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AboFC Basel im Cup weiter

Marwin Hitz hält – und sammelt weitere Argumente für eine Basler Zukunft

Torhueter Marwin Hitz (FCB) haelt ein Penalty im Fussball Cupspiel zwischen dem FC Basel 1893 und dem FC Sion am Mittwoch, 4. Dezember 2024 im Stadion St. Jakob-Park in Basel. (KEYSTONE/Til Buergy)
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In Kürze:

  • Marwin Hitz glänzt im Elfmeterduell und sichert Basel den Cupsieg.
  • Hitz hat im Wettbewerb bereits drei Elfmeter erfolgreich gehalten.
  • Vertragsgespräche über Hitz’ Zukunft beim FC Basel laufen.
  • Seine Leistungen stärken Basels Abwehr und Mannschaftsstatistik erheblich.

Manchmal braucht ein Torhüter diese ein, zwei Aktionen, um zum Helden zu werden. Zu jener Figur, von der man im Nachgang einer Partie sagt, sie hätte diese entschieden.

Als der FC Basel am Mittwochabend um 22.54 Uhr nach 120 Minuten unterhaltsamen Minuten und einem Penaltyschiessen in den Viertelfinal des Schweizer Cups einzieht, darf festgehalten werden: Der FCB steht in erster Linie dank Marwin Hitz in der Runde der letzten Acht.

Über weite Strecken des Geschehens ist von der Basler Nummer 1 wenig zu sehen. Bei den beiden Gegentoren von Théo Bouchlarhem kann Hitz nichts ausrichten, zu gut sind die Sittener Konter gespielt, zu unsortiert sind seine Vorderleute. Ansonsten gibt es kaum Aktionen, in denen sich der Basler Goalie auszeichnen kann.

Doch dann kommt es im St.-Jakob-Park eben zu diesem Penaltyschiessen, bei dem der 37-Jährige seine beiden Glanzmomente hat. Beim ersten Sion-Penalty von Cristian Souza, der scharf und platziert aufs Tor fliegt, reagiert Hitz prächtig, beim nachfolgenden Elfmeter von Sion-Captain Joel Schmied antizipiert der Ostschweizer ein nächstes Mal richtig, indem er sich nur mit halber Kraft in die Ecke wirft – und so noch zentral genug fliegt, um den unplatzierten Ball abzuwehren.

Die Ruhe selbst

Diese beiden Paraden sowie die Treffsicherheit seiner Teamkollegen reichen, damit Rotblau auch die nächste Hürde im zweitwichtigsten Wettbewerb des Landes nimmt. Dabei beeindruckt Hitz in der finalen Kurzentscheidung nicht nur mit seinen Reflexen, sondern auch mit seiner Abgeklärtheit vor und nach den Elfmetern.

Während sein Antipode bei den Wallisern, Timothy Fayulu, mit Psychospielchen die Basler Schützen zu verunsichern versucht, ist Hitz die Ruhe selbst. Und wird dafür belohnt – dies, während Fayulu zwar bei den Versuchen von Kevin Carlos und Bradley Fink die Hand an den Ball bringt, es aber trotzdem nicht versteht, den Basler Torerfolg zu verhindern.

Marwin Hitz und die gehaltenen Elfmeter – das ist in diesem Wettbewerb bislang eine Erfolgsgeschichte. Wir erinnern uns: In der 2. Hauptrunde, als der Stammkeeper gegenüber «Cup-Goalie» Mirko Salvi bereits den Vorzug erhalten hat, knorzt sich der FCB gegen Nyon mit 1:0 nach Verlängerung durch. Doch hätte Hitz in der praktisch letzten Aktion der Partie nicht den Penalty gegen Franck Koré gehalten, Basel hätte auch dann ins Penaltyschiessen gehen müssen.

Deshalb muss nochmals betont werden: Die Basler Nummer 1 hat grossen Anteil daran, dass der FC Basel nun noch drei Siege vom ersten Titel seit 2019 entfernt ist. Und der Goalie selbst sammelt mit seinem jüngsten Auftritt weitere Argumente, damit man in Basel mit ihm über den Sommer hinaus plant. Seine Leistung nach der Verlängerung im Cup-Achtelfinal könnte ihm dabei zu Gute kommen.

Denn: Hitz’ Kontrakt am Rheinknie läuft Ende Juni aus. Doch gegenüber der Agentur Keystone-SDA hat der zweimalige Internationale unlängst gesagt, dass er gerne noch ein Jahr weiterspielen würde. Erste Gespräche zwischen Verein und dem Schlussmann haben bereits stattgefunden.

Hitz befindet sich dabei in einer guten Position, zumal Sportdirektor Daniel Stucki wiederholt betont hat, dass er der Typ Sportchef sei, der in der Regel nichts verändern möchte, wenn etwas funktioniere. Interessant wird zu beobachten sein, falls der FCB weiter mit Hitz plant: Wird Hitz die Nummer 1 bleiben? Oder wird ein anderer Goalie geholt, der mithilfe von Hitz zur Stammkraft aufgebaut wird? Und: Wäre der Routinier unter diesen Voraussetzungen überhaupt bereit, eine Saison in Basel anzuhängen?

Aktuell jedoch muss sich Hitz noch keine Gedanken über derartige Szenarien machen; ihm läuft es wie am Schnürchen. Da spielt auch das gesetztere Alter eine untergeordnete Rolle.

Antworten auf dem Rasen

In der Super League hat der St. Galler, der im September 2025 38 wird, alle 16 Partien über die volle Distanz bestritten und dabei nur 17 Tore erhalten. Das ist Liga-Spitze. Da ist aber noch mehr als diese Statistik, an der er zu Recht gemessen wird: Mit seiner Ausstrahlung ist Hitz ein wichtiges Puzzleteil der inzwischen gefestigten Basler Defensive. Das Auftreten und das Selbstbewusstsein des Schlussmanns, der im Sommer 2022 aus der Bundesliga zum aktuellen Super-League-Ersten gewechselt hat, ist ein ganz anderes als in der Vorsaison.

Damals sorgte Hitz vor allem für Schlagzeilen, als er in seinen kernigen Spielanalysen unverblümt das aussprach, was viele dachten. Und nicht um den heissen Brei redete. Wirkte aber selbst auch immer mal wieder so, als hadere er gerade mit dem Fussball und der schwierigen Situation, in der sich der FC Basel als unverhoffter Abstiegskandidat befand.

Heute liefert Hitz die Antworten vor allem auf dem Rasen und sorgt mit seinen wachen Momenten dafür, dass der FCB zwei Runden vor der Winterpause die beste Mannschaft der Super League stellt. Diese Spitzenposition gilt es für das Team von Fabio Celestini am Sonntag zu verteidigen, wenn Rotblau in St. Gallen gastiert, wo Hitz seine ersten Erfahrungen auf Profistufe sammelte.

Marwin Hitz wird dann wieder – wie am Mittwoch beim Penaltyschiessen – mit aufrechter Haltung und total fokussiert zwischen den Pfosten stehen. Denn an Wohlgefühl und Selbstvertrauen mangelt es der Basler Nummer 1 in diesen Tagen offensichtlich nicht.

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