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AboFCB-Goalie in Topform

Marwin Hitz und die Sogwirkung der Vertragsverlängerung

Mounir Chouiar vom FC Zürich verschiesst einen Elfmeter gegen Torhüter Marwin Hitz vom FC Basel in einem Super League-Spiel in Zürich am 02.02.2025.
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Um das Offerieren des Apéros ist Marwin Hitz diesmal herumgekommen. «Einen ausgeben» in der Kabine nach dem 1:0-Sieg des FC Basel beim FC Zürich muss der FCB-Goalie nicht. Das sagt zumindest Dominik Schmid: «Die Getränke gehen auf mich.» Schmid hat kurz vor dem Seitenwechsel die Gelbe Karte gesehen, was zur Folge hat, dass der Kaiseraugster am Donnerstag gegen Luzern gesperrt fehlen wird. Deshalb wird der FCB-Trainerstaff im Hinblick auf diese Partie erstmals in diesem Kalenderjahr seine Startelf neu zusammenstellen müssen.

Dabei hätte auch Hitz allen Grund gehabt, eine «Runde» auszugeben. Beim ersten FCB-Sieg über den FC Zürich seit August 2022 ist der 37-Jährige der Matchwinner. Sämtliche Angriffsbemühungen der Zürcher scheitern. Auch weil der Ostschweizer in Basler Diensten einen hervorragenden Nachmittag einzieht. Der Reflex gegen Juan José Perea (24.), der wohl knapp im Abseits gestanden hat, sowie der gehaltene Elfmeter gegen Mounir Chouiar (33.) sorgen dafür, dass der FCB in Zürich nicht in Rückstand gerät, schliesslich gewinnt und Hitz zum sechsten Mal in dieser Saison in der Liga «zu null» spielt.

Deshalb spricht Hitz nach dem hart erkämpften Arbeitssieg von einem «guten Gefühl». Und natürlich ist auch ihm nicht entgangen, «dass wir nun auch solche Spiele gewinnen, wenn wir nicht alles richtig gemacht haben». Zumindest seine Vorderleute nicht, denn Hitz zeigt eine Partie, wie man sie von ihm in dieser Saison schon des Öftern gesehen hat: eine fehlerlose.

Das Lob des Trainers

Das ist natürlich auch Fabio Celestini nicht entgangen. Weshalb er ein weiteres Mal in dieser Spielzeit betont: «Marwin ist der beste Goalie dieser Liga.» Der FCB-Trainer mag aber nicht einzelne Akteure für das aktuelle Basler Hoch hervorheben, vielmehr spricht er von «dieser Mannschaft»: «Einmal ist es Shaqiri, einmal ist es Carlos und jetzt ist es eben Hitz, der den Unterschied ausmacht.»

Marwin Hitz und Xherdan Shaqiri vom FC Basel diskutieren mit Schiedsrichter Fedayi San nach einem Penaltyentscheid während des Super League Spiels gegen den FC Zürich.

Es scheint, als ob das vorzeitige Klären seiner Zukunft Marwin Hitz nochmals einen zusätzlichen Motivationsschub verleiht. Vor Wochenfrist hat der im Thurgau wohnhafte Goalie seinen Kontrakt in Basel um eine weitere Saison verlängert – bis im Juni 2026.

Damit hat Hitz mit seiner Familie und seinem Umfeld nochmals eine Auslegeordnung seiner Karriere vornehmen müssen. Denn geplant war, dass in diesem Sommer Schluss ist. Doch dann kam im letzten Herbst der Verein auf ihn zu, suchte das Gespräch, und der 37-Jährige merkte rasch, dass er noch ein Jahr länger spielen möchte als geplant.

Hitz und der Titelgewinn

Das ist nun der Fall, und Hitz hat nach wie vor ein grosses Ziel vor Augen: Als der Goalie im Sommer 2022 aus der Bundesliga ans Rheinknie wechselte, sagte er, dass er mit dem FCB Titel gewinnen möchte. Gelungen ist dies bis heute nicht.

Aber: Dass der FC Basel nach einer schwierigen letzten Saison nun plötzlich an einem Punkt angelangt ist, wo Titelgewinne wieder realistisch sind, ist auch das Verdienst von Hitz. Wir erinnern uns: Dass Rotblau im Viertelfinal des Schweizer Cups steht, ist stark an die Personalie der Basler Nummer 1 gekoppelt. In Nyon hält Hitz einen Elfmeter von Franck Koré, und im Achtelfinal gegen den FC Sion sehen die Walliser im Penaltyschiessen zwei Elfmeter vom Basler Torhüter abgewehrt. Der FCB ist in diesem Wettbewerb noch drei Siege vom Titel entfernt.

Um einiges schwieriger ist es für die Basler hingegen, auf dem Ligaweg zu einem Pokal zu kommen. Das weiss auch Marwin Hitz, der nach dem 1:0 im Klassiker und dem Festigen von Platz zwei nach wie vor nichts von einem möglichen Super-League-Titel wissen will. Er sagt: «Mit diesem Punkteschnitt sind wir noch kein Meisterschaftskandidat.»

Doch mit dem Start ins 2025 hat der FC Basel ein starkes Ausrufezeichen gesetzt. Drei Spiele, sieben Punkte. Macht der FCB so weiter und hält Hitz wiederholt derart bravourös, dürfte sich der Punkteschnitt nach oben schrauben. Was das heisst, weiss der erfahrene Fussballprofi nur allzu gut – auch wenn er aktuell nicht darüber sprechen möchte.

