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AboFCB-Goalie im Interview

Marwin Hitz: «Die Unruhen im März kamen zu Recht»

Marwin Hitz im grünen Torwarttrikot des FC Basel lächelnd auf dem Spielfeld im St. Jakob-Park während eines Spiels gegen FC Lugano am 6. April 2025.
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Marwin Hitz, wird die nächste Saison Ihre letzte beim FC Basel sein?

Darauf will ich mich nicht festlegen. Aber ich werde sie so angehen, als wäre es meine letzte. Ich will die Zeit nochmals in vollen Zügen geniessen und Vollgas geben, ohne zu viel an die Zukunft zu denken.

Sie waren bereits als Fussball-Experte im Fernsehen, Sie haben eine GmbH, die Immobilien vermarktet. Werden das die Richtungen sein, die Sie nach der Karriere einschlagen?

Den Job als Experte finde ich sehr interessant, sofern man mit den richtigen Leuten im Studio sitzt. Und auch sonst habe ich schon etwas auf die Beine gestellt. Festlegen kann ich mich da noch nicht. Allerdings fände ich es schade, wenn ich mich ganz vom Fussball entfernen würde. Wenn man in einem Bereich gut ist, wäre es schade, wenn man dieses Wissen nicht weitergeben würde.

Erst haben Sie aber noch die Möglichkeit, mit dem FCB in der Champions League zu spielen.

Ja, das ist sicher ein riesiger Traum und eine grosse Motivation. Mir ist aber auch wichtig, zu betonen, dass diese Qualifikation nicht alles ist. Natürlich steht finanziell und emotional viel auf dem Spiel. Aber eine Kampagne in der Europa League wäre auch sehr attraktiv, und zudem zählt die Meisterschaft für mich mehr als der Europacup.

Sie haben bereits Erfahrung im internationalen Clubfussball – viele junge Spieler beim FC Basel noch nicht. Was wird für Sie die grösste Herausforderung sein?

Körperlich dürfte die Dreifachbelastung für die Jungen kein Problem darstellen, sofern sie sich gut vorbereiten. Aber mental ist es sehr anspruchsvoll, alle drei bis vier Tage zu liefern und über die eigenen Grenzen zu gehen, selbst wenn man sich vom letzten Spiel noch müde fühlt. Wenn man zu bequem ist, wird man nicht erfolgreich sein. Das müssen gerade wir erfahrenen Spieler den jungen vorleben.

Hat sich Ihre Rolle diesbezüglich verändert, seit Taulant Xhaka nicht mehr in der Mannschaft ist?

Nicht wirklich. Ich helfe noch immer im gleichen Rahmen, wenn ich spüre, dass ein Spieler etwas braucht. Dass Tauli nicht mehr im Team ist, ist extrem schade. Aber er hat sich bereits im Laufe der letzten Saison etwas zurückgenommen und akzeptieren können, dass er etwas weniger im Mittelpunkt steht. Dadurch konnten, oder mussten, andere Spieler mehr Verantwortung übernehmen und sich entwickeln.

Torhüter Marwin Hitz und Taulant Xhaka vom FC Basel jubeln mit Medaillen nach dem Sieg im Schweizer Cup Finale gegen FC Biel-Bienne.

Sind Sie nach dem Double erfolgshungrig wie eh und je?

Ich dachte immer, der Ehrgeiz würde abnehmen, wenn man älter wird. Ganz einfach, weil man schon mehr erlebt hat, weniger Druck verspürt, schon etwas Geld auf der Seite hat. Aber das Gegenteil ist bei mir der Fall. Ich will immer mehr. Das ist einer der Gründe, warum ich nicht weiss, ob das jetzt mein letztes Jahr sein wird.

Woher kommt dieser Hunger?

Mich motivieren die besonderen Momente, die Erfolgserlebnisse. So lange wie möglich auf höchstem Niveau zu spielen, ist eine sehr spannende Challenge. Erst recht, wenn man dabei merkt, dass man noch topfit ist und bessere Werte hat als Spieler, die 20 Jahre jünger sind. Das pusht mich.

