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Der letzte Halbfinalist

Marwin Hitz weiss, wie man mit dem FC Basel international Erfolg haben kann

Torhüter Mirko Salvi, Tim Pfeiffer und Marwin Hitz vom FC Basel beim Training in Kopenhagen vor dem Champions-League-Playoff-Spiel.
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In Kürze:

  • Mit 38 Europacup-Einsätzen bringt Goalie Marwin Hitz wichtige internationale Erfahrung nach Kopenhagen.
  • Nach dem 1:1 im Hinspiel sieht Hitz den FC Kopenhagen leicht im Vorteil.
  • Ein einziger Fehltritt des Goalies führte zum Ausgleich im Hinspiel.
  • Der routinierte Schlussmann bleibt gelassen vor dem entscheidenden Champions-League-Playoff-Spiel.

Kurz nach dem Hinspiel gegen Kopenhagen wusste Marwin Hitz bereits, was er anders hätte machen müssen. «Es ist ein Ball, bei dem ich es riskieren muss», sagte der FCB-Goalie im Interview mit SRF. «Das einzige, was ich mir vorwerfen kann, ist, dass der erste Schritt – wenn ich mich richtig erinnere – zu weit nach vorne geht und nicht zur Seite und ich deshalb knapp nicht hinkomme.»

Ein einziger, kleiner Fehltritt Hitz’ reichte für das Kopenhagener 1:1 und machte aus einer guten Ausgangslage fürs Rückspiel der Champions-League-Playoffs am Mittwochabend (21 Uhr, BaZ-Liveticker) eine schwierige.

Gabriel Pereira von F.C. Kopenhagen schiesst das Tor zum 1:1 gegen FC Basel im Champions-League-Playoff-Spiel. Keigo Tsunemoto, Leo Leroy und Torhüter Marwin Hitz im Hintergrund.

Doch Marwin Hitz lässt sich davon nicht beunruhigen. Als er am Dienstagmorgen am Euroairport eintrifft, wirkt er gewohnt gelassen: «Das Reisen und die chique Kleidung sind für mich die grössten Unterschiede zu einem normalen Ligaspiel.» Alles andere sei wie immer.

Marwin Hitz’ Rucksack

Am 18. September wird Hitz 38. Inklusive Qualifikationsspielen hat er bereits 38 Einsätze im Europacup hinter sich. Gut möglich, dass dieser Rucksack des Basler Goalies am Mittwoch einer der entscheidenden Faktoren sein kann. Zumal die übrige Europacup-Erfahrung beim FC Basel überschaubar ist.

Das wird deutlich, wenn man sich anschaut, welche Spieler beim FCB im Einsatz waren, als er zuletzt auf europäischer Ebene etwas erreicht hat. Nun, da Anton Kade verkauft und Emmanuel Essiam verliehen wurde, ist Marwin Hitz der einzige im FCB-Kader, der in der K.o.-Runde der Conference-League 2022/23 eingesetzt wurde, in der Rotblau bekanntlich erst im Halbfinal gegen die Fiorentina ausschied.

Marwin Hitz weiss also, was es braucht, um mit dem FCB international erfolgreich zu sein. Am Tag vor dem Spiel sagt er: «Der Schlüssel wird sein, dass wir das Spiel mit Selbstvertrauen angehen und über 90 Minuten unser Spiel durchziehen.» Dann, das habe man im Hinspiel gesehen, hätte man durchaus gute Chancen.

Die Rolle des FC Basel

Hitz weiss aber auch, dass dieses Unterfangen im Stadion des FCK schwierig wird: «Nach einem Unentschieden im Hinspiel ist das Heimteam in der zweiten Partie meistens leicht im Vorteil, das darf man schon so sagen.»

Doch muss diese Rolle laut Hitz nicht zwingend nur negativ gesehen werden: «Viele der Spieler haben das erste internationale Qualifikationsspiel nun hinter sich. Jetzt können wir befreit aufspielen und für 90 Minuten oder mehr alles aus uns herausholen.»

Ob es dem FCB wirklich gelingt, im vollen Parken-Stadion die Nervosität abzulegen und das eigene Spiel durchzuziehen, wird sich erst am Mittwochabend zeigen. Klar ist, dass Marwin Hitz mit seiner Erfahrung und seiner Ruhe einen grossen Teil dazu beitragen kann.