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Dezember, dass Taulant Xhaka in der FCB-Startelf steht. 34 Minuten hatte er sich bei seinem letzten Einsatz gewünscht – passend zu seiner Rückennummer. So kommt es dann auch … fast. In der 34. Minute wirft Marwin Hitz den Ball ins Out, damit gewechselt werden kann. Da die Glückwünsche auf dem Feld aber viel Zeit in Anspruch nehmen, verlässt Xhaka das Feld in der 35. Nebensächlich ist dabei das Sportliche, wenn auch die Leistung der abtretenden Legende eine durchaus gute war. Alles andere als die Höchstnote wäre unangebracht.Leon Avdullahu: 5Für einmal ist Leon Avdullahu nicht der defensivste Mittelfeldspieler – zumindest so lange wie Taulant Xhaka auf dem Platz ist. Er verteilt die Bälle gut und auch defensiv arbeitet er akribisch. In der 65. Minute verlässt er für Léo Leroy das Feld.Bénie Traoré: 5Lange ist von Bénie Traoré wenig zu sehen. Zumindest, wenig, was dem Ivorer gelingen will. Doch in der 70. 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Minute für Philip Otele und ist damit zu kurz in der Partie, um benotet zu werden.Schweizer Meister FC BaselDiesen Podcast können Sie auch auf allen gängigen Podcast-Plattformen kostenlos hören und abonnieren.NewsletterRotblau aktuellErhalten Sie die wichtigsten und interessantesten Geschichten und News rund um den FCB.Weitere NewsletterEinloggenFehler gefunden?Jetzt melden.0 Kommentare

