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War es richtig, Shaqiri so früh auszuwechseln?

Xherdan Shaqiri verlässt in Luzern bereits in der 55. Minute das Feld.
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Einfach zu interpretieren ist er nicht, der Gesichtsausdruck Xherdan Shaqiris, als er in der 55. Minute die rote zehn auf der Tafel des vierten Unparteiischen aufleuchten sieht. Die zusammengekniffenen Augen, der leicht verzogene Mund. Aber man muss ja auch nicht immer alles interpretieren. Nur so viel: Gänzlich unüberrascht ob seiner Auswechslung wirkt er nicht.

Tatsächlich ist Shaqiris viertes Pflichtspiel seit seiner Rückkehr nach Basel sein bestes, was die Leistung angeht. Der Offensive wirkt besser ins Spiel eingebunden, hat immer wieder den Ball am Fuss und kann ihn verteilen. Die letzte Konsequenz im offensiven Drittel geht ihm aber wie allen FCB-Spielern am Sonntag ab.

Besser wird das nach Shaqiris Auswechslung und der Einwechslung Marin Soticeks aber nicht. Im Gegenteil: Das Basler Spiel verliert in der Offensive an Stringenz und der FC Luzern startet seine grösste Druckphase, als Shaqiri bereits auf der Bank sitzt.

Die Frage stellt sich daher unweigerlich, ob es richtig war von FCB-Trainer Fabio Celestini, Shaqiri bereits so früh durch Soticek zu ersetzen und somit die Möglichkeit auf einen Shaqiri-Geistesblitz vorzeitig zunichtezumachen.

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Doch Veiga (7.), Barry (12.) oder Kololli (17./20./30.) schiessen daneben oder scheitern an Goalie Keller. Winterthur hingegen wird vor allem dann gefährlich, wenn es schnell umschalten kann. In der 25. Minute trifft Ltaief bei einem Konter den Pfosten – und dann kommt der Ball kurz vor der Halbzeit zu Stillhart…Basil Stillhart trifft sehenswert gegen den FC Basel.Video: SRFDie zweite HälfteCelestini reagiert auf den Rückstand, indem er in der 57. Minute seine rechte Seite austauscht: Rüegg und Augustin für Vouilloz und Dräger. Am Eindruck des Spiels ändert allerdings auch das nicht besonders viel: Basel ist überlegen, die Gäste ziehen sich noch weiter zurück, werden passiv – aber Tore fallen lange keine. Keller klärt in der 55. Minute einen Schuss von Kololli, Frei (60.) und Kade (65.) scheitern ebenso und in der 76. trifft Barry aus wenigen Metern nur die Latte. 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Füllen Sie diese kurze Umfrage aus und teilen Sie uns Ihre Meinung mit.Tilman Pauls arbeitet seit über zehn Jahren für die Sportredaktion der Basler Zeitung und beschäftigt sich seit 2013 intensiv mit dem FC Basel.Mehr Infos@tilman_pFehler gefunden?Jetzt melden.0 Kommentare

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Denn in dieser Zeit wurde der Thurgauer zur durch und durch rotblauen Identifikationsfigur und nun zum Schweizer Meister. Nicht nur das. Hitz ist der aktuell beste Goalie der Super League. Das sagen nicht nur sein Trainer und sein Sportchef, sondern auch die Zahlen. Er ist der sichere Rückhalt der besten Defensive der Liga, die in 38 Spielen nur 43 Gegentreffer erhalten hat. Zudem weist er laut den Statistikern eine Abwehrquote von 78,3 Prozent auf. Das ist der beste Wert aller Super-League-Goalies in dieser Saison, die mehr als drei Spiele bestritten haben.Adrian Barisic, der schwarzbärtige AbräumerKompromisslos gegen den Ball: FCB-Verteidiger Adrian Barisic gegen Lausannes Kaly Sène.Foto: Pascal Muller (Freshfocus)Kaum zu glauben, dass Adrian Barisic erst 23 Jahre alt ist. Nicht wegen des Äusseren. Zwar wirkt der Bosnier auch durch sein strenges Gesicht, die mächtige Statur und den dunklen Bart wie ein gestandener Routinier unter seinen Mannschaftskollegen. Aber es ist vor allem die Spielweise, die den Innenverteidiger so reif rüberkommen lässt.Barisic ist in dieser Saison trotz des für seine Position verhältnismässig jungen Alters ein verlässlicher Rückhalt in der Basler Defensive. Bis zu seiner Muskelverletzung, die er sich in der Nationalmannschaftspause im März zuzog, steht er bei jedem Spiel, zu dem er spielberechtigt ist, in der Startformation. Dabei wirkt er mit sehr wenigen Ausnahmen stets äusserst abgeklärt, ist konstant wie kaum ein anderer in diesem Team, ruhig am Ball und dennoch ausgesprochen aggressiv in den defensiven Zweikämpfen.Das macht Barisic – auch wenn er die entscheidende Saisonphase verpasst – zu einem absoluten Schlüsselspieler in dieser Basler Meistersaison.Nicolas Vouilloz, der Phönix aus der AscheAls es ihn brauchte, war er voll da: Nicolas Vouilloz bei der spontanen FCB-Meisterfeier.Foto: Urs Lindt (Freshfocus)Zwischenzeitlich sieht es in dieser Saison zappenduster aus für Nicolas Vouilloz. 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