War die letzte Saison Ihre beste beim FCB?

Nein, ich würde sagen, ich habe mich in meinen drei Saisons in Basel auf einem konstanten Niveau bewegt. Es kann sein, dass ich etwas besser dagestanden habe, weil der Club als Ganzes mehr Erfolg hatte. Aber wenn ich zurückdenke an die Conference-League-Kampagne in meinem ersten Jahr, muss ich sagen, dass ich da auch schon sehr gute Leistungen abgerufen habe. Und auch in der schwierigen zweiten Saison mit dem Druck des Abstiegskampfes. Da ist es schwierig, jedes Spiel konstant gute Leistungen zu bringen. Aber ich finde, dass mir das schon sehr gut gelungen ist.

Welche sind die wichtigsten Bausteine dafür, dass Sie Ihr Niveau auch mit 37 konstant halten können?

Schon meine ganze Karriere über habe ich sehr viel für meinen Körper getan – und mit den Jahren schaut man da natürlich immer noch akribischer darauf. Mit Mirko Salvi habe ich einen super Trainingspartner und Gabi (Gabriel Wüthrich, d. Red.) ist der beste Goalietrainer, den ich in meiner Karriere hatte. Oft kann es bei älteren Goalies, die vielleicht noch eine grössere Karriere hatten als ihre Trainer, dazu kommen, dass sie die Trainingsinhalte selbst bestimmen und das Gleichgewicht nicht mehr stimmt. Doch Gabi ist in allen Bereichen derart gut ausgebildet und hat ein so riesiges Wissen, dass ich ihm blind vertrauen kann.

Wie schwierig wird es für den FCB, das Double zu verteidigen?

Das wird schwer. Man muss sich nur die letzte Saison ansehen: Im Cup standen wir wiederholt vor Problemen, und in der Liga war es lange völlig offen. Ich denke, es wird wieder ähnlich sein. Aufgrund der bisherigen Transferphase habe ich nicht das Gefühl, dass es in der kommenden Saison eine Übermannschaft geben wird.

Wobei der FCB zum Ende der Double-Saison schon beinahe wie eine Übermannschaft wirkte.

Ja, in der Schlussphase hat man gesehen, wie gross unser Potenzial eigentlich war.

Warum konnte man dieses nicht schon früher abrufen?

Ich finde, dass der Club im Transfersommer 2024 so gut wie alles richtig gemacht hat. Dennoch hat die Mannschaft nicht das geleistet, was sie hätte leisten können. Wenn man das nicht akzeptiert und ständig Ausreden dafür sucht, warum man nicht die volle Leistung auf den Platz bringt, gehört das irgendwann angesprochen. So kamen die Unruhen damals auch zu Recht.

Torhüter Marwin Hitz von FC Basel fängt den Ball während eines Super League-Spiels gegen FC Luzern in Basel, umgeben von Spielern beider Teams.

Also waren die Unruhen im März, die bekanntlich eng mit Trainer Fabio Celestini in Zusammenhang standen, der Grund für die Leistungssteigerung?

Sie haben sicher dazu beigetragen, ja. Wir wurden in der Folge durch den Druck von allen Seiten ehrlicher zueinander. Und man wurde gezwungenermassen empfänglicher für Inputs von aussen, von der Vereinsführung, den Mitarbeitern, den Spielern.

Konkret wurde Fabio Celestini empfänglicher, oder?

Namen möchte ich keine nennen.

Letztlich wurde der FCB Meister. Wie haben Sie die Feierlichkeiten auf dem Barfi erlebt?

Es wurde mir im Vorfeld viel davon erzählt, wie schön es sein kann. Aber es war noch viel besser. Zuerst waren da die glücklichen Leute im Stadion, die einen spüren liessen, was dieser Club den Menschen bedeutet, und dann der Barfi ganz in Rotblau. Das war überwältigend.