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Und nachdem publik wurde, dass er die Zeit nutzte, um sich zum Käsesommélier auszubilden, stellt sich die Frage, ob man den inzwischen 45-jährigen Rekord-Torschützen der Schweizer Nationalmannschaft (42 Treffer) je wieder an der Seitenlinie eines Fussballspiels sehen wird.Im ausführlichen Gespräch mit dieser Zeitung beantwortet die Spielerlegende des FC Basel diese Frage – und viele mehr.Alex Frei, Sie sind nun Schweizer Käsesommelier. Warum?Nachdem ich öffentlich gesagt hatte, dass ich mir vorstellen könne, eines Tages einen Käseladen zu eröffnen, ist Switzerland Cheese Marketing auf mich zugekommen und hat mir angeboten, diesen Kurs samt Prüfungen zu absolvieren. Als Käseliebhaber fand ich das natürlich interessant. Und nachdem mein Trainerengagement beim FC Aarau beendet worden war, verfügte ich über die nötige Zeit.Was muss man da können – und was kann man damit anfangen?Man lernt natürlich viel über die verschiedenen Käsesorten, aber auch über deren Herstellung und Geschichte. Das ist wertvoll, wenn man in der Gastronomie arbeitet oder sich generell in der Welt des Käses bewegt. Aber es ist keine Bedingung, um zum Beispiel Handel mit Käse zu treiben.Den Käseladen hätten Sie also auch so eröffnen können. Ist nun, nach Ihrem erworbenen Zertifikat, die Zeit reif dafür?Ich habe einen Businessplan gemacht und fange mal klein an, um zu schauen, wie es läuft. Das sieht wohl so aus, dass man bei mir Käse für einen Geschäfts- oder Privatanlass beziehen kann. Ich kann mir auch vorstellen, eine Kombination von Käse und einem Referat über den Umgang mit Rückschlägen anzubieten.Dem Fussball sind Sie aktuell als Experte bei Blue und «Blick» verbunden. Jetzt kommt der Käse dazu. Nun kann man auf die Idee kommen, dass der Trainer Alex Frei damit Geschichte ist …Die Idee ist nicht falsch. Aber ich bin kein Mensch, der sich festlegt.Ist sie folglich auch nicht ganz richtig?Im Moment empfinde ich das so: Ich sehe mich künftig eher als Unternehmer. Das heisst überhaupt nicht, dass ich sofort abwinke und mir nichts anhöre, wenn ein Fussballprojekt an mich herangetragen wird. Aber eine beratende Funktion bei einem Club oder einem Verband läge mir näher. Ich verspüre kein Bedürfnis, wieder Profitrainer zu sein. Heute nicht. Morgen nicht. Und ich glaube auch, dass das noch eine ganze Weile so bleiben wird.Warum ist das so?Seit ich in Aarau weg bin, wollte ich herausfinden, ob mir das Trainerdasein fehlt. Und ja: Es gibt Aspekte. Die Stimmung in der Kabine, die Arbeit und der Austausch mit den Spielern – das würde mir immer noch Spass bereiten. Alles, was abseits des Feldes ist, das Drumherum, das eigentlich unwichtig ist, weil es nicht dem Kern der Trainertätigkeit entspricht: Darauf habe ich keine Lust mehr. Zudem habe ich gemerkt, dass ich die Freiheit schätze, die ich habe, wenn nicht alles von Spiel- und Trainingsplänen bestimmt wird. Ich meine damit nicht, dass ich den ganzen Tag irgendwo rumgammle. Aber wenn die Kinder am Freitag Schulschluss haben, dann können wir jetzt einfach zwei Tage als Familie wegfahren. Das konnte ich vorher nicht – und es ist mir sehr wohl bewusst, dass das generell ein grosses Privileg ist. Dafür habe ich aber die vergangenen 26 Jahre auch gerne auf vieles verzichtet. Wissen Sie: In den letzten neun Monaten hatte ich zweimal Kopfweh – davor, da schmerzte mein Kopf zweimal pro Monat …Hat Ihre Distanzierung vom Fussball damit zu tun, wie Sie sich entwickelt haben – oder wie sich der Fussball entwickelt hat?Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Ich liebe diesen Sport, bin ja nicht per se weg davon. Und ich habe dem Fussball ganz vieles zu verdanken. Vieles von dem, was ich heute bin – und auch die Möglichkeiten, die ich habe. Aber wenn Ihre Frage auf die Distanz zum Profitrainer-Job zielt, dann sage ich: Es hat mit beidem zu tun.Inwiefern?Der Fussball, wie er heute auch in der Schweiz ist, hat nicht mehr so viel mit jenem Fussball zu tun, wie ich ihn vor über 20 Jahren als junger Spieler bei Luzern oder Servette erlebt habe. Dass er athletischer geworden ist, das ist irgendwie logisch. Aber ist der Fussball technisch besser? In der absoluten Spitze wohl schon. In der professionellen Breite aber nicht. Trotzdem kannst du den Fernseher am Montag einschalten und erst am Sonntag wieder ausschalten. Dann hast du 250 Spiele gesehen. Da sind künstliche Wettbewerbe entstanden, ist vieles aufgeblasen. Und da geht es viel zu oft um Nebensächliches. Wenn es um mich als Person geht, dann ist es sicher auch so, dass ich mir beweisen will, dass ich in der Geschäftswelt auch etwas anderes kann, das nicht mit Fussball zu tun hat. Hinzu kommen auch die eigenen Erfahrungen, die ich zuvor als Trainer gemacht habe. Dieser Beruf ist toll. Aber die Schweiz ist ein hartes Pflaster.