Der FCB und die fatalen Eckbälle: Wenn 26 Zentimeter mehr nicht genug sind

Dieser Artikel wurde von BZ publiziert.


Super League

Der FCB und die fatalen Eckbälle: Wenn 26 Zentimeter mehr nicht genug sind

Die Ligaspitze rückt immer dichter zusammen, und der FC Basel kehrt unverhofft auf Platz eins zurück, obwohl er drei Spiele nicht gewonnen hat. In St. Gallen gibt er zum sechsten Mal in dieser Saison eine Führung preis, auch weil ihm plötzlich Übersicht und Lufthoheit abhandenkommen.

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Willem Geubbels (Vierter von rechts) lenkt mit dem Kopf den Ball zum 2:2-Ausgleich für den FC St.Gallen ins Tor, und den Spielern des FC Basel bleibt nur das Nachsehen.

Bild: Walter Bieri/Keystone

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Eng in der Tabelle ist es schon die ganze Saison über, aber jetzt hat die eigenwillige Formkurve der Super-League-Teilnehmer zum grossen Zusammenschluss an der Spitze geführt mit vier punktgleichen Klubs. Und die 25. Runde hat mit dem FC Basel einen Tabellenführer hervorgebracht, der am späten Samstagabend nicht danach ausgesehen hatte.

Das 2:2 in St. Gallen war schliesslich die dritte Partie in Folge, die Basel nicht gewinnen konnte. Acht Punkte hat der FCB aus den letzten fünf Spielen geholt, drei Teams stehen besser da, angeführt von den Young Boys mit zwölf Zählern. Der Titelverteidiger ist ins Rollen gekommen, was die Jahrestabelle mit 14 Punkten belegt, gefolgt von Servette und Luzern (je 13) sowie dem FCB auf Platz vier mit zwei Punkten weniger.

Platz eins in der Rangliste der Liga ist mehr, als Fabio Celestini nach einer spannenden Auseinandersetzung in der Ostschweiz im Sinn hatte. Der FCB-Trainer trauerte zwei verlorenen Punkten nach. Zum fünften Mal hat sein Team nach einer Führung nur remis gespielt. 18 Mal ist der FCB in dieser Saison in Führung gegangen, nur einmal (jüngst in Genf) hat er danach verloren und insgesamt also 13 Punkte noch verloren. Nur Servette (16) hat in den Top 6 eine schlechtere Bilanz.

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Was Celestini jedoch mehr bekümmerte, waren die Umstände der Gegentore in der 78. und 87. Minute. Schliesslich schien seine Mannschaft alles unter Kontrolle zu haben. Sie erreichte zum Beispiel ihren Saison-Höchstwert bei den Ballstafetten – und leistete sich dennoch zwei Fehler zu viel. Zwei Fehler notabene, die ihr ohne grossen Gegnerdruck unterliefen.

Vor dem ersten Gegentor etwa segelt ein langer St. Galler Ball ins Leere, Jonas Adjetey läuft den Pass ab, spielt aber nicht zurück auf seinen Torhüter, sondern unbedrängt ins Seitenaus. Aus dem Einwurf entsteht ein Corner (gefolgt von einer harmlosen Flanke, abgelenkt von Adjetey) und ein zweiter Eckstoss, bei dem Adjetey und Kevin Carlos – der eine 1,88, der andere 1,86 Meter gross – die 1,82 von Stephan Ambrosius nicht verteidigt bekommen. Der Rest ist Slapstick von Hitz und Dominik Schmid.

Nicht über alle Zweifel erhaben: Adrian Barisisc (hier in einer Szene mit Mihailo Stevanovic) beschwört in St.Gallen das Unheil herauf.

Nicht über alle Zweifel erhaben: Adrian Barisisc (hier in einer Szene mit Mihailo Stevanovic) beschwört in St.Gallen das Unheil herauf.

Bild: Claudio Thoma/Freshfocus

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Damit war die Stimmung im mit 19’700 Zuschauenden ausverkauften Kybunpark – nach dem 0:2 in sich zusammengefallen wie ein Soufflé – neu befeuert. Und die Entstehung des Ausgleichs gleicht einer Doublette. Albian Ajeti kann in der gegnerischen Hälfte den Ball gegen zwei Gegenspieler nicht behaupten, und wieder landet ein langes Zuspiel im Nichts. Adrian Barisic hat eigentlich alle Zeit, stolpert leicht, spürt den nachsetzenden Willem Geubbels im Nacken – und lässt den Ball ins Toraus kullern.

Die neunte (und letzte) Ecke der St. Galler verwertet Geubbels (1,85) im Luftduell mit Adjetey und Schmid (1,82) mit einem sehenswerten Kopfball. Das ist zwar schwer zu verteidigen, dass die Entstehungsgeschichte auch dieses Treffers den Trainer nicht amüsiert («Wir können nicht zwei Eckbälle hergeben»), ist jedoch nachvollziehbar. Mit drei Gegentoren auf Corner büsst der FCB von seinem Nimbus als beste verteidigende Mannschaft bei ruhenden Bällen ein, während St. Gallen mit sechs erfolgreichen Eckbällen Liga-Spitze ist (Basel: vier).

Kopfsache: FCB-Trainer Fabio Celestini muss in St.Gallen mitansehen, wie seine Mannschaft zweimal mit Kopfbällen auf Standards erwischt wird. –> <!–>

Kopfsache: FCB-Trainer Fabio Celestini muss in St.Gallen mitansehen, wie seine Mannschaft zweimal mit Kopfbällen auf Standards erwischt wird.

Bild: Claudio Thoma/Freshfocus

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Celestini hatte wohl eine Vorahnung, als er nach dem frühen Wechsel von Philipp Otele (1,78 Meter gross) für Bénie Traoré (1,72) in der 72. und 85. Minute zwei Doppeltausche vollzog. Für Xherdan Shaqiri (1,69 Meter) brachte er Gabriel Sigua (1,90), und mit Romario Baro (1,81) für Anton Kade (1,85) sowie Albian Ajeti (1,83) für Kevin Carlos (1,86) verlor der FCB ein paar Zentimeter. Dafür überragt Finn van Breemen (1,93) seinen Kollegen Leo Leroy (1,87).

Damit korrigierte der Trainer den Grössenvorteil der Sankt Galler Spieler (im Schnitt 184 Zentimeter gegenüber 182) und verteidigte seine Marschroute: «Wir hatten die vielleicht grösste Mannschaft, die wir bisher gestellt haben, auf dem Platz.» Doch im Saldo 26 Zentimeter Körperlänge sind nicht genug, wenn es unten in den Füssen und drinnen im Kopf nicht aufgeht.

Nächste Spiele

Für den FC Basel steht am Mittwoch (19.45 Uhr, RTS2 live) der Viertelfinal im Schweizer Cup beim Challenge-Ligisten Étoile Carouge an. In der Super League geht es am Samstag (18 Uhr) daheim gegen den FC Sion weiter.

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