Ihnen bedeutet der FCB mittlerweile auch einiges.

Die Beziehung zum Club ist besonders. Wir haben in dieser Zeit so viele positive wie auch negative Dinge zusammen erlebt, wie man das bei anderen Clubs wohl in zehn Jahren nicht tut. Wir haben in Basel unzählige Menschen kennen gelernt, denen der FCB sehr viel bedeutet, und auch meine Kinder sind grosse Fans geworden.

Das war aber nicht immer so. Weil Sie auf den beliebten Heinz Lindner folgten, gab es anfänglich vonseiten der Fans viel Unmut Ihnen gegenüber.

Ich wurde noch nie irgendwo frenetisch empfangen, aber das war wirklich schwierig damals. Auch weil ich wusste, dass ich mir aus sportlicher Sicht nicht viel erlauben konnte. Tatsächlich war dieser Empfang auch der Grund, warum wir als Familie nicht nach Basel gezogen sind. Wir wollten in die Schweiz zurückkommen, um eine Basis für die Kinder zu finden. Aber diese Basis wirkte dann doch etwas gar toxisch zu jenem Zeitpunkt.

Haben Sie es als einen Angriff auf Sie als Person empfunden?

Ja. Ich habe zwar schon oft gehört, dass das alles nicht gegen mich gemeint war, sondern eher für Heinz Lindner, sozusagen. Aber wenn wir ehrlich sind, dann waren da durchaus Dinge dabei, die schlicht gegen meine Person gingen. Für mich war das weder sportlich noch menschlich nachvollziehbar. Denn mit einem Wechsel von Dortmund nach Basel verzichtete ich auf viele Dinge und nicht zuletzt auch auf finanzielle Erträge. So wirkte das alles irgendwie undankbar auf mich und hat mich enttäuscht. Wobei gesagt werden muss, dass es sich dabei natürlich immer um eine Minderheit der Fans handelte.

Konnten Sie mittlerweile vollständig damit abschliessen?

Ich denke, so etwas kann man nicht komplett vergessen. Aber mit der Zeit rückte es in den Hintergrund, und nun ist es okay. Es gab ja schon immer Leute, die froh darüber waren und sind, dass ich beim FC Basel spiele. Und ich bin auch nach wie vor sehr froh, dass ich mich für diesen einzigartigen Club entschieden habe.