«Ich verspüre kein Bedürfnis, wieder Profitrainer zu sein. Heute nicht. Morgen nicht. Und ich glaube auch, dass das noch eine ganze Weile so bleiben wird.»Foto: Nicole Pont (Tamedia AG)Wie meinen Sie das?Wenn du zum Beispiel bei einem Club darüber diskutieren musst, ob du 25 oder nur 18 Essensportionen mit ans Auswärtsspiel nimmst oder ob die Mannschaft in den Privatautos statt im Car zu einer Testpartie anreist, dann ist das nicht das, was für mich zum Job eines Profitrainers gehört.Beispiele wie diese gibt es in der Schweiz wohl einige …Das ist so. Die gibt es sicher auch anderswo. Speziell ist bei uns aber, dass die Ansprüche weit höher sind, als es den jeweiligen Realitäten entspräche. In der Schweiz höre ich vielmals die Aussage «Dr Gschieder git nooh, dr Esel blyybt stoh» … Wir sollten darauf bedacht sein, dass nicht Esel alles bestimmen. Und da ist auch der geringe Respekt, den man vor dem Trainerberuf hat. Ich finde, davon ist im Ausland mehr zu spüren. Als ich zum FCB kam, da drehte sich gleich alles um die Frage: Ist es zu früh, ist er erfahren genug? In Deutschland kann Nuri Sahin nach zwei Jahren Erfahrung bei einem mittelklassigen türkischen Club gleich Borussia Dortmund übernehmen – und es wird in meiner Wahrnehmung erst mal abgewartet, werden solche Fragen nicht von Anfang an gestellt.Aber das waren doch Fragen, die sich bei Ihrem Engagement in Basel von Beginn an aufdrängten. Fragen, die sich auch die FCB-Verantwortlichen vorab stellten und wohl auch Sie selbst umtrieben – oder etwa nicht?Natürlich habe ich auch selbst eine Pro-und-Kontra-Liste erstellt. Ich berücksichtige dabei ebenso, dass auch die Clubverantwortlichen relativ neu waren … Ich verrate ihnen etwas: In der Nacht von Sonntag auf Montag, bevor ich beim FCB vorgestellt wurde, sagte mir mein Bauchgefühl, dass ich doch noch absagen sollte …Warum?Es war einfach das Bauchgefühl. Und das ist sehr verlässlich. Trotzdem folgte ich meinem Kopf. Gut herausgekommen ist das in den wenigen Fällen, in denen ich das tat, eigentlich nie …Sind Sie auch enttäuscht über die Erfahrungen, die Sie als Trainer gemacht haben?Nein. Ich habe überwiegend schöne Erfahrungen gemacht – und das an allen Stationen. Und alle Erfahrungen schätze ich, weil sie mich weitergebracht haben.War eine Erfahrung davon, dass es für Alex Frei als Trainer anders läuft als für andere Trainer?Ich stand einfach unter dem Eindruck, dass alles, was ich tue oder sage, bewertet wird. Allerdings wusste ich das vorher, zumal es schon als Spieler ein Stück weit so war. Nur gibt es einen grundlegenden Unterschied: Als Spieler hatte ich stets die Gelegenheit, die Antwort im nächsten Match auf dem Platz zu geben.Bitte führen Sie aus …Wenn ich in der Interviewzone wortlos an den Journalisten vorbeiging, dann wusste ich schon, dass die dann sauer sind. Aber wenn du dann im nächsten Spiel zwei Tore schiesst und vor die Mikrofone stehst, dann spielt das keine Rolle mehr. Es hat mir erlaubt, mal Kluges, mal weniger Kluges zu tun. Frisch von der Leber weg zu reden. Als Trainer geht das nicht. Da musst du auf ganz vieles Rücksicht nehmen, kannst nicht sagen, was du denkst. Und trotzdem wird genauso nach jedem Spiel abgerechnet oder – wie in meinem Fall – noch mehr als nur das Resultat und die Leistung des Teams bewertet. So, wie ich den Trainerberuf bei den Profis erlebt habe, bist du während 70 Prozent deiner Zeit damit beschäftigt, Dinge zu tun, die nichts oder nur wenig mit der Trainertätigkeit zu tun haben. Nur während 30 Prozent der Zeit machst du den eigentlichen Job, kümmerst dich um Trainings, Taktik, Spiele.Sie haben mal gesagt, dass Sie auch die jetzige Spielergeneration und deren Umgang mit der modernen Technik zuweilen irritieren. Können Sie das etwas ausführen?Ich möchte klar betonen, dass heute nicht alles schlechter ist als früher. So bin ich nicht, schwelge nicht ständig in der Vergangenheit. Ich muss aber ausholen, um Ihre Frage korrekt zu beantworten.Sie dürfen ausholen.Im Vergleich zu meiner Jugend hat sich einiges stark verändert. Ich bin in Biel-Benken aufgewachsen. Das ist ein beschauliches Dorf. Doch zu meiner Zeit war es so, dass die Strasse entschied. Ich durfte in der Freizeit mit 13 bei den 18-Jährigen mitmachen, weil ich gut war. Hätte ich mich nicht behauptet, hätten sie gelacht und mich weggeschickt – so, wie das anderen erging. Kurz: Du musstest dich durchsetzen. Hinzu kam, dass ich viel Zeit bei meinen Grosseltern verbrachte. Meine Grossmutter war sehr ehrgeizig – und mit ihr war alles ein Wettbewerb. Wer fährt beim Skifahren häufiger rauf und runter? Wer verkauft auf dem Flohmarkt am meisten? Wer gewinnt beim Lottomatch mehr? Mir ist bewusst, dass das nicht für jedes Kind gut ist, man mit einigen behutsamer umgehen muss. Aber mir hat das nie etwas ausgemacht, sondern es war ein Spass und hat mich motiviert.Und was beobachten Sie heute?Wir kennen ja alle die Diskussionen, in der Berufswelt und noch mehr in der Schule, wo es um Fragen geht wie jene, ob Noten noch sinnvoll seien … Heute ist man darum bemüht, dass alle mitmachen dürfen, sodass keiner zu kurz kommt und man so wenig Widerstand wie nur möglich erfährt. Ich bin auch für Rücksicht, Fairness und Toleranz. Aber es geht auch darum, den Ehrgeiz zu wecken. So, wie sich die Gesellschaft entwickelt, wird vieles