
Die Abhängigkeit des FC Basel vom Ausnahmekönner Xherdan Shaqiri
Dieser Artikel wurde von BZ publiziert.
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Die Abhängigkeit des FC Basel vom Ausnahmekönner Xherdan Shaqiri
Die Rechnung beim FC Basel lautet vereinfacht: Skort Xherdan Shaqiri nicht, gibt es keine Punkte. Die Statistik ist überraschend deutlich.
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Der Verweis auf sich selbst: Xherdan Shaqiri zeigt, wer den Unterschied beim FC Basel ausmacht.
Es war ein kleiner Lauf, den der FC Basel in diesem Kalenderjahr hatte: Drei Siege in Serie – ein Kunststück, das den Baslern bereits zum vierten Mal in dieser Saison glückte. Dazu das starke 2:2 auswärts beim damaligen Leader Lugano. Viel besser hätte der FCB nicht ins Jahr 2025 starten können. Das unnötige 0:1 zu Hause gegen GC, mit welchem die Basler das Vorjahr beschlossen, war fast schon vergessen.
Doch dann kam der vergangene Sonntag in Genf, kamen die zwei aberkannten Tore in der ersten Halbzeit und schliesslich die 1:2-Niederlage. Die Serie ist gerissen, die Chance vertan, der Vorsprung nicht ausgebaut.
Viel gemeinsam hatten diese Spiele auf den ersten Blick nicht. Doch auf den zweiten Blick wird deutlich: Gegen GC war Shaqiri verhältnismässig wirkungslos, fanden seine Bälle die Mitspieler nicht. Gegen Servette zog er einen seiner schwächsten Tage seit seiner Rückkehr ein.
Fehlende Frische in englischer Woche
Gegen Genf war es augenfällig: Konnte der Mann mit dem linken Zauberfuss keine guten Bälle spielen, kam in der Offensive kaum etwas zustande. Die Impulse gingen von ihm aus – oder eben genau nicht. Im dritten Spiel in dieser Woche wirkte Shaqiri nicht im Vollbesitz seiner Kräfte. Ihm ging eine gewisse Frische ab, mitunter stimmte das Timing seiner Zuspiele nicht.
Dennoch spielte er 90 Minuten durch und wurde nicht wie am Donnerstag in der Partie gegen Luzern für ein bisschen mehr Erholungszeit vorzeitig ausgewechselt.
Dass und wie der FC Basel abhängig ist von Shaqiri, lässt sich an seinen guten Tagen ablesen. Eine starke Shaq-Darbietung bedeutet für das Team Punkte. Oder anders gesagt: Skort Shaqiri, holt der FC Basel mindestens ein Remis.
Mit drei Ausnahmen: Beim 2:3 in Bern assistierte der Basler Captain zwar zum letzten Tor des Tages, dennoch resultierte eine Niederlage. Beim 2:1-Sieg über St. Gallen blieb er ebenfalls ohne Skorerpunkte, zeigte aber eine gute Leistung. Und auch beim 1:1 gegen Lausanne zu Hause konnte er weder Assist noch Tor verbuchen.
Vier Spiele Anlaufzeit, dann folgte die Abhängigkeit
Hinzu kommen noch die ersten beiden Partien nach seiner Rückkehr, die gemeinhin jedoch als Angewöhnungszeit gelten. Damals wurde Shaqiri nur eingewechselt, hatte kaum Einfluss, das Team holte aber vier Punkte.
Dreht man das Spielchen um, wird sein Impact noch deutlicher. Dann nämlich, wenn es darum geht, was passiert, wenn der 33-Jährige nicht skort: So geschehen gegen den FC Zürich und den FC Luzern im September, seine Spiele drei und vier nach der Rückkehr. Beide Partien gingen verloren. Selbes gilt für das Spiel gegen GC im Dezember und vergangenen Sonntag gegen Servette. Skorerloser Shaqiri gleich Niederlage.
Es geht sogar noch ein bisschen deutlicher: Es gab nur vier Spiele, in welchen Shaqiri weder einen Schuss aufs noch neben das Tor abgab: bei den beiden jüngsten Niederlagen gegen Servette und GC sowie beim 0:2 gegen den FCZ im September und dem 1:1 in Sion. Letzteres war sein erst zweites Spiel nach seiner Rückkehr, Shaqiri wurde in der 66. Minute eingewechselt.
Natürlich wäre es zu einfach, Shaqiris Leistungen zum alleinigen Merkmal für Erfolg und Misserfolg beim FC Basel zu erküren. Aber ohne den Unterschiedsspieler in Topform quält sich der FCB oft.
Beim Trainingsstart im Januar sagte Shaqiri selbst einen Satz dazu, der zwar auf das 0:1 gegen GC vor der Winterpause gemünzt war, in der Summe jedoch auf die ganze Spielzeit des FCB passt: «Wenn bei uns mal einer oder zwei etwas weniger machen, dann merkt man das.»
Auch Carlos wird wichtiger
Man könnte es auch umformulieren und sagen: Wenn mal einer oder zwei nicht bei 100 Prozent sind, dann spürt das die ganze Mannschaft. So wie gegen Genf Shaqiri, aber beispielsweise auch Kevin Carlos. Der Stürmer Nummer eins kränkelte im Vorgang des Spiels, entsprechend wenig Einfluss konnte er nach seiner Einwechslung nehmen.
Auch vom Spanier ist eine gewisse Abhängigkeit festzustellen. Nur ein kleiner Blick in seine Statistiken: Nur zweimal hat der FCB gewonnen, ohne dass Carlos traf oder assistierte. Dennoch: Es sind noch keine Shaqiri-Sphären, in welchen sich der Impact von Carlos bewegt.
Dem FCB fehlt es primär an Stabilität, wenn die riskanten Shaqiri-Pässe über 90 Minuten nicht mindestens einmal zu einem Tor führen oder er vom Gegner abgemeldet wird. Diese Abhängigkeit ist gefährlich, der Druck lastet stark auf Shaqiri. Dass er damit umgehen kann, hat er längst bewiesen. Und dem FCB dürfte zugutekommen, dass bis zum Saisonende nur noch zwei englische Wochen anstehen.
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