterliche FC BaselDiesen Podcast können Sie auch auf allen gängigen Podcast-Plattformen kostenlos hören und abonnieren.NewsletterRotblau aktuellErhalten Sie die wichtigsten und interessantesten Geschichten und News rund um den FCB.Weitere NewsletterEinloggenOliver Gut schreibt seit März 2001 für das Sport-Ressort der Basler Zeitung, das er seit 2019 leitet. Vorher für diverse Sportarten zuständig, konzentriert sich der Fricktaler seit 2011 auf den Fussball – und damit hauptsächlich auf den FC Basel. Zudem ist er regelmässiger Diskussionsgast im Fussball-Podcast «Dritte Halbzeit».Mehr InfosDominic Willimann ist 1979 geboren. Er ist seit 2007 Sport-Redaktor der Basler Zeitung und kennt den regionalen Sport aus dem Effeff. Ebenso ist der in der Stadt Basel aufgewachsene Journalist seit seiner Jugend mit den Geschehnissen rund um den FC Basel vertraut, über den er heute regelmässig berichtet. Und: Er hat seit 2007 kein Eidgenössisches Schwingfest verpasst.Mehr InfosFehler gefunden?Jetzt melden.0 Kommentare

  • Xherdan Shaqiri im Gespräch: «An Magnin gefällt mir, dass er die Hierarchien wieder aufzeigt»

    Xherdan Shaqiri im Gespräch – «An Magnin gefällt mir, dass er die Hierarchien wieder aufzeigt»Der FCB-Captain spricht über Biss bei jungen Spielern, den Zustand seines Körpers und das Verhältnis zu Murat Yakin.Publiziert heute um 20:00 Uhr«Ich brauche mehr Erholungspausen» – Xherdan Shaqiri gibt im FCB-Trainingslager Auskunft zu sich und seinem Team.Foto: Claudio Thoma (Freshfocus)Jetzt abonnieren und von der Vorlesefunktion profitieren.BotTalkXherdan Shaqiri, welchen Eindruck hat Ludovic Magnin bisher auf Sie gemacht?Man merkt, dass Ludo Erfolg haben will. Er weiss genau, was er möchte, und hat uns das auch so kommuniziert. Die Stimmung in der Mannschaft ist gut, und daran hat der Trainer auch einen Anteil mit den Spässen, die er immer wieder macht.Wie oft haben Sie bereits mit dem Trainer unter vier Augen gesprochen, seit er hier ist?Er kommt immer wieder und fragt mich nach gewissen Dingen. Das waren aber eher kurze Gespräche, in denen es vor allem um Organisatorisches ging. Er muss ja auch erst einmal alles kennen lernen und sehen, wie wir beim FCB arbeiten.Hat Magnin Ihnen schon gesagt, ob Sie in der kommenden Saison wieder die gleichen Freiheiten geniessen wie in der vergangenen?Wir haben schon grob darüber gesprochen. Die Freiheiten wird er mir wohl nicht wegnehmen, denn die brauche ich auf dem Platz. Am Ende geht es aber um die Mannschaft und nicht um mich. Der Trainer weiss, wie er mit den Spielern umgehen muss. Und sportlich müssen wir ja nicht viel verändern.Obwohl Sie gegen Ende der letzten Saison sehr fit waren, werden auch Sie älter und im Oktober 34. Ist alles noch wie früher mit Ihrem Körper?Bei mir ist es die Spielweise, die es so aussehen lässt, als würde ich noch spielen wie vor zehn Jahren. Zudem lernt man mit den Jahren seinen Körper besser kennen und weiss, was man braucht. Aber auch ich brauche mehr Erholungspausen und spüre den Körper an gewissen Stellen.Fokus und Fitness: Bis zum 5. Juli sind die FCB-Spieler noch im Trainingslager in Schruns.Foto: Daniela Frutiger (Freshfocus)Es gibt Spieler, die mit zunehmendem Alter neue Dinge wie beispielsweise Yoga ausprobieren. Tun Sie das auch?Nicht direkt. Ich mag es, nach den Spielen in einem schönen Hotel in den Bergen ins Spa zu gehen. Dann gewinne ich auch ein wenig Distanz vom ganzen Rummel, kann runterfahren und mich wieder sammeln.Haben