gleichmässiger.Ist dieses Bemühen um Ausgleich aus Ihrer Sicht also problematisch?Ich bin überzeugt, dass all das nicht förderlich ist, wenn es darum geht, dass ein junger Mensch, egal welcher Herkunft, Durchhaltewillen, Kreativität und Persönlichkeit entwickelt. Früher hiess es: Aufwand gleich Ertrag. Wer sich anstrengt, wird belohnt. Auch wenn das sicher nicht für alle gilt: Heute geht die Tendenz dorthin, dass man 100 Prozent Lohn für 80 Prozent Arbeit will. Es geht um Work-Life-Balance. Das ist grundsätzlich in Ordnung. Aber wir müssen aufpassen, dass bei dieser Waage nicht Life hier oben und Work dort unten steht (zeigt mit den Händen). Das ist nämlich keine Balance.Alex Frei über die FCB-Hausse: «Xherdan Shaqiri – und nur Xherdan Shaqiri – ist der Grund, weshalb der FCB nun Erster ist.»Foto: Nicole Pont (Tamedia AG)Und die heutigen Fussballer und die moderne Technik?Es gibt noch immer überall junge Menschen, die besagten Ehrgeiz entwickeln. Sie finden den Weg – zum Beispiel in den Profifussball. Dann stellt sich aber noch die Frage nach den übrigen Werten, die sie mitbringen: Wem es nach zwei Toren wichtiger ist, auf Instagram mit den Followern zu jubeln, als mit den Teamkollegen in der Kabine den Sieg zu feiern, der hat etwas Elementares in einem Mannschaftssport nicht verstanden. Es geht zu oft um Schein statt Sein.Schein statt Sein könnte man provokativ auch als Stichwort für die Super League der Gegenwart sehen …Absolut.In der aktuellen Meisterschaft ist es eng, weil keiner davonziehen kann, es kann noch fünf verschiedene Wintermeister geben – oder auch eine Spitze mit fünf punktgleichen Mannschaften. Ist das super – oder irgendwie Käse?Die Clubs sind dafür verantwortlich, dass das Produkt Super League funktioniert. Dabei haben sie mehrere Aufgaben zu erfüllen. Ein Thema ist Identifikation. Ich sehe Clubs wie Lugano, Servette, St. Gallen, Luzern und auch den FC Basel, die einen klaren Plan haben, der aufzugehen scheint. Ich sehe andere, die einen Plan haben, der noch nicht so ganz funktioniert. Ich sehe auch, dass die Identifikation mehrheitlich da ist, dass die Zuschauer kommen. Aber ich vermisse etwas.Was?Ich stehe unter dem Eindruck, dass die Menschen fast überall nur ins Stadion gehen, weil sie sich mit dem Club identifizieren – aber nicht mehr wegen dem, was auf dem Rasen geboten wird. Die Ausnahme bildet neu der FCB mit Xherdan Shaqiri. Er hat allem einen Boost gegeben: Zuschauerzahlen rauf, Trikotverkäufe rauf, Mannschaft rauf. Er nimmt Druck von den Spielern und macht sie gleichzeitig besser. Aber wenn ich sonst schaue, sehe ich nur ganz wenige Akteure, die das annähernd bringen können. Vielleicht Renato Steffen in Lugano. Und ich habe eine grosse Fantasie bei Christian Witzig von St. Gallen und Alvyn Sanches von Lausanne. Die beiden finde ich geile Kicker.Also hat die Liga an Qualität eingebüsst?Ja. Als ich früher mit Luzern oder Servette gegen GC spielte, da standen auf der anderen Seite Marc Hodel, Bernt Haas, Ricardo Cabanas und Richard Nunez. Bei St. Gallen hiessen diese Spieler Jörg Stiel, Marco Zwyssig, Marc Zellweger und Charles Amoah. In Lugano gabs Christian Gimenez und Julio Rossi. Etwas später in Basel waren da Murat und Hakan Yakin, Mario Cantaluppi, Benjamin Huggel, Thimotée Atouba. Da dachtest du jeweils: Hoppla, heute müssen wir aber richtig Gas geben, wenn wir gewinnen wollen. Bei Servette hatten wir zwischenzeitlich sieben Schweizer Nationalspieler. Sieben! Inzwischen hat es pro Team vielleicht zwei, drei Spieler, die etwas gehobenere Qualität haben. Der Rest ist gut ausgebildet, ganz in Ordnung für die Liga. Aber mehr nicht. Ich finde, allein in den vergangenen zehn Jahren haben alle Mannschaften in der Super League zwischen 20 und 30 Prozent an Qualität eingebüsst.Ist das nicht die logische Folge davon, dass das Ausland noch attraktiver geworden ist und es dort ganz viele Clubs hat, die es sich leisten können, sich einfach mal in der Schweiz zu bedienen – auch wenn der Spieler dann vielleicht nicht funktioniert?Das spielt da schon auch hinein. Aber das allein ist zu einfach. Ich höre die Schweizer Clubs immer wegen der Budgets jammern. Gleichzeitig leisten sie sich Kader von 33 Spielern. So viel europäischer Wettbewerb ist da nicht, dass das gerechtfertigt wäre. Ein Kader von 25 Spielern reicht. 