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Vor Wochenfrist hat der im Thurgau wohnhafte Goalie seinen Kontrakt in Basel um eine weitere Saison verlängert – bis im Juni 2026.Damit hat Hitz mit seiner Familie und seinem Umfeld nochmals eine Auslegeordnung seiner Karriere vornehmen müssen. Denn geplant war, dass in diesem Sommer Schluss ist. Doch dann kam im letzten Herbst der Verein auf ihn zu, suchte das Gespräch, und der 37-Jährige merkte rasch, dass er noch ein Jahr länger spielen möchte als geplant.Hitz und der TitelgewinnDas ist nun der Fall, und Hitz hat nach wie vor ein grosses Ziel vor Augen: Als der Goalie im Sommer 2022 aus der Bundesliga ans Rheinknie wechselte, sagte er, dass er mit dem FCB Titel gewinnen möchte. Gelungen ist dies bis heute nicht.Aber: Dass der FC Basel nach einer schwierigen letzten Saison nun plötzlich an einem Punkt angelangt ist, wo Titelgewinne wieder realistisch sind, ist auch das Verdienst von Hitz. Wir erinnern uns: Dass Rotblau im Viertelfinal des Schweizer Cups steht, ist stark an die Personalie der Basler Nummer 1 gekoppelt. In Nyon hält Hitz einen Elfmeter von Franck Koré, und im Achtelfinal gegen den FC Sion sehen die Walliser im Penaltyschiessen zwei Elfmeter vom Basler Torhüter abgewehrt. Der FCB ist in diesem Wettbewerb noch drei Siege vom Titel entfernt.Um einiges schwieriger ist es für die Basler hingegen, auf dem Ligaweg zu einem Pokal zu kommen. Das weiss auch Marwin Hitz, der nach dem 1:0 im Klassiker und dem Festigen von Platz zwei nach wie vor nichts von einem möglichen Super-League-Titel wissen will. Er sagt: «Mit diesem Punkteschnitt sind wir noch kein Meisterschaftskandidat.»Doch mit dem Start ins 2025 hat der FC Basel ein starkes Ausrufezeichen gesetzt. Drei Spiele, sieben Punkte. Macht der FCB so weiter und hält Hitz wiederholt derart bravourös, dürfte sich der Punkteschnitt nach oben schrauben. Was das heisst, weiss der erfahrene Fussballprofi nur allzu gut – auch wenn er aktuell nicht darüber sprechen möchte.Der FC Basel im 2025:Den Podcast können Sie auf Spotify oder Apple Podcasts abonnieren. Falls Sie eine andere Podcast-App nutzen, suchen Sie einfach nach «Dritte Halbzeit».NewsletterRotblau aktuellErhalten Sie die wichtigsten und interessantesten Geschichten und News rund um den FCB.Weitere NewsletterEinloggenDominic Willimann ist seit 2007 Sport-Redaktor der BaZ und kennt den regionalen Sport aus dem Effeff. Ebenso ist er mit den Geschehnissen rund um den FC Basel vertraut und hat seit 2007 kein Eidgenössisches Schwingfest verpasst. Mehr InfosFehler gefunden?Jetzt melden.0 Kommentare

  • «BaZ direkt» – der tägliche Podcast: Alex Frei schmunzelt, Thierno Barry trifft – und die Schweiz feiert einen Weltrekord

    – Alex Frei schmunzelt, Thierno Barry trifft – und die Schweiz feiert einen WeltrekordIm Spiel gegen den FC Aarau kann Thierno Barry seit langem wieder einmal einen Torerfolg verbuchen. Dies, und vieles mehr in der neusten Folge von «BaZ direkt».Publiziert heute um 16:27 UhrAbonnieren Sie diesen Podcast: auf Spotify, Apple Podcast oder Google Podcasts.Freitag ist FCB-Tag bei «BaZ direkt» – heute mit einem bunten Strauss an Themen. Gastgeber Benjamin Wirth begrüsst im Studio Sportredaktor Dominic Willimann, der unter der Woche in Düsseldorf beim Weltrekordspiel der Schweizer Handballer gegen Deutschland weilte. Rückblickend für ihn: «ein wahnsinniges Erlebnis». Die beiden sprechen auch über Rotblau – mögliche Transfers, den Abschied des langjährigen Greenkeepers oder die vergangenen Testspiele gegen Bayern München und Aarau. Während die Basler gegen die Münchner einen Achtungserfolg zu verzeichnen hatten, verlor man gegen das von Alex Frei trainierte Nati-B-Team mit 2 zu 3. Gegen die Aarauer traf indes der oft gescholtene Thierno Barry. Willimann sagt dazu: «Das könnte ein Dosenöffner für ihn sein.»Der Lesestoff zum Thema:«BaZ direkt» – der tägliche PodcastDen Podcast können Sie kostenlos hören und abonnieren auf Spotify oder Apple Podcast. Falls Sie eine andere Podcast-App nutzen, suchen Sie einfach nach «BaZ direkt».Benjamin Wirth ist Journalist und Autor. Seit 2019 publiziert er Beiträge in der BaZ.Mehr Infos@beniwirthDominic Willimann ist seit 2007 Sport-Redaktor der BaZ und kennt den regionalen Sport aus dem Effeff. Ebenso ist er mit den Geschehnissen rund um den FC Basel vertraut und hat seit 2007 kein Eidgenössisches Schwingfest verpasst. Mehr InfosFehler gefunden?Jetzt melden.0 Kommentare