Sie sich schon konkret Gedanken darüber gemacht, wann Sie allenfalls Partien auslassen, um zu regenerieren?Nein, das ist jetzt nicht der Zeitpunkt dafür. Ich will so viele Spiele wie möglich bestreiten. Aber es ist klar, dass wir auch in der Breite besser werden müssen, damit auch mal die Stammspieler eine Verschnaufpause bekommen, ohne dass die Qualität darunter leidet. Da erhoffe ich mir von den jungen Spielern, dass sie noch mehr Verantwortung übernehmen.Gerade in der Offensive haben Sie einige junge Spieler um sich. Gemäss Daniel Stucki soll sich da auch nicht viel ändern, damit diese ihre Einsatzminuten erhalten und sich weiterentwickeln. Betrachten Sie es als Ihre Aufgabe, diese darauf vorzubereiten, nun mehr Verantwortung zu übernehmen?Es ist definitiv nicht meine Aufgabe, junge Spieler vorzubereiten. Wir sind beim FCB. Und wer beim FCB ist, der muss von Anfang an verstehen, dass es um Leistungen, ums Gewinnen und um Titel geht. Das muss in erster Linie der Trainer vermitteln. Wir älteren Spieler sind dazu da, voranzugehen, die Jungen mitzuziehen und ihnen aufzuzeigen, wo es langgeht.Was heisst das, wenn es um die Geschwindigkeit der Entwicklung eines jungen Spielers geht?Du kannst als junger Spieler nicht seit Jahren beim FCB sein und immer noch dasselbe Niveau haben. Irgendwann muss der Knoten aufgehen. Man kann nicht einfach sagen: Der ist erst 20 oder 21 und braucht noch Zeit, wenn er schon zwei oder drei Jahre im Kader steht. Das ist nicht der FC Basel. Wir geben gern Zeit. Aber es muss auch Leistung kommen, eine Entwicklung sichtbar sein.Wie war das, als Sie selbst als Teenager ins FCB-Kader kamen?Ich war 17 und froh, wenn ich einmal zehn Minuten im Cup zum Einsatz kam. Aber da musste ich dann auch liefern. Wer das nicht tat, war dann wieder in der U21. Ich habe das Gefühl, die Jungen erhalten heute viel mehr Chancen als damals.«Ich habe das Gefühl, die Jungen erhalten heute viel mehr Chancen als damals.»Foto: Claudio Thoma (Freshfocus)Denken Sie folglich, dass Sie als junger Spieler durch eine härtere Schule gingen, als das heutzutage der Fall ist?Definitiv. Nicht im Training. Aber wenn es um die Spielminuten ging. Und es gab steilere Hierarchien. Das hat mir an Magnin bisher gefallen, dass er diese Hierarchien wieder aufzeigt und die jungen Spieler beispielsweise zum Toretragen schickt.Sind die jungen Spieler heute auch anders, als Sie es waren?Ich glaube schon. Sie haben teilweise zwei Handys, verdienen schon relativ gut, haben mit 17 eine eigene Wohnung. Und wenn sie ein, zwei gute Spiele machen, können sie schon ins Ausland wechseln. Für den Hunger finde ich das alles nicht förderlich. Das ist aber nicht die Schuld der Jugend. Sondern es ist der Zeitgeist, der sich so entwickelt hat und jungen Fussballern nicht entgegenkommt. Sie haben schon alles, bevor sie sich durchgesetzt haben.Finden Sie denn auch, die Mannschaft bräuchte noch mehr erfahrene Spieler?Ja, da wäre ich dafür. Ich glaube, ein oder zwei erfahrene Spieler mehr würden uns helfen. Unsere Goalies sind erfahren. Ich bin erfahren. Dann sind da noch Dominik Schmid und Albian Ajeti, die aber beide noch einiges jünger als 30 sind.Werden Sie von der Sportkommission diesbezüglich auch nach Ihrer Meinung gefragt?Ja, ich werde schon nach meiner Meinung gefragt. Aber mehr nicht. Ich entscheide da nicht mit. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass Sportdirektor Daniel Stucki da bisher einen sehr guten Job gemacht hat und den auch weiterhin machen wird.Wurden Sie auch bei der Trainerwahl miteinbezogen?Nein, in dieser Entscheidung war ich überhaupt nicht gross involviert. Einmal hat mich Daniel Stucki im Vorbeigehen gefragt, was ich von Magnin halte, das war im Rahmen einer Partie gegen Lausanne …Aber Sie werden kaum ablehnend reagiert haben, oder? Ansonsten wäre er wohl nicht verpflichtet worden …Ablehnend reagiert habe ich da definitiv nicht. Er kennt den Schweizer Fussball, er spricht verschiedene Sprachen, das sind sicher Vorteile. Und er ist ein harter Arbeiter. Deshalb halte ich das für eine gute Wahl für den FCB. Auch wenn er an der Seitenlinie zuweilen, wie soll ich sagen, etwas wild ist.Zum Ende der letzten Saison versuchten Sie, Nationaltrainer Murat Yakin zu kontaktieren. Damals sagten Sie, dass Sie dies auf Ihrem Handy noch gar nicht festgestellt hätten, bei all den Nachrichten und Gratulationen, die eingegangen seien. Haben Sie inzwischen gesehen, dass er Sie kontaktiert hat?Ja, ich habe es gesehen. Er hat mir geschrieben.Haben Sie darauf reagiert?Nein, noch nicht.Es wird stets gesagt, Ihr Verhältnis zu Murat Yakin habe gegen Ende Ihrer Zeit in der Nationalmannschaft gelitten. Wie würden Sie das Verhältnis beschreiben?Ich glaube, das ist ganz einfach zu erklären: Ich bin weg von der Nationalmannschaft. Mehr muss ich dazu nicht sagen. Nur die Medien spekulieren noch darüber, ob ich zurückkomme. Ich habe immer wieder meine Kommentare dazu gegeben. Ich bin froh, wie es jetzt ist, und ich werde das in nächster Zeit nicht ändern. Ich glaube, dass meine Message an der damaligen FCB-Medienkonferenz vor dem letzten Ligaspiel auch für den Nationaltrainer klar war. Ich denke nicht, dass ich da noch hätte nachdoppeln müssen. Und ich glaube nicht, dass ich jedes Mal eine E-Mail schreiben und das Wieso und Warum nochmals erklären muss. Ich habe meinen Rücktritt von der Nationalmannschaft gegeben, und das bleibt auch so.Die Hoffnung wäre aber bei vielen da, dass Sie sich nochmals umentscheiden.Ich bekomme von vielen Fans mit, dass sie diese Hoffnung hegen.Nicht nur die Fans hoffen …Wer sonst noch?Wohl auch der Schweizer Fussballverband.Ich kenne die Gefühle des Verbands nicht. Ich habe schon hundertmal gesagt: Sag niemals nie. Aber im Moment ist das Kapitel abgeschlossen.Heisst das, dass es kein Comeback geben wird, solange Murat Yakin Nationaltrainer ist – und alles andere offen ist?Ich habe auch das schon gesagt: Ich habe keine Probleme mit Murat Yakin. Wir hatten in der Nationalmannschaft Meinungsverschiedenheiten. Aber es gab eine Aussprache, und wir sind nicht im Schlechten auseinandergegangen. Ich habe mich nach der EM entschieden und das muss auch der Trainer akzeptieren.Sie sagen aber selbst: Sag niemals nie. Wenn man Sie nun kurz vor der WM um eine Rückkehr ersucht, wären Sie dann nicht scharf darauf, nochmals an einer WM zu spielen?An einer WM zu spielen, ist immer toll. Aber ich befasse mich nicht mit dem Thema. Ich habe eine Entscheidung getroffen – und dann ist das so. Natürlich hoffe ich, dass die Schweiz sich für die WM qualifiziert. Ich werde sie weiter verfolgen, ihr den grösstmöglichen Erfolg wünschen. Wahrscheinlich werde ich an der WM auch vor Ort sein. In welcher Rolle, weiss ich nicht.Transferphase beim FC BaselNewsletterRotblau aktuellErhalten Sie die wichtigsten und interessantesten Geschichten und News rund um den FCB.Weitere NewsletterEinloggenFehler gefunden?Jetzt melden.0 Kommentare