15 Spieler bezahlst du dabei überschaubar, für 10 Akteure greifst du tiefer in die Tasche. Damit würde die Qualität steigen. Das müsste doch machbar sein.Shaqiri brauchte einen Monat Anlauf – und nun steht er nach zwei weiteren Monaten mit dem FCB bereits an der Spitze der Tabelle, führt die Skorerliste der Liga an. Ist das mehr auf seine Qualität zurückzuführen oder auf die Qualität der Konkurrenz?Xherdan Shaqiri – und nur Xherdan Shaqiri – ist der Grund, weshalb der FCB nun Erster ist. Trotzdem liegt die Wahrheit in der Mitte, wenn es um die Antwort auf ihre Frage und auch auf den Istzustand Shaqiris geht. Gegen YB und St. Gallen war er nicht gut. Dafür war er zweimal gegen Winterthur und je einmal gegen Yverdon und Servette herausragend. Ich bin überzeugt, dass er auch absolute Spitzenspiele wird entscheiden können – sofern er verletzungsfrei bleibt und die Wintervorbereitung komplett bestreiten kann. Er ist schlicht zu gut, um das nicht zu können.Ist er der wertvollste Spieler der Super League?Ja, mit Abstand. Das ist aber auch nicht so schwierig…Dann ist er auch klar wertvoller als Renato Steffen?Okay, ich relativiere etwas: Renato Steffen ist womöglich ein ähnlich wertvoller Spieler. Ich finde einfach, Shaq hat dieses gewisse Extra mehr. Ich muss aber zugeben, dass meine Einschätzung vielleicht davon beeinflusst wird, dass ich – anders als bei Shaqiri – nie mit Renato zusammengespielt habe oder dessen Trainer war. Shaq musste ich damals beim FCB zweimal die Woche an den Ohren ziehen, damit das Ganze ein bisschen funktioniert hat. (lacht) Ihn mag ich einfach, wir hatten immer viel zu lachen.Haben Sie den Rücktritt Shaqiris aus der Nationalmannschaft nachvollziehen können?Klar. Mit 33 kommst du in ein Alter, in dem du sagst: Ich habe alles gegeben, habe über 120 Länderspiele gemacht. Und es wird nicht einfacher mit der Belastung. Ich glaube deshalb, dass Shaq ohne Nationalmannschaftsrücktritt gar nicht erst zum FCB zurückgekehrt wäre.Rekordtorschütze Alex Frei über den nationalen Nachwuchs: «In der Schweiz wird jeder, der geradeaus laufen kann, als Talent bezeichnet. Das nervt mich. »Foto: Michele Limina (Keystone)Sie meinen, der Rücktritt war eine von ihm selbst auferlegte Bedingung, um ganz auf Basel fokussieren und entsprechend auch liefern zu können?Ja, das denke ich. Obwohl ich mit ihm nie persönlich sprechen konnte, seit er zurück ist.Haben Sie erwartet, dass Shaqiri so früh in Basel performt?Nochmals: Aufgrund der Spielkonstellation liegt die Wahrheit über Shaqiris Istzustand irgendwo in der Mitte. Aber das ist immer noch weit über dem Durchschnitt der Liga. Wir müssen schauen, dass wir in der Schweiz künftig eine gewisse Qualität garantieren können.Wie meinen Sie das?Solange wir in Lostopf 1 sind mit der Nationalmannschaft, müsste es möglich sein, sich weiterhin für die grossen Turniere zu qualifizieren. Aber es ist offensichtlich, dass ein Umbruch ansteht. Irgendwann wird Ricardo Rodriguez zurücktreten, irgendwann Granit Xhaka, irgendwann Remo Freuler. Dann wird es schwierig. Wer soll das Ganze auf dem Feld anführen? Ja, Manuel Akanji – aber dann? Das gewisse Extra hätte noch Zeki Amdouni. Doch wie viele gute Spieler kommen nach? Wer ist überhaupt ein guter Spieler?Wer ist für Sie ein guter Spieler?In der Schweiz wird jeder, der geradeaus laufen kann, als Talent bezeichnet. Das nervt mich. Viele vergessen den Faktor der Konstanz – und zwar nicht nur über drei Monate. Es geht um Konstanz über Jahre. Dafür gibt es genügend Beispiele.Nennen Sie eines.Stéphane Grichting. Er war in der öffentlichen Wahrnehmung unter «ferner liefen». Wenn man über ihn spricht, wissen ein paar noch, dass er mal Nationalspieler war. Aber: Grichting spielte acht Jahre am Stück bei Auxerre Ligue 1. Acht Jahre, am Stück! Da kommen andere, die sich ebenfalls als gute Spieler sehen, auf 70 Partien von Beginn an – in zehn Jahren.Das ist ein Unterschied.Natürlich. Einen wie Grichting konntest du in der Nationalmannschaft jederzeit reinbringen, und er lieferte. Diese Spieler fehlen mir heute. Solche, die im Kader in der zweiten Reihe stehen, aber regelmässig liefern, wenn sie gebraucht werden. Das liegt auch daran, dass viele im Ausland keine tragende Rolle spielen. Trotzdem bleiben sie dort, statt in der Heimat Leader zu sein. Sehe ich heute die Affiche YB gegen FCB, dann gibt es da schon ein paar Namen. Und doch kannst du nicht mehr als vielleicht zwei für die Nationalmannschaft aufbieten. Das ist weniger denn je, wenn es um diese beiden Teams geht.Warum hat die Schweiz keine Mittelstürmer mehr, wie Sie einer waren?Ich glaube, das hat auch mit einer generellen Entwicklung der Systeme zu tun. Weg von zwei auf einen Stürmer ist da ein Faktor. Und das Gegenpressing ist auch nicht unbedingt für klassische Mittelstürmer gemacht. Bei uns kommt hinzu: Wer besetzt diese Position in der Liga? Nun, es ist meistens ein ausländischer Spieler … Selbst ein Cedric Itten bei YB hat es schwer, in der Startelf zu stehen.Als Sie bei Borussia Dortmund waren, haben Sie unter Trainer Jürgen Klopp selbst erlebt, dass Sie nicht unbedingt ins System passten …Ich verstand mich immer super mit Jürgen Klopp. In den Ferien auf Mallorca trafen wir uns in diesem Sommer zum Kaffee bei mir im Hotel. Und ich kann Ihnen sagen: Mit ihm drei Stunden über Fussball zu diskutieren ersetzt fünf Trainerkurse … Als er nach Dortmund kam, war ich zuerst verletzt. Und ja: Er diskutierte mit mir offen über das System und seine Ansprüche. Ich sagte ihm, dass ich kein Pressingstürmer sei, ihm aber mit zehn bis zwanzig Toren helfen könne, wenn ich spiele. Er erwiderte: Ich möchte auf diese Tore nicht verzichten – dann tu einfach immer so, als würdest du Pressing betreiben. Das war der Deal. Als ich dann zum FCB zurückkam, war es anders. Ich kenne keinen Trainer dieser Welt, der