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Aber ich fand die medialen Diskussionen vor allem auch für Fabio Celestini sehr schade, denn er hat es hauptsächlich in Form des Vorwurfs abbekommen, dass die Spieler nicht hinter ihm stehen würden. Das hat mich extrem gestört. Das fand ich durchaus unwürdig, gerade wenn man sieht, was er in seiner Zeit beim FCB geleistet hat.Er wurde halt danach gefragt, weil das eines der Themen war, die – ob zu Recht oder zu Unrecht – von innen nach aussen drangen … Hatten Sie denn das Gefühl, Sie müssten Fabio Celestini mit den Gesprächen in eine andere Richtung lenken?Überhaupt nicht. Wir haben einfach die Dinge angesprochen, von denen wir das Gefühl hatten, dass sie wichtig dafür sind, etwas zu gewinnen. Denn auch Dave und ich haben Erfahrungen, die produktiv sein können. Aber es geht mir immer um konstruktive Kritik und Offenheit. Und solche Gespräche gibt es laufend. Wir haben sie nicht geführt, weil wir in den sechs Spielen davor nur sechs Punkte geholt haben. Und ich habe nach wie vor ein sehr gutes Verhältnis mit Fabio.War es im Nachhinein richtig, bereits in der Nationalmannschaftspause andere Trainer zu kontaktieren?Dass Medien diese gestreuten Informationen aufgreifen, ist normal. Und ich musste für meinen Teil lernen, dass es in gewissen Kreisen Lecks gibt, bei denen solche Informationen nach aussen dringen können. Das ist jetzt halt zu einem schlechten Zeitpunkt und auch anders, als es tatsächlich war, in die Medien geraten. Das ist auch ein Learning für mich. Ich bin ein junger Sportdirektor und noch nicht mit allen Wassern gewaschen. Die Kritik, dass hier nicht alles gut gelaufen ist, nehme ich an.Wird man denn mit Fabio Celestini in die nächste Saison gehen?Ja, wir wollen mit Fabio in die nächste Saison gehen.Und will er auch mit dem FCB in die nächste Saison gehen?Darüber habe ich nicht mit ihm gesprochen. Sein Traum ist es, irgendwann mal in Spanien zu trainieren, das ist auch okay. Und wenn er diese Chance bekommt, werden wir wohl nicht mithalten können.Irgendwann muss es aber für beide Seiten klar sein.Richtig. Nach der Saison. Wir starten sicherlich mit dem Trainer in die Vorbereitung, der dann auch die Saison beginnen wird.Wie antizipiert man die Möglichkeit, dass Celestini nicht in Basel bleiben will?Wir haben keine Glaskugel. Aber wir bereiten uns die ganze Saison auf alle Eventualitäten vor – auch, indem wir Kontakte zu Trainern pflegen, die irgendwann einmal, sei das auch in fünf Jahren, Trainer beim FCB werden könnten. Das gehört einfach zu meinem Job.So auch bei der Kaderplanung. Wie steht es da eigentlich um einen Verbleib von Metinho im Sommer?Es wäre sicherlich in unserem Interesse, ihn beim FC Basel zu halten. Da wir ihn auf Leihbasis ohne Kaufoption verpflichtet haben, gibt es Verhandlungen. Im Vergleich mit anderen möglichen Interessenten befinden wir uns hierbei aber in der Poleposition, weil der Spieler Interesse an einem Verbleib hat.Aber der Preis ist noch nicht ausgehandelt.Also wir wissen, was die City Football Group will. Aber das kann er für uns nicht kosten. Für uns ist es nicht ganz einfach, wenn eine so grosse Organisation hinter einem Spieler steht, denn sie sind nicht auf unser Geld angewiesen.Wie ist es bei Philip Otele?Viele Argumente sprechen dafür, ihn zu behalten. Denn er ist ein Spieler, der eine hohe Performance bringen kann und bei dem wir nicht darauf warten müssen, bis sich sein Potenzial entfaltet.Man kann ja einfach die Kaufoption über 3,5 Millionen Dollar einlösen. Oder wird da nachverhandelt?Ich kann nichts Genaueres sagen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten …Im Geschäftsjahr 2024 wies der FCB einen Transfergewinn von 34,1 Millionen Franken aus. Will man das wieder erreichen?Durch die Brille des Sportchefs will ich Meister werden