das Duo Marco Streller/Alex Frei im Alter um die 30 nicht gemeinsam bringt, wenn er kann. Ohne uns grösser zu machen, als wir sind: Da müsste man einem die Lizenz wegnehmen, wenn er einen oder beide auf die Bank setzt.Alex Frei über das Basler Traum-Sturmduo: «Ich kenne keinen Trainer dieser Welt, der das Duo Marco Streller/Alex Frei im Alter um die 30 nicht gemeinsam bringt, wenn er kann. »Foto: Patrick Straub (Keystone)Als Sie nach Basel zurückkamen, wurden Sie als grosse Figur im Stadion präsentiert. Was ist die Challenge, wenn man als Überfigur kommt?Dem gerecht zu werden, was die Leute und auch die Mitspieler erwarten. Vorbild sein, Loyalität leben. Dem Druck standhalten.Ist das für Shaqiri nun gleich?Es ist sicher ähnlich. Aber ich kann nur für mich reden: Ich hatte immer gerne Druck.Ist dieser beim FCB als Rückkehrer und Überfigur gar grösser als in einem anderen, eigentlich gewaltigeren Club wie zum Beispiel Borussia Dortmund?Er ist anders. Ich kam mit einem Leistungsausweis aus Frankreich nach Dortmund. Hätte es dort nicht geklappt, hätte es Plan B oder C gegeben. Als ich dann zum FCB zurückkam, gab es keinen Plan B oder C. Es musste funktionieren.Alex Frei bei der Meisterfeier 2012. Heute sagt er: «Ich bin total im Reinen mit meiner Karriere.»Foto: Dominik PlüssWar für Sie klar, dass es funktioniert?Was ist schon klar? Ich wusste, dass ich ein intaktes Umfeld antreffe und ich in einem guten Alter war. Das hat sich dann alles bestätigt, die Mitspieler und Trainer Thorsten Fink, aber auch Heiko Vogel haben ihren Teil dazu beigetragen. Schliesslich war es der perfekte Karriereabschluss, fast wie Hollywood: Ich meine, wie wir da in der Champions League mit acht Spielern, die aus dem eigenen Club stammten, gegen Manchester United auftraten … Ich hatte beim FCB, den ich mit 18 verliess, eine Rechnung offen. Am Schluss war sie mehr als beglichen und war ich total im Reinen mit meiner Karriere.Trotz der allerletzten Meter, dem Ende mitten im Frühling, um beim FC Luzern als Sportdirektor weiterzumachen?Ja. Klar wollte ich die Saison zu Ende spielen. Aber der damalige FCB-Sportdirektor Georg Heitz hatte recht, als er sagte, dass ich mir damit keinen Gefallen täte, wenn es um meine künftige Aufgabe in Luzern gehe, sondern nur Chaos riskiere, wenn ich bis Sommer wartete. Nein, ich bin mit meiner Karriere total im Reinen, habe das Maximum aus meinen Möglichkeiten herausgeholt. Vielleicht lässt mich das gut darüber hinwegsehen, dass es dann als Trainer beim FCB nicht so herausgekommen ist, wie ich mir das gewünscht hätte. Ich war da zur falschen Zeit am richtigen Ort. Punkt.Würden Sie Ihre Episode als FCB-Trainer darauf reduzieren?Schon nicht. Ich wusste um die Herausforderung und wollte ein Jahr überleben in dieser Funktion. Ich glaube, dann hätten wir auch viele Dinge regeln können. Ich finde noch immer, dass vieles ganz okay war. Die späteren Auslandtransfers Dan Ndoye, Riccardo Calafiori und Amdouni waren zuvor acht Monate bei mir gewesen. Heiko Vogel konnte zudem als Interimstrainer von meiner Vorbereitung profitieren. Der FCB war nie so fit wie im Januar 2023. Aber ja: Ich habe auch Fehler gemacht.Welcher war der grösste?Es ist einfach so, wie es ist.Sie erwähnten Heiko Vogel. Bei Blue sagten Sie vor einigen Monaten, er sei fachlich super, das Menschliche erübrige sich … Hat sich das Verhältnis zu ihm inzwischen entspannt?Die Bemühung von ihm ist da. Ich sag es mal so: Das Verhältnis zu Heiko Vogel war Tiefkühlschrank – jetzt ist es frostig.Alex Frei über seinen einstigen Weggefährten Heiko Vogel: «Das Verhältnis zu Heiko Vogel war Tiefkühlschrank – jetzt ist es frostig.»Foto: Georgios Kefalas (Keystone)Wie ist Ihr Verhältnis zu David Degen?Auch da trenne ich: Als Spieler hatten wir es lustig, diese Erinnerungen sind da. Sie überwiegen. Alles andere ist abgeschlossen. Ich stelle mir diese Fragen gar nicht mehr.Sie waren Stürmer, Nachwuchstrainer, Interimstrainer, Cheftrainer und Verwaltungsrat beim FC Basel. Jetzt sind Sie nicht mehr beim FCB. Bleibt das so?Ja, dabei bleibt es. Ich wüsste nicht, in welcher Funktion ich zurückkehren könnte. Aber der FC Basel war immer mein Club – und er wird immer mein Club bleiben.Alex Frei, der FCB – und die letzten Monate:Den Podcast können Sie auf Spotify oder Apple Podcasts abonnieren. Falls Sie eine andere Podcast-App nutzen, suchen Sie einfach nach «Dritte Halbzeit».NewsletterRotblau aktuellErhalten Sie die wichtigsten und interessantesten Geschichten und News rund um den FCB.Weitere NewsletterEinloggenOliver Gut schreibt seit März 2001 für das Sport-Ressort der Basler Zeitung, das er seit 2019 leitet. Vorher für diverse Sportarten zuständig, konzentriert sich der Fricktaler seit 2011 auf den Fussball – und damit hauptsächlich auf den FC Basel. Mehr InfosDominic Willimann ist seit 2007 Sport-Redaktor der BaZ und kennt den regionalen Sport aus dem Effeff. Ebenso ist er mit den Geschehnissen rund um den FC Basel vertraut und hat seit 2007 kein Eidgenössisches Schwingfest verpasst. Mehr InfosFehler gefunden?Jetzt melden.0 Kommentare

  • FCB-Heimauftakt gegen GC: Lichter an im Joggeli – und schon schaut Fussball-Basel ganz genau hin

    AboFCB-Heimauftakt gegen GC – Lichter an im Joggeli – und schon schaut Fussball-Basel ganz genau hinNach einer Startniederlage steht der FC Basel bereits in der Pflicht, vor Heimpublikum zu überzeugen. Trainer Magnin zeigt sich von seiner Spielidee überzeugt.Publiziert heute um 18:08 UhrWar mit dem Saisonauftakt in St. Gallen nicht vollends zufrieden: FCB-Trainer Ludovic Magnin.Foto: Claudio Thoma (Freshfocus)Jetzt abonnieren und von der Vorlesefunktion profitieren.BotTalkAlles andere als zufrieden zeigte sich Xherdan Shaqiri nach dem ersten Spiel der neuen Saison: «Ich hatte nicht das Gefühl, dass jeder zu 100 Prozent da war», sagte der FCB-Captain nach der 1:2-Niederlage in St. Gallen. Zufriedenstellend war das Resultat, das Rotblau aus der Ostschweiz nach Hause nahm, aus FCB-Perspektive in keiner Weise. Allerdings: Die Aufgabe, vor knapp 20’000 grün-weissen Fans bei oft heimstarken St. Gallern einen Saisonstart zu bestreiten, ist selbst für einen Doublegewinner keine dankbare.Ganz anders wird sich jenes Bild zeigen, wenn der FC Basel am Samstagabend (20.30 Uhr) im heimischen St.-Jakob-Park auf den Grasshopper Club Zürich treffen wird. Nicht nur macht das Joggeli, in dem vor kurzem noch der Final der Women’s Euro ausgetragen wurde, mit einigen Neuerungen auf sich aufmerksam. Auch lässt die Basler Fussballwelt ihr Licht ein erstes Mal in voller Grelle auf den FC Basel scheinen. Und auf den neuen Trainer Ludovic Magnin.Die Mission von Trainer Magnin für die Partie gegen GC lässt sich derweil einfach zusammenfassen: den Startausrutscher vergessen machen, den Meisterschaftstritt finden – und unter Beweis stellen, dass seine in Basel installierte Spielidee tatsächlich funktioniert. Dass es für Magnin nun fast schon Pflicht ist, all diese Aufgaben in einem einzelnen Spiel zu erledigen, hat nicht nur mit dem misslungenen Start und einem erwartungsvollen Heimpublikum zu tun, sondern vor allem mit dem Gegner. Erst die Barrage rettete GC in der letzten Saison vor dem Abstieg.Wundertüte GCVon einem Gegenüber, das dem FCB gelegen kommt, will Magnin dennoch nichts wissen. «So zu denken, wäre ganz falsch – und der Beginn eines schlechten Spiels. Die Gegner werden über ihre Limits gehen. Denn wir sind jetzt die Gejagten», so Magnin. Natürlich freue er sich, sich nun endlich der Stadt und den eigenen Fans präsentieren zu können. Und ja, Druck sei natürlich da. «Doch die Ansprüche an mich kenne ich seit dem Tag, an dem ich meinen Vertrag beim FC Basel unterschrieben habe», sagt der 46-Jährige.Was für ein Auftritt von GC im Joggeli zu erwarten ist, bleibt derweil schwierig abzusehen. Mit neuem Sportchef (Alain Sutter), neuem Trainer (Gerald Scheiblehner) und viel neuem Personal starteten die Zürcher in die Saison. Beim Auftakt gegen Luzern zeigten sich die Hoppers phasenweise von ansehnlicher Seite und gingen zweimal in Führung. Dennoch ging die Partie mit 2:3 verloren.Eher absehbar erscheint dagegen, wie die Zürcher gegen den FCB agieren wollen. Nicht zuletzt, weil Trainer Magnin auch vor dem Heimauftakt kein Geheimnis daraus macht, wie er seinen FCB spielen sehen will. «Die Gegner kennen meine Spielweise, nämlich aggressiv und hoch zu stehen.» Bereits gegen St. Gallen praktizierte der FCB diesen Ansatz, worauf die St. Galler mit vielen hohen Bällen reagierten – und das Spiel prompt gewannen. Keine Überraschung wäre es also, würde auch GC auf jenes Mittel setzen.Englische Woche steht anIn welchem Licht sich der FC Basel im ersten Auftritt unter den Scheinwerfern des St.-Jakob-Parks präsentiert, dürfte die Stimmung um den FCB so für eine bedeutsame Woche mitprägen. Schliesslich haben die Basler drei Spiele innert neun Tagen zu bestreiten, wobei am Mittwoch mit YB und am darauffolgenden Sonntag mit Lugano zwei ernst zu nehmende Titelkonkurrenten warten.Schlägt Magnins Spielansatz gegen GC also ein und überzeugt der FCB auch resultatmässig, dürften erste beunruhigende Gedanken erstickt worden sein, bevor sie überhaupt wirklich entstanden sind. «Geht doch», wird sich der FCB-Fan denken, wenn er zum ersten Mal in dieser Saison nach der Partie ins Drämmli steigt. «Geht doch», denkt sich dann wohl auch Ludovic Magnin. Doch gewinnt der FCB gegen GC nicht – oder, noch tückischer, verliert er gar –, stehen die Zeichen bereits in Woche zwei auf Unruhe. Der Fehlstart wäre vollbracht, der Nährboden für Zweifel gelegt.Trainer Magnin sieht dieser Drucksituation gelassen entgegen. «Ich kenne das seit so vielen Jahren, damit kann ich umgehen», sagt er lächelnd. Und hält fest: «Der Schlüssel zum Erfolg liegt bei uns selbst. Wir wollen am Ende der Saison ganz oben stehen und diese Festung verteidigen.»Das Joggeli zur Festung machen – das also möchte Ludovic Magnin. Den Grundstein hierfür hat der FC Basel nun gegen einen Zürcher Abstiegskandidaten zu legen.Der FCB-SaisonstartDiesen Podcast können Sie auch auf allen gängigen Podcast-Plattformen kostenlos hören und abonnieren.NewsletterRotblau aktuellErhalten Sie die wichtigsten und interessantesten Geschichten und News rund um den FCB.Weitere NewsletterEinloggenFehler gefunden?Jetzt melden.0 Kommentare

  • Neue Spielunterlage, altes Problem: Beim FC Basel bleibt der Rasen … natürlich!

    Dieser Artikel wurde von BAZ publiziert. – Beim FC Basel bleibt der Rasen … natürlich! Eigentlich weibelten die FCB-Verantwortlichen für einen Hybrid-Rasen. Ohne die nötige finanzielle Unterstützung durch die Kantone liegt das aber offenbar nicht drin. Publiziert heute um 13:09 Uhr Ein schöner Joggeli-Rasen: So wird es wieder aussehen, wenn die neue Unterlage frisch verlegt…