und nicht Millionen einnehmen. Mein Traum wäre es natürlich, wenn wir einen Spieler für 20 Millionen verkaufen könnten und der Rest im Kader bleibt. Aber das ist gleichzeitig unrealistisch, denn wir wollen keinen Spieler dazu zwingen, bei uns zu bleiben. Das ist einerseits nicht gut für seine Moral und hat andererseits die Folge, dass sich herumspricht, dass der FCB es Spielern verwehrt, den nächsten Schritt zu machen. Dann verlieren wir als Club an Strahlkraft bei den Spielern.Leon Avdullahu wird keine 20 Millionen einbringen. Erwarten Sie ihn dennoch in der Bundesliga nächste Saison?Da ich nichts anderes weiss, erwarte ich ihn beim FC Basel. Es gab auch noch kein Angebot für ihn. Noch bewegt sich ja auch der Markt in den grossen Ligen nicht. Aber es ist auch klar, dass wir einen möglichen Abgang auf der Rechnung haben müssen.Mit einem allfälligen Meistertitel würde der Anspruch für die nächste Saison stark steigen. Sie müssten die Abgänge so ersetzen, dass sie nicht ins Gewicht fallen.Ja, das wird unsere grösste Challenge in diesem Sommer sein. Die Spieler, die wir holen, müssen in der Lage sein, mindestens unter den ersten 15 des Kaders spielen zu können. Und zwar von Anfang an. Wir können nicht einfach zehn Talente im Team haben, die wir erst noch ein halbes Jahr lang entwickeln müssen, bevor sie Leistungen bringen. Wie es beispielsweise bei Thierno Barry der Fall war, der sich dann dafür umso rasanter in eine der grossen Ligen skorte.Ist man bei Barry an den Transferrechten beteiligt?Wir verkaufen nie einen Spieler ohne Beteiligung.Wie steht es um die Vertragsverlängerung mit Albian Ajeti?Wir sind dran. Momentan wird er leider nicht belohnt für das, was er macht. Aber er ist in einer super Verfassung. Wie er die Bälle verarbeitet und verteilt, ist stark.Was bedeutet ein Meistertitel mit der Chance auf Champions League in Bezug auf die Transfers?Dadurch werden wir logischerweise noch attraktiver für mögliche Zugänge. Diese werden wir auch brauchen, wenn ich an die Dreifachbelastung denke. Aber auch die Spieler, die schon hier sind, hätten dadurch ein weiteres Argument, um beim FCB zu bleiben.Wie anstrengend war Ihre Arbeit als Sportchef bisher?Sehr. Es war schwierig, dieses Schiff in eine komplett andere Richtung zu drehen, aber noch schwieriger wird es sein, diese Leistung zu bestätigen. Es ist aber sehr positiv, dass die gute Arbeit schon jetzt auch im Sport Erfolg bringt. Normalerweise geht das immer ein bisschen länger.Nun steht der Cup-Halbfinal gegen Lausanne an.Da bin ich sehr positiv eingestellt, auch wenn wir bisher im Cup die aus meiner Sicht schlechtesten Leistungen der Saison gezeigt haben. Wir sind bereit. Für die Spieler ist es ein absolutes Highlight, denn es ist ein Halbfinal, und das Joggeli wird sehr gut gefüllt sein. Dieses Mal auch die Kurve. Ich habe gesagt, dass ich während meines dreijährigen Vertrags auf den Barfi will. Ich habe aber nicht gesagt, wie oft ich dorthin will …Der FC Basel auf dem Weg zum MeistertitelDiesen Podcast können Sie auch auf allen gängigen Podcast-Plattformen kostenlos hören und abonnieren.NewsletterRotblau aktuellErhalten Sie die wichtigsten und interessantesten Geschichten und News rund um den FCB.Weitere NewsletterEinloggenOliver Gut schreibt seit März 2001 für das Sport-Ressort der Basler Zeitung, das er seit 2019 leitet. Vorher für diverse Sportarten zuständig, konzentriert sich der Fricktaler seit 2011 auf den Fussball – und damit hauptsächlich auf den FC Basel. Zudem ist er regelmässiger Diskussionsgast im Fussball-Podcast «Dritte Halbzeit».Mehr InfosLinus Schauffert ist Redaktor im Ressort Sport bei der Basler Zeitung und berichtet schwerpunktmässig über den FC Basel. Mehr Infos@linusschauffertFehler gefunden?Jetzt melden.